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Elternzeit

Grundsätzlich können Arbeitnehmer und Personen in Berufsausbildung Elternzeit in Anspruch nehmen, wenn

  • sie ihr Kind selbst betreuen und erziehen sowie mit ihm in einem Haushalt leben,
  • das Kind das dritte Lebensjahr noch nicht vollendet hat,
  • sie den Anspruch gegenüber dem Arbeitgeber in der vorgeschriebenen Art und Weise geltend gemacht haben und
  • die Grenze für die zulässige Erwerbstätigkeit während der Elternzeit (30 Wochenstunden im Durchschnitt des Monats) nicht überschritten wird.

Ist mindestens ein Elternteil minderjährig oder befindet sich in der Schlussphase einer Ausbildung, die vor Vollendung des 18. Lebensjahres begonnen wurde, können Großeltern Elternzeit beanspruchen, wenn sie mit ihrem Enkelkind in einem Haushalt leben und es selbst betreuen und erziehen. Dies gilt allerdings nur für Zeiten, in denen kein Elternteil Elternzeit beansprucht.  

Während der Elternzeit besteht Kündigungsschutz, das heißt, der Arbeitgeber darf das Arbeitsverhältnis nicht kündigen. Nur in besonderen Fällen kann ausnahmsweise von den Gewerbeaufsichtsämtern (Gewerbeaufsicht) eine Kündigung für zulässig erklärt werden. Dieser Kündigungsschutz beginnt, wenn die Elternzeit verlangt wird, frühestens acht Wochen vor Beginn der Elternzeit. Der Arbeitnehmer kann dagegen das Arbeitsverhältnis auch während der Elternzeit unter Einhaltung der Kündigungsfristen (Kündigungsschutz) kündigen, zum Ende der Elternzeit jedoch nur mit einer Sonderkündigungsfrist von drei Monaten.

Eine Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung besteht während des Bezuges von Landeserziehungsgeld oder Elterngeld und solange Elternzeit in Anspruch genommen wird, fort. Vom Landeserziehungsgeld oder Elterngeld selbst werden keine Beiträge erhoben.

Eltern können die Elternzeit sowohl allein als auch gemeinsam nehmen. Die Elternzeit beträgt für jeden Elternteil höchstens drei Jahre und endet grundsätzlich mit der Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes. Zeiten des Mutterschutzes nach der Entbindung werden auf diese Begrenzung angerechnet. Mit Zustimmung des Arbeitgebers kann ein Anteil von bis zu zwölf Monaten auf die Zeit zwischen dem dritten Geburtstag des Kindes und der Vollendung des achten Lebensjahres übertragen werden. Bei Inanspruchnahme übertragener Monate ist zu beachten, dass in diesen Monaten kein Versicherungsverhältnis in der Arbeitslosenversicherung besteht. Die Inanspruchnahme übertragener Monate kann sich daher negativ auf einen etwaigen Anspruch auf Arbeitslosengeld auswirken.

Bei einem angenommenen Kind und bei Kindern in Adoptions- bzw. Vollzeitpflege kann die Elternzeit von höchstens drei Jahren ab der Aufnahme, längstens bis zur Vollendung des achten Lebensjahres des Kindes genommen werden.

Jeder Elternteil kann seine Elternzeit auf zwei Zeitabschnitte verteilen. Mit Zustimmung des Arbeitgebers ist eine Aufteilung in weitere Zeitabschnitte möglich.

Die Elternzeit ist spätestens sieben Wochen vor ihrem Beginn (bei dringenden Gründen auch kurzfristiger) schriftlich vom Arbeitgeber des jeweiligen Elternteils zu verlangen. Dabei ist mitzuteilen, wie lange die Elternzeit innerhalb von zwei Jahren (das dritte Jahr kann später festgelegt werden) genommen wird. Diese Erklärung ist bindend. Die Elternzeit, die über den Zeitraum von zwei Jahren hinausgeht, ist spätestens sieben Wochen vor ihrem Beginn verbindlich zu verlangen.

In der Elternzeit ist Teilzeitarbeit von bis zu 30 Wochenstunden im Durchschnitt des Monats zulässig. Eine Teilzeitarbeit bei einem anderen Arbeitgeber oder eine selbstständige Tätigkeit bedürfen der Zustimmung des bisherigen Arbeitgebers, die er nur aus dringenden betrieblichen Gründen (nur schriftlich innerhalb von vier Wochen) ablehnen kann.

Während der Elternzeit besteht gegenüber dem Arbeitgeber ein gesetzlicher Anspruch auf Verringerung der ursprünglichen Arbeitszeit, wenn

  • der Arbeitgeber in der Regel mehr als 15 Arbeitnehmer beschäftigt,
  • das Arbeitsverhältnis ohne Unterbrechung länger als sechs Monate besteht,
  • die Arbeitszeit für mindestens zwei Monate auf einen Umfang zwischen 15 und 30 Wochenstunden verringert wird,
  • keine dringenden betrieblichen Gründe entgegenstehen und
  • der Anspruch auf Verringerung der Arbeitszeit dem Arbeitgeber sieben Wochen vor Beginn der Tätigkeit schriftlich mitgeteilt wurde.

Eine geringere als die ursprüngliche Arbeitszeit kann während der Gesamtdauer der Elternzeit zweimal beansprucht werden. Der Anspruch auf zweimalige Verringerung bleibt auch bestehen, wenn die Arbeitszeit in der Elternzeit anfangs einvernehmlich verringert wurde. Einvernehmliche Elternzeitregelungen sind nicht auf den Anspruch auf zweimalige Verringerung anzurechnen.

Das neue Gesetz zum Elterngeld Plus, welches eine flexiblere Gestaltung der Elternzeit u. a. bei Teilzeittätigkeit ermöglicht, trat zum 1. Januar 2015 in Kraft. Die Wahl- und Kombinationsmöglichkeiten des neuen Gesetzes stehen Eltern zu, deren Kinder ab dem 1. Juli 2015 geboren werden. Für Eltern, deren Kinder vor dem 1. Juli 2015 geboren wurden, gelten die Neuerungen durch das Elterngeld Plus nicht. Nähere Informationen finden Sie auf der Webseite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (www.bmfsfj.de/).

§§ 15-20 Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz

Zuständig:  Zentrum Bayern Familie und Soziales, Arbeitgeber

Elternzeit und Teilzeit 

Familienwegweiser.de/Elterngeldrechner

Publikation - Elterngeld und Elternzeit bis 31.12.2012

Publikation - Elterngeld und Elternzeit ab 01.01.2013

Publikation - Elterngeld Plus und Partnerschaftlichkeit - Zahlen % Daten

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