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Frauen in Führungspositionen

Frauen sind in Führungspositionen unterrepräsentiert

Frauen sind in den obersten Gremien der großen Unternehmen nach wie vor massiv unterrepräsentiert. In den Vorständen sind sie kaum vertreten: In den 200 größten Unternehmen außerhalb des Finanzsektors sind gerade nur 4,0 Prozent der Spitzenposten von Frauen besetzt. Hierzulande sind nur 15 DAX-30-Vorstände weiblich. Dies entspricht einem Anteil von 7,8 Prozent. Sogar im Finanzsektor, wo über die Hälfte der Beschäftigten Frauen sind, stellen sie gerade 4,2 Prozent der Vorstände. Von den DAX-30-Vorständen sind nur 15 weiblich. Dies entspricht einem Anteil von 7,8 Prozent. Etwas besser sieht es in Aufsichtsräten aus. Der Frauenanteil in Aufsichtsräten der 200 umsatzstärksten Unternehmen beträgt 12,9 Prozent. Die weiblichen Aufsichtsratsmitglieder werden dabei allerdings überwiegend von den Arbeitnehmern gestellt, die aufgrund der Mitbestimmungsregeln Vertretungen in den Aufsichtsrat entsenden.
In den DAX-30-Aufsichtsräten sind 19,4 % der Mitglieder weiblich.
Der Frauenanteil in Führungspositionen auf der ersten Führungsebene in der Wirtschaft lag in Bayern im Jahr 2008 gerade einmal bei 24 Prozent. Auf der zweiten Führungsebene - soweit vorhanden - betrug der Frauenanteil 33 Prozent.

Ursachen für diese Situation

Frauen können aus verschiedenen Gründen eine „gläserne Decke“ nicht durchdringen. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Sie finden sich beispielsweise

  • in festgelegten Rollenbildern: „Frau“ und „Führung“ passen nicht zusammen
  • in der Annahme: Frauen werden weniger lang im Unternehmen sein, da sie aufgrund ihrer Gebärfähigkeit als „risikobehaftet“ gelten.

Zudem entscheiden sich Frauen oft für typische Frauenberufe, in denen generell geringere Aufstiegsmöglichkeiten bestehen. Ungünstig für die Karriereentwicklung kann auch Teilzeittätigkeit sein und die Tatsache, dass Frauen häufiger in kleinen Betrieben arbeiten sowie aufgrund familiärer Pflichten seltener den Arbeitgeber wechseln.
 

Chancen und Erfolgsfaktoren für Frauen

Auch wenn die Liste der Risiken und Hemmnisse noch zu lang ist - Chancen und Erfolgsfaktoren für Frauen gibt es durchaus! Frauen verfügen heutzutage über eine gute Bildung und Ausbildung. Demografischer Wandel und Fachkräftebedarf werden die Karrierechancen gut ausgebildeter Frauen noch verstärken. Kein Unternehmen wird es sich künftig leisten können, auf die Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft hochqualifizierter Frauen zu verzichten! Zudem gilt: Gemischte Teams arbeiten besser als monokulturelle: Sie wachsen schneller und erzielen höhere Gewinne.

Politische Konzepte, um mehr Frauen den Weg an die Spitze zu ermöglichen

Jede Frau, die an die Spitze will, sollte dies auch schaffen und nicht an der gläsernen Decke scheitern – was also tut die Bayerische Staatsregierung, um mehr Frauen den Weg an die Spitze zu ermöglichen?

  • Um die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit zu stärken, hat eine vernünftige Struktur bei der Kinderbetreuung oberste Priorität. Frauen, die nach der Geburt ihres Babys arbeiten wollen, müssen Betreuungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Denn: Ist man einmal heraus aus dem Arbeitsmarkt, ist es gerade für Frauen oftmals schwierig, wieder hinein zu finden. Daher schreitet die Staatsregierung bei dem Ausbau der Kinderbetreuung zügig voran.
  • Mit dem Projekt „Mit ElternKOMPETENZ gewinnen. Chancen eröffnen, Fachkräfte sichern“ werden bayerische Unternehmen kostenlos und gezielt zu einer lebensphasenorientierten Personalpolitik für eine frauen- und familiengerechte Arbeitswelt beraten (Laufzeit 1. Juni 2012 bis 31. Mai 2014).
  • Durch die Internet-Plattform www.eff-portal.de werden Führungskräfte und Personalverantwortliche sensibilisiert, da deren Agieren für die Familienfreundlichkeit eines Unternehmens entscheidend verantwortlich ist. Ziel der Internet-Plattform ist es, Führungskräften praxisnahe Instrumente für eine effiziente und familienbewusste Personalpolitik an die Hand zu geben.
  • Die Staatsregierung unterstützt außerdem Frauen ganzheitlich im Erwerbsleben. So werden in allen Regierungsbezirken Bayerns berufliche Beratungsstellen für Frauen gefördert. Neben Beratung finden Frauen hier - regional abhängig - bei Bedarf auch auf die persönliche Situation zugeschnittene Hilfestellungen wie Mentoring, Coaching, Workshops, Orientierungsmaßnahmen sowie Unterstützung bei Existenzgründung und Karriereplanung.
  • Durch zahlreiche Mentoringprojekte finden Frauen nicht nur persönliche Unterstützung und Begleitung auf ihren Berufs- und Karrierewegen, sondern es werden damit auch belastbare berufliche Netzwerke für Frauen geschaffen. 
  • Die Bayerische Frauenministerin Christine Haderthauer setzt sich für eine flexible Frauenquote ein, die die verschiedenen Ausgangslagen der Unternehmen berücksichtigt. Eine starre Quote missachtet reale Unterschiede wie Größe, Branche oder regionale Gegebenheiten. Sie kann deshalb sogar kontraproduktiv sein. Eine gesetzliche Quote, die sich nur auf die Vorstands- und Aufsichtsratsebene fokussiert, greift zu kurz, da Karrieren bereits früher beginnen. Unternehmen sollten deshalb gesetzlich dazu verpflichtet werden, sich jährlich selbst konkrete Ziele zur Frauenpräsenz ab der mittleren Führungsebene zu setzen. Um Frauen gezielt auf allen Ebenen und bei allen Unternehmen zu fördern, brauchen wir eine Regelung, die nicht nur die börsennotierten Unternehmen betrifft, sondern auch mittlere und große Unternehmen allgemein einschließt. Nur so kann Frauenförderung effektiv und nachhaltig gelingen.

 

Weiterführende Informationen

Zusätzliche Informationen

Equal Pay Day

Chancengleichheit

Frauen verdienen im Schnitt immer noch ein Viertel weniger als Männer.

Mehr zum Equal Pay Day finden Sie hier!

Frauen in Führungspositionen

Die Broschüre "Frauen in Führungs­posi­tion­en" ist die erste Aus­gabe der neu­en Bro­schüren­reihe für Frauen im Er­werbs­leben. Sie unter­sucht Chan­cen und Risi­ken von Frau­en auf dem Weg an die Spitze.

Broschüre, 28 Seiten, März 2010

Schluss mit dem Unsinn

trailer: Schluss mit dem Unsinn

Ein Kinospot zum Thema Gehalts­dif­ferenz zwisch­en Män­nern und Frau­en

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