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Förderpreis

Um die Kommunen bei der Bewältigung des demografischen Wandels zu unterstützen und einen Anreiz zu schaffen, zeitnah seniorenpolitische Gesamtkonzepte zu entwickeln, wurden die erstmals im Jahr 2008 vergebenen regionalen Förderpreise „Kommunale Seniorenpolitik“ im Jahr 2010 erneut vergeben.

Auszeichnungen für zukunftsorientierte Seniorenpolitik

Eine möglichst breite Beteiligung bei der Umsetzung zukunftsorientierter Seniorenpolitik wurde dadurch erreicht, das in jedem Regierungsbezirk in zwei Kategorien (Landkreise und kreisfreie Städte sowie kreisangehörige Städte und Gemeinden) die besten Seniorenpolitischen Gesamtkonzepte , die auf der Grundlage der Broschüre „Kommunale Seniorenpolitik“ entwickelt wurden, ausgezeichnet werden konnten.

Zukunftsweisende Seniorenpolitik in Bayern (PDF, 1,2 MB)

Zukunftsweisendeseniorenpolitikinbayern

Die Zielsetzung integrativer Seniorenpolitischer Gesamtkonzepte ist es, die Potentiale und Ressourcen älterer Menschen zu berücksichtigen und zur Entfaltung zu bringen. Die Broschüre soll die vielfältigen Ideen zur Entwicklung von Seniorenpolitischen Gesamtkonzepten einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen.

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"Best-Practice-Beispiele" aus der Preisverleihung 2010

Regierungsbezirk Oberbayern
Kategorie: Kreisangehörige Städte und Gemeinden

Kommunale Seniorenpolitik der Gemeinde Taufkirchen (Vils) im Landkreis Erding

Obb Taufkirchenwasserschloss

Begonnen hatte alles 2007 mit der Gründung des Arbeitskreises „50plus“, der in den letzten Jahren bereits einige bemerkenswerte Aktionen in der Gemeinde Taufkirchen (Vils) durchführte. Im April 2008 fand der Aktionstag „50plus – Gesund leben in Taufkirchen“ statt. Im darauf folgenden Jahr startete mit Unterstützung der Privatuniversität Schloss Seeburg eine Fragebogenaktion, um die Wünsche und Forderungen der über 50-Jährigen zu erfassen. Auf den Ergebnissen der Umfrage basierend wurde der Wegweiser 50plus erstellt. Diese Aktionen gaben für die Gemeinde Taufkirchen (Vils) Anlass, sich auf der örtlichen Gewerbeschau 2011 mit ihrer Seniorenarbeit zu präsentieren.

 

  • I. Soziodemografische Situation der Gemeinde Taufkirchen (Vils)

    Taufkirchen (Vils), die zweitgrößte Gemeinde im Landkreis Erding, liegt ca. 54 km östlich von München. Sie ist seit der Gebietsreform mit den ehemaligen Gemeinden Gebensbach, Hofkirchen , Moosen (Vils), Wambach und einem Teil der Gemeinde Eibach mit 7018 Hektar eine der flächengrößten Gemeinden in der Region München.

    Derzeit leben 9.242 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 31.12.2011) in Taufkirchen (Vils), wobei der Anteil der 50plus Generation ca. 38 % der Gesamtbevölkerung beträgt. Die Gemeinde hat sich daher bereits umfassend mit seniorenpolitischen Fragen auseinandergesetzt. Aus dem Gesamtkonzept wird deutlich, dass die Fähigkeiten und Möglichkeiten älterer Mitbürgerinnen und -bürger genutzt und erhalten werden sollen.

    Bevölkerungsentwicklung Taufkirchen (Vils)

    Grafik Obb
     
  • II. Seniorenpolitik und Seniorenarbeit in Taufkirchen (Vils)

    Integrierte Orts- und Entwicklungsplanung
    Mit der Gründung des sog. „Columbus-Achter“ wurde bereits 1997 ein überparteiliches Gremium geschaffen, welches die Aufgabe hat, den Gemeinderat zu beraten und gemeinsame Strategien in den Bereichen Wirtschaft, Soziales, Kultur, Freizeit und Ortsbildgestaltung zu entwickeln. Der Seniorenbeirat beispielsweise entstammt aus der Arbeit der regelmäßig tagenden Runde. Besonders im Hinblick auf die barrierefreie Gestaltung des öffentlichen Raumes konnten bereits verschiedene Initiativen realisiert werden. So sind viele Geschäfte, Arztpraxen, Apotheken, Banken sowie das Rathaus mit automatischen Zugangstüren, Aufzügen oder Rampen behinderten- und seniorengerecht ausgestattet. Im gesamten Gemeindebereich sind zahlreiche Sitzgelegenheiten aufgestellt, welche einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Mobilität und Selbstständigkeit der Bürgerinnen und Bürger leisten. Zur Einbindung der umliegenden Ortsteile wurden Fahrdienste ins Leben gerufen; von einem örtlichen Taxiunternehmen wird beispielsweise ein Rufbus angeboten, um nach Taufkirchen zu gelangen. Die Nahversorgung der Ortsteile wird durch Lieferdienste der Apotheken sowie mobiler Läden gewährleistet. Die medizinische Versorgung ist mit fünf Hausärzten, zwei Fachärzten, fünf Zahnärzten und der ehrenamtlichen Einrichtung „Helfer vor Ort“ breit gefächert. Jedoch besteht noch weiterer Bedarf am Fachärzteangebot.

    Wohnen zu Hause
    Zusammen mit dem örtlichen Seniorenheim wurde ein tragfähiges Konzept für ein selbstbestimmtes Leben im Alter zu Hause entwickelt. Das Senioren-Service-Zentrum Taufkirchen (Vils) bietet seinen Bewohnerinnen und Bewohnern Betreutes Wohnen, indem sie völlig unabhängig in einer eigenen Wohnung leben können. Diese ist direkt in das Seniorenzentrum integriert, sodass die Bewohnerinnen und Bewohner an geselligen und kulturellen Veranstaltungen teilnehmen oder sich bei Bedarf zurückziehen können. Darüber hinaus unterstützten zwei ambulante Pflegedienste die Seniorinnen und Senioren in ihrem Alltag, wenn sie pflegebedürftig sind und zuhause alt werden möchten. Das Angebot reicht von Grundpflege und Behandlungspflege, bis hin zu hauswirtschaftlichen Tätigkeiten. Dadurch entlastet das Team die Angehörigen und bietet den Seniorinnen und Senioren ein selbstbestimmtes Leben im eigenen Heim. Auch die Nachbarschafts- und Haushaltshilfe unterstützt Seniorinnen und Senioren bei Alltagsdingen, wie beispielsweise Gardinen aufhängen oder Gartenpflege, und bietet darüber hinaus einen Fahrdienst. Zur täglichen Versorgung gibt es die Möglichkeit „Essen auf Rädern“ im Senioren-Service-Zentrum Taufkirchen (Vils) zu bestellen. Täglich wird das Essen nach Hause geliefert, bei Bedarf wird auch bei der Zubereitung geholfen. Wollen die Seniorinnen und Senioren lieber in Gemeinschaft essen, so bieten das Senioren-Service-Zentrum und das Mehrgenerationenhaus einen günstigen Mittagstisch. 

    Obb Taufkirchen Senioren-service-zentrum

    Beratung, Information und Öffentlichkeitsarbeit
    Beratungsdienstleistungen werden in Taufkirchen (Vils) von verschiedenen Institutionen angeboten. Einen Beratungsschwerpunkt der Fachstelle des Caritasverbandes bildet das Thema „Gerontopsychiatrische Erkrankungen“. Das Mehrgenerationenhaus hingegen bietet jeden Dienstag eine Infostunde für ältere Menschen und Angehörige in fast allen Lebenslagen an. Die Beratung von zwei erfahrenen Schwestern der Caritas Station erfolgt unverbindlich und kostenlos.

    Obb Taufkirchen Ak 50plus

    Im Jahr 2008 fand der Aktionstag „50plus“ statt. Die Bevölkerung war herzlich eingeladen verschiedene Gesundheitsgruppen der Vereine bei Mitmachaktionen kennen zu lernen. Bei Diskussionsrunden zu Themen wie Gesundheit, Ernährung und Bewegung brachten Fachleute ihre Meinungen aus ärztlicher und ernährungswissenschaftlicher Sicht zum Ausdruck. Bei der kleinen Gesundheitsmesse mit Infoständen konnten sich die Besucher zudem interessante und nützliche Informationen und Tipps holen.

    Obb Taufkirchen AktionstagUnter dem Motto „Bleib fit“ wurde 2009 der 1. Gesundheitstag in Taufkirchen (Vils) rund um die Themen Gesundheit und Wohlfühlen ins Leben gerufen. Neben dem klassischen medizinischen und pflegerischen Bereich waren auch Experten und Aussteller im Gesundheits- und Fitnessbereich, der Naturheilkunde und verschiedenster Therapieformen vertreten.

    Aufgrund des Generationswandels hat sich der Arbeitskreis 50plus der Gemeinde Taufkirchen (Vils) dazu entschlossen eine Fragebogenaktion durchzuführen, um die Wünsche und Bedürfnisse der älteren Menschen zu erfassen. Der Fragebogen wurde Anfang 2009 an alle Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde ab dem 50. Lebensjahr verteilt. Die Auswertung hat ergeben, dass die Mehrheit der Taufkirchener Bürgerinnen und Bürger mit der derzeitigen Situation zufrieden ist und keinen großen Änderungsbedarf sieht; dennoch gibt es kleinere Handlungspunkte, die als Grundlage zukünftiger Entscheidungen dienen. Anhand der Ergebnisse der Fragebogenaktion wurde daraufhin ein Seniorenwegweiser erstellt. Er enthält Anlaufstellen und benennt Ansprechpartnerinnen und -partner. Auch Angehörige können dieses Werk sinnvoll nutzen. Mitteilungen aller Art werden monatlich im Kompass, dem Gemeindeblatt von Taufkirchen (Vils) veröffentlicht. Seit der Erscheinung 1996 berichtet er regelmäßig aus dem politischen und öffentlichen Leben der Gemeinde. Der Seniorenbeirat und weitere Vereine geben dort ihre Treffen und Ausflüge bekannt.

    Präventive Angebote

    Ein wichtiges Anliegen der Gemeinde Taufkirchen (Vils) ist die Förderung des selbstständigen Lebens der älteren Bevölkerung. Deshalb ist das präventive Angebot in der Gemeinde breit gefächert. Zahlreiche Sportvereine bieten ein großes Programm an Kursen an, wie beispielsweise eine Asthmagruppe, Koronarsport / Herzsportgruppe, Rehabilitations- und Funktionstraining. Auch Vorträge zu verschiedensten Themen im Gesundheitsbereich sind Bestandteile des Vereinslebens.

    Obb TaufkirchencomputerkursIn Zusammenarbeit mit einer Projektgruppe der örtlichen Realschule bietet das Mehrgenerationenhaus einen Computerkurs für Seniorinnen und Senioren an. Dabei helfen Schülerinnen und Schüler der älteren Bevölkerung im Umgang mit dem PC und dem Internet.


    Gesellschaftliche Teilhabe
    In Taufkirchen (Vils) werden ältere Menschen in hohem Maße in das gesellschaftliche Leben integriert. Unter der Trägerschaft der Caritas gibt es seit dem 1. September 2004 in Taufkirchen (Vils) das Kinder- und Jugendhaus, das 2008 für das Aktionsprogramm Mehrgeneratio-nenhaus des Bundesfamilienministeriums ausgewählt wurde. Es ermöglicht das Zusammensein- und kommen verschiedener Menschen und Gruppen aller Altersstufen unter einem Dach in einer freundlichen, offenen Begegnungsstätte. Dieses generationsübergreifende Haus mit großfamilienähnlicher Struktur schafft in Taufkirchen (Vils) ein dichtes soziales Netz für Jung und Alt und fördert das bürgerschaftliche Engagement. Beim Projekt „Zeit schenken“ können die älteren Menschen im Mehrgenerationenhaus ehrenamtlich tätig werden, z.B. mit den Kindern basteln, zudem wird ein kreativer Kaffeeklatsch sowie der Talente Tauschring und ein offenes Café angeboten. Darüber hinaus kommen die Bürgerinnen und Bürger in zahlreichen generationsübergreifenden Treffmöglichkeiten zusammen, wie beispielsweise Kath. Frauengemeinschaft, Kath. Arbeitnehmerbewegung, Kolpingfamilie, OASE Lebenskreis oder zum Frauenfrühstück.
    Obb Taufkirchen Mehrgenerationenhaus
    Auch das Vereinsangebot ist breit gefächert. Die Patenschaft der örtlichen Realschule mit dem Senioren-Service-Zentrum und die regelmäßigen Besuche der Kindergärten in den Seniorenheimen fördern zudem das Zusammenleben und den Abbau von Schranken zwischen Jung und Alt. Der Seniorenbeirat und die kirchlichen Seniorennachmittage veranstalten regelmäßig Ausflüge als auch kulturelle Veranstaltungen für die Älteren, bei denen die Teilhabe und die Beteiligung am Leben der Gemeinde im Vordergrund stehen. Auch Vereine und das Gemeindeoberhaupt von Taufkirchen (Vils) versuchen durch Besuche von Kranken, Jubilaren und auch im Seniorenheim die Menschen an der Gemeinschaft weiterhin teilhaben zu lassen.

    Bürgerschaftliches Engagement für und von Seniorinnen und Senioren
    Bürgerschaftliches Engagement wird in Taufkirchen (Vils) groß geschrieben. So engagieren sich ältere Bürgerinnen und Bürger in zahlreichen Vereinen und Chören. Auch in der Bücherei sind die Seniorinnen und Senioren als Helferinnen und Helfer vertreten. Das Mehrgenerationenhaus und die Taufkirchener Tafel bieten darüber hinaus Möglichkeiten sich ehrenamtlich zu engagieren. Bürgerinnen und Bürger ab 60 Jahren können Mitglieder im Seniorenbeirat werden.

    Betreuung und Pflege
    Dem wachsenden Pflege- und Betreuungsbedarf begegnet die Gemeinde Taufkirchen (Vils) mit einem differenzierten Angebotsnetzwerk. Die Bandbreite reicht von Hilfsangeboten für ein lebenswertes Leben im eigenen Zuhause über ergänzende Betreuungsangebote bis hin zu stationären Wohnangeboten. Die Auswertung der Fragebogenaktion zeigt, dass nur 9,2 % der Befragten dauerhaft pflegebedürftig sind und nur 1,8 % einen Pflegeanbieter nutzen. Die Zahl wird aber anhand der Bevölkerungsentwicklung in den kommenden Jahren zunehmen, weshalb ein tragfähiges Betreuungs- und Pflegekonzept wichtig ist. Seit der Erweiterung 2010 bietet das Senioren-Service-Zentrum Taufkirchen (Vils) 90 vollstationäre Wohn- und Pflegeplätze sowie 40 Plätze für erwachsene psychisch kranke Menschen. Neben der Kurzzeitpflege gibt es auch ein familienähnliches Wohngruppenmodell. Im Senioren-Pflegeheim „Villa Moosen“ liegt der Schwerpunkt auf der Demenzbetreuung.

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Regierungsbezirk Niederbayern
Kategorie: Landkreise und Kreisfreie Städte

Kommunale Seniorenpolitik des Landkreises Kelheim

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Unter Federführung der Seniorenstelle des Landkreises Kelheim wurde Anfang des Jahres 2010 begonnen, ein Seniorenpolitisches Gesamtkonzept zu erarbeiten. Ziel dieses Konzepts war und ist die Sensibilisierung der Öffentlichkeit zum demografischen Wandel und die Initiierung von Maßnahmen, mit denen die Kommunen im Landkreis den Bedürfnissen der wachsenden Zahl älterer und hochaltriger Bürgerinnen und Bürger gerecht werden können. So wurden im Vorfeld des Entwicklungsprozesses Bestands- und Bedarfserhebungen bei den Kommunen und bei den Trägern von ambulanten und stationären Pflegediensten durchgeführt. Ein Expertenteam mit vielen Akteuren in der ambulanten und stationären Seniorenarbeit und Altenpflege erarbeitete Leitlinien und Zielsetzungen für eine zukunftsorientierte Seniorenpolitik, die in das Seniorenpolitische Gesamtkonzept einflossen.

  • I. Soziodemografische Situation im Landkreis Kelheim

    Der Landkreis Kelheim als westlichster Teil des Regierungsbezirks Niederbayern umfasst eine Fläche von 1066,89 km2. In 24 kreisangehörigen Gemeinden, Märkten und Städten leben 113 445 Einwohner (Stand 30.6.2011). Nach den vorliegenden Bevölkerungsprognosen wird sich dieser Einwohnerstand während der nächsten Jahre relativ konstant halten bzw. sogar noch leicht erhöhen. Der für die Bundesrepublik Deutschland prognostizierte drastische Bevölkerungsrückgang wirkt sich zumindest mittelfristig im Landkreis Kelheim noch nicht aus.
  0-19 Jahre 20-39 Jahre 40-59Jahre 60-74 Jahre ab 75 Jahre
2010 22900 28600 35500 16900 9200
2020 20600 28200 34000 20500 11200
2030 19700 26100 29800 25300 13400

Quelle: Bevölkerungsprognose Statistisches Landesamt

 

  • II. Seniorenpolitik und Seniorenarbeit im Landkreis Kelheim

    Wohnen zu Hause: Zu Hause alt werden
    Die Lebensqualität im Alter hängt entscheidend davon ab, ob das Leben den eigenen Vorstellungen und Bedürfnissen des steigenden Alters entsprechend gestaltet werden kann. Dies wird auch davon beeinflusst, ob die Wohnsituation dazu geeignet ist, die Selbständigkeit und soziale Integration jedes Einzelnen zu gewährleisten. Eine Vielzahl der bestehenden Seniorenwohnungen im Landkreis Kelheim ist weder barrierefrei noch altersgerecht ausgestattet. Häufig ist den Bewohnerinnen und Bewohnern nicht bewusst, dass gerade Mängel in der Anpassung des Wohnumfeldes an die Bedürfnisse und Einschränkungen im Alter einen Umzug in eine stationäre Einrichtung zur Folge haben können. Damit Möglichkeiten und Chancen des barrierefreien Bauens und der Wohnungsanpassung ausreichend gegenüber Bauinteressentinnen und -interessenten und Bauplanerinnen und -planern verdeutlicht werden, hat der Landkreis Kelheim sein Beratungsangebot dahingehend ergänzt und im Kreisbauamt eine Wohnberatungsstelle eingerichtet. Ergänzend dazu wird eine in Planung befindliche Broschüre zum „Bauen fürs Leben“ im Landkreis Kelheim auf die Wichtigkeit von barrierefreiem Bauen als Vorsorge fürs eigene Alter ausführlich hinweisen.

    Die meisten älteren Menschen leben in ihren eigenen vier Wänden und möchten auch bei nachlassender Kraft und gesundheitlichen Einschränkungen in ihrer vertrauten sozialen Umgebung bleiben. Damit sie dies können, müssen entsprechende Hilfs- und Unterstützungsangebote zur Verfügung stehen. Ein ausreichendes Angebot an Mahlzeitendiensten, Hausnotrufeinrichtungen, hauswirtschaftlichen Diensten und alltagspraktischen Hilfen wird im Landkreis Kelheim unter anderem im Rahmen des „Betreuten Wohnens zu Hause“ von verschiedenen Trägern gewährleistet.

    Alterspraktische Hilfen - Nachbarschaftshilfen
    Einen wichtigen Beitrag zum lebenswerten Altern vieler älterer Menschen leistet eine große Anzahl von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die sich in den sieben neu gegründeten Nachbarschaftshilfen im Landkreis Kelheim engagieren. Viele ältere Landkreisbewohnerinnen und -bewohner müssen ohne die Unterstützung von Angehörigen ihr tägliches Leben bewältigen. Im nachbarschaftlichen Alltag von heute hat gegenseitige Hilfe und Unterstützung zwar durchaus noch ihren Platz, kann jedoch nicht immer zum Tragen kommen. Institutionalisierte Nachbarschaftshilfen, wie sie nach und nach in vielen Gemeinden im Landkreis Kelheim entstehen, bieten in Ergänzung zu hauptamtlichen Diensten niedrigschwellige und meist kostenlose Unterstützung beim Ausfall von Betreuungspersonen, in Notfällen oder Krisensituationen. Je nach Leistungsbereitschaft der engagierten Helferinnen und Helfer werden Einkaufshilfen, Fahrdienste, Hilfen bei Behördengängen, stundenweise Betreuung, Notfallbetreuung von Haustieren oder andere Hilfen angeboten.

    Die Nachbarschaftshilfen werden als wichtiger Teil der örtlichen Gemeinschaft und sozialen Struktur wertgeschätzt und anerkannt. Außerdem bieten sie Menschen, die ihre freie Zeit sinnvoll nutzen möchten eine Möglichkeit durch dieses bürgerschaftliche Engagement sich selbst und anderen neuen Lebenssinn und Freude zu schenken. Die Kommunen haben für die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen und die Trägerschaft für diese Bürgerhilfeprojekte übernommen und unterstützen diese in ihrer Tätigkeit.

    Beratung, Information und Öffentlichkeitsarbeit:
    Interessensvertretung, Ansprechpartner für ältere Menschen
    Neben der Seniorenstelle im Landratsamt Kelheim, die als Koordinierungsstelle für die Altenarbeit auch Ansprechpartner für die älteren Landkreisbewohnerinnen und -bewohner bei altersbedingten Problemstellungen ist, kommt den Gemeindeverwaltungen als wohnortnahe Anlaufstelle für die Bürgerinnen und Bürger eine besondere Bedeutung zu. Damit diese als erste Ansprechpartner für die älteren Gemeindebewohnerinnen und -bewohner als wichtiger Teil der örtlichen sozialen Struktur angesehen und geschätzt werden und im direkten Dialog mit den älteren Menschen rechtzeitig Defizite und soziale Schieflagen erkennen können, wurden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeindeverwaltungen von den Kommunen als Ansprechpartnerinnen und -partner für Ältere benannt und durch den Landkreis dahingehend fortgebildet. Die Ausbildung beinhaltete Informationen zu den sozialen Netzen im Landkreis Kelheim, zur Grundsicherung im Alter, zur Organisation häuslicher Pflege und zur Betreuung und Vorsorge.
    Ndb Kehlheim Brosch Preistr _ger Frauenlauf Seniorinnen

    Betreuung und Pflege: Sicherstellung von Betreuung und Pflege
    Auch wenn das höher werdende Alter der Bevölkerung nicht unbedingt eine dementsprechende Steigerung der Pflegebedürftigkeit bedeutet, ist dennoch künftig mit einem Anstieg der Zahl von Pflegebedürftigen und Menschen mit Demenzerkrankung zu rechnen.

    Im Landkreis Kelheim gibt es ein vielfältiges und breit gefächertes Angebot in der ambulanten und stationären Pflege, das eine bedarfsgerechte pflegerische Infrastruktur auch für die nächste Zukunft bietet.

    Bisher lag der Schwerpunkt der Versorgung hilfe- und pflegebedürftiger älterer Menschen auch im Landkreis Kelheim bei den Familien selbst. Für die Zukunft ist jedoch eine Schwächung des familiären Unterstützungspotenzials zu erwarten. Die Gründe hierfür sind u.a. in der erweiterten Erwerbsbeteiligung der Frauen und in der sinkenden Zahl der pflegebereiten Angehörigen zu suchen.

    In Vorausschau auf die demografische Entwicklung und das sinkende Unterstützungspotenzial von pflegenden Angehörigen müssen sich die Träger der ambulanten und stationären Pflege im Landkreis Kelheim auf eine steigende Zahl von Pflegebedürftigen und demenziell Erkrankten bereits heute vorbereiten. Die Verantwortlichen der ambulanten und stationären Pflege im Landkreis Kelheim haben jedoch jetzt schon mit einem Fachkräftemangel zu kämpfen, der aus dem regionalen Arbeitsmarkt nicht mehr zu decken ist. Immer mehr kompetentes Personal scheidet vorzeitig aus dem Pflegeberuf aus. Diese Ausfälle können durch junge Auszubildende nicht voll ersetzt werden.

    In der neu gegründeten „Kooperation Pflege im Landkreis Kelheim“ möchten die verschiedenen Träger der Altenpflegeeinrichtungen und ambulanten Pflegedienste gemeinsam mit dem Landkreis Kelheim erreichen, dass das Image der Pflege verbessert und die Arbeitsbedingungen des Pflegepersonals erleichtert werden. So soll sichergestellt werden, dass jede Betroffene und jeder Betroffene im Landkreis Kelheim jetzt und in der Zukunft kompetente und menschliche Pflege erhalten kann. Ein Ausbildungsberuf in der Pflegebranche steht eher selten auf der Wunschliste von ausbildungsbereiten Mädchen und Jungen. Durch eine gezielte Imagekampagne soll nun versucht werden, den Pflegeberuf in all seiner Vielseitigkeit positiv zu bewerben, um Jugendliche als auch Wiedereinsteigerinnen und -einsteiger für den Beruf zu begeistern. Außerdem möchte die Kooperation Pflege durch diese Kampagne die Öffentlichkeit besser über die Problemlagen in der Pflege informieren und Kommunal- und Landespolitikerinnen und -politiker als Unterstützung für die Abhilfe dieser Probleme zu gewinnen.

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Regierungsbezirk Oberpfalz
Kategorie: Kreisangehörige Städte und Gemeinden

Ein Dorf rüstet sich: Kommunale Seniorenpolitik in der Marktgemeinde Pyrbaum, Landkreis Neumarkt i. d. OPf.


Der Markt Pyrbaum ist eine ländliche Wohngemeinde am südöstlichen Rand der Metropolregion Nürnberg, die seit Mitte der siebziger Jahre bis noch vor wenigen Jahren einen erheblichen Bevölkerungszuwachs aus dem Großraum Nürnberg zu verzeichnen hatte. Nach den vorliegenden Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung wird – wie in vielen anderen Kommunen – der Anteil der Bürgerinnen und Bürger mit einem Alter von 65 Jahren und mehr in den nächsten beiden Jahrzehnten deutlich ansteigen.

Verschiedene – für ländliche Gebiete aber meist typische Faktoren - wie beispielsweise das Fehlen einer Pflegeeinrichtung, wenige Fachärztinnen und -ärzte und ungenügende Einkaufsmöglichkeiten in Ortsnähe führen des weiteren dazu, dass es insbesondere ältere Mitbürgerinnen und -bürger, welche vor Jahrzehnten von der Stadt auf das Land gezogen sind, wieder in städtisch strukturierte Gebiete zurückzieht. Dadurch drohen nicht nur Gebäudeleerstände in nahezu allen Ortsteilen, sondern geht auch die Kaufkraft der Älteren dem Ort verloren. Letztendlich sinkt durch den Wegzug von Nachbarinnen und Nachbarn, Bekannten und Freundinnen und Freunden auch die Lebensqualität der verbleibenden älteren Mitbürgerinnen und -bürger. Ebenso wirken sich die vorstehenden Aspekte negativ auf die Zuzugsbereitschaft beispielsweise von jungen Familien aus, denn kaum jemand will in eine „schrumpfende“ Gemeinde ziehen. Die Marktgemeinde Pyrbaum ist deshalb bereits seit mehreren Jahren bemüht, dieser drohenden Entwicklung entgegen zu wirken und arbeitet deshalb mit Nachdruck daran, die gesamte Gemeinde insbesondere auch für Menschen im Alter attraktiv zu gestalten. Gezielte Projekte sollen dabei helfen, die Lebensqualität der Marktgemeinde für alle Altersschichten spürbar zu erhöhen.

  • I. Sozialdemografische Situation der Marktgemeinde Pyrbaum

    Die Marktgemeinde Pyrbaum umfasst 14 Ortschaften und Weiler auf einem Gebiet von rund 50 km², in denen insgesamt 5.575 Einwohner leben (Stand 1.1.2012). Aus einer Studie der Bertelsmann Stiftung lässt sich ablesen, dass der Anteil der Bevölkerung über 64 Jahren im Vergleich von 2009 zu 2030 von 18,5% auf annähernd 28,5% zunehmen wird. Allein aus diesen Zahlen lässt sich ablesen, dass die umfassende Entwicklung eines Seniorenpolitischen Gesamtkonzepts zeitnah auf den Weg gebracht werden muss.

    Grafik Opf
     
  • II. Seniorenpolitik und Seniorenarbeit in Pyrbaum

    Integrierte Orts- und Entwicklungsplanung
    Schon seit längerem betreibt die Marktgemeinde Pyrbaum zusammen mit der Marktgemeinde Postbauer-Heng den Bürgerbus „PyPoLino“, dessen Fahrplan speziell auf die Bedürfnisse der Ältern abgestimmt worden ist. So wurde beispielsweise eine „Ärztelinie“ eingerichtet, welche die Fahrgäste auf direktem Weg u.a. zum Klinikum sowie zum Ärztehaus der Kreisstadt befördert. Weiterhin wurden speziell die kleinen Ortsteile über ein Rufbussystem an die Hauptverkehrslinien des Öffentlichen Personennahverkehrs angebunden.

    Gesellschaftliche Teilhabe
    Bereits vor über elf Jahren hat der Markt Pyrbaum eine Seniorenbeauftragte – die daneben seit 15 Jahren ehrenamtlich eine vorbildlich ausgebaute ökumenische Nachbarschaftshilfe leitet - berufen, die als Marktgemeinderätin die Entwicklung der Lebensumstände der älteren Menschen besonders im Blickfeld hat und deren Interessen auch vor dem Marktgemeinderat mit Nachdruck vertritt. In dieser Konstellation konnte der Marktgemeinderat bereits frühzeitig für die vorgenannten Problemfelder sensibilisiert werden.

    Es gibt seit vielen Jahren zahlreiche Seniorenkreise, die in den einzelnen Ortsteilen der Marktgemeinde Pyrbaum regelmäßige Veranstaltungen für ältere Menschen anbieten; diese sind speziell abgestimmt auf die Bedürfnisse sowohl der „aktiven“ älteren Mitbürgerinnen und -bürger aber auch der Menschen, deren Möglichkeiten altersbedingt eingeschränkt sind. Zahlreiche Vereine und Institutionen bieten daneben ein breites Programm an Kursen und Vorträgen wie Seniorengymnastik, Ernährung, Vorsorge usw. an. Letztendlich können vielerlei Versorgungsleistungen unabhängig von den Angeboten des „Betreuten Wohnens zu Hause“ auch direkt bei mehreren ambulanten Pflegediensten gebucht werden.

    Wohnen zu Hause - „Soforthilfe in Notlagen“
    Seit 1997 verfügt der Markt Pyrbaum mit seinen Ortsteilen über eine ehrenamtliche ökumenische Nachbarschaftshilfe, die in Notsituationen schnell und unbürokratisch zur Stelle ist, um zu Helfen. 80 % dieser Tätigkeiten wie Einkaufshilfe, Fahrdienst (falls kein gewerblicher Fahrdienst möglich ist bzw. aus gesundheitlichen Gründen der öffentliche Nahverkehr nicht genutzt werden kann), Besuchsdienst, Hilfe bei Behördengängen, Beratung über andere hauptamtliche Hilfemöglichkeiten und vieles „was eben auch eine gute Nachbarin oder ein guter Nachbar machen würde“, werden über die Nachbarschaftshilfe von älteren Menschen aus dem Gemeindebereich geleistet. Die Nachbarschaftshilfe versteht sich hier als „soziale Feuerwehr“, die schnell reagieren kann, um den „Brand“ zu löschen, aber nicht als Dauerhilfe konzipiert ist. Im Laufe der Jahre zeichnete sich nun ab, dass diese Hilfe zwar notwendig und effektiv ist, aber im Seniorenbereich auf Dauer die wachsenden Problematiken nicht abdecken kann. Als schnelle Ersthilfe sowie Schaltstelle zwischen ehrenamtlichen Hilfen und hauptamtlichen Angeboten ist diese Art der unkomplizierten, unterschwelligen Nachbarschaftshilfe aber inzwischen unentbehrlich und ein fester Bestandteil des sozialen Netzwerkes in der Marktgemeinde Pyrbaum geworden.

    Pflege und Betreuung - „Betreutes Wohnen zu Hause“
    Aus dem Gedanken der „Rundumversorgung im Alter“ installierte die Marktgemeinde zusammen mit einem Wohlfahrtsverband - inspiriert durch Erfahrungen der Nachbarschaftshilfe und von anderen Gemeinden - das Konzept „Betreutes Wohnen zu Hause“.

    Seit Mai 2011 agiert nunmehr eine Koordinationsstelle „Betreutes Wohnen zu Hause“, die personell von einer Angestellten des Wohlfahrtsverbandes besetzt ist. Die Träger dieser Stelle sind zu gleichen Teilen die Marktgemeinde Pyrbaum und das Diakonische Werk Altdorf-Hersbruck-Neumarkt. Im Rahmen dieses Projektes konnten inzwischen Bürger der Marktgemeinde Pyrbaum als Paten und Hilfsdienstleistende sowie gewerbliche Unternehmer und auch weitere Wohlfahrtsverbände als Partner für hilfsbedürftige Personen - hauptsächlich ältere Menschen - gewonnen werden.

    Grafik2 OpfDie Koordinatorin installierte u. a. in einem Gasthaus des Ortes das „Cafe Ruhebankerl“, welches regelmäßige Treffen mit dem Schwerpunkt für demenzerkrankte Seniorinnen und Senioren im Ort anbietet. Vielerlei Hilfestellungen, den Besuch einer ehrenamtlichen Patin bzw. eines ehrenamtlichen Paten, die Einbindung in Veranstaltungen, Beratungen usw. können nun teilnehmende Ältere hier abrufen bzw. buchen. Insgesamt wird dadurch gewährleistet, dass die älteren Menschen bei den vielen kleinen Beschwerlichkeiten, die sich mit dem Alter einstellen, kompetente Hilfe aus einer Hand erhalten. Ein abgeschlossener Betreuungsvertrag sichert den Rechtsanspruch auf die Unterstützungsleistungen und garantiert somit Zuverlässigkeit. Dieser Vertrag kann von den Kunden monatlich gekündigt werden. Somit entsteht ein „Kunden –Dienstleister -Verhältnis“, wodurch die Empfängerinnen und Empfänger solcher Leistungen nicht mehr als „Bittsteller“ auftreten müssen.

    Seit Mai 2011 konnten zehn Patinnen und Paten gewonnen werden, welche vier Personen bzw. Paare mit Grundverträgen betreuen, Wahlleistungen übernehmen und das „Cafe Ruhebankerl“ organisieren.

    Planung eines „Seniorenheimes anderer Art“
    Um eine wirkliche Gesamtversorgung der älteren Menschen zu erreichen wurde die Seniorenpolitik um das Projekt „Senioren- und Pflegeheim“ erweitert, welches sich inzwischen in der Planungsphase befindet. Hierbei ist geplant, in Zusammenarbeit mit einem Investor ein Seniorenheim zu errichten, welches in Abstimmung mit einem potenziellen Betreiber vorläufig nach folgenden Vorstellungen verwirklicht werden soll:

    - Neben mehreren Wohngruppen soll in das entstehende Gebäude die Koordinationsstelle für „Betreutes Wohnen zu Hause“ integriert werden, welche bisher noch im Rathaus angesiedelt ist.
    - Es sollen Räume für erforderliche Schulungen der Patinnen und Paten des Betreuten Wohnens, für öffentliche Veranstaltungen sowie für unterschiedlichste Nutzungsmöglichkeiten für die Bürgerinnen und Bürger des Marktes Pyrbaum vorgesehen werden. Beispielsweise wird überlegt, ein „öffentliches Bad“ für ältere Menschen, die zu Hause nicht mehr baden können, und Praxisräume (evtl. wechselweise besetzt) zur ärztlichen Versorgung vorzuhalten. Die dazu nötigen Planungsvorgänge sind allerdings noch nicht abgeschlossen.

    Auf diese Art und Weise sollen Synergieeffekte zwischen den Leistungen der Pflegeeinrichtung sowie der eingestreuten Tagespflege, einer ambulanten Pflegestation und den Leistungen des Betreuten Wohnens genutzt werden. Daneben sollen Veranstaltungen von Vereinen, Kindergärten, Musikgruppen sowie regelmäßige Besuche der Patinnen und Paten u.v.m. in das Gesamtkonzept eingebunden werden. Damit kann und soll eine Integration sowie eine Teilhabe am öffentlichen Leben der älteren Menschen in Pyrbaum gestärkt werden. Alle Pyrbaumer Bevölkerungsschichten - angefangen von Kindergartenkindern bis hin zu Familien und aktiven älteren Menschen - sollen durch Aktivitäten in generationsübergreifenden Projekten einbezogen werden, so dass ein „Wir-Gefühl“ entwickelt und eine gegenseitige Verantwortung der Generationen in das Bewusstsein gerückt wird.
     
  • III. Zielsetzung
    Über das Projekt „Betreutes Wohnen zu Hause“ sollen die unterschiedlichsten Angebote für älter Menschen – ob von Ehrenamtlichen, Vereinen, Kirchen, Wohlfahrtsverbänden, gewerblichen Anbietern oder sonstigen Organisationen – vernetzt, gebündelt und über die hierfür eingerichtete „Koordinationsstelle“ an jede Interessierte und jeden Interessierten vermittelt werden, so dass eine Vielzahl von Leistungen unterschiedlichster Anbieter gezielt an einer Stelle abgerufen werden können. Dadurch fühlen sich die Seniorinnen und Senioren der Marktgemeinde - angefangen von der aktiven Ruheständlerin und vom aktiven Ruheständler bis hin zur Schwerstpflegebedürftigen bzw. zum Schwerstpflegebedürftigen - in Pyrbaum gut aufgehoben und betreut.

    Durch die Einbindung aller Bevölkerungsschichten in generationenübergreifende Aktivitäten wird ein Zusammengehörigkeitsgefühl erreicht, welches das Verantwortungsbewusstsein eines jeden Einzelnen für seine Mitbürgerinnen und -bürger widerspiegelt. Jede Einwohnerin und jeder Einwohner in Pyrbaum kann sich im Rahmen von ehrenamtlichen Tätigkeiten in die Versorgung und durch Einbindung der älteren Menschen in das öffentliche tägliche Leben einbringen und somit dazu beitragen, dass die Marktgemeinde Pyrbaum ein lebendiges und lebenswertes Umfeld für alle Altersgruppen bietet.

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Regierungsbezirk Oberfranken
Kategorie: Landkreise und kreisfreie Städte

Kommunale Seniorenpolitik des Landkreises Kulmbach

Kulmbach Ofr Plassenburg

Im Sommer 2009 beschloss der Kreistag Kulmbach in seinem zuständigen Ausschuss die Erstellung eines regional ausgerichteten Seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes. Die Ausarbeitung erfolgte trotz einer kleinräumigen Betrachtungsweise auf sehr breiter Basis. Insbesondere waren dabei eine Vielzahl regionaler Akteure wie beispielsweise politische Vertreterinnen und Vertreter der kreisangehörigen Städte, Märkte und Gemeinden und der Kreistagsfraktionen, Vertreterinnen und Vertreter aller Institutionen, Dienste und Einrichtungen sowie in der Seniorenarbeit sowohl beruflich als auch ehrenamtlich Aktive fest mit eingebunden.

Kulmbach Ofr Preisverleihung

Besonders hervorzuheben ist, dass mit der Konzepterstellung erstmals auch die ältere Landkreisbevölkerung selbst durch eine schriftliche Befragung unmittelbar mit beteiligt wurde. Mittels eines Fragebogens wurden insgesamt rund 5.250 Bürgerinnen und Bürger ab 60 Jahren und damit in etwa jede vierte Landkreisbewohnerin bzw. jeder vierte Landkreisbewohner aus dieser Altersgruppe mit einbezogen. Die beachtliche Rücklaufquote von 52 % dokumentiert besonders das rege Interesse der älteren Menschen an der Thematik.


 

 

  • I. Soziodemografische Situation im Landkreis Kulmbach

    Der Landkreis Kulmbach liegt im Herzen Oberfrankens und erstreckt sich auf einer Fläche von 656,41 km². Er umfasst 22 kreisangehörige Städte, Märkte und Gemeinden, in denen 74.491 Einwohner (Stand 31.12.2010) leben. Die Bevölkerungsdichte beträgt damit 113 Einwohner je km². Der Anteil der über 60-Jährigen an der Gesamtbevölkerung beträgt rund 27,6 % und wird voraussichtlich innerhalb der nächsten zehn Jahre auf über 33 % ansteigen.
     
  • II. Seniorenpolitik und Seniorenarbeit im Landkreis Kulmbach

    Integrierte Orts- und Entwicklungsplanung
    Insbesondere Bürgerinnen und Bürger mit Mobilitätseinschränkungen, aber auch jüngere Familien, beispielsweise Eltern mit Kinderwägen, profitieren von einer barrierearmen Umwelt. Obschon bereits in der Vergangenheit in allen Landkreisgemeinden weitestgehend auf eine barrierearme Gestaltung der öffentlichen Räume und Gebäude Wert gelegt wurde, wird hier nichtsdestotrotz noch weiterer Handlungsbedarf gesehen. Darüber hinaus gilt es für den Landkreis und die kreisangehörigen Gemeinden auch zukünftig, mit Öffentlichkeits- und Überzeugungsarbeit für weitere barrierearme Geschäfte, Apotheken und Arztpraxen zu werben.

    Beim Thema Nahversorgungsinfrastruktur (Lebensmittelgeschäfte, Gaststätten, Arztpraxen, Apotheken, Bankfilialen, Post) ist eine kleinräumige Betrachtungsweise in den einzelnen Landkreisgemeinden unumgänglich. Gerade für die älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger gewinnt die Wohnsitzgemeinde mit abnehmender Mobilität an zentraler Bedeutung. Auch wenn die weit überwiegende Mehrheit der Befragten sich mit ihrer Nahversorgungssituation vollauf zufrieden zeigt, weisen jedoch besonders die kleineren Gemeinden deutliche Angebotsdefizite auf. Hier gilt es, den bereits eingeschlagenen Weg zur Wiedergewinnung von unverzichtbarer Infrastruktur in kleineren Kommunen konsequent weiterzuverfolgen. Erste Dorfläden, mobile Läden und sogenannte Einkaufs- und Lieferdienste können hier bereits Erfolge vorweisen.

    Die Mobilität älterer Menschen zu gewährleisten ist speziell im ländlichen Raum von besonderer Bedeutung und dabei zugleich auch schwierig, weil hier die Wege oft besonders weit sind. Dabei erteilten die Bürgerinnen und Bürger in der Befragung dem öffentlichen Personennahverkehr des Landkreises überwiegend gute Noten. Ungeachtet dessen ist auch hier unter den älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern das eigene Auto das am häufigsten benutzte Verkehrsmittel. Da das Auto nicht nur als „Transportmittel“ zu sehen ist, sondern auch wesentlich zur Selbstbestimmung und Selbstständigkeit beiträgt, werden ältere Autofahrerinnen und Autofahrer bei der Nutzung durch spezielle Fahrtrainings, Sehtests sowie der Auffrischung der Kenntnisse von Verkehrsregeln gezielt unterstützt. Aber auch der Bedarf, „gefahren zu werden“, wird noch weiter zunehmen. Bereits bestehende Zusatzangebote wie Fahrdienste, Ruftaxis, Anruf-Linien-Taxis bzw. ehrenamtlich betriebene Bürgerbusse sollen zukünftig noch weiter ausgebaut werden.

    Wohnen zu Hause
    Zu Hause wohnen zu bleiben, in der angestammten Umgebung, im gewohnten Wohnumfeld, das ist die von den älteren Landkreisbürgerinnen und –bürgern überwiegend gewünschte Wohnform. Eine wichtige Voraussetzung für den Verbleib in der angestammten Wohnung und für ein Leben ohne starke Einschränkungen ist bei abnehmenden körperlichen Fähigkeiten die Anpassung der Wohnung und des unmittelbaren Wohnumfeldes an die veränderten Bedürfnisse. Fachliche Beratung bei der Wohnungsanpassung und auch organisatorische Unterstützung bei der Finanzierung von Baumaßnahmen erteilt die Wohnberatungsstelle im Landratsamt. Eine flächendeckende Versorgung mit Angeboten ambulanter Pflege und Betreuung sowie eine Reihe alltagspraktischer Hilfen wie beispielsweise Fahrdienste, Hausnotrufdienste, Haushaltshilfen und Essen auf Rädern ergänzen das Angebot sinnvoll.

    Als notwendig erachtet wurde weitergehende Information und Aufklärung über Wohnungsanpassungsmaßnahmen. Bei der Öffentlichkeitsarbeit zu diesem Thema soll nicht mehr nur die Zielgruppe mit akutem Handlungsbedarf, sondern auch bereits Ältere, die eine Renovierung ihrer Wohnung beabsichtigen, Berücksichtigung finden. Daneben sollen erste Mittagstische, die Mahlzeiten mit sozialen Kontakten verknüpfen und so der gesellschaftlichen Isolation älterer Mitbürgerinnen und Mitbürger vorbeugen, folgen.

    Präventive Angebote
    Altenspezifische Prävention will gesundes Altern, das heißt die Fähigkeit, den Lebensalltag weitgehend selbst zu gestalten und zugleich am Leben der Umgebung teilnehmen zu können, ermöglichen. Zahlreiche und vielfältige Angebote dieser Art sind im Landkreis Kulmbach bereits seit langem fest etabliert. Sowohl Einrichtungen der Offenen Seniorenarbeit als auch Wohlfahrtsverbände, Volkshochschulen, Sportvereine, Fitnessstudios oder Krankengymnastikpraxen bieten Sturzprophylaxe, Gedächtnistraining, Bewegungsübungen, sportliche Aktivitäten, Beratung in Ernährung und Wohnsicherheit usw. an. Das seniorenbezogene Präventionsangebot im Landkreis Kulmbach ist zwar weitreichend und vielfältig, allerdings im Wesentlichen auf die größeren Gemeinden konzentriert. Verstärkte organisatorische Unterstützung sollen daher die Bildung von Fahrgemeinschaften sowie die Einrichtung von Fahrdiensten zu den Veranstaltungen erfahren. Gemeinsame Trägerschaften sichern auch das Zustandekommen von Kursen und dergleichen, die andernfalls an einer zu geringen Teilnehmerzahl zu scheitern drohen würden. Die Zusammenarbeit auf diesem Gebiet soll daher noch stärker gefördert werden.

    Bürgerschaftliches Engagement von und für Seniorinnen und Senioren
    Im Landkreis Kulmbach ist bürgerschaftliches Engagement ein wesentlicher Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens, aufzufinden beispielsweise in den zahlreichen Vereinen, den Kirchengemeinden, der nachbarschaftlichen Hilfe oder in der Hospizarbeit. Daneben existiert im Landkreis auch ein erfolgreiches Projekt ehrenamtlichen Engagements, das über die „klassischen“ Betätigungsfelder wie beispielsweise in Vereinen oder kirchlichen Einrichtungen hinausgeht. Das in Mainleus befindliche Mehrgenerationenhaus bietet in Form der „Dienstleistungsdrehscheibe“ die Möglichkeit, einfache Dienstleistungen selbst anzubieten oder auch selbst in Anspruch zu nehmen. Daran sind Bürgerinnen und Bürger jeden Alters und Geschlechts und unterschiedlicher Herkunft beteiligt.

    Obwohl das vorhandene ehrenamtliche Potenzial im Landkreis bereits sehr anerkennenswert ist, müssen dessen weiterer Ausbau und auch die Gewinnung junger Menschen für das Ehrenamt weiterhin ein wichtiges Ziel bleiben. Aber auch einsame Menschen, denen ehrenamtliche Betätigung eine bessere Anbindung an ihre soziale Umgebung ermöglicht, sollen insbesondere geworben werden. Hierzu sind die Vernetzung der Anbieterinnen und Anbieter ehrenamtlicher Tätigkeiten noch weiter zu verbessern als auch mit einer noch energischeren Öffentlichkeitsarbeit die Bedeutung bürgerschaftlichen Engagements für das Gemeinwohl insgesamt und im Besonderen für das der älteren Menschen noch stärker herauszustellen.

    Unterstützung pflegender Angehöriger
    Die Unterstützung pflegender Angehöriger im Landkreis Kulmbach ist geprägt durch ein großes, weit reichendes Angebot an Beratung, Pflegekursen sowie Einzelbetreuung durch die ambulanten Dienste. Weitere bereits vorhandene Entlastungsmöglichkeiten sind die in nahezu allen stationären Einrichtungen vorgehaltenen (eingestreuten) Kurzzeitpflegeplätze sowie die Tagespflege. Drei positive Beispiele für ehrenamtliche Entlastungsangebote, nämlich die Aktionen „Pflegepaten“, „Demenzhelfer“ und „Zeit haben“, sollen hierbei gesonderte Erwähnung finden. Mit den beiden erstgenannten Projekten werden geschulte Ehrenamtliche stundenweise als „Pflegepaten“ bzw. „Demenzhelfer“ in Familien eingesetzt, um den Angehörigen eine (wenigstens kurzzeitige) „Erholung“ von ihren pflegerischen Tätigkeiten zu ermöglichen. Bei der dritten „Aktion“ führen Ehrenamtliche Besuchsdienste bei älteren Menschen durch und bieten ebenfalls stundenweise Betreuung zur Entlastung der pflegenden Angehörigen an.

    Um die bereits vorhandenen zahlreichen und vielfältigen Beratungs- und Unterstützungsangebote bei den pflegenden Angehörigen noch besser bekannt zu machen, ist die Öffentlichkeitsarbeit noch weiter zu verstärken. Auch die ambulanten Dienste, welche die Pflegebesuche nach § 37 SGB XI durchführen, sollen sich dabei beratend einschalten. Auch soll für eine noch bessere Vernetzung der einzelnen Anbieter gesorgt werden, um einzelne regional noch bestehende Versorgungsdefizite damit schließen zu können.

    Angebote für besondere Zielgruppen
    Mit den vorhandenen gerontopsychiatrischen Angeboten ist im Landkreis eine vergleichsweise vielfältige Struktur vorhanden. So gibt es beispielsweise für Menschen mit demenziellen Erkrankungen bzw. deren Angehörige eine Reihe von niedrigschwelligen Betreuungs- und Entlastungsangeboten sowie in Pflegeheimen beschützende Abteilungen. Alle Anbieter von Kurzzeitpflege nehmen auch demenziell Erkrankte auf.

    Da aufgrund der demografischen Entwicklung die Zahl der Nutzerinnen und Nutzer aber steigen wird, soll der Ausbau dieser Angebote auch zukünftig weiter vorangebracht werden. Stärker in den Fokus genommen werden sollen dabei Wohn- und Versorgungsangebote für ältere Menschen mit Depressionen und auch, wenngleich in deutlich kleinerem Umfang, für ältere Menschen mit Suchterkrankungen. Ein wachsender Bedarf wird bei der Betreuung von Menschen mit Demenzerkrankung in der Zukunft auch im Krankenhaus zu verzeichnen sein. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft – Landesverband Bayern e.V. – hat dafür ein Betreuungskonzept entwickelt, das als Begleiterinnen und Begleiter von Menschen mit Demenzerkrankung im Krankenhaus speziell dafür ausgebildete Ehrenamtliche vorsieht. Eine Umsetzung des Konzeptes auch in den Krankenhäusern des Landkreises ist denkbar.

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 Regierungsbezirk Mittelfranken
Kategorie: Landkreise und kreisfreie Städte

Kommunale Seniorenpolitik des Landkreises Fürth
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Der Landkreis Fürth unternahm bereits 1996 den ersten Schritt in Richtung „Senioren-politisches Gesamtkonzept“, als er das MODUS-Institut für Wirtschafts- und Sozialforschung Bamberg mit der Bedarfsermittlung nach Art. 69 AGSG beauftragte. Die Bestands- und Bedarfsermittlung wurde bereits drei Mal fortgeschrieben und ist aktuell auf der Internetseite des Landkreises veröffentlicht.

Mfr F _rth Preisverleihung M _nchen AlIm Rahmen der Altenhilfeplanung installierte das Institut MODUS die Internetplattform www.ahis-fuerth.de und informiert damit über Heim- und Pflegeplätze im Landkreis Fürth. Die stationären Einrichtungen aktualisieren laufend die freien Plätze.

 

 

  • I. Soziodemografische Situation des Landkreises Fürth
    Der Landkreis Fürth gehört zum Regierungsbezirk Mittelfranken und liegt im Westen des großstädtischen Ballungsraumes der Städte Nürnberg und Fürth. Er ist mit seiner Fläche von 308 Quadratkilometern der kleinste unter den 71 bayerischen Landkreisen.

    Im Rahmen der Bedarfsermittlung wurde auch die Bevölkerungsprojektion bis zum Jahr 2030 fortgeschrieben, die im Folgenden kurz zusammengefasst wird:
    Der Landkreis Fürth umfasst 14 Gemeinden, hier leben aktuell 115.628 Einwohner (Stand 31.12.2011). Aus der Bevölkerungsprojektion des MODUS-Instituts geht hervor, dass die Bevölkerung ab 65 Jahren von 2010 bis 2030 um 36% zunehmen wird, die Bevölkerung ab 80 Jahren steigt voraussichtlich sogar um 60%. Der Anteil der ab 65-Jährigen an der Ge-samtbevölkerung nimmt dabei von 20,6% im Jahr 2010 auf 27,7% im Jahr 2030 zu.

    Bevölkerungsentwicklung Landkreis Fürth 2010 bis 2030

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  • II. Seniorenpolitik und Seniorenarbeit im Landkreis Fürth

    Integrierte Orts- und Entwicklungsplanung
    Von den 14 Landkreis-Kommunen verfügen 11 über gewählte Seniorenvertretungen, in Roßtal ist der „Runde Tisch älter werden“, in Seukendorf und Tuchenbach sind vom Gemeinderat bestellte Seniorenbeauftragte für die Belange der älteren Menschen zuständig. In nahezu allen Kommunen beteiligen sich diese Vertreterinnen und Vertreter aktiv an der Orts- und Entwicklungsplanung. Sie nehmen an Gemeinderatssitzungen teil, führen Ortsbegehungen durch und prüfen bei Baumaßnahmen, ob die Belange der älteren Menschen und Menschen mit Behinderung berücksichtigt werden. Vorschläge zur Verbesserung geben sie direkt an die Bürgermeisterin bzw. den Bürgermeister weiter, wobei sie nach eigenen Angaben in der Regel ein offenes Ohr für ihre Belange finden. In den Sitzungen der „Arbeitsgemeinschaft Senioren im Landkreis Fürth“ (AG Senioren) tauschen sich die Akteure aus und regen zu neuen Aktivitäten an. Aufgrund der im Juli 2009 durchgeführten repräsentativen Seniorenbefragung erhielt der „Arbeitskreis Seniorenpolitisches Gesamtkonzept“ (AK Seniorenpol.Gesamtkonzept) den Auftrag, Empfehlungen zur Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs und der Apotheken-Erreichbarkeit im nördlichen Landkreis sowie zum Ausbau der kombinierten Geh- und Radwege zu erarbeiten. Die ersten beiden Empfehlungen sind bereits umgesetzt, die dritte zum großen Teil.

    Wohnen zu Hause
    Die Seniorenbefragung 2009 ergab, dass die Mehrzahl der älteren Menschen möglichst lange in der vertrauten Umgebung wohnen will, obwohl nur knapp 24 % des Wohnraums über eine seniorengerechte Ausstattung verfügt. Auf Anregung des „AK Seniorenpol. Gesamtkonzept“ wurde daher beim Regionalmanagement die Wohnraumberatung für Landkreisbürgerinnen und –bürger installiert. Die (ehrenamtlichen) Beraterinnen und Berater erarbeiten „vor Ort“ zusammen mit den Kundinnen und Kunden ein Konzept zur Verbesserung des Wohnumfeldes und geben Hinweise zur Finanzierung und zu Fördergeldern. Die ein- bis eineinhalbstündige Beratung kostet 25,00 €. Auf die Wohnraumberatung wird sowohl im Landkreismagazin als auch im Internet regelmäßig hingewiesen.

    Mfr F _rth Seniorenratgeber Brosch _reAußerdem werben die Wohnraumberaterinnen und -berater bei Veranstaltungen der örtlichen Seniorenvertretungen für das Angebot. Alltagsbegleiterinnen und -begleiter, die den Verbleib im gewohnten Umfeld erleichtern, bildet das Amt für Landwirtschaft zusammen mit dem Diakonischen Werk aus, ebenso die IHK Nürnberg. Das Angebot an ambulanten Pflegediensten im Landkreis ist sehr gut und im Internet unter www.ahis-fuerth.de, Modul 2, abrufbar. Im neu aufgelegten Ratgeber für Senioren sind alle Kontakte aufgelistet.

    Beratung, Information und Öffentlichkeitsarbeit
    Lt. der 2009 durchgeführten Seniorenbefragung kennen fast 95 % der älteren Menschen im Landkreis einen oder mehrere Ansprechpartnerinnen und -partner im Bereich der Altenhilfe, obwohl zum Befragungszeitpunkt weniger Seniorenvertretungen als jetzt aktiv waren und die Koordinierungsstelle für Seniorenangelegenheiten im Landratsamt noch nicht existierte. In allen Kommunen gibt es mittlerweile gewählte oder bestellte Seniorenvertretungen, die überwiegend in größeren Kommunen feste Sprechstunden für Ratsuchende anbieten. Seit 2006 können sich Bürgerinnen und Bürger im Internet unter www.ahis-fuerth.de in Modul 1 über freie Heim- und Pflegeplätze, in Modul 2 über ambulante Pflegedienste und seit 2009 in Modul 3 über die Angebote der „Offenen Altenhilfe“ (Seniorenclubs, Begegnungsstätten, Besuchsdienste, Beratungsstellen, Veranstaltungen) informieren. Die „Koordinierungsstelle für Seniorenangelegenheiten“ wurde 2009 eingerichtet. Sie ist u.a. für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Seniorenbereich zuständig und verfasst für das Landkreismagazin regelmäßig Artikel zu seniorenrelevanten Themen.

    Mfr F _rth PolitippAuf der Landkreis-Homepage www.landkreis-fuerth.de wurden Seiten für Senioren-Themen eingerichtet. Gemeinsam mit dem Polizeipräsidium Nürnberg wurde die Broschüre „POLI-TIPP – Sicherheitshinweise für Senioren“ erstellt. 2011 erschien die dritte Ausgabe des „Ratgebers für Senioren im Landkreis Fürth“. Zusammen mit der AG Senioren organisiert die Koordinierungsstelle den „Seniorentag“ am Landkreis-Stand auf der Consumenta.

    Präventive Angebote
    Mfr F _rth Wohnraumberatung Brosch _reNach Erhebungen des Instituts MODUS ist das präventive Angebot im Landkreis Fürth bereits sehr umfangreich. Die örtlichen Seniorenvertretungen, Sportvereine, Wohlfahrtsverbände und Kirchengemeinden bieten Veranstaltungen zu Ernährung, Demenz, Verkehrssicherheit, Alterssichtigkeit, Venenproblemen, Gedächtnistraining, Medikamenteneinnahme, Autogenes Training, Yoga, Brain-Walking, Sitztanz, Thermalbadbesuch, Gymnastik, Wanderungen etc. an. Die Koordinierungsstelle für Seniorenangelegenheiten organisierte 2011 als landkreisweites Präventionsangebot „Fit im Alter“ und „Fahrsicherheitstraining für Senioren“. Die aktuellen Angebote sind im neu aufgelegten Ratgeber für Senioren aufgeführt.

    Laut den Ergebnissen der Seniorenbefragung sollen in einigen Kommunen der Ausbau des Seniorensports und die Erhöhung der Bildungsangebote in Angriff genommen werden.

    Gesellschaftliche Teilhabe
    Dem „AK Seniorenpol. Gesamtkonzept“ wurde aufgrund der Ergebnisse der Seniorenbefragung empfohlen, die zahlreichen Angebote im Landkreis besser bekannt zu machen, attraktive Angebote für Jung-Senioren zu schaffen, Fahr-und Begleitdienste zu organisieren und die Mitbestimmung durch den Aufbau von Seniorenbeiräten/Beauftragten zu erhöhen. Seit dem Befragungszeitpunkt hat sich die Zahl der gewählten Seniorenvertretungen auf 11 erhöht, in Roßtal vertreten der „Runde Tisch älter werden“, in Seukendorf und Tuchenbach die Seniorenbeauftragten die Interessen der älteren Menschen. Im Internet sind unter Modul 3 von www.ahis-fuerth.de Altenclubs und Begegnungsstätten erfasst, die Veranstaltungen für Senioren sind aus dem Online-Veranstaltungskalender ersichtlich. Im neu aufgelegten Ratgeber für Senioren sind die Angebote für Freizeit und Bildung auf mehreren Seiten aufgelistet.

    Bürgerschaftliches Engagement von und für Seniorinnen und Senioren
    21,9 % der Landkreis-Senioren engagieren sich ehrenamtlich, z.B. in Nachbarschaftshilfen, bei Besuchsdiensten, in Seniorenvertretungen oder in stationären Einrichtungen der Altenhilfe. Lt. den Ergebnissen der Seniorenbefragung sollen Besuchsdienste und Nachbarschaftshilfen im Bedarfsfall ins Leben gerufen, vorhandene besser bekannt gemacht und das bürgerschaftliche Engagement noch stärker gefördert werden.

    Betreuung und Pflege
    Die Ergebnisse der Seniorenbefragung und die 3. Fortschreibung der Bestands- und Bedarfsermittlung im Bereich der ambulanten und stationären Pflege belegen, dass der Landkreis mit stationären Einrichtungen „sehr gut“, mit Kurz- und Tages-Pflegeplätzen „gut“ und mit ambulanten Pflegediensten „außerordentlich gut“ versorgt ist. 1996 erfolgte die erste Bestandsaufnahme. Die vierte Fortschreibung wird zurzeit vom wissenschaftlichen Institut MODUS erstellt. Im Internet können sich Landkreisbürgerinnen und -bürger seit 2005 unter www.ahis-fuerth.de über die derzeit 1.368 Plätze in Alten- und Pflegeheimen, Seniorenresidenzen und ambulant betreuten Wohngemeinschaften informieren. Es können freie Pflegeplätze (auch Kurzzeit- und Tagespflege) incl. der anfallenden Kosten abgefragt werden. Seit 2007 kann direkt über das Internet einer der 18 im Landkreis tätigen ambulanten Pflegedienste ausgesucht werden. Lt. Seniorenbefragung 2009 kennen nur 12 % der Senioren im Landkreis die vorhandenen stationären Einrichtungen. Die Koordinierungsstelle organisiert daher für die AG Senioren Besichtigungen. Im Landkreismagazin wird über Altenheime, Kurzzeit- und Tagespflege und ambulant betreute Wohngemeinschaften je nach Anlass berichtet.

    Unterstützung pflegender Angehöriger
    Im Landkreis Fürth sind knapp 14 Prozent der älteren Menschen pflegebedürftig, etwa die Hälfte wird von Angehörigen zu Hause gepflegt. 43 Prozent der Angehörigen greift auf ambulante Pflegedienste zurück. Die Versorgung mit ambulanten Pflegediensten im Landkreis ist sehr gut. Zur Entlastung der pflegenden Angehörigen tragen die Kurzzeit- und Tagespflegeplätze bei. Da lt. Seniorenbefragung zu wenig Senioren das Angebot kennen, wird im Landkreismagazin dafür immer wieder geworben, ebenso für das „Netzwerk Pflege Fürth – Beratung für pflegende Angehörige“, das 1999 von AWO, BRK, Caritas und Diakonischem Werk ins Leben gerufen wurde und die pflegenden Angehörigen bei ihrer wichtigen Aufgabe unterstützt. Der Förderverein Netzwerk Pflege e.V. unterstützt das Netzwerk finanziell.

    Angebote für besondere Zielgruppen
    Dazu gehören ältere Menschen mit demenziellen Erkrankungen, Depressionen, Behinderungen, psychischen Erkrankungen sowie ältere Menschen mit Migrationshintergrund. Im Landkreis Fürth verfügen drei Pflegeheime über insgesamt 70 „Beschützende Plätze“. Vier Tagespflegen mit insgesamt 31 Plätzen kümmern sich um (vorwiegend ältere) Menschen mit demenziellen Erkrankungen. Die drei ambulant betreuten Wohngemeinschaften im Landkreis bieten 43 demenziell Erkrankten ein Zuhause. Nicht pflegebedürftige ältere Menschen mit Depressionen/seelischen Erkrankungen können die Gerontopsychiatrischen Tagesklinik in Erlangen besuchen. Die Geriatrische Rehabilitation des Klinikums Fürth bereitet Erkrankte auf die Rückkehr in das häusliche Umfeld vor und bezieht auch die Angehörigen in den Prozess ein. Betroffene und ihre Angehörigen finden ferner Unterstützung beim Sozialpädagogi-schen Dienst im Landratsamt Fürth, bei der Betreuungsstelle des Landkreises, beim Netzwerk Pflege, bei der Gerontopsychiatrischen Fachkoordination Mittelfranken, beim Sozial-psychiatrischen Dienst für Stadt und Landkreis Fürth, beim Fürther Bündnis gegen Depression e.V., beim Krisendienst Mittelfranken und bei Selbsthilfegruppen im Landkreis. Erstmals wurde 2011 von der Koordinierungsstelle für Seniorenangelegenheiten in Kooperation mit dem Diakonischen Werk die Info-Veranstaltung für Angehörige von demenziell Erkrankten „Wohngemeinschaft? Hausgemeinschaft? Pflegeheim? Möglichkeiten der Betreuung von Menschen mit Demenz im Landkreis Fürth“ durchgeführt.

    Steuerung, Kooperation, Koordination und Vernetzung
    Zur Erarbeitung des Seniorenpolitischen Gesamtkonzepts richtete der Landkreis im Jahr 2010 den „Arbeitskreis Seniorenpolitisches Gesamtkonzept“ ein. Für 2012 ist die Vorlage des Schlussberichts für den Kreistag, die Bürgermeister-Dienstbesprechung und die Arbeitsgemeinschaft Senioren vorgesehen. Aus dem Bericht wird das Seniorenpolitische Leitbild für den Landkreis Fürth und seine Kommunen entwickelt. Die „Arbeitsgemeinschaft Senioren im Landkreis Fürth“ wurde 2008 ins Leben gerufen. Die Vorsitzenden der örtlichen Seniorenvertretungen bzw. die Seniorenbeauftragten der Landkreis-Kommunen treffen sich mehrmals jährlich zum Erfahrungsaustausch und zur Fortbildung. Betreut wird die AG Senioren von der 2009 installierten „Koordinierungsstelle für Seniorenangelegenheiten“. Diese ist angesiedelt im Sachgebiet 23 „Sozialwesen“ der Abteilung 2 „Kommunale und soziale Angelegenheiten“. Aufgabe der Koordinierungsstelle ist u.a. die Organisation der Sitzungen/Fortbildungen der AG Senioren sowie der Sitzungen des AK Seniorenpol. Gesamtkonzept und die Vernetzung mit internen und externen Akteuren der Seniorenarbeit. Weitere Aufgaben sind Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und Altenhilfeförderung.

    Hospiz- und Palliativversorgung
    Im Landkreis Fürth stehen Ratsuchenden (neben den Hilfen der behandelnden Ärzte) auch die Angebote des Hospizvereins Fürth zur Verfügung. Seit 2006 können im Altenpflegeheim der AWO in Zirndorf vier Hospiz-Appartements von Patientinnen und Patienten, deren Ver-sorgung im häuslichen Umfeld nicht mehr möglich ist, belegt werden. Die Patientinnen und Patienten werden von Palliativ-Care-Fachkräften und Ehrenamtlichen versorgt. Der Hospizverein vermittelt auch stationäre Betten in Pflegeheimen mit besonders geschultem Personal. Seit 1.12.2009 kümmert sich die vom Hospiz-Verein gegründete Palliativ-Care Team Fürth gGmbH um eine spezialisierte ambulante Palliativ-Versorgung im Landkreis. Auch einige der im Landkreis tätigen ambulanten Pflegedienste und Seniorenpflegeheime bieten spezielle Palliativ-Versorgung an.

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Regierungsbezirk Unterfranken
Kategorie: Landkreise und kreisfreie Städte

Kommunale Seniorenpolitik des Landkreises Würzburg und der Stadt Würzburg auf der Basis einer integrierten Pflegebedarfsplanung

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Stadt und Landkreis Würzburg haben im Februar 2010 beschlossen, ein gemeinsames Seniorenpolitisches Konzept zu erstellen. Damit sollte den engen Verflechtungen der beiden Kommunen Rechnung getragen werden.

  • I. Soziodemografische Situation in Stadt und Landkreis Würzburg

    Der Landkreis Würzburg mit seinen 52 kreisangehörigen Städten, Märkten und Gemeinden, in denen zurzeit rund 160.000 Einwohner leben, erstreckt sich auf einer Fläche von 968,4 km² und umschließt das Gebiet der Stadt Würzburg mit einer Fläche von 87 km², in der derzeit rund 135.000 Menschen leben. Die demografische Entwicklung wird in Stadt und Landkreis unterschiedlich verlaufen.

    Landkreis Würzburg
    Bereits in den letzten zwanzig Jahren stieg die absolute Zahl der älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger im Landkreis Würzburg im Alter von 65 Jahren und älter von 18.187 Personen um mehr als 11.000 (61 Prozent) auf 29.332 Personen an. Dieser Trend wird sich grundsätzlich in der Zukunft fortsetzen. In den nächsten zwanzig Jahren wird deren Anteil nochmals um 17.000 Personen zunehmen; im Landkreis Würzburg werden dann voraussichtlich 46.586 Personen leben, die 65 Jahre und älter sind.

    Stadt Würzburg
    Im Vergleich dazu stieg in der Stadt Würzburg die Anzahl der älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger seit 1989 um 3570 (16 Prozent) von 22.369 auf 25.939 Bewohner an. In den nächsten zwanzig Jahren wird sich deren Anteil um rund weitere 5.000 Personen auf dann 30.863 Bewohner erhöhen.
     
  • II. Seniorenpolitik und Seniorenarbeit in Stadt und Landkreis Würzburg

    Pflege und Betreuung
    Gemeinsame Pflegebedarfsplanung für Stadt und Landkreis Würzburg als integraler Bestandteil beider Seniorenpolitischer Gesamtkonzepte
    Für die Region Würzburg ist festzuhalten, dass auf den ersten Blick die standardisierten Inanspruchnahmequoten der Stadt überdurchschnittlich und im Landkreis unterdurchschnittlich hoch sind. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass gerade die Inanspruchnahme vollstationärer Dauerpflege auch von den zur Verfügung stehenden Standorten der Pflegeheime abhängig ist. Unter Berücksichtigung aller Aspekte kann und muss davon ausgegangen werden, dass die Pflegeheime in der Stadt Würzburg zu einem erheblichen Anteil auch von Bewohnerinnen und Bewohnern des Landkreises genutzt werden. Der Anteil liegt bei ca. 700 stationären Pflegeplätzen im Stadtgebiet Würzburg.

    Die Unterschiede der Inanspruchnahme in Stadt und Land sind somit vor allem auf die unterschiedliche Versorgungsstruktur zurückzuführen. Folglich ist in der Stadt kein weiterer Bedarf an stationären Pflegeplätzen. Allerdings sind vorhandene Einrichtungen zu erneuern und General zu sanieren, was in zunehmendem Maße von den Trägern versucht wird. Im Landkreis Würzburg wird für den Bedarf der Bevölkerung ein moderater Ausbau stationäre Pflegeplätze empfohlen. In den vergangenen beiden Jahren wurde dieser Erkenntnis gefolgt. In den Orten Giebelstadt, Reichenberg, Kürnach, Eibelstadt und Estenfeld entstanden neue Pflegeeinrichtungen.

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    Pflegestützpunkt Region Würzburg
    Nach dem Grundsatz „ambulant vor stationär“ und „offen vor ambulant“ wird entsprechend der gesetzlichen Vorgaben der Pflegereform 2008 und den Entwürfen für eine Pflegereform 2013 eine bessere Verzahnung von Altenhilfe und Pflegestrukturen erforderlich. Diese Entwicklung betraf auch die konkrete Ausgestaltung eines gemeinsamen Pflegestützpunktes von Stadt und Landkreis Würzburg und der Pflegekassen. Hierbei kooperiert das Kommu-nalunternehmen des Landkreises Würzburg mit dem Sozialreferat der Stadt Würzburg, der AOK Würzburg, HALMA e.V. und der Beratungsstelle für Senioren und Menschen mit Behinderungen der Stadt Würzburg. Der Pflegestützpunkt fungiert als erste Anlaufstelle für alle pflegerelevanten Fragestellungen. Dieses wohnortnahe Angebot in zentraler Lage richtet sich an Pflegebedürftige und deren Angehörige sowie auch an die Personen, die Informationen zu diesen Themen suchen, um im Falle der Pflegebedürftigkeit vorbereitet zu sein. Im Pflegestützpunkt werden Care und Case Management bereitgestellt.

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    Dabei ist es wichtig, dass unter Einbeziehung der Ressourcen und Potentiale des Alters, des sozialbürgerschaftlichen Engagements (BE) und der Netzwerke der kirchlichen Träger und Wohlfahrtsverbände, die weiteren Initiativen in den Stadteilen und die quartiersnahen Versorgungs- und Hilfsstrukturen optimiert werden. Unter Wahrung ihrer Autonomie und des Subsidiaritätsprinzips sollen alle Akteure im Pflegestützpunkt der Region Würzburg ihren Beitrag bei der Organisation des Sozialen in der Koordinationsstelle für Ehrenamt und Selbsthilfe (KES) einbringen. Stadt und Landkreis Würzburg verstehen den Pflegestützpunkt als elementaren Bestandteil der Sozialpolitik in ihrer Gesamtheit, die im Seniorenpolitischen Gesamtkonzept in den elf Handlungsfeldern konsequent und zukunftsweisend formuliert wurden. www.pflegestuetzpunkt-wuerzburg.info
    www.wuerzburg.de/de/gesundheit-soziales/senioren/15988

    Bürgerschaftliches Engagement von und für Seniorinnen und Senioren
    Die Bedeutung bürgerschaftlichen Engagements ist bereits heute im sozialen Bereich nicht zu unterschätzen und wird auch in Zukunft einen wesentlichen Faktor bei der Bereitstellung eines funktionierenden sozialen Netzes darstellen. Derzeit gibt es ein Potential an “jungen Alten” und bei vielen dieser Menschen besteht die Bereitschaft, sich zu engagieren. Die Bürgerbefragung hat ergeben, dass es eine Gruppe von “Willigen” gibt, die noch kein Betätigungsfeld gefunden haben. Um dieses Potential zu nutzen, ist es sinnvoll, das Ehrenamt zu koordinieren, Helfende und Hilfesuchende zusammenzubringen und ggf. eine fachliche Begleitung zu bieten.

    Wohnen zu Hause
    Mit der zu erwartenden Zunahme der Zahl Älterer wird auch die Nachfrage nach altersgerechten Wohnungen, unterstützenden Hilfen im Haushalt und Hilfe bei der Entwicklung von Pflege- und Betreuungsarrangements zunehmen.
    Um möglichst lange in den eigenen vier Wänden leben und wohnen zu können, ist bei abnehmenden körperlichen Fähigkeiten die Anpassung der Wohnung und des unmittelbaren Wohnumfeldes an die veränderten Bedürfnisse erforderlich. Wohnberatung und Wohnungsanpassung sind daher wichtige Voraussetzung, um rechtzeitig Vorsorge zu treffen. Die Beratungsstelle für Senioren und Menschen mit Behinderung der Stadt Würzburg ist eine offizielle Wohnungsberatungsstelle. Dieses Angebot steht zunächst nur den Bürgern der Stadt Würz-burg zur Verfügung. Aus diesem Grund sieht der Landkreis Würzburg die Notwendigkeit, das Beratungsangebot für sein Hoheitsgebiet entsprechend auszuweiten.
    Im Gebiet der Stadt und des Landkreises Würzburg gibt es ein flächendeckendes Angebot an Mahlzeitendiensten/Essen auf Rädern sowie bei Notrufdiensten. Anders sieht es mit dem Angebot an Fahrdiensten aus. Der Bedarf an Krankenfahrdiensten wird durch mehrere professionelle Anbieter gedeckt. Stadt und Landkreis Würzburg sehen aber die Notwendigkeit, Älteren, die nicht mehr selbständig mobil sind, mit Hilfen von Hol- und Bringdiensten die Teilnahme an Veranstaltungen oder die Erledigung persönlicher Angelegenheiten zu ermöglichen und zu diesem Zweck Fahrdienste auf ehrenamtlicher Basis zu entwickeln.

    Unterstützung pflegender Angehöriger
    In Stadt und Landkreis Würzburg gibt es ein großes Potential an familiärer Unterstützung. Auch können pflegende Angehörige auf eine Reihe von Entlastungsmöglichkeiten (Betreuungsgruppen, Helferkreise, Kurzzeit- und Tagespflege) zurückgreifen. Dennoch wird aus der Sicht der betroffenen Angehörigen das Angebot insofern als unzureichend angesehen, als nicht immer bei Bedarf eine umfassende Versorgung geleistet werden kann. Aus diesem Grund wird die Notwendigkeit gesehen, das Unterstützungsangebot für pflegende Angehörige weiter auszubauen. Daneben wird die Notwendigkeit gesehen, im Landkreis Würzburg Angehörige über die Unterstützungsangebote besser zu informieren.

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Regierungsbezirk Schwaben
Kategorie: Kreisangehörige Städte und Gemeinden

Seniorenpolitisches Gesamtkonzept der Gemeinde Lamerdingen

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Im Herbst 2009 wurde Ditrun Steinseifer-Vogel in der Gemeinde Lamerdingen, vgl. www.lamerdingen.de, zur Seniorenbeauftragten bestellt.

Damit legte die Gemeinde ihren sozialen Schwerpunkt auf den Bereich: Familie und Senioren.

Als erste Arbeitsgrundlage erstellte die Seniorenbeauftragte für die zukünftige Seniorenarbeit das Konzept „Herzensangelegenheit“, welches 2009 beim Förderpreis für örtliche Seniorenkonzepte des Landkreises Ostallgäu den 1. Preis erhielt und 2010 über das Bayerische Staatsministerium mit dem 1. Preis für zukunftorientierte Seniorenkonzepte in Bayern, im Regierungsbezirk Schwaben, ausgezeichnet wurde.

Aufgrund einer Bedarfsanalyse zur Erfassung der IST – Situation vor Ort, den gewonnenen Ergebnissen aus den Erfahrungen in der Umsetzung des Konzepts in den ersten Monaten zeichneten sich bereits nach geraumer Zeit gute Erfolge in den einzelnen Handlungsfeldern ab. Maßgeblich unterstützt und begleitet wurde die Gemeinde vom Seniorenbeauftragten des Landkreises Ostallgäu, Alexander Zoller. Dieser setzt gemeinsam mit den 45 Gemeinden des Landkreises das Ostallgäuer Seniorenkonzept um, welches 2008 in der Kategorie Landkreise und kreisfreie Städte mit dem 2.Platz im Regierungsbezirk Schwaben geehrt wurde.

Innerhalb des Flächenlandkreises Ostallgäu zählt Lamerdingen mit seinen vier Dör-fern/Ortsteilen Dillishausen, Großkitzighofen, Kleinkitzighofen und Lamerdingen zu den kleineren Gemeinden.

  • I. Soziodemografische Situation der Gemeinde Lamerdingen

    Die Gemeinde Lamerdingen liegt im Landkreis Ostallgäu, ca. 6 Kilometer nördlich der Stadt Buchloe. Lamerdingen umfasst auf einer Fläche von 34,2 km² die Ortsteile Dillishausen mit Eschenlohmühle und Weiß, Großkitzighofen mit Nassenwang, Kleinkitzighofen und Lamer-dingen mit Kreuzhof, Fischerhof und Schmidhof. Aktuell leben 1833 Männer und Frauen in der Gemeinde und den Ortsteilen (Stand 17.09.2012).

    Der Anteil der Bevölkerung über 65 Jahren wächst seit dem Jahr 2000 kontinuierlich. Im Jahr 2030 wird diese Gruppe in Lamerdingen mit voraussichtlich 42 Prozent die größte Bevölkerungsgruppe darstellen. Die Gemeinde setzt daher bereits seit längeren umfassend mit seniorenpolitischen Themen- und Fragestellungen auseinander. Aus dem seniorenpolitischen Gesamtkonzept wird ersichtlich, dass die Fähigkeiten und Möglichkeiten älterer Mitbürgerinnen und Mitbürger soweit wie möglich genutzt und erhalten werden sollen.

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  • II. Seniorenpolitik und Seniorenarbeit in der Gemeinde Lamerdingen

    Integrierte Orts- und Entwicklungsplanung
    Mit der Fertigstellung des Dorfgemeinschaftshauses im Jahre 2010, indem auch die Gemeindekanzlei integriert wurde, ist ein durchgängiger barrierefreier Zugang zur Gemeindekanzlei geschaffen worden, so auch zu den öffentlichen Räumlichkeiten, wie Festsaal, Gymnastik- und Multifunktionsräumen, einschließlich aller Toiletten, sowie einer zusätzlichen behindertengerechten Toilette. Die Zugänge zu den Kirchen und Friedhöfen, Vereinsräumlichkeiten und Sportanlagen, sind ebenfalls behindertengerecht ausgestattet. In den Kirchen der vier Dörfer, wurde je ein Herzenswunschbriefkasten installiert. Hierüber gelangen, für jede Bürgerin und jeden Bürger erreichbar, auf unmittelbarem Wege Herzenswünsche, Sorgen oder Nöte direkt an die Seniorenbeauftragte.

    Im Ortsteil Lamerdingen befindet sich eine Bank. Die Post wird täglich zugestellt und ausgehende Post kann der Postausträgerin bzw. dem Postausträger mitgegeben werden. Den Bürgerinnen und Bürgern steht über das Seniorenprojekt „Herzensangelegenheit“ auch ein Hol- und Bringdienst – falls erwünscht - zur Verfügung. Parallel dazu funktioniert die örtliche Nachbarschaftshilfe sehr gut.

    Die Mobilität der älteren Menschen wird über Angehörige, Nachbarschaftshilfe und ehrenamtliche Helferinnen und Helfer gewährleistet.

    Die Gemeinde Lamerdingen gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Buchloe. Die Buchloer Hausärzte führen in regelmäßigen Abständen Hausbesuche bei den älteren Menschen durch. Die Apotheken, die sich ebenfalls in Buchloe befinden, haben einen kostenlosen Bringservice eingerichtet.

    Wohnen zu Hause
    Die örtliche Seniorenbeauftragte, die über spezielle Kenntnisse im Bereich der Wohnraumanpassung und Hilfsmittelversorgung verfügt, führt Hausbesuche und Beratungen vor Ort in der Regel mit ortsansässigen Handwerkerinnen und Handwerkern selbst durch. Vorrangig betrachtet sie und ihr ehrenamtliches Team es als Aufgabe, die Wohn- und Lebensqualität älter werdender Menschen, kranker und hilfsbedürftiger Bürgerinnen und Bürger zu schützen und zu stärken, und ihnen ein selbstbestimmtes Leben und Wohnen im Alter – in vertrauter Umgebung – in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen.

    Durch präventive Hausbesuche kann zeitnah reagiert werden. Ein fachlich qualifiziertes Team, welches ehrenamtlich arbeitet, ist in der Regel in der Lage, maßgeschneiderte Lösungen vor Ort anzubieten. Eine Vernetzung mit professionellen Dienstleistungsanbietern, wie der Sozialstation oder im hauswirtschaftlichen und handwerklichen Bereich, bieten zu Sonderkonditionen ihre Dienste an, die wenn erforderlich, auch ehramtlich durchgeführt werden.

    Die Nachbarschaftshilfe leistet ebenfalls einen nicht zu unterschätzenden Beitrag. Alle Akteure zusammen, sind Teil des „Sozialen Netzwerks der Gemeinde Lamerdingen“. Gemeinsam ermöglichen sie, dass die älteren Mesnchen bis ins hohe Alter in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können.
    Durch vermehrte Öffentlichkeitsarbeit achten Bürgerinnen und Bürger inzwischen beim Hausbau verstärkt auf barrierefreies Bauen. In Planung steht der Aufbau einer Tagespflegeeinrichtung und einem niedrigschwelligen Angebot für Menschen mit Demenzerkrankung. An alternativen Wohnformen ist mittelfristig eine Ambulant betreute Wohngemeinschaft geplant, um Bürgerinnen und Bürger aufzufangen, die ansonsten aufgrund ihrer fortgeschrittenen Demenz die Gemeinde verlassen müssten bzw. in ein Pflegeheim im Landkreis umziehen müssten.

    Beratung, Information und Öffentlichkeitsarbeit
    Die Seniorenbeauftragte bietet einmal wöchentlich eine ganztägige soziale Beratungssprechstunde im Bürgerbüro der Gemeindekanzlei an und führt mit ihrem Team bei Bedarf auch Beratungen und Besuchsdienste im häuslichen Bereich der Bürgerinnen und Bürger durch. Die Besuche haben zum einen präventiven Charakter und werden zum anderen auch von konkreten Hilfen, Maßnahmen und Beratungen begleitet.

    Ein wichtiger Bestandteil in der Beratungsarbeit u.a. ist auch die Prüfung, ob eine Vorsorgevollmacht, Patienten- und Betreuungsverfügung besteht. Für Notfälle und Krankenhausaufenthalte wird gemeinsam mit den älteren Mitbürgerinnen und -bürgern und deren Angehörigen eine Notfallmappe erstellt, die ggf. durch einen Überleitungsbogen mit den Alltagskompetenzen für Menschen mit Demenzerkrankung ergänzt wird.

    Mehrere generationsübergreifende Informationsveranstaltungen, in Verbindung mit Unterstützung der Betreuungsstelle des Landratsamtes Ostallgäu wurden durchgeführt und fanden großen Anklang in der Bevölkerung.

    Eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit zu generationsübergreifenden Angeboten im Bereich von Bildung und Kultur wird intensiv betrieben und findet Anerkennung über die gut besuchten Veranstaltungen. Gemeinsam mit der Bürgerstiftung Ostallgäu fanden mehrere Internet- und EDV Einführungskurse für Ältere statt.

    Präventive Angebote
    Die Prävention erfolgt vor allem über gesundheitsfördernde Aktivitäten, Fortbildungsangebote und Aufklärungen im Bereich von gerontopsychiatrischen Erkrankungen und der damit verbundenen Maßnahmen. Vor Ort gibt es ein breites Angebot von Gymnastikgruppen für jede Altersgruppe. In Kursen wurde gezielt auch Sturzprophylaxe vermittelt. In den kommenden Wintermonaten werden erstmals „Aktiva Sitzungen“, ein aktives kognitives Stimulationstraining - als Vorbeugung im Alter, angeboten.

    Gesellschaftliche Teilhabe
    Die Seniorenbeauftragte veranstaltet mit ihrem Team, im Dorfgemeinschaftshaus der Gemeinde, regelmäßig von April bis einschl. Oktober, generationsübergreifende Angebote im Bereich der Bildung, Spiel, Kultur und Kommunikation an. Diese Aktionen finden über das Generationencafe und über die Frauenfrühstücke am Samstagmorgen statt. In den Wintermonaten wird die gesellschaftliche Seite durch die Pfarreiengemeinschaft sowie über die Vereine abgedeckt. Die Resonanz aus der Bevölkerung ist stets sehr groß.

    Ein Treffpunkt für die ältere Generation, zwischen 80 – und 97 Jahren, bietet das Cafe „Sellichsmol – Damals“. Es dient der Kommunikation und der Gemeinschaft mit Gleichaltrigen. Hier werden Erinnerungen ausgetauscht und miteinander geteilt. Heimat und Brauchtum Raum gegeben. Aktivierung und Förderung durch individuelle Angebote für den Erhalt der Selbständigkeit geboten und somit gleichzeitig die pflegenden Angehörigen entlastet.

    Bürgerschaftliches Engagement für und von Seniorinnen und Senioren
    In ländlichen Kommunen setzt sich ein vielfältiges Engagement durch Bürger der Pfarrgemeinden, Vereinen und gewachsener Nachbarschaftshilfe zusammen. Inzwischen wurde ein Helferinnen-/Helfer- und Besucherinnen- bzw. Besucherkreis ins Leben gerufen. Es handelt sich um engagierte Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde. Bürgerinnen und Bürger, die sich über viele Jahre in der Gemeinde verdient gemacht haben, wurden im vergangenen Jahr über eine Ehrenamtsreihe im örtlichen Gemeinde-Informationsblatt vorgestellt und im Rahmen eines Interviews porträtiert. Diese öffentliche Aktion, sprich das Reden über das Ehrenamt, hat zu einer neuen Kultur der Wertschätzung bei den Bürgerinnen und Bürgern geführt und soll in diesem Jahr fortgesetzt werden.
    Die Seniorenbeauftragte koordiniert die ehrenamtliche soziale Arbeit vor Ort, bildet Teams und verteilt die Aufgabe auf vielen Schultern. Entscheidend mit für den zukünftigen Erfolg ist, dass sie konsequent darauf achtet, dass jeder Aufgabenbereich der Verantwortung einer Projektleitung untersteht.
    Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Nachhaltigkeit, da mit „Eintagsfliegen“ niemandem gedient ist.

    Betreuung und Pflege
    Aufgrund der Randlage der Gemeinde im Landkreis Ostallgäu sind die Angebote für (pflegebedürftige) ältere Menschen in der kreisfreien Stadt Kaufbeuren nur mit einem erheblichen Fahrtaufwand zu erreichen. Die Gemeinde möchte daher vor Ort ein niedrigschwelliges Tagesangebot schaffen und die Seniorenbeauftragte ist aktuell in der Planung einer Tagespflege für pflegebedürftige und demenzerkrankte Bürgerinnen und Bürger. Diese Aufbaumaßnahmen werden begleitet von Vorträgen und Informationen zum Krankheitsbild Demenz. Ziel ist, ausgewogen und sachgerecht zu informieren und aufzuzeigen, dass man der Diagnose Demenz nicht machtlos gegenüberstehen muss, sondern über geeignete (Selbsthilfe-) Maßnahmen den Verlauf der Krankheit positiv beeinflussen kann.

    Ein zweiter Kurs zur Ausbildung ehrenamtlicher Demenzhelferinnen und -helfer ist für 2012 geplant. Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer sind für die Tagesbetreuung und für den häuslichen Bereich vorgesehen.

    Der Landkreis Ostallgäu unterstützt den Aufbau ehrenamtlicher Strukturen. Er bietet zum Beispiel im Sommer 2012 gemeinsam mit dem Kooperationspartner Familiengesundheit 21 e.V. aus Memmingen, die Ausbildung zur ehrenamtlichen Demenzhelferin bzw. zum ehrenamtlichen Demenzhelfer für den nördlichen Landkreis an. Interessierte Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Lamerdingen werden an diesem Kurs teilnehmen.

    Als Unterstützung für die Seniorenbeauftragte ist geplant im häuslichen Bereich - über die Gemeinde  - eine Altenpflegerin einzustellen.

    Unterstützung pflegender Angehöriger
    Eine möglichst frühzeitige Pflegeberatung ist der örtlichen Seniorenbeauftragten ein wichtiges Anliegen. Hier kann sie eigene berufliche Erfahrungen mit einbringen. Sie ist jedoch auch gut vernetzt mit der Sozialstation der Caritas, Ärzten und Therapeuten. Ein Gesprächskreis für Pflegende Angehörige wurde ins Leben gerufen.

    Angebote für besondere Zielgruppen
    Die Seniorenbeauftragte arbeitet aktuell in der Steuerungsgruppe zur Entwicklung des Ostallgäuer Demenzkonzeptes mit. Ziel ist es, ein bedarfsgerechtes, nachhaltiges und finanzierbares Handlungs-Konzept für den Demenzbereich zu erstellen. Die Angebote für demenzerkrankte Bürgerinnen und Bürger in der Gemeinde Lamerdingen werden in das Handlungskonzept des Landkreises eingebettet und bei Bedarf weiter ausgebaut.

    Kooperationen und Koordinationsstrukturen
    Zur Förderung des Austausches führt die Seniorenbeauftragte runde Tische in der Gemeinde ein. Ein regelmäßiger Kontakt besteht mit den Pfarrgemeinden und Vereinen, so dass eine gemeinsame Jahresplanung möglich ist.

    In diesem Jahr ist erstmals ein interdisziplinärer Austausch zum Thema „Krankheit und Pflege im Alter“ – eine Herausforderung für ländliche Kommunen, geplant.

    Fachliche Begleitung und Unterstützung erhält die Gemeinde über den hauptamtlichen Seniorenbeauftragten des Landkreises. Dieser sorgt auch für die regelmäßigen Treffen und den kollegialen Austausch unter den Seniorenbeauftragten und bietet themenspezifische Fortbildungsveranstaltungen an.

    Hospiz- und Palliativversorgung
    Über die Leitung des Seniorenprojekts „In guten Händen“ – einer Krankenschwester mit Hospiz- und Palliativausbildung - findet eine Begleitung schwerkranker Bürgerinnen und Bürger sowie eine Sterbebegleitung statt. Zwei weitere Fachkräfte stehen für den nächtlichen Bedarf zur Verfügung. Im nächstliegenden Krankenhaus können schwerkranke Bürgerinnen und Bürger, wenn erforderlich und erwünscht, in der letzten Lebensphase aufgenommen werden, bis ein Bett auf der Palliativstation im Klinikum Kaufbeuren zur Verfügung steht. Im Herbst wird das Team zusätzlich durch eine Trauerbegleitung ergänzt. Eine weitere Zusammenarbeit besteht mit der Ökumenischen Hospizgruppe in Kaufbeuren.

    Einbindung der Bürgerinnen und Bürger
    Aufgrund der dörflichländlichen Struktur der Gemeinde Lamerdingen ist ein enger Kontakt zur älteren Bevölkerung automatisch gegeben. Hinzu kommen die regelmäßigen Hausbesuche, Kontakte über Angebote und Veranstaltungen, die für einen direkten Austausch mit den älteren Menschen sorgen. Denn im Mittelpunkt der Bemühungen aller Beteiligten stehen der ältere Mensch und seine Bedürfnisse!

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