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Vorkurs Deutsch 240

Das Vorkurskonzept "Deutsch 240" ist eine Maßnahme zur Verbesserung der Sprachkompetenzen von Vorschulkindern, insbesondere für Kinder, deren beide Elternteile nichtdeutschsprachiger Herkunft sind. Die Vorkurse ergänzen und unterstützen die Tätigkeit der pädagogischen Fachkräfte in den Kindertageseinrichtungen im Bereich der sprachlichen Bildung.

Vorkurskonzept "Deutsch 240"

Verbesserung der Sprachkompetenzen

Der "Vorkurs Deutsch" wurde in Bayern im Schuljahr 2001/02 erstmals eingeführt in Form einer freiwilligen 40-stündigen Deutschförderung, die in den Grundschulen zwischen Mai und Juli vor der Einschulung stattfand. Durch Beschluss des Ministerrats wurde der Vorkurs Deutsch ab dem Schuljahr 2005/06 auf 160 Stunden festgelegt (MR-Beschluss v. 12. Juli 2005). Mit dieser Ausweitung einher ging die Entscheidung, dass die Vorkurse zu gleichen Anteilen (je 120 Stunden) von pädagogischen Fachkräften in Kindertageseinrichtungen und von Grundschullehrkräften in Kooperation durchgeführt werden. Ab dem Schuljahr 2008/09 wurde der Vorkurs Deutsch auf 240 Stunden ausgeweitet (MR-Beschluss v. 14. Januar 2008) und mit der am 16. Dezember 2005 in Kraft getretenen Ausführungsverordnung zum BayKiBiG (AVBayKiBiG) verbindlich eingeführt.

Sprachstandserhebung zur Förderung gesetzlich verankert

Die Verordnung zur Ausführung des Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetzes (AVBayKiBiG) enthält zur Durchführung der Vorkurse folgende Regelungen: "Der Sprachstand von Kindern, deren Eltern beide nicht deutschsprachiger Herkunft sind, ist in der ersten Hälfte des vorletzten Kindergartenjahres anhand des zweiten Teils des Bogens 'Sprachverhalten und Interesse an Sprache bei Migrantenkindern in Kindertageseinrichtungen (Sismik) - Sprachliche Kompetenz im engeren Sinn (deutsch)' zu erheben. Die sprachliche Bildung und Förderung von Kindern, die nach dieser Sprachstandserhebung besonders förderbedürftig sind oder die zum Besuch eines Kindergartens mit integriertem Vorkurs verpflichtet wurden, ist in Zusammenarbeit mit der Grundschule auf Grundlage der entsprechenden inhaltlichen Vorgaben 'Vorkurs Deutsch lernen vor Schulbeginn' oder einer gleichermaßen geeigneten Sprachfördermaßnahme durchzuführen. Darüber hinaus kann der „Sismik“ auch bei anderen Kindern mit Migrationshintergrund angewendet werden.

Sismik - Beobachtungsbogen: Sprachverhalten und Interesse an Sprache bei Migrantenkindern in Kindertageseinrichtungen - Sprachliche Kompetenz im engeren Sinn

Materialien aus dem Institut für Frühpädagogik - Beobachtungsbögen

Referententandems vom Staatsministerium gefördert

Um die Durchführung der Vorkurse „Deutsch 240“ effektiv gestalten zu können, bietet das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen gemeinsam mit dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus die Fortbildungskampagne für die Referententandems an.

Kooperation verpflichtender Bestandteil des Vorkurskonzeptes

Das Vorkurskonzept sieht eine Kooperation und inhaltliche Absprache der Erzieherinnen, bzw. Erzieher und der Lehrkraft, die auf Schulseite den Vorkurs durchführt, verpflichtend vor. Bei der Wahrnehmung dieser Kooperationsaufgaben ist die vorrangige Elternverantwortung und das informationelle Selbstbestimmungsrecht von Eltern und Kindern von den beiden Kooperationspartnern Kindertageseinrichtung/Grundschule zu beachten. Insbesondere der Austausch im Kindergarten anvertrauter Daten setzt die voraus.

Klare zeitliche Aufteilung und Vorgaben

Die Vorkurse finden über einen Zeitraum von insgesamt eineinhalb Jahren statt und beginnen im Kindergarten im Januar des vorletzten Jahres vor der Einschulung. In den Grundschulen beginnt der Vorkurs ab dem letzten Kindergartenjahr vor der Einschulung. Die Grundschullehrerinnen, bzw. Grundschullehrer übernehmen ab diesem Zeitpunkt 135 Minuten pro Woche. Dies entspricht drei Schulstunden. Die Sprachförderung des pädagogischen Personals in Kindergärten umfasst ab der zweiten Hälfte des vorletzten Kindergartenjahres bis zur Einschulung des Kindes jeweils 90 Minuten pro Woche, was zwei Schulstunden gleichzusetzen ist. Im letzten Jahr vor der Einschulung erhält somit jedes Kind an jedem Tag der Woche eine Stunde Vorkurs.

Hauptziel der Vorkurse erreicht

Im Schuljahr 2009/2010 wurden flächendeckend alle Kinder mit Migrationshintergrund erreicht, deren Deutschkenntnisse im letzten Jahr der Einschulung als unzureichend erfasst wurden. Fast alle Kinder (89 %), die an einem Vorkurs teilgenommen hatten, konnten bei Schuleintritt 2010/2011 den Unterricht in der regulären Grundschule besuchen, davon 75,5 % in einer Regelklasse. Damit ist das Hauptziel der Vorkurse erreicht worden. Von Kindern mit Migrationshintergrund, die bei der Schuleinschreibung zurückgestellt wurden und noch ein weiteres Jahr die Kindertageseinrichtung besucht haben, beruhte diese Zurückstellung bei nur 0,2 % (47 Kinder) auf sprachlichen Defiziten.

Freistaat Bayern investiert in Chancengleichheit

Allein im Jahr 2010 hat der Freistaat Bayern 1,8 Millionen Euro in die Verbesserung von Chancengleichheit durch Vorkurse investiert. Tageseinrichtungen erhalten nach der kindbezogenen Förderung den Faktor 1,3 für die Betreuung von Kindern mit Migrationshintergrund. Solange der Vorkurs 160 Stunden umfasste, wurden aus der erhöhten Förderung durch den Faktor 1,3 auch die Kosten für den Vorkurs bestritten. Nach der Aufstockung des Vorkursumfangs auf 240 Stunden wurde eine zusätzliche Finanzierung eingeführt. Für Kinder, die am Vorkurs teilnehmen und deren beide Eltern nichtdeutschsprachiger Herkunft sind, wird für die Dauer von 12 Monaten bzw. im letzten Jahr vor der Einschulung der Buchungszeitfaktor um 0,1 erhöht. Die Kosten dafür trägt allein der Freistaat. 

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