
Art. 118 Abs. 2 Bayerische Verfassung:
"Frauen und Männer sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin."
Auf dieser Seite
Gleichstellungspolitik in Bayern
Situation in der Gesellschaft
Trotz rechtlicher Gleichstellung von Frauen und Männern und der günstigen Lebenssituation in Bayern haben Frauen noch immer in bestimmten Bereichen deutliche Nachteile - in Deutschland und in Bayern. So sind Frauen zum Beispiel in Führungspositionen in der Arbeitswelt, der Politik und der Gesellschaft erheblich unterrepräsentiert, im Erwerbsleben vielfach immer noch benachteiligt und haben vor allem nach einer Familienphase durchschnittlich erheblich geringere Einkommen und Renten als Männer. Auf der anderen Seite sind Männer - vielfach entgegen ihrer Wünsche - im Bereich der Familienarbeit und Kindererziehung wenig präsent und selten in sozialen Berufen anzutreffen. Für eine partnerschaftliche Lebensgestaltung ist es wichtig, dass sich Frauen und Männer verstärkt in Bereiche einbringen (können), die bisher vorwiegend dem anderen Geschlecht vorbehalten sind oder von diesem gewählt wurden.
Ziel bayerischer Gleichstellungspolitik
Das Ziel bayerischer Gleichstellungspolitik ist, die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass Frauen und Männer bei ihrer persönlichen Lebensgestaltung in allen Lebensbereichen zwischen mehreren Möglichkeiten auswählen können. Bayern setzt vor allem auf Bewusstseinswandel in der Gesellschaft, Motivation zur Verwirklichung der Chancengerechtigkeit und Sensibilisierung für bestehende Benachteiligungen.
Schwerpunkte bayerischer Gleichstellungspolitik
Bei den Schwerpunkten der bayerischen Gleichstellungspolitik handelt es sich um
- Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit
- Geschlechtersensible Sichtweise / Gender Mainstreaming
- Chancengerechtigkeit im Erwerbsleben
- Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen
- Renten
- Gesundheit
- Pflege von Angehörigen
- Mobbing und sexuelle Belästigung
- Gewaltschutz
Politik für Frauen
Situation
Frauen und Männer sind in Deutschland inzwischen formal und rechtlich gleichstellt. Trotzdem wurde die tatsächliche Gleichstellung im Erwerbsleben noch nicht erreicht. Dies wird besonders deutlich durch:
- einen geringen Frauenanteil in Führungspositionen,
- eine deutliche Gehaltsdifferenz bei gleichem Arbeitsumfang,
- Probleme bei der Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit,
- eine einseitige Berufswahl,
- die Bevorzugung von Söhnen als Unternehmensnachfolgern.
Aber auch in anderen Bereichen ist die tatsächliche Gleichstellung noch längst nicht verwirklicht:
- Renten: Aufgrund geringerer Verdienste sowie familienbedingter Erwerbsunterbrechung und Teilzeitarbeit sind die Altersrenten von Frauen durchschnittlich erheblich niedriger als die von Männern.
- Gesundheit: Beispielsweise verlaufen Herzinfarkte bei Frauen schwerer und häufiger tödlich als bei Männern
- Pflege von Angehörigen: In der Regel sind es Frauen, die im Falle einer Pflegebedürftigkeit ihre Angehörigen versorgen.
- Mobbing und sexuelle Belästigung: Die Opfer sind überwiegend weiblich.
- Gewalt: Die Opfer von häuslicher Gewalt, Menschenhandel und Zwangsverheiratung sind überwiegend weiblich.
Ergänzung
In Bayern ergänzt daher eine spezielle Politik für Frauen zum Ausgleich bestehender Nachteile die präventiv angelegte geschlechtersensible Sichtweise.
Politik für Männer
Schwerpunkte bayerischer Politik für Männer
Die Schwerpunkte bayerischer Politik für Männer sind
- Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit
- Ausweitung der Berufswahl und Anerkennung sozialer Fähigkeiten
- Gesundheit, z. B. verstärkte Nutzung von Vorsorgeuntersuchungen durch Männer, um Krankheiten wie z. B. Krebs früher erkennen und behandeln zu können.
- Pflege von Angehörigen: Anerkennung der Pflegearbeit sowie Beratung und Hilfe für pflegende Angehörige
- Mobbing und sexuelle Belästigung: Beratung und Unterstützung für betroffene Männer
- Häusliche Gewalt: Unterstützung für Männer und Jungen, die Opfer häuslicher Gewalt geworden sind, sowie Täterarbeit.
Chancengerechtigkeit
Chancengerechtigkeit für Jungen und Männer bedeutet auch, sich mit alten und möglichen neuen Rollenbildern zu beschäftigen. Dabei ist für eine partnerschaftliche Lebensgestaltung wichtig, dass sich Männer verstärkt in Bereiche einbringen (können), die bisher vorwiegend Frauen vorbehalten sind oder von Frauen gewählt wurden.
Neue Wege
Die Aktion "Neue Wege für Jungs" will Initiativen anregen, unterstützen und vernetzen, die schulische oder außerschulische Veranstaltungen für Jungen durchführen, wie z.B. Berufserkundungen, Schnupperpraktika, Workshops, Trainings oder auch Diskussionsrunden. Jungen sollen verstärkt die Möglichkeit bekommen, Chancengleichheit und Rollenvielfalt als persönlichen Gewinn für das spätere berufliche und persönliche Leben zu erfahren. Außerdem sollen Jungen neue berufliche Perspektiven insbesondere in Sozial-, Pflege Erziehungs- aber auch Dienstleistungsberufen aufgezeigt und damit ihr Berufswahlspektrum erweitert werden.