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Dienste der offenen Behindertenarbeit

Selbstbestimmung hat oberste Priorität

Die meisten Menschen mit Behinderung oder chronischer Krankheit leben nicht in einem Heim, sondern in ihren Familien oder einer eigenen Wohnung und möchten diese Lebensform auch beibehalten. Die bayerische Behindertenpolitik hat es daher zu einem ihrer Grundprinzipien gemacht, die Fähigkeit und die Möglichkeiten behinderter Menschen zu stärken, über ihr Leben selbst zu bestimmen und es selbst zu gestalten.

Die Dienste der Offenen Behindertenarbeit tragen diesem Prinzip in beispielhafter Form Rechnung. Sie unterstützen damit auch den in der UN-Behindertenrechtskonvention niedergelegten Gedanken der Inklusion in idealer Weise. Seit 1988 fördert der Freistaat Bayern im Rahmen von Richtlinien diese regionalen und überregionalen Beratungs- und Betreuungsdienste für Menschen mit Behinderung, die

  • die ambulante Betreuung und hauswirtschaftliche Versorgung von Menschen mit Behinderung oder chronischer Krankheit sicherstellen,
  • Menschen mit einer Behinderung bei der Führung eines selbstständigen und selbstbestimmten Lebens helfen und
  • die Familien mit behinderten Angehörigen unterstützen und entlasten.

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Regionale und überregionale Förderung

 

Zum 01.01.2015 sind neue gemeinsame Richtlinien von Freistaat Bayern und Bezirken zur Förderung von regionalen und überregionalen OBA-Diensten in Kraft getreten (Bekanntmachungen zur Förderung von regionalen OBA-Diensten und zur Förderung von überregionalen OBA-Diensten jeweils vom 7. März 2015 sowie Berichtigung der Förderrichtlinie Regionale „Offene Behindertenarbeit“ vom 11. Mai 2015).

Im Bereich der regionalen OBA werden die Aufgaben neu beschrieben im Hinblick auf die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung und der Entwicklung eines inklusiven Sozialraumes. Im Bereich der überregionalen OBA wird die Abgrenzung zur Selbsthilfe und zu den Leistungen der Leistungsträger nach den Vorschriften des SGB II bis SGB XII deutlicher gemacht sowie die Aufgaben präzisiert.

Regionale und überregionale OBA decken unterschiedliche Einzugsbereiche ab: Die regio-nale OBA bezieht sich in der Regel auf das Gebiet einer kreisfreien Stadt oder eines Landkreises, die überregionale OBA auf mindestens eine Planungsregion im Sinne des Landes-entwicklungsplanes.

Begründet sind die Unterschiede vor allem in der Prävalenz (Häufigkeit) der betreuten Be-hinderungsarten. Seltene Behinderungen machen einerseits spezifische Angebote nötig, erlauben aber andererseits auch die Zusammenfassung in größere Regionen.

Für die regionale OBA werden landesweit gültige Standards im Sinne von Fachkraftquoten festgelegt. Die überregionale OBA richtet sich an den spezifischen Bedürfnissen der Versorgung für die entsprechende Behinderung aus.

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Träger der Offenen Behindertenarbeit

Träger dieser Dienste sind die Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege in Bayern, deren Mitgliedsorganisationen oder die Landesbehindertenverbände. In vielen Regionen haben mehrere Anbieter in Kooperation miteinander die Offenen Hilfen aufgeteilt.

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Regionale Dienste

Zielgruppe der regionalen Dienste, die meist auf der Ebene eines Landkreises oder einer kreisfreien Stadt tätig sind, sind körperlich und geistig behinderte und chronisch kranke Menschen aller Behinderungsarten und alle Altersstufen.
Das Angebotsspektrum der Dienste umfasst Informationen und Beratung zu allen Fragen des täglichen Lebens und Vermittlung von Hilfen.

Folgende Aufgaben werden im Einzugsbereich übernommen:

  • Fachliche Leitung der Maßnahme sowie Anleitung und Betreuung des sonstigen Personals der Maßnahme und der ehrenamtlichen Helfer;
  • Allgemeine Beratung;
  • Gruppenarbeit, insbesondere offene Treffs;
  • Öffentlichkeitsarbeit für Menschen mit Behinderung im Gemeinwesen und Mitwirkung bei der Gestaltung der sozialen Infrastruktur;
  • Gewinnung, Schulung und Koordination von ehrenamtlichen Mitarbeitern;
  • Bildungsangebote, einschließlich der Fortbildung für Mitarbeiter der Dienste der OBA;
  • Einbindung in bestehende Netzwerke;
  • Organisation und Sicherstellung von Freizeit-, Bildungs- und Begegnungsmaßnahmen;
  • Organisation und Sicherstellung des Familienentlastenden Dienstes (FED);
  • Durchführung von FED-Maßnahmen
  • Durchführung von Freizeit-, Bildungs- und Begegnungsmaßnahmen.

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Überregionale Dienste

Für einzelne Behindertengruppen - wie z.B. Blinde, Gehörlose, MS-Kranke - gibt es Spezialdienste auf der Ebene der Regierungsbezirke, sogenannte überregionale Dienste der Offenen Behindertenarbeit.

Derzeit gibt es überregionale Dienste für:

  • Blinde
  • Gehörlose
  • Aphasiker
  • Autisten
  • MS Kranke
  • Krebskranke
  • Muskelkranke
  • Rheumakranke
  • Schädel-Hirn-Verletzte
  • Epilepsiekranke
  • Mokuviszidosekranke

Das Aufgabenspektrum ist identisch mit dem der regionalen Dienste.

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Zusätzliche Informationen

audit berufundfamilie

Berufundfamilie Logo

Zertifikat zur Vereinbarkeit von Job und Familie

Mehr Informationen

Antrag auf Feststellung einer Behinderung nach dem SGB IX

Logo Zentrum Bayern Familie und Soziales

zbfs.bayern.de

Frühgeborenen-Nachsorge

Logo Harlekin

harlekin-nachsorge.de

Selbsthilfe LAG Bayern

Logo Selbsthilfe LAG Bayern

lagh-bayern.de

Netzwerkfrauen Bayern

Logo Netzwerk Frauen

netzwerkfrauen-bayern.de

Selbsthilfekoordination Bayern e.V.

Logo Seko

seko-bayern.de

Miteinander - Zukunft Inklusion

Miteinander-zukunft-inklusion

Inklusion in Bayern: Alle sind dabei - mit und ohne Behinderung!

Broschüre (DIN lang), 12 Seiten, September 2015