Familien brauchen zeitlichen und finanziellen Raum, aber auch passende Rahmenbedingungen, um ihren Aufgaben nachkommen zu können. Passende Rahmenbedingungen beinhalten eine unterstützende Infrastruktur - von der Elternbildung und -beratung bis hin zur Kinderbetreuung - sowie ein Arbeitsleben, das das Miteinander von Familie und Erwerbstätigkeit unterstützt.
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Verlässlichen finanziellen Rahmen schaffen -
Wertschätzung der Arbeit in der Familie
Insbesondere in den ersten Lebensjahren eines Kindes ist die finanzielle Belastung der Eltern besonders hoch: Während für eine gewisse Zeit der Verlust eines Erwerbseinkommens kompensiert werden muss, steigen auf der anderen Seite die Ausgaben für das Kind. Ziel der Familienpolitik ist es, solche Übergangsphasen, in denen Betreuungsaufwand und Kostenbelastung kumulieren, abzufedern und damit das von den Eltern gewählte Lebensmodell zu unterstützen.
- Das Ehegattensplitting leistet einen wichtigen Beitrag dazu, unterschiedliche Lebensmodelle von Eltern zu unterstützen.
- Kindergeld und Kinderfreibeträge entlasten Familienhaushalte und tragen zur Armutsvermeidung bei.
- Das Elterngeld ersetzt im ersten Lebensjahr des Kindes das Erwerbseinkommen und federt damit die Babypause finanziell ab.
- Eine wichtige Einkommensergänzung ist in Bayern das Landeserziehungsgeld, das der Freistaat seinen Eltern im Anschluss an das Bundeselterngeld zahlt.
- Der Unterhaltsvorschuss ist eine wichtige Unterstützung für Alleinerziehende, wenn der Unterhalt des anderen Elternteils ausbleibt. Hier springt der Staat ein und entlastet durch den Unterhaltsvorschuss. 2011 wurde dieser an rund 46.250 Kinder in Höhe von rund 87,4 Millionen Euro ausgezahlt.
- Bayern setzt sich für ein Betreuungsgeld ab 2013 ein, das Eltern im zweiten und dritten Lebensjahr ihres Kindes erhalten sollen, die keine öffentlich geförderte Kinderbetreuung in Anspruch nehmen: Die Einführung des Rechtsanspruchs auf einen Krippenplatz ab dem zweiten Lebensjahr soll nicht als Empfehlung verstanden werden, das Kind ab diesem Alter in eine Krippe zu geben. Eltern sollen sich ideell frei entscheiden können. Das Betreuungsgeld soll daher Ausdruck der Wertschätzung für Elternverantwortung sein.
Elternarbeit und Familienbildung muss zum guten Ton gehören
Familie ist der fundamentalste und prägendste Lebens- und Bildungsort für Kinder. Mit der verantwortungsvollen Wahrnehmung ihres Erziehungsauftrags leisten Eltern unverzichtbares, nicht zu ersetzendes für die Entwicklung ihrer Kinder, aber auch für die Gesellschaft. Eltern stehen heute vor der Aufgabe, ihre Kinder in eine komplexe Welt hineinzubegleiten. An Stelle von einheitlichen Erziehungsregeln wird im Erziehungsalltag vieles zwischen Eltern und Kindern ausgehandelt. Hinzukommen veränderte demographische und familiale Strukturen, erhöhte Mobilität sowie Veränderungen in den Lebensläufen. Familien sehen sich deshalb heute mit hohen Anforderungen an ihre Erziehungsarbeit konfrontiert.
Damit Erziehung gelingt, ist es wichtig, Eltern von Anbeginn durch Elternarbeit und Familienbildung zu unterstützen. Das Familienministerium wirkt auf eine Einstellung hin, in der es für Eltern selbstverständlich ist, solche Angebote wahrzunehmen. Dazu muss Elternbildung gut erreichbar und auf die verschiedenen Lebenssituationen zugeschnitten sein sowie den Fragen der Eltern entsprechen. Ebenso dazu gehört ein vielfältiges Ehe-, Familienberatungsangebot sowie der Erziehungsberatung, das die Eltern als Paar und als Familie unterstützt.
Kindertagesbetreuung ausbauen
und Qualität sichern
Kindertageseinrichtungen sind heute ein wesentlicher Bestandteil des sozialen Lebens und Lernens der meisten Kinder und entlasten erwerbstätige Eltern. Heute haben so gut wie alle Kinder in Bayern zum Zeitpunkt der Einschulung schon eine Kindertageseinrichtung besucht. Besonders steil ist der Anstieg der außerfamiliären Betreuung in der Altersgruppe der Kinder unter drei Jahren. Dieser Trend wird sich fortsetzen. Mit dem Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz hat der Freistaat die staatliche Förderung auf alle Formen der Kinderbetreuung ausgeweitet und damit gemeinsam mit den bayerischen Kommunen die Weichen für den bedarfsgerechten, qualitätsorientierten Ausbau der Kinderbetreuung über alle Altersstufen hinweg gestellt.
Chancengerechtigkeit von Anfang an
Bayerische Familien- und Jugendhilfepolitik legt einen Schwerpunkt auf junge Menschen aus sozial schwächeren Familien. Denn die soziale Herkunft junger Menschen darf Bildungschancen nicht beeinträchtigen:
- Die Grundsteine für Chancen- und Bildungsgerechtigkeit werden in den ersten Lebensjahren eines Menschen gelegt. Der frühkindlichen Entwicklung widmen die Koordinierenden Kinderschutzstellen sowie die Erziehungsberatung ein besonderes Augenmerk.
- Die schulische und berufliche Eingliederung sozial benachteiligter junger Menschen wird darüber hinaus auch durch die Förderprogramme Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) und Arbeitsweltbezogene Jugendsozialarbeit (AJS) gefördert.
Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit -
ein Thema für Mütter und Väter!
Um Familien- und Erwerbstätigkeit in Einklang zu bringen, brauchen Familien ein qualitativ hochwertiges und bedarfsgerechtes Angebot an Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern. Darüber hinaus sind Arbeitgeber gefordert, ihren Beitrag zu einer familienfreundlichen Arbeitswelt zu leisten .
Vereinbarkeit ist dabei ein Thema für Mütter und Väter. Studien belegen, dass sich Väter weit mehr Zeit für ihre Kinder wünschen. Im Alltag leben Väter jedoch nach wie vor weitgehend die Ernährerrolle. Für junge Väter sollte es genauso selbstverständlich wie für Mütter sein, Elternzeit oder Teilzeit in unterschiedlichem Umfang zu praktizieren. Dazu brauchen wir ein Umdenken in den Unternehmen.