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Pflegende Angehörige

Seit 1998 werden Fachstellen für pflegende Angehörige aus dem Förderprogramm "Bayerisches Netzwerk Pflege" gefördert. Angehörige von älteren pflegebedürftigen Menschen erhalten hier Rat, Hilfe und Entlastung durch speziell geschulte Fachkräfte für Angehörigenarbeit. Die Fachstellen bieten darüber hinaus oftmals besondere Hilfen für Angehörige von Menschen mit einer Demenzerkrankung an, z.B. niedrigschwellige Betreuungsangebote (Betreuungsgruppen und Helferkreise, s. u.) und Angehörigengruppen, zur stundenweisen Entlastung der Angehörigen. 

Die Kontaktdaten der Fachstellen für pflegende Angehörige sind unter https://www.stmgp.bayern.de/service/ansprechpartner-und-fachstellen/ abrufbar.  

Pflegebedürftige in häuslicher Pflege und Personen ohne Pflegestufe, die wegen demenzbedingten Fähigkeitsstörungen, geistigen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen erheblich und dauerhaft in ihrer Alltagskompetenz beeinträchtigt sind, erhalten je nach Betreuungsbedarf monatlich bis zu 104 € (Grundbetrag) oder 208 € (erhöhter Betrag) zweckgebunden für die Inanspruchnahme von qualitätsgesicherten zusätzlichen Betreuungs- und - ab dem 1.1.2015  (bzw. ab 1.1.2016 für die nach Landesrecht anerkannten niedrigschwelligen Entlastungsangebote) - Entlastungsleistungen aus der Pflegeversicherung. Dieser Betrag dient der Erstattung von Aufwendungen, die den Pflegebedürftigen entstehen im Zusammenhang mit der Inanspruchnahme von Leistungen:

  • der Tages- und Nachtpflege,  
  • der Kurzzeitpflege,
  • der zugelassenen Pflegedienste, sofern es sich um besondere Angebote der allgemeinen Anleitung und Betreuung oder Angebote der hauswirtschaftlichen Versorgung und nicht um Leistungen der Grundpflege handelt oder
  • der nach Landesrecht anerkannten niedrigschwelligen Betreuungs- und Entlastungsangebote.  

Nach Landesrecht können in Bayern folgende niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebote für Personen in häuslicher Pflege ankerannt und gefördert werden, die mindestens die Pflegestufe I haben oder bei denen eine demenzbedingte Fähigkeitsstörung, geistige Behinderung oder psychische Erkrankung zu einer dauerhaften und erheblichen Einschränkung der Alltagskompetenz geführt hat.

Zu den Betreuungsangeboten zählen insbesondere:

  • Betreuungsgruppen, die betreuungsbedürftigen Personen wöchentlich oder vierzehntägig auch außerhalb der häuslichen Umgebung Kontaktmöglichkeiten bieten,
  • ehrenamtliche Helferkreise, bei denen geschulte Ehrenamtliche unter pflegefachlicher Begleitung eine Einzelbetreuung im häuslichen Bereich anbieten,
  • qualtitätsgesicherte Tagesbetreuung in Privathaushalten, bei denen ein geschultes Team von Ehrenamtlichen unter pflegefachlicher Anleitung mehrere betroffene Personen betreut,
  • familienentlastende Dienste,
  • Dienste, die Leistungen der Familienpflege und Dorfhilfe erbringen.

Zu den Entlastungsangeboten zählen insbesondere:

  • Angebote für haushaltsnahe Dienstleistungen, worunter Dienstleistungen zu verstehen sind, die üblicherweise zur Versorgung in einem Privathaushalt erbracht werden (Wäschepflege, Botengänge, etc.),
  • Alltagsbegleiter, die den Betroffenen Hilfestellungen bei der Bewältigung allgemeiner und pflegebedingter Anforderungen des Alltags bieten (gemeinsames Einkaufen, gemeinsame Spaziergänge etc.),
  • Pflegebegleiter, die den häuslichen Pflegenden unterstützen, indem sie bei der Strukturierung und Organisation des Pflegealltags helfen und die Fähigkeit zur Selbsthilfe stärken,
  • familienentlastende Dienste,
  • Dienste, die Leistungen der Familienplfege und Dorfhilfe erbringen.

Zur Verbesserung der Versorgungssituation v. a. für Versicherte mit einer Demenzerkrankung werden niedrigschwellige Betreuungsangebote sowie weitere Maßnahmen zur Stärkung von Ehrenamt und Selbsthilfe (z. B. Angehörigengruppen) im Bereich der häuslichen Pflege nach §§ 45 c und d Sozialgesetzbuch XI gefördert.

Ab dem 1.1.2016 werden zusätzlich zu niedrigschwelligen Betreuungsleistungen auch niedrigschwellige Entlastungsleistungen eingeführt. Diese sollen jenseits von Grund- bzw. Behandlungspflege Unterstützung bieten und speziell die pflegenden Angehörigen entlasten. Derartige entlastende Alltagshilfen können z. B. Serviceleistungen im Bereich des Haushalts oder der unmittelbaren häuslichen Umgebung (z. B. Wäsche- und Blumenpflege), die Übernahme von Fahr- und Begleitdiensten, Einkaufs- und Botengänge, die Beratung und praktische Hilfe bei Anträgen und Korrespondenz (z. B. mit Behörden) oder die organisatorische Unterstützung bei der Bewältigung nur vorübergehend auftretender Alltagsanforderungen (z. B. bei einem Umzug in eine kleinere, altersgerechte Wohnung) sein.

Wer seinen Anspruch auf ambulante Pflegesachleistungen nicht voll ausschöpft, kann ab dem 1.1.2015 den nicht ausgeschöpften Betrag - maximal 40 % des Sachleistungsanspruchs für niedrigschwellige Angebote verwenden.

Fachliche Unterstützung für pflegende Angehörige bieten die Pflegekurse und die häusliche Pflegefachberatung.

Für pflegende Angehörige übernimmt die Pflegekasse unter bestimmten Voraussetzungen die Beitragszahlung zur Rentenversicherung.

Pflegende Angehörige haben einen Anspruch auf (unbezahlte) vollständige oder teilweise Freistellung von der Arbeit, wenn sie einen pflegebedürftigen nahen Angehörigen in häuslicher Umgebung pflegen. Der Anspruch besteht nur in Betrieben mit mehr als 25 Beschäftigten. Die Pflegezeit beträgt längstens 6 Monate für jeden pflegebedürftigen nahen Angehörigen. Der Beschäftigte muss die Pflegebedürftigkeit des nahen Angehörigen durch Vorlage einer Bescheinigung der Pflegekasse oder des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung nachweisen. Bei Wegfall der Pflegebedürftigkeit, Unzumutbarkeit oder Unmöglichkeit der Pflege endet die Pflegezeit vorzeitig 4 Wochen nach dem Eintritt der veränderten Umstände. Pflegende Angehörige genießen von der Ankündigung (höchstens jedoch 12 Wochen im Voraus) bis zur Beendigung der Freistellung für die Pflege besonderen Kündigungsschutz. Der Arbeitgeber darf nur in besonderen Fällen kündigen, wenn das Gewerbeaufsichtsamt (Gewerbeaufsicht) zustimmt. Angehörige haben zudem Anspruch auf bis zu 10 Tage Freistellung für die Organisation der bedarfsgerechten Pflege pflegebedürftiger naher Angehöriger. Während dieser Freistellung besteht ab dem 1.1.2015 Anspruch auf Pflegeunterstützungsgeld als Lohnersatzleistung aus der Pflegeversicherung.

Während der Pflegezeit sind Angehörige versichert nach dem Recht der Arbeitsförderung (Sozialgesetzbuch III).

Siehe auch Pflegezeit und Familienpflegezeit

Siehe auch Pflegebedürftigkeit, Leistungen bei

Betreuungs- und Unterstützungsleistungen für pflegebedürftige und demenziell erkrankte Menschen und deren Angehörige - siehe auch Mehrgenerationenhäuser.

§§ 44, 44a, 45, 45a-45d Sozialgesetzbuch XI; Richtlinien des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration („Bayerisches Netzwerk Pflege“); Verordnung zur Ausführung des Elften Buchs Sozialgesetze (AVSG); Pflegezeitgesetz

Zuständig: Verbände der freien Wohlfahrtspflege, Landratsämter und kreisfreie Städte, Pflegekassen

 

http://www.stmgp.bayern.de/pflege/pflege_zu_hause/hilfen_angehoerige/index.htm

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