Migration und Integration sind auch für Europa bedeutende gesellschaftspolitische Themen. Das europäische sog. „Haager-Programm“ enthält u.a. Empfehlungen zur Migrations- und Integrationspolitik in der EU und es steht für Grundprinzipien einer Politik der Integration von Zuwanderern, auf die sich die EU verständigt hat. Integration ist ein fortlaufender zweiseitiger Prozess, an dem sowohl Aufnahmeland als auch Migrant beteiligt sind. Die Integrationsziele sind vielfältig: Sie reichen von der Anerkennung europäischer Werte bis zum Erlernen der jeweiligen Landessprache. Gerade die Beherrschung der Landessprache ist wichtig, denn grundsätzlich ist jeder Zuwanderer selbst dafür verantwortlich, dass er sich in einem anderen Land zurechtfindet und es ist auch in seinem Interesse!
Europäische Integration – eine bayerische Tradition.
Das Haager-Programm ist den bayerischen Integrationsleitlinien sehr ähnlich. Die bayerische Haltung betont jedoch stärker die Eigenverantwortung der Zuwanderer. In Bayern gibt es das „Bayerische Integrationsforum“, ein Forum zur Förderung der Integration von Zuwanderern. Es soll deutlich machen, wie wichtig die Integration von Ausländern und Spätaussiedlern ist, und es soll ein positives Bewusstsein für Integrationsthemen entwickeln.

Die Devise lautet „Integration im Dialog“: Zuwanderer wie Einheimische sollen dazu motiviert werden, an der gemeinsamen Aufgabe der Integration mitzuwirken. Dialog meint Offenheit und Toleranz auf beiden Seiten. Klar ist, dass Integration vor Ort, in der Gemeinde, in der Nachbarschaft stattfindet. Deshalb hat die EU auch keine unmittelbare Zuständigkeit auf dem weiten Feld der Integration. Integration ist in erster Linie Sache der Mitgliedstaaten.