Selbstverständliche Begleiter in unserem Leben sind die Medien
Sie informieren nicht nur, sondern prägen unsere Gesellschaft erheblich, etwa durch die Art der Berichterstattung oder die Präsentation von Vorbildern.
Frauen sind heute anderen Herausforderungen ausgesetzt als früher. Diese gilt es realistisch darzustellen und zu thematisieren. Themen wie z.B. Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Pflege von Angehörigen oder Alter sind aus der Lebenswirklichkeit von Frauen nicht mehr wegzudenken und sollten sich noch mehr in den Medien wiederfinden. Die unterschiedlichen Lebensphasen und -entwürfe von Frauen verlangen alle nach Anerkennung und Wertschätzung ohne idealisierte Darstellung.
Wünschenswert sind realistischere Darstellungen gerade in fiktionalen Filmen: nicht die Superfrau, die mehrere Kinder, Beruf und gute Erziehung, womöglich noch alleinerziehend, ohne Schwierigkeiten schafft. Damit kann sich keine in den „Alltagsmühlen“ steckende Frau identifizieren, im Gegenteil: hiermit werden Stereotypen produziert, die zusätzlichen Druck auf Frauen ausüben.
Darüber hinaus sollten Familien einen deutlich größeren Raum in den Medien einnehmen. Medienmacher sollten sensibler auch im Hinblick auf „weiche“ Themen wie Familie sein (auch wenn diese auf den ersten Blick unspannend wirken); dies gerade auch vor dem Ansatz, Deutschland familien- und kinderfreundlicher zu machen.
Verantwortung der Medien
Medien müssen die ihnen obliegende Verantwortung ernst nehmen und ausüben. So sollte die Berichterstattung über Frauen beispielsweise in den Hauptnachrichten ihrer gesellschaftlichen Bedeutung angepasst werden.
Die Zahlen zeigen: Frauen sind in der Berichterstattung in Deutschland (wie auch weltweit) stark unterrepräsentiert. Nur zu 23 Prozent wurde über weibliche Personen am Stichtag (10.11.2009) in Fernsehen, Radio, Tageszeitungen und Online berichtet (viertes Global Media Monitoring Project 2009/2010, GMMP). Basierend auf den weltweiten Daten des GMMP werden bei Berichten über Frauen beinahe doppelt so oft das Alter der Betroffenen und sogar viermal so oft der Familienstand der Frau erwähnt, bei Männern hingegen nicht.
Die Verantwortung der Medien bezieht sich nicht nur auf eine realitätsnahe und realistische Abbildung der "Rollen" von Frauen und Männern, sondern auch auf eine adäquate Vermittlung des gestiegenen Einflusses von Frauen in unserer gegenwärtigen Gesellschaft, sei es in den Feldern Politik, Wirtschaft oder dem Erwerbsleben.
Positive Beispiele
ARD ist Paktpartner beim Nationalen Pakt für Frauen in MINT-Berufen; MINTiFF (Projekt zur Erforschung, welche Chancen Spielfilme und Serien bieten, das Desinteresse junger Frauen an naturwissenschaftlich-technischen Berufen aufzubrechen und ihnen MINT-Fächer näherzubringen).