Hauptinhalt

Soziale Sicherheit im Alter

Die gesetzliche Rentenversicherung ist das größte soziale Sicherungssystem in Deutschland. Sie bietet insbesondere für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, aber auch für bestimmte Selbstständige sowie weitere Personengruppen Schutz vor den Risiken des Alters, der Erwerbsunfähigkeit und des Todes.

Im Mittelpunkt des Leistungsspektrums stehen die Altersrenten. Sie bilden für den Großteil unserer Bevölkerung die wesentliche Einkommensquelle im Alter. Daneben gewährt die gesetzliche Rentenversicherung Renten wegen Erwerbsminderung und Renten wegen Todes (Witwen-/Witwerrenten, Erziehungsrenten sowie Waisenrenten) und erbringt Leistungen der medizinischen und beruflichen Rehabilitation.

Solidargemeinschaft der Versicherten

Die Finanzierung erfolgt im Umlageverfahren, d. h. die bei der Rentenversicherung eingehenden Beiträge werden sogleich für die Finanzierung der Ausgaben verwendet. Die jeweilige Erwerbstätigengeneration sorgt damit im Rahmen der generationenübergreifenden Solidargemeinschaft der Versicherten für die Rentnergeneration.

Träger der gesetzlichen Rentenversicherung

Die Träger der gesetzlichen Rentenversicherung sind Behörden der sogenannten mittelbaren Staatsverwaltung. Sie sind nach dem Prinzip der Selbstverwaltung als Körperschaften des öffentlichen Rechts organisiert. Die Selbstverwaltung beschließt die Haushalte der Versicherungsträger, also die Einnahmen und Ausgaben, und trifft wichtige Entscheidungen in den Bereichen Finanzen, Personal, Leistungen, Organisation und Rehabilitation.

Träger der gesetzlichen Rentenversicherung sind:

Die gesetzliche Rente hilft bei der finanziellen Absicherung im Alter entscheidend mit.

In der Selbstverwaltung wirken Versicherte, Rentnerinnen und Rentner sowie Arbeitgeber mit, um die Aufgaben der Rentenversicherung zu erfüllen. Die Vertreterinnen und Vertreter werden alle sechs Jahre von der Versichertengemeinschaft gewählt. Weitere Informationen zum Thema Selbstverwaltung finden Sie auf dem gleichnamigen Portal.

Die Träger der gesetzlichen Rentenversicherung stehen unter staatlicher Aufsicht.

Kontaktdaten Deutsche Rentenversicherung

Deutsche Rentenversicherung Bund

10704 Berlin
Tel.: (030) 86 50
Service-Telefon: 0800 100 048 070
Schreiben Sie uns eine E-Mail.

Deutsche Rentenversicherung Bayern Süd

Am Alten Viehmarkt 2
84028 Landshut
Tel.: (0871) 81-0
Service-Telefon: 0800 100 048 015
Schreiben Sie uns eine E-Mail.

Deutsche Rentenversicherung Nordbayern

Wittelsbacherring 11
95444 Bayreuth
Tel.: (0921) 60 70
Service-Telefon: 0800 100 048 018
Schreiben Sie uns eine E-Mail.

Deutsche Rentenversicherung Schwaben

Dieselstraße 9
86154 Augsburg
Tel.: (0821) 50 00
Service-Telefon: 0800 100 048 021
Schreiben Sie uns eine E-Mail.

Aufsicht über die Träger der gesetzlichen Rentenversicherung

Die staatliche Aufsicht erstreckt sich auf die Beachtung von Gesetz und sonstigem maßgeblichem Recht. Sie umfasst die Prüfung der Geschäfts- und Rechnungsführung auf dessen Einhaltung. In bestimmten Fällen sind Genehmigungsverfahren (Satzungen, Baumaßnahmen) oder besondere Anzeigepflichten und Prüfverfahren (Haushalt) vorgesehen.

Im Rahmen der staatlichen Aufsicht ist eine Überprüfung von Ermessensentscheidungen und medizinischen Feststellungen der Rentenversicherungsträger (z. B. bei medizinischer bzw. beruflicher Rehabilitation oder Erwerbsminderung) nur eingeschränkt möglich. Eine Beschwerde bei der Aufsichtsbehörde kann deshalb die Einlegung von Rechtsbehelfen (Widerspruch, Klage) nicht ersetzen.

Zuständige Aufsichtsbehörde für die Deutsche Rentenversicherung Bund und die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See ist das Bundesversicherungsamt. Die Aufsicht über die Regionalträger der Rentenversicherung liegt in der Regel beim Sozialministerium des jeweiligen Bundeslands.

Zu den landesunmittelbaren bayerischen Trägern der Rentenversicherung zählen die

Über die einzelnen Träger führt das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration die Aufsicht. Die Zuständigkeit für bestimmte Fälle wie z. B. Baumaßnahmen der bayerischen Rentenversicherungsträger mit einem Volumen bis zu 25 Millionen Euro ist auf die bei den Regierungen von Mittelfranken und von Oberbayern angesiedelten Oberversicherungsämter Nordbayern und Südbayern delegiert.

Kontaktdaten Aufsichtsbehörden

Bundesversicherungsamt
Öffentlichkeitsarbeit
Friedrich-Ebert-Allee 38
53113 Bonn
Tel.: (0228) 61 90
Schreiben Sie uns eine E-Mail.

Bayerisches Staatsministerium
für Arbeit und Soziales,
Familie und Integration

Winzererstraße 9
80797 München
Tel.: (089) 126 101
Schreiben Sie uns eine E-Mail.

Ein Großteil der Deutschen ist in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert.

Versicherter Personenkreis

Pflichtversichert in der gesetzlichen Rentenversicherung sind nicht nur abhängig Beschäftigte, sondern auch bestimmte Gruppen von Selbstständigen (z. B. Handwerker und Handwerkerinnen, Künstler und Künstlerinnen und Publizisten und Publizistinnen) sowie Personengruppen mit einem besonderen Bedarf an sozialer Sicherung (z. B. Kindererziehende, Pflegepersonen). Einen Überblick über den versicherten Personenkreis finden Sie bei der Deutschen Rentenversicherung Bund

Wer nicht versicherungspflichtig ist, kann sich auch freiwillig versichern. Genaue Informationen über die freiwillige Versicherung finden Sie ebenfalls im Portal der Deutschen Rentenversicherung. Beamtinnen und Beamte, selbstständige Landwirte und Landwirtinnen sowie Freiberufler und Freiberuflerinnen sind nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen. Sie gehören eigenen Sicherungssystemen an. Hier finden Sie weiterführende Informationen zu den einzelnen Berufsgruppen:

Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung

Leistungen im Überblick

  • Altersrenten
  • Renten wegen Erwerbsminderung
  • Hinterbliebenenrenten (Witwen- und Witwerrenten, Waisenrente, Erziehungsrente)
  • Leistungen zur Teilhabe (medizinische und berufliche Rehabilitation)

Hier finden Sie weitere Informationen über die unterschiedlichen Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung.

Voraussetzungen

Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung setzen – je nach Leistungsart – das Erreichen einer bestimmten Altersgrenze oder eine Einschränkung der gesundheitlichen Leistungsfähigkeit, eine Mindestversicherungszeit oder einen bestimmten Umfang an Beitragszahlungen voraus. Die Regelaltersgrenze wird seit 2012 bis zum Jahr 2029 stufenweise vom 65. auf das 67. Lebensjahr angehoben.

Das Flexirentengesetz erleichtert es ab dem Jahr 2017 älteren Beschäftigten, selbst zu bestimmen, wann sie ihre Rente in Anspruch nehmen und wie viel sie noch arbeiten möchten. Dies gilt sowohl für die vorzeitige Inanspruchnahme der Altersrente mit flexibleren Hinzuverdienstmöglichkeiten und erweiterten Möglichkeiten für einen Ausgleich von Rentenabschlägen als auch für attraktiveres, rentensteigerndes Arbeiten neben der Rente, auch über die Regelaltersgrenze hinaus.

Zu allen Fragen rund um die Rente berät Sie Ihr Rentenversicherungsträger.

Höhe der Leistungen

Die Höhe der individuellen Rentenleistung ergibt sich aus der Rentenformel. Sie richtet sich im Wesentlichen nach der Art der Rente, der Höhe der versicherten Arbeitsentgelte und der Dauer der Beitragszahlung (Grundsatz der Lohn- und Beitragsbezogenheit der Rente). Daneben wirken sich z. B. Zeiten der Kindererziehung oder der nicht erwerbsmäßigen Pflege günstig auf die Rente aus.

Unter der Servicetelefonnummer 0800 1000 4800 erhalten Sie alle Informationen rund um die Rente und Rehabilitation. Die passende Rentenberatungsstelle finden Sie auf dem Portal der Deutschen Rentenversicherung. Hier können Sie auch einen Beratungstermin zum Thema Rente online vereinbaren.

Beitragsfinanzierung

Die Ausgaben der gesetzlichen Rentenversicherung von über 280 Mrd. Euro werden durch Beiträge der Versicherten und der Arbeitgeber sowie einem Bundeszuschuss aus Steuermitteln von über 60 Mrd. Euro finanziert. Bei den Bundesmitteln handelt es sich um eine pauschale Abgeltung für nicht beitragsgedeckte Leistungen, die im gesamtgesellschaftlichen Interesse stehen.
Weitere Informationen über die aktuellen Finanzzahlen finden Sie auf der Website der Deutschen Rentenversicherung.

Die Höhe der Beitragszahlung berechnet sich bei pflichtversicherten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern aus dem beitragspflichtigen Arbeitsentgelt (bis zur Beitragsbemessungsgrenze) und dem aktuellen Beitragssatz. Dieser wird je zur Hälfte von den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie den Arbeitgebern getragen. Weitere Informationen zum aktuellen Beitragssatz finden Sie auf dem Portal der Deutschen Rentenversicherung.

Die Rente für die ältere Generation wird immer von den aktuell Erwerbstätigen finanziert.

Generationenvertrag und Generationengerechtigkeit

Generationenvertrag

Die Aufwendungen der gesetzlichen Rentenversicherung werden nicht aus Rücklagen der jeweiligen Rentnerinnen und Rentner bestritten. Vielmehr zahlen die jeweils sozialversicherungspflichtigen Erwerbstätigen mit ihren Beiträgen in die Rentenversicherung die Leistungen für die aus dem Erwerbsleben ausgeschiedene Generation (Umlageverfahren) und erwerben dabei einen Anspruch auf entsprechende Leistungen der nachfolgenden Generationen an sich selbst (Generationenvertrag).

Demografische Herausforderung

Die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland stellt dabei das Rentensystem vor eine große Herausforderung. Die kontinuierlich steigende Lebenserwartung zieht entsprechend längere Rentenbezugsdauern nach sich. Die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter schrumpft aufgrund niedriger Geburtenraten kontinuierlich. Folglich müssen immer weniger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit ihren Beiträgen zur Rentenversicherung   eine steigende Zahl von Rentnerinnen und Rentnern finanzieren.

Generationengerechtigkeit

Generationengerechtigkeit ist ein entscheidender Aspekt bei der Ausgestaltung der gesetzlichen Rentenversicherung und dem Erhalt der Solidargemeinschaft. Die Interessen der jüngeren und der älteren Generation müssen gleichermaßen berücksichtigt werden. Einerseits dürfen junge Menschen in ihrem Erwerbsleben nicht mit zu hohen Beiträgen unzumutbar belastet werden, andererseits müssen ältere Menschen eine angemessene Rente erhalten.  Um beiden Zielen trotz der demografischen Schwäche der umlagefinanzierten gesetzlichen Rentenversicherung weiterhin gerecht zu werden, wird seit Jahren die ergänzende kapitalgedeckte Altersvorsorge stark gefördert. Hier erhalten Sie weiterführende Informationen zur privaten Altersvorsorge und betrieblichen Altersversorgung.