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Bekämpfung von Entgeltungleichheit
zwischen Männern und Frauen

Zahlen und Fakten

Frauen verdienen überall in Europa und in Deutschland deutlich weniger als Männer. Die unbereinigte Lohnlücke liegt in Europa bei 16,4 Prozent (2012), in Deutschland bei 21,0 Prozent (2015) und in Bayern bei 25,0 Prozent (2012).

Die unbereinigte Lohnlücke (Gender Pay Gap) wird als Differenz zwischen den durchschnittlichen Bruttostundenverdiensten männlicher und weiblicher Beschäftigter in Prozent der durchschnittlichen Bruttostundenverdienste männlicher Beschäftigter definiert. Die unbereinigte Lohnlücke ist u. a. deshalb vergleichsweise hoch, weil Unterschiede wie Berufswahl, Position, Ausbildung und Beschäftigungsform (Vollzeit / Teilzeit) nicht berücksichtigt werden.

Der Equal Pay Day markiert (unter Annahme eines gleichen Stundenlohns) den Zeitraum, in dem Frauen unentgeltlich arbeiten, während Männer bereits vergütet werden.

Die bereinigte Lohnlücke beträgt in Deutschland 7 Prozent (2010).
Die bereinigte Lohnlücke misst den Verdienstabstand von Männern und Frauen mit vergleichbaren Qualifikationen, Tätigkeiten und Erwerbsbiographien.

Ursachen der Entgeltungleichheit

Die bestehenden Ungleichheiten lassen sich insbesondere auf folgende Ursachen zurückführen:

  • Frauen fehlen in bestimmten Berufen, Branchen und auf höheren Stufen der Karriereleiter (Frauen unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit familienbedingt häufiger und länger als Männer.)
  • Kollektive und auch individuelle Lohnverhandlungen konnten die schlechtere Bewertung typischer Frauenberufe bislang nicht überwinden.

Die Lohnunterschiede beruhen zu gut zwei Dritteln auf feststellbaren und strukturellen Faktoren wie Bildung und Berufswahl, Berufserfahrung oder Dauer und Anzahl von Familienpausen. Der Rest der Lohnlücke (sog. bereinigte Lohnlücke) beruht auf nicht sicher bestimmbaren Faktoren. Dazu können auch diskriminierend wirkende Mechanismen auf dem Arbeitsmarkt gehören, die für Frauen zu Abschlägen beim Verdienst führen.

Maßnahmen der Bayerischen Staatsregierung zur Überwindung der Entgeltungleichheit

Die Überwindung der Entgeltungleichheit ist ein zentrales Anliegen der Frauen- und Gleichstellungspolitik. Die Verringerung der Entgeltungleichheit kann nur gelingen, wenn an den verschiedenen Ursachen angemessen angesetzt wird. Für den Erfolg ist das Zusammenwirken aller Akteure notwendig: Politik, Tarifpartner, Arbeitgeber, Arbeitnehmerinnen und Verbände.

Erweiterung des Berufswahlspektrums


Die Bayerische Staatsregierung trägt im Rahmen ihrer Gleichstellungspolitik maßgeblich dazu bei, das Berufswahlspektrum von Frauen und Männern zu erweitern:

  • Die Bayerische Staatsregierung veranstaltet Fachtagungen für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus Schule, Wirtschaft, Hochschule und Gleichstellung zur geschlechtsspezifischen Berufswahl, wie zum Beispiel „Fachkräfte der Zukunft – Berufswahl von Mädchen und Buben“ und „MINT – Jungen sind besser. Mädchen auch!“.
  • Um Schülerinnen und Schüler gezielt über untypische Berufsfelder zu informieren, unterstützt die Bayerische Staatsregierung außerdem die Aktionen "Girls'Day - Mädchen Zukunftstag" (www.girls-day.de) und "Boys'Day - Jungen Zukunftstag" (www.boys-day.de).
  • Bei der Wahl ihres Berufes sollen junge Menschen sich nicht von Vorurteilen wie "typisch Mädchen" oder "typisch Junge" leiten lassen, sondern sich nach ihren persönlichen Interessen und Begabungen entscheiden. Beim Jugend-Wettbewerb "Rollenbrecher" (www.rollenbrecher.de) setzen sich Schülerinnen und Schüler  mit diesem Thema auseinander.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf, lebensphasenorientierte Personalpolitik
 

Es ist erklärtes Ziel der Bayerischen Staatsregierung, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf optimal zu unterstützen. Dazu dienen insbesondere die folgenden Maßnahmen:

  • Der Ausbau der Kinderbetreuungsangebote insbesondere für die unter Dreijährigen hat in Bayern oberste Priorität. Der Freistaat Bayern unterstützt die dafür zuständigen Kommunen beim Ausbau der Betreuungslandschaft, um den ab 1. August 2013 geltenden Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab dem vollendeten ersten Lebensjahr auch tatsächlich einlösen zu können.
  • Für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Bayern haben Staatsregierung und bayerische Wirtschaft vergangenes Jahr den "Familienpakt Bayern" geschlossen. Wesentliches Element des Familienpakts Bayern ist die Servicestelle (Tel. 089/5790 6280 oder servicestelle@familienpakt-bayern.de) als zentrale Ansprechpartnerin für Unternehmen in Bayern bei der Umsetzung einer familienfreundlichen Personalpolitik.
  • Das Projekt „Mit ElternKOMPETENZ gewinnen. Chancen eröffnen, Fachkräfte sichern“ bietet bayerischen Unternehmen gezielte Beratung zu lebensphasenorientierter Personalpolitik für eine frauen- und familiengerechte Arbeitswelt.
  • Durch die Internet-Plattform „eff - effizient familienbewusst führen“ (www.eff-portal.de) werden Führungskräfte und Personalverantwortliche sensibilisiert, da deren Agieren für die Familienfreundlichkeit eines Unternehmens entscheidend verantwortlich ist.
  • Die Staatsregierung unterstützt außerdem Frauen beim Wiedereinstieg in den Beruf nach familiär bedingten Unterbrechungen, mit beruflicher Beratung in Beratungsstellen mit Orientierungsseminaren "Neuer Start" und in Qualifizierungsprojekten.

Lohnfindung
 

Die Bayerische Staatsregierung hat bis auf den öffentlichen Dienst keine direkten Regelungsmöglichkeiten was die Lohnfindung selbst betrifft. Die Festlegung von Arbeitsentgelten, insbesondere deren Höhe ist ausschließliches Tätigkeitsfeld der Tarifpartner. Die Tarifparteien, Arbeitgeber und Gewerkschaften sowie Betriebs- und Personalräte sind gefragt, geschlechtergerechte und transparente Vergütungssysteme zu entwickeln. Die Bewertung von Tätigkeiten im Sozialsektor muss geprüft und eventuell aufgewertet werden. Bei individuellen Vergütungsregelungen tragen Unternehmen die Verantwortung, Frauen in Sachen Entgelt nicht zu diskriminieren.

Auch durch Öffentlichkeitsarbeit soll ein Umdenken in der Gesellschaft befördert werden. Exemplarisch steht hierfür der Kinospot „Schluss mit dem Unsinn“ (2008), der die Gehaltsdifferenz zwischen Frauen und Männern zum Thema macht.

Zusätzliche Informationen

Equal Pay Day

Frauen verdienen im Schnitt immer noch ein Viertel weniger als Männer.

Mehr zum Equal Pay Day finden Sie hier!

Entgeltungleichheit zwischen Frauen und Männern

An der Lohnlücke lässt sich able­sen, wie es um die Gleich­stellung von Frauen und Män­nern im Erwerbs­leben wirk­lich bestellt ist. Dass in Deutschland und Bayern in­soweit noch Nachholbedarf besteht, steht außer Zweifel.

Broschüre, 27 Seiten, März 2010

Schluss mit dem Unsinn

Trailer Schluss mit dem Unsinn

Ein Kinospot zum Thema Gehalts­dif­ferenz zwisch­en Män­nern und Frau­en

Weitere Informationen

Berufliche Beratung für Frauen

Logo Frau und Beruf

Verschiedene Organisationen bieten berufliche Beratungen für Frauen in Bayern an.

Weitere Informationen

Equal Pay Day

Chancengleichheit

Frauen verdienen im Schnitt immer noch ein Viertel weniger als Männer.

Mehr zum Equal Pay Day finden Sie hier!