- B. Handlungsfelder der Jugendarbeit und der Jugendhilfe -

7.4 Teilweise Professionalisierung des Pflegekinderwesens

Die Betreuung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen mit besonderem Erziehungs- und Förderbedarf kann pädagogisch nicht ausgebildete Pflegepersonen überfordern. Hier kann das Angebot professioneller Pflegestellen (sog. Erziehungsstellen) eine geeignete und kostengünstigere Hilfe zur Erziehung sein; sie integrieren Vorzüge der Familienpflege und pädagogische Qualifikation. Als Pflegepersonen werden pädagogische Fachkräfte eingesetzt, die durch mobile Dienste fachlich begleitet werden. In der bayerischen Jugendhilfepraxis gibt es entsprechende Ansätze bei der Bereitschaftspflege. Diese stellt aufgrund der Kurzfristigkeit von Inpflegegaben und der Abklärung des weiteren Hilfeprozesses an die Pflegepersonen hohe Anforderungen.

Die Staatsregierung beabsichtigt, Konzepte professioneller Vollzeitpflege zu entwickeln und deren modellhafte Erprobung zu unterstützen. Dabei wird auch der Frage nachzugehen sein, ob und inwieweit Träger der Heimerziehung Anbieter professioneller Vollzeitpflege sein und die fachliche Begleitung sicherstellen können.


<< 7.3 Junge Menschen in Heimen und anderen stationären Betreuungsformen

7.5 Flankierende Elternarbeit >>

zum Inhaltsverzeichnis