
Schwerpunkte bayerischer Integrationspolitik sind die Sprachförderung in Kindertageseinrichtungen und Schule, die Verbesserung der beruflichen Bildung sowie die Verbesserung der gesellschaftlichen Teilhabe. Das Gelingen von Integration hängt entscheidend davon ab, dass die Menschen mit Migrationshintergrund die Integrationsangebote annehmen und sich selbst in die Gesellschaft einbringen; "Fördern und Fordern" sind die maßgeblichen Ansatzpunkte.
Im Einzelnen umfasst das Zehn-Punkte-Programm
- die Verstärkung der frühkindlichen Sprachförderung mit der Ausweitung der Vorkurse Deutsch von bisher 160 auf künftig 240 Stunden;
- den Handlungsplan "Integration durch Bildung" für die bayerischen Schulen mit dem Schulversuch "KommMIT" (ab Schuljahr 2008/09), einer Fortbildungsoffensive für die Lehrkräfte und flankierenden Maßnahmen wie dem stetigen Ausbau der Ganztagesangebote und der Senkung der Klassenstärken (ab Schuljahr 2009/10);
- die Ausweitung der Jugendsozialarbeit an Schulen, wobei das Ziel, 350 Stellen für die Jugendsozialarbeit aus staatlichen Mitteln zu finanzieren, zügig umgesetzt und vorgezogen bereits im Herbst 2009 erreicht sein wird;
- die Verbesserung der beruflichen Bildungschancen für Jugendliche ohne Ausbildungsplatz durch Ausbau des Berufsvorbereitungsjahres (BVJ/k) und insbesondere durch die Schaffung eines Berufsintegrationsjahres (BIJ), die Einführung eines Berufseinstiegsjahres (BEJ) und Erweiterung des Programms "Fit for Work" durch eine Integrationskomponente, um beispielsweise deutsch-türkische Ausbildungsverbünde sowie spezielle Ausbildungsplatzakquisiteure für die Belange der Zielgruppe junger Menschen mit Migrationshintergrund und deren Eltern unterstützen zu können;
- die bessere Nutzung der Teilhabemöglichkeiten durch die bei uns lebenden Menschen mit Migrationshintergrund, indem die deutschen Organisationen ermuntert werden, in ihrer Mitgliederwerbung den Personenkreis der Menschen mit Migrationshintergrund verstärkt einzubeziehen, und in besonderer Weise Sportvereine, die zugelassenen Träger der Jugendfreiwilligendienste sowie die Freiwilligen Feuerwehren und Hilfsorganisationen angesprochen werden;
- die Verdeutlichung der Ausbildungs- und Beschäftigungschancen im Öffentlichen Dienst, in dem Menschen mit Migrationshintergrund als Ausdruck ihrer Zugehörigkeit zu Deutschland und seinen Strukturen willkommen sind;
- die Auslobung von Integrationspreisen im Rahmen des Bayerischen Integrationsforums "Integration im Dialog - Migranten in Bayern" in allen sieben Regierungsbezirken und die Absicht, Stiftungen verstärkt für Integrationsaufgaben zu gewinnen;
- die Einbürgerung als Abschluss erfolgreicher Integration, mit dem die Hinwendung zu und die Identifikation mit Deutschland zum Ausdruck kommen;
- die Koordinierung der Gesamtausrichtung bayerischer Integrationspolitik durch das Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung unter Einbeziehung der interministeriellen Arbeitsgruppe "Integration von Zuwanderern";
- den Hinweis darauf, dass Integration vor Ort stattfindet und die Kommunen im Rahmen ihrer Verantwortung die jeweils notwendigen und geeigneten Strukturen schaffen.