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München, 16. Oktober 2011 PM 428.11

Europäischer Tag gegen den Menschenhandel am 18. Oktober 2011

Frauenministerin Haderthauer: "Kampf gegen Zwangsprostitution muss auch bei Freiern ansetzen"

"Es ist ein Skandal, dass in unserer heutigen Welt noch Sklaverei in Form von Menschenhandel und Zwangsprostitution stattfindet. Diesen gravierenden Verstoß gegen die Menschenrechte dürfen wir nicht zulassen! Deshalb kämpfen wir im engen Schulterschluss mit anderen EU-Ländern gegen skrupellose Menschenhändler, die Frauen unter Vorspiegelung falscher Tatsachen in andere Länder locken, dort zur Prostitution zwingen und dafür jedes Jahr Gewinne in Milliardenhöhe einstreichen", so Bayerns Frauenministerin Christine Haderthauer, zugleich Frauenbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, heute in München mit Blick auf den Europäischen Tag gegen Menschenhandel am 18. Oktober 2011 und ergänzte: "Doch das allein genügt noch nicht! Wir müssen auch ganz klar gegen Freier vorgehen, die sehenden Auges die Zwangslage der Opfer von Menschenhandel ausnutzen. Es ist unerträglich, wenn derjenige, der vorsätzlich als Nutznießer an dem verbrecherischen System Menschenhandel teilnimmt, nicht bestraft wird. Ich begrüße deshalb ausdrücklich das Übereinkommen des Europarates zur Bekämpfung des Menschenhandels, das die Bundesregierung vor kurzem dem Bundesrat und Bundestag zur Ratifizierung vorgelegt hat. Es fordert jeden Vertragsstaat zur Prüfung auf, die wissentliche Nutzung der Dienste von Zwangsprostituierten strafrechtlich zu sanktionieren. Ich hoffe sehr, dass der Bundesgesetzgeber hier zu einem positiven Ergebnis kommt."

Haderthauer weiter: "Für die oftmals schwer traumatisierten Opfer ist es besonders wichtig, dass sie schnell in einem sicheren Netz aufgefangen werden. Sie brauchen intensive Beratung, Betreuung und oft auch eine sichere Bleibe. Mein Ministerium unterstützt daher finanziell die bayernweit inzwischen sieben Fachberatungsstellen der Organisationen JADWIGA und SOLWODI, die Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution professionell betreuen und bei Bedarf auch sicher unterbringen. Hierfür stellen wir im Jahr 2011 über 207.000 Euro zur Verfügung."

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