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Röntgenaufnahme
In der Medizin gibt es neben der "klassischen Röntgenaufnahme" zur Diagnose von z. B. Knochenbrüchen inzwischen zahlreiche Aufnahmetechniken, die nach Injektion eines iod- oder bariumhaltigen Kontrastmittels die Darstellung verschiedenster Organe wie beispielsweise der Nieren und Harnwege oder der Speiseröhre ermöglichen.
Bei der Röntgenaufnahme werden Röntgenstrahlen für die sehr kurze Zeit von einigen Millisekunden auf den zu untersuchenden Körperteil des Patienten gerichtet und die den Körper durchdringende und durch verschiedenes Gewebe unterschiedlich abgeschwächte Strahlung mit einem Film-Folien-System oder einem digitalen Speichermedium sichtbar gemacht. Die Mehrzahl der Untersuchungsverfahren ist dabei mit einer relativ niedrigen Strahlenexposition verbunden. Teilweise kommen spezielle Röntgengeräte zum Einsatz, so bei der Mammographie, bei der die weibliche Brust bei niedriger Röhrenspannung und einem besonders hochauflösenden Film aufgenommen wird.
Röntgendurchleuchtung
Mit einer Röntgendurchleuchtung können Bewegungsvorgänge untersucht oder sich überlagernde Strukturen genauer beurteilt werden. Dabei durchdringt schwache Röntgenstrahlung den Körper des Patienten und erzeugt ein Bild, das mittels elektronischem Bildverstärker auf einen Fernsehmonitor übertragen und dort betrachtet wird.
Anwendungsbeispiel ist die interventionelle Radiologie, die Heilmaßnahmen unter Durchleuchtungskontrolle ermöglicht, oder die Digitale-Subtraktions-Angiografie (DSA) zur Darstellung von Blutgefäßen wie Arterien oder Schlagadern. Verwendet werden auch hier Kontrastmittel. Röntgenbilder in sequenziellen Stadien ermöglichen dabei die Entdeckung verschiedenster Gefäßerkrankungen.
Computertomographie (CT)
Bei der Computertomographie (CT), welche u. a. im Fall von Kopfverletzungen zur Anwendung kommen kann, entstehen mittels Röntgenstrahlen und Computer zahlreiche Schicht- oder Querschnittsbilder, die eine Betrachtung eines Organs in verschiedenen Ebenen auf dem Monitor zulassen. Auch bei CT-Untersuchungen kommen dabei zur besseren Darstellbarkeit häufig Kontrastmittel zum Einsatz. Auch wenn CT-Untersuchungen dosisintensiv sind, da mit der Zahl der dargestellten Schichten i. d. R. die Dosis steigt, so bieten sie bei strenger klinischer Indikationsstellung eine große diagnostische Aussagekraft.
Statistik
In Deutschland verzeichnet die Anzahl der Röntgenuntersuchungen pro Kopf in den letzten Jahren eine leicht abnehmende Tendenz und wurde für 2005 mit 1,6 Untersuchungen pro Einwohner ermittelt. Die Häufigkeit der verschiedenen Untersuchungsverfahren variiert dabei nur wenig. Gut ein Drittel der Gesamtzahl der Röntgenuntersuchungen entfällt auf die zahnmedizinische Röntgendiagnostik.
Teilweise werden inzwischen konventionelle Untersuchungen mit Röntgenstrahlen durch Untersuchungsarten ohne die Anwendung von ionisierender Strahlung wie Ultraschall, Endoskopie oder Magnetresonanztomographie ersetzt. Die Anzahl der CT-Untersuchungen nimmt hingegen zu. Neben der Betrachtung der Häufigkeit der einzelnen Untersuchungsarten lohnt sich aber auch ein Blick auf ihren jeweiligen Anteil an der kollektiven effektiven Dosis. Die nachfolgenden Grafiken zeigen die prozentuale Anzahl der Röntgenuntersuchungen bezogen auf die Untersuchungsarten (im Jahr 2005). Die exakten Zahlenwerte sind in nachfolgender Tabelle aufgeführt.
Häufigkeit

Kollektive effektive Dosis

Quelle: Parlamentsbericht 2007 zu Umweltradioaktivität und Strahlenbelastung
| Verschiedene Untersuchungsarten | Anteil der verschiedenen Untersuchungsarten an der Gesamthäufigkeit in Prozent |
Anteil an der effektiven Kollektivdosis in Prozent |
|---|---|---|
| Zahnmedizin | 36 | 0,2 |
| Thorax | 13 | 4 |
| Skelett | 34 | 9 |
| Verdauungs-, Urogenital- und Gallentrakt | 3 | 9 |
| Mammographie (einseitig) | 4 | 1 |
| Angiographie / Intervention | 2 | 20 |
| Computertomographie (CT) | 7 | 56 |
| Sonstiges | 0,7 | 1 |
Prozentualer Anteil der verschiedenen Untersuchungsarten an der Gesamthäufigkeit und an der kollektiven effektiven Dosis in Deutschland für das Jahr 2005 (Quelle: Parlamentsbericht 2007 Umweltradioaktivität und Strahlenbelastung, BMU)
Die Bereiche der mittleren Werte der effektiven Dosis für häufige Röntgenuntersuchungen am Standardpatienten sind in nachfolgender Tabelle dargestellt.
| Untersuchungsart | Effektive Dosis E [mSv] |
|---|---|
| Untersuchungen mit Röntgenaufnahmen | |
| Zahnaufnahme | < 0,01 |
| Extremitäten (Gliedmaßen) | < 0,01 bis 0,1 |
| Schädelaufnahme | 0,03 bis 0,1 |
| Halswirbelsäule in 2 Ebenen | 0,1 bis 0,3 |
| Brustkorb (Thorax), 1 Aufnahme | 0,02 bis 0,08 |
| Mammographie beidseits in je 2 Ebenen | 0,2 bis 0,6 |
| Brustwirbelsäule in 2 Ebenen | 0,5 bis 0,8 |
| Lendenwirbelsäule in 2 Ebenen | 0,8 bis 1,8 |
| Beckenübersicht | 0,5 bis 1,0 |
| Bauchraum (Abdomenübersicht) | 0,6 bis 1,2 |
| Röntgenuntersuchungen mit Aufnahmen und Durchleuchtung | |
| Magen | 6 bis 12 |
| Darm (Dünndarm bzw. Kolonkontrasteinlauf) | 10 bis 18 |
| Galle | 1 bis 8 |
| Harntrakt | 2 bis 5 |
| Bein-Becken-Phlebographie | 0,5 bis 2 |
| Arteriographie und Interventionen | 10 bis 30 |
| CT¹-Untersuchungen | |
| Kopf | 2 bis 4 |
| Wirbelsäule | 2 bis 11 |
| Brustkorb | 6 bis 10 |
| Bauchraum | 10 bis 25 |
1) typische CT (Computertomographie)-Untersuchung, ggf. nativ und nach Kontrastmittelgabe (Quelle: Parlamentsbericht 2007 Umweltradioaktivität und Strahlenbelastung, BMU)
Behandlung
In den meisten Fällen dienen Röntgenstrahlen zur Untersuchung, aber sie werden auch zur Behandlung eingesetzt. Bei der Röntgenbehandlung muss - zusätzlich zu den angegebenen Vorgaben der Röntgenverordnung zur Untersuchung mit Röntgenstrahlen - ein Arzt mit der erforderlichen Fachkunde und z. T. ein Medizinphysik-Experte einen auf den Patienten bezogenen Bestrahlungsplan einschließlich detaillierter Bestrahlungsbedingungen festlegen und überprüfen sowie ein Bestrahlungsprotokoll erstellen.
Medizinische Forschung
Erfolgt die Anwendung von Röntgenstrahlung zum Zweck der medizinischen Forschung, bestehen gegenüber dem Probanden zusätzlich besondere Schutz-, Aufklärungs- und Aufzeichnungspflichten. Bestimmte Personengruppen (Schwangere, u. U. frühere Probanden und Patienten, bei denen Röntgenstrahlung zu Behandlungszwecken angewendet worden ist, sowie Personen, die gewisse Altersgrenzen unter- oder überschreiten) unterliegen einem Anwendungsverbot oder einer Anwendungsbeschränkung; an ihnen darf Röntgenstrahlung in der medizinischen Forschung nicht oder nur unter gewissen Einschränkungen oder Voraussetzungen angewendet werden.