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Beratungsangebot

Spezielle Beratung für Frauen, die Opfer von Gewalt geworden sind, bieten insbesondere Frauenhäuser und Notrufe. Daneben gibt es noch weitere Anlaufstellen, z.B. bei drohender Zwangsverheiratung. Jedermann, also sowohl Eltern, Familienangehörige oder Freunde, als auch betroffene Kinder, können sich an eine der spezialisierten Beratungseinrichtungen in Bayern wenden (Jugendämter, Erziehungsberatungsstellen). Seit März 2014 existiert zudem ein bundesweites Hilfsangebot, das 365 Tage im Jahr rund um die Uhr erreichbar ist: Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“, das unter der Nummer 08000 116 016 und via Online-Beratung erreichbar ist. Hier können sich Betroffene, aber auch Angehörige, Freunde sowie Fachkräfte anonym und kostenfrei beraten lassen. Qualifizierte Beraterinnen stehen den Anrufenden vertraulich zur Seite und vermitteln sie auf Wunsch an Unterstützungsangebote vor Ort. Bei Bedarf werden Dolmetscherinnen in 15 Sprachen zum Gespräch hinzugeschaltet. Alle diese Angebote setzen jeweils voraus, dass die Opfer von sich aus aktiv werden und sich an Beratungsstellen wenden (sog. „Komm-Struktur“). Häufig fehlt den Opfern jedoch der Mut und die Kraft, von sich aus tätig zu werden. Um auch diese Frauen zu erreichen, hat das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration (StMAS) 2015 ein neues Förderprogramm zur Etablierung eines bedarfsgerechten Netzes von pro-aktiven Beratungsstellen (Interventionsstellen) aufgelegt. Diese Interventionsstellen werden nach einem polizeilichen Einsatz bei häuslicher Gewalt tätig. Sie werden von der Polizei über gewaltbetroffene Frauen informiert, sofern diese ihr Einverständnis hierzu erteilt haben, und setzen sich dann mit diesen Frauen in Verbindung. (sog. „Geh-Strukur“).

Frauenhäuser

Frauenhäuser sind rund-um-die-Uhr erreichbare Einrichtungen, in denen gewaltbetroffene Frauen (mit ihren Kindern) unterkommen können, um Schutz und Beratung zu erhalten. In den Frauenhäusern arbeiten vorwiegend Sozialpädagoginnen, die im Umgang mit Frauen, die von ihrem Partner misshandelt werden, kompetent und erfahren sind. Die Hilfe und Unterstützung umfasst insbesondere psychosoziale Beratung, Hilfe bei der Antragstellung (z.B. auf Leistungen nach dem SGB II oder XII oder auf Leistungen der Familienförderung wie z.B. Bundeselterngeld oder Landeserziehungsgeld) und im Umgang mit Behörden, rechtliche Information, Begleitung zu Terminen, Vermittlung weiterer Ansprechpartner, etc. Zudem bieten Frauenhäuser ambulante und telefonische Beratung an. Hier erhalten Sie einen Überblick über Frauenhäuser in Bayern:

Karte mit Bayerns Regierungsbezirken Mittelfranken Unterfranken Oberfranken Oberpfalz Niederbayern Schwaben Oberbayern

Klicken Sie auf der Karte oder in der Aufzählung auf den gewünschten Regierungsbezirk.

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Notrufe

Notrufe sind ambulante Beratungsstellen, die sich auf die Beratung von Frauen und Kindern spezialisiert haben, die Opfer von sexueller oder körperlicher Gewalt geworden sind. Ebenso wie Frauenhäuser leisten bei Notrufen qualifizierte Beraterinnen Hilfe und Unterstützung in allen das Opfer betreffenden Fragen.

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Wo erhalte ich Hilfestellung bei allen Fragen bezüglich eines Strafverfahrens?

 

  • Zeugenbetreuungsstellen bei den Amts- und Landgerichten
  • Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte
  • Beauftragte der Polizei für Frauen und Kinder
  • Dezernentinnen und Dezernenten für Verfahren betreffend Gewalt im sozialen Nahraum bei den Staatsanwaltschaften

 

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Sonstige Beratungsangebote

Beauftragte der Polizei für Frauen und Kinder

Daneben unterstützen und beraten die Beauftragten der Polizei für Frauen und Kinder, wenn diese Opfer von Gewalttaten im sozialen Nahraum geworden sind. Sie informieren über rechtliche Möglichkeiten und vermitteln Kontakte zu Hilfe leistenden Einrichtungen und Organisationen.

In Notfällen erreichen sie die Polizei unter der

Notrufnummmer 110.

Nähere Informationen zum polizeilichen Einschreiten erhalten Sie in der Broschüre „Häusliche Gewalt – Die Polizei informiert“, die Ihnen als PDF-Dokument zum Download bereit steht.

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Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten in Bayern

Opfer häuslicher Gewalt können sich auch an die Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten in Bayern bzw. ihre kommunale Gleichstellungsbeauftragte oder ihren kommunalen Gleichstellungsbeauftragten vor Ort wenden. Die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) ist ein bayernweites Bündnis der kommunalen Gleichstellungs- und Frauenbeauftragten aus Städten, Gemeinden und sonstigen kommunalen Gebietskörperschaften.

Die kommunalen Gleichstellungsbeauftragten organisieren in der Regel die über 50 regionalen sog. „Runden Tische Häusliche Gewalt“, die der Vernetzung und dem Informationsaustausch aller mit der Thematik befassten Akteure dienen.

Die Kontaktdaten der örtlich zuständigen Gleichstellungsbeauftragten sind auf der Website der LAG (www.gleichstellung-bayern.de) unter dem Punkt Mitgliedschaft – Mitglieder der LAG zu finden, bzw. können bei den jeweiligen Landratsämtern oder kreisfreien Städten erfragt werden.

Ehe- und Familienberatungsstellen

In Fällen häuslicher Gewalt können sich Opfer auch an Ehe- und Familienberatungsstellen wenden. Diese Beratungsstellen helfen bei allen Schwierigkeiten in Ehe, Familie und Lebensgemeinschaft. Gerade die Verhinderung von Gewalt in der Familie und zwischen Lebenspartnern sowie die Vermittlung von gewaltfreien Konfliktlösungsstrategien sind wichtige Aufgabenbereiche von Ehe- und Familienberatungsstellen.

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Weißer Ring

Darüber hinaus bieten auch der Weiße Ring Nordbayern und der Weiße Ring Südbayern qualifizierte Hilfe an.

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Münchner Notfallgewaltambulanz

Im Herbst 2009 wurde die erste Münchner Notfallambulanz für Opfer häuslicher Gewalt am Rechtsmedizinischen Institut der Universität München eröffnet. Frauen, die Opfer von Gewalt wurden, können sich - unabhängig von einer polizeilichen Anzeige - zur Untersuchung, Spurensicherung und Beratung direkt und kostenlos an die Sprechstunde des Rechtsmedizinischen Instituts wenden. Die Notfallambulanz ist unter der Telefonnummer 089/2180-73011 Montags bis Freitags ganztags erreichbar.

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Beratung für Frauen mit Behinderung und (sexualisierter) Gewalterfahrung

Nach der Studie der Uni Bielefeld „Lebenssituation und Belastungen von Frauen mit Be-einträchtigungen und Behinderungen in Deutschland (erstellt im Auftrag des BMFSFJ, Langfassung erschienen im August 2013) sind Frauen mit Behinderung(en) im Erwach-senenleben zwei- bis dreimal häufiger von sexualisierter Gewalt und doppelt so häufig von körperlicher Gewalt betroffen als Frauen im Bevölkerungsdurchschnitt.

Daher hat der Paritätische Landesverband Bayern e.V. mit Fördermitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration eine spezielle zentrale barrierefreie Service-Homepage erstellt und am 6. März 2014 online gestellt. Sie stellt eine gebündelte Informationsplattform für gewaltbetroffene Frauen mit Behinderung dar und erfüllt eine Art Lotsenfunktion, um gewaltbetroffene Frauen mit Behinderungen zu geeigneten bayerischen Unterstützungseinrichtungen zu leiten.

Die netzwerkfrauen-bayern bieten immer Montag bis Freitag von 10 bis 14 Uhr und nach persönlicher Terminvereinbarung eine Beratung für Frauen mit Behinderung in allen Lebenslagen (auch bei Gewaltbetroffenheit) an. Die Beratung erfolgt u.a. über Skype. Die behindertengerechten Räume der netzwerkfrauen-bayern befinden sich am Orleansplatz 3, 81667 München, Telefon 089/45992427 oder 089/45992424.

Um speziell Frauen, die in Einrichtungen der Behindertenhilfe leben oder arbeiten, zu unterstützen, hat das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration zusammen mit der Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe von Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung und ihrer Angehörigen in Bayern e.V. das Projekt „Frauenbeauftragte in Einrichtungen der Behindertenhilfe in Bayern“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, den Anstoß dafür zu geben, dass für die in Einrichtungen der Behindertenhilfe lebenden und arbeitenden Frauen als niedrigschwelliges Hilfsangebot insbesondere bei Gewaltbetroffenheit eine ebenfalls von einer Behinderung betroffene Frauenbeauftragte als Ansprechpartnerin zur Verfügung steht.

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Hilfe und Zuflucht bei (drohender) Zwangsverheiratung

Das seit August 2012 bestehende anonyme Wohnprojekt „Scheherazade“ bietet Mädchen und jungen Frauen aus Bayern zwischen 18 und 21 Jahren, die von Zwangsverheiratung bedroht oder betroffen sind und sich dem Druck der eigenen Familie entziehen wollen, unbürokratische Soforthilfe und eine vorübergehende Wohnmöglichkeit. Zusammen mit dem Träger „Stop dem Frauenhandel ökumenische gGmbH“ hat das Bayerische Frauenministerium hierfür in einer bayerischen Stadt Krisenplätze für betroffene junge Frauen eingerichtet, bei denen die Hilfesuchenden rund um die Uhr Schutz und psychosoziale Betreuung finden. Über die kostenlose Hotline ist auch (anonyme) telefonische Beratung möglich.
Kontakt:
Tel.: 0800 4151616
kontakt@scheherazade-hilft.de

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Beratungsstellen für Täter

In einigen Städten bieten Beratungsstellen gewalttätigen Männern eine Unterstützung auf ihrem Weg aus der Gewalt an. Das Angebot dieser Beratungsstellen richtet sich an Männer, die bereit sind, Verantwortung für ihre Gewalttaten zu übernehmen. Die meisten Männer, die an den Kursen gegen Gewalt in der Partnerschaft oder gegenüber den Kindern teilnehmen, erfüllen hierdurch eine gerichtliche Auflage, etwa eine Bewährungsauflage.

Die Beratungsstellen helfen Männern, die im sozialen Nahraum Gewalt ausüben, sich mit ihren Gewalttaten auseinanderzusetzen und ihr Verhalten zu ändern. Die Männer werden in speziellen Kursen mit ihren Gewalttaten und den Folgen für das Opfer konfrontiert. Sie sollen lernen, die Verantwortung für ihre eigene Gewalttätigkeit zu übernehmen. Voraussetzung dafür ist, dass die Täter ihr Verhalten nicht als angeboren oder von der Frau verursacht ansehen sondern erkennen, dass es nicht durch eigene Gewalterfahrungen oder ähnliches zu rechtfertigen ist. Mit gezielten Programmen lernen die Männer, ihre Gefühle und Affekte besser wahrzunehmen und sich in Krisensituationen zu kontrollieren. Sie üben alternative Verhaltensweisen und gewaltfreie Konfliktlösungsstrategien ein, um weitere Gewalttaten zu verhindern.

Folgende Beratungsstellen, die nicht alle nach den bundesweiten "Standarts und Empfehlungen für die Arbeit mit männliche Tätern im Rahmen von interinstitutionellen Kooperationsbündnissen gegen Häusliche Gewalt" (Täterarbeit HG) arbeiten, bieten Täterarbeit an:

Diakonisches Werk Rosenheim
Männerberatungsstelle Südostbayern
Innstraße 72, 83022 Rosenheim
Tel.: 08031 300942
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MIM - Münchner Informationszentrum für Männer
Feldmochingerstr. 6, 80992 München
Tel.: 089 5439556
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Regionales Männerbüro
Seepointweg 8, 84036 Landshut
Tel.: 0871 2760500
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Männer gegen Männergewalt Nürnberg e.V.
Reinerzer Straße 8
90473 Nürnberg
Telefon: 0911 - 31 - 5556
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Zusätzliche Informationen

audit berufundfamilie

Berufundfamilie Logo

Zertifikat zur Vereinbarkeit von Job und Familie

Mehr Informationen

Studie "Gewalt gegen Frauen in Paar­bezie­hung­en"

Deckblatt Broschüre Gewalt Gegen Frauen

Gewalt gegen Frauen ist kein Pro­blem so­zialer Brenn­punkte, son­dern findet in allen ge­sell­schaft­lichen Schich­ten statt. Für die Stu­die wurden mehr als 10.000 Frau­en be­fragt.

Broschüre, 58 Seiten, Juni 2010

Wanderausstellung "Blick dahinter"

Logo

Weitere Informationen

Das Hilfetelefon gegen Gewalt an Frauen

Logo Hilfetelefon Gegen Gewalt An Frauen

Gemeinsam finden wir Antworten - kostenlos - vertraulich - rund um die Uhr

Weitere Informationen

Das Gewaltschutzgesetz

Das Bundes­minis­terium der Jus­tiz in­for­miert über das Ge­setz zum zivil­recht­lich­en Schutz vor Gewalt­taten und Nach­stellung­en

Weitere Informationen

Häusliche Gewalt - die Polizei informiert

Haeuslichegewalt

Die Polizei möch­te ge­gen die Ta­bui­sierung häus­licher Ge­walt vor­gehen und bietet ihre Hil­fe an.

Broschüre, 35 Seiten, November 2014