Seit Jahren wird in Deutschland kontrovers über Babyklappe und anonyme Geburt diskutiert, zuletzt angestoßen durch die Stellungnahme des Deutschen Ethikrats vom 26. November 2009. Trotz der ungeklärten Rechtslage gibt es bundesweit rund 80 Babyklappen, etwa 130 Kliniken bieten sogenannte anonyme Geburten an. Diese Angebote wenden sich an Frauen in extrem belasteten, subjektiv ausweglos erscheinenden Situation und sollen Verzweiflungstaten wie die Aussetzung oder die Tötung des Kindes verhindern.
Informationen zu den Angeboten in Bayern sind bei den staatlich anerkannten Beratungsstellen für Schwangerschaftsfragen verfügbar.
Frau Staatsministerin Christine Haderthauer hat sich gegen ein Verbot von Babyklappen ausgesprochen und eine baldige gesetzliche Regelung der anonymen beziehungsweise vertraulichen Geburt gefordert.
Ihr Standpunkt:
- Bei der vorzunehmenden Abwägung überwiegt der Lebensschutz das Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Abstammung.
- Manche Mütter in Notlagen werden von anderen Angeboten nicht erreicht.
- Angebote der anonymen/vertraulichen Geburt sollen nicht länger in rechtlicher Grauzone arbeiten müssen.