Bei der Versorgung von schwerkranken und sterbenden Kindern und ihrer Familien müssen besondere Wünsche und Bedürfnisse beachtet werden. Oftmals geht dem Tod von Kindern eine lange Krankheitsphase voraus, in der das erkrankte Kind bereits intensiv versorgt werden muss. Zudem besteht schon ab der Diagnosestellung ein hoher Informations- und Betreuungsbedarf für die gesamte Familie. Die betroffenen Familien brauchen in dieser schwierigen Situation Hilfe und Unterstützung. Kinderhospizarbeit und Kinderpalliativmedizin versuchen dabei zu helfen, die extremen Belastungen, die sich aus der Erkrankung ergeben, zu bewältigen und mit der kaum erträglichen Situation zu Recht zu kommen.
Stationäres Kinderhospiz St. Nikolaus, Bad Grönenbach
Am 1. März 2007 ist das stationäre Kinderhospiz St. Nikolaus im schwäbischen Bad Grönenbach als erstes Kinderhospiz in Süddeutschland in Betrieb gegangen. Das Kinderhospiz dient der Betreuung von Familien mit Kindern mit begrenzter Lebenserwartung. Im Kinderhospiz sollen die erkrankten Kinder ganzheitlich medizinisch versorgt und professionell gepflegt werden; darüber hinaus werden den betroffenen Kindern und ihren Familien psychosoziale und spirituelle Hilfestellungen angeboten. Da die Pflege von Pflegekräften übernommen wird, ist es dem Rest der Familie möglich, wieder etwas Zeit für sich zu haben und neue Kraft für die Zeit zu Hause tanken zu können, aber gleichzeitig in unmittelbarere Nähe zum erkrankten Kind zu sein. Zudem können sich die Familien mit anderen betroffenen Familien austauschen und die Geschwisterkinder können speziell auf sie ausgerichtete Betreuungs- und Freizeitangebote nutzen. Das Kinderhospiz St. Nikolaus bietet Platz für acht Kinder sowie deren Familien und deckt damit den Bedarf im stationären kinderhospizlichen Bereich für ganz Bayern.