- B. Handlungsfelder der Jugendarbeit und der Jugendhilfe -

1.5 Jugendinformation und –beratung

Jungen Menschen Information, Beratung und Hilfe in den sie interessierenden Fragen zu geben, ist selbstverständliche Aufgabe aller Erziehungsträger und gehört auch zur täglichen Praxis der Jugendarbeit. Besondere Einrichtungen und Dienste, die speziell auf die Bedürfnisse von jungen Menschen zugeschnitten sind und ihnen in umfassender Weise Information und Beratung bei Fragen und Problemen verschiedenster Art - von einfachen Alltagsfragen bis hin zu persönlichen Problemen, von Auskünften über Schule, Ausbildung und Beruf bis hin zu Hilfen bei Gefährdung durch Drogen und Delinquenz - bieten und vermitteln können, sind bisher nur vereinzelt in großen Städten eingerichtet worden. Als Beispiele sind insbesondere die Jugendinformationszentren in München, Nürnberg und Augsburg zu nennen. Solche Einrichtungen haben, wie die Praxis zeigt, neben den bestehenden, fachlich stärker spezialisierten Beratungsdiensten wie Schulberatung, Berufsberatung, Erziehungsberatung und Drogenberatung eine durchaus eigenständige Bedeutung und können diese sinnvoll ergänzen. Mit ihrem offenen, niederschwelligen Angebot können sie auch Jugendliche erreichen, die von sich aus andere Beratungsstellen nicht aufsuchen würden, und sie gegebenenfalls an andere soziale Dienste und Beratungsstellen weitervermitteln.

Durch die Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologie bietet sich heute die Chance, über solche örtlichen Ansätze der Jugendinformation und -beratung hinaus schrittweise eine landesweites, EDV-gestütztes Jugendinformationssystem aufzubauen und dadurch zunächst den Mitarbeitern in der Jugendarbeit, im weiteren aber auch allen jungen Menschen einen unmittelbaren Zugang zu jugendrelevanten Informationen jeglicher Art zu eröffnen. Die Grundlage dafür bietet das im Rahmen von "BayernOnline" entstehende "BayernNetz", das über regionale Einwählknoten letztlich für alle Bürger zugänglich gemacht werden soll. Schon jetzt machen Anbieter jugendrelevanter Informationen in zunehmendem Maße von der Möglichkeit Gebrauch, entsprechende Informationseinheiten im Internet bereitzustellen.

Um die wachsende Vielfalt von Informationen aus unterschiedlichsten Quellen zu einem leistungsfähigen Jugendinformationssystem zusammenzufügen, erscheint es notwendig, in nächster Zeit möglichst auf Bundesebene einen zentralen "Jugendserver" einzurichten, der vor allem die Aufgabe haben wird, die Fülle des Datenmaterials zu ordnen und zu strukturieren und dadurch einen benutzerfreundlichen Zugang zu ermöglichen. Darüber hinaus wird sich auf Landesebene die Aufgabe stellen, diejenigen Informationen, die speziell für die Jugendarbeit in Bayern von Bedeutung sind, an zentraler Stelle aufzubereiten und in das System einzubringen.

Die Staatsregierung ist bemüht, - auch in Abstimmung mit dem Bund und anderen Ländern - geeignete Lösungen für diese zukunftsweisenden Aufgaben zu finden und im Rahmen der verfügbaren Mittel dafür in Bayern schrittweise die Voraussetzungen zu schaffen.


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