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Kindertagesbetreuung

Wofür ist die Kommune zuständig?

Asylbewerber- und Flüchtlingskinder begründen spätestens nach der Verteilung der Familien in die Kommune im Rahmen der Anschlussunterbringung einen gewöhnlichen Aufenthalt. Damit haben sie einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz in einer Kindertageseinrichtung oder in der Kindertagespflege ab dem vollendeten ersten Lebensjahr bis zur Einschulung nach § 24 SGB VIII. Kindertagesbetreuung ist Aufgabe der Kommunen im eigenen Wirkungskreis. Die Gemeinden sind insofern für die Planung und Bereitstellung eines bedarfsgerechten und rechtzeitigen Betreuungsangebots zuständig. Dies betrifft auch die Bereitstellung notwendiger Plätze für anspruchsberechtigte Asylbewerber- und Flüchtlingskinder. Vor besonderen Herausforderungen stehend die Gemeinden hier v. a. bei einem dynamischen Zugangsgeschehen bzw. hohen Zugangszahlen von Familien mit Fluchterfahrung, inkl. der daraus resultierenden erschwerten Planungs- und Steuerungssicherheit. Der Freistaat refinanziert die Betriebskosten im Rahmen des Bayerischen Kinderbildungs-und –betreuungsgesetzes und stellt darüber hinaus freiwillige Leistungen durch ein spezielles Sonderprogramm zur Integration der Asylbewerber– und Flüchtlingskinder in den Kindertageseinrichtungen oder Qualifizierungs- und Informationsmaßnahmen des pädagogischen Fachpersonals zur Verfügung. Darüber hinaus ist ein 4. Sonderinvestitionsprogramm für die Schaffung neuer Plätze beabsichtigt (vgl. hierzu Frage 2: "Welche staatlichen Förderungen bzw. welche weitere Unterstützung gibt es für Kindertageseinrichtungen z. B. für Ausbau, Personal?").

Ein möglichst frühzeitiger Besuch von Asylbewerber- und Flüchtlingskindern in Kindertageseinrichtungen oder -pflege ist eine der wesentlichen Säulen einer  gelingenden Integration vor Ort beim Erlernen der deutschen Sprache, dem Einleben in ein noch fremdes Lebensumfeld oder der Vermittlung grundlegender Werte. Kindertageseinrichtungen sind dabei häufig der erste Ort, an dem ein Austausch und Kontakt mit heimischen Eltern und Kindern im alltäglichen Miteinander erfolgt. Familien mit Fluchterfahrung sollen daher gezielt und frühzeitig über das Angebot und die Bedeutung der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung informiert werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass eine institutionelle Kinderbetreuung im Herkunftsland ggf. entweder nicht oder in gänzlich anderer Form bekannt ist. Auch Brückenangebote, die als niedrigschwellige Zwischenformen an das Regelangebot heranführen, wie beispielsweise Eltern-Kind-Gruppen, können dabei unterstützen, Hemmschwellen und Ängste abzubauen. Insbesondere in Aufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünften können dadurch „Brücken“ in die Einwanderungsgesellschaft geschaffen werden.

Zur Unterstützung der Einrichtungen in der Praxis bedarf es ergänzender Maßnahmen, wie etwa der Möglichkeit, bei Sprachbarrieren Dolmetscher hinzuzuziehen. Auch durch Wissensvermittlung und Fortbildungsmöglichkeiten zu relevanten Themen wie interkulturelle Kompetenz sollen die Fachkräfte in ihrer pädagogischen Arbeit gestärkt werden (vgl. hierzu Frage 2: "Welche staatlichen Förderungen bzw. welche weitere Unterstützung gibt es für Kindertageseinrichtungen z. B. für Ausbau, Personal?").

 

 

 

Welche staatlichen Förderungen bzw. welche weitere Unterstützung gibt es für Kindertageseinrichtungen z. B. für Ausbau, Personal?

Förderung nach dem Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz (BayKiBiG)

Das Gesetz sieht vor, dass die Kindertageseinrichtung für jedes  Kind ab 3 Jahren, dessen Eltern beide nichtdeutschsprachiger Herkunft sind, eine um 30% höhere Förderung erhält. Damit steigt mit der Aufnahme von Asylbewerber- und Flüchtlingskindern ganz automatisch die kindbezogene Förderung. Auch die Kommunen tragen hier anteilig zu einer intensivierten Bildung und Betreuung dieser Kinder bei.  

Mit Wirkung ab Januar 2017 gilt ein Jahresanstellungsschlüssel. Dies wird es erleichtern, auf den Zugang von Asylbewerberkindern flexibel und kurzfristig zu reagieren. 

 

Weitere Unterstützungsangebote (StMAS)

  1. Für die Aufnahme, Betreuung, aber auch Verteilung von Asylbewerber- und Flüchtlingskindern in den Kindertageseinrichtungen stellt der Freistaat Bayern den Trägern der öffentlichen Jugendhilfe (Landkreise, kreisfreie Städte) für 2017 und 2018 eine Förderpauschale im Umfang von insgesamt 3 Mio. EUR zur Verfügung. Die Träger der öffentlichen Jugendhilfe stellen die Förderanträge direkt beim StMAS (Kinderbildung- und ‑betreuung). Bezuschusst werden im Rahmen von Projekten mit diesen Mitteln z.B. Fahrtkosten, Dolmetscherleistungen, Anerkennungsbeiträge für Ehrenamtliche in Kindertageseinrichtungen, Ausstattung für die Integrationsarbeit.
     
  2. Aufgrund der Aufnahme von Kindern mit Fluchterfahrung bedarf es weiterer Plätze in der Kinderbetreuung. Das StMAS plant aktuell ein 4. Sonderinvestitionsprogramm für neue Plätze zur Betreuung von Kindern bis zur Einschulung. Um Verzögerungen bei den kommunalen Planungen bzw. Baumaßnahmen bis zur Verabschiedung der Förderrichtlinie zu vermeiden, stellen die Regierungen auf Antrag sog. Unbedenklichkeitsbescheinigungen aus. Ferner bestehen Überlegungen, wegen des höheren Raumbedarfs gemeinsam mit dem StMFLH das Summenraumprogramm zu aktualisieren. Um bereits jetzt bessere Rahmenbedingungen bereitstellen zu können, werden die im Summenraumprogramm festgelegten förderfähigen Flächen pauschal um 10 % erhöht.

 

  1. Das StMAS fördert im Rahmen der Regelfortbildung seit 2015 Fortbildungen mit dem  Schwerpunktthema „Asyl, Flüchtlingskinder“
  • Übersicht über die Schwerpunktthemen: hier
  • Fortbildungsangebote (Regelfortbildung):hier

 

  1. Zur Unterstützung der pädagogischen Arbeit mit Asylbewerberkindern fördert das StMAS eine Fortbildungsreihe für das pädagogische Personal in Kindertageseinrichtungen und in der Kindertagespflege.
  • Die Fortbildungsreihe „Flüchtlingskinder – Willkommen in der Kindertagesbetreuung!“  von DWRO-consult gemeinnützige GmbH  richtet sich an das pädagogische Personal in Kindertageseinrichtungen und in der Kindertagespflege. Der Kurs ist kostenlos. Seit 2015 werden im Rahmen dieser Fortbildung folgende Themen behandelt:
  • Interkulturelle Kompetenz
  • Trauma und Traumafolgen
  • Asyl- und Aufenthaltsrecht
  • Kinderschutz
  • Kooperationspartner in der Kinder- und Jugendhilfe im Sozialraum
  • Flyer/Anmeldeforumlar

 

  • Grund und Aufbaukurs "Interkulturelle Kompetenz" von DWRO-consult gemeinnützige GmbH für pädagogisches Personal in der Kindertagespflege und Krippe, im Kindergarten und Hort zur Unterstützung der Arbeit mit Kindern aus Familien mit Asylhintergrund und Fluchterfahrung. Der Kurs ist kostenlos. Flyer/Anmeldeformular:

 

  • Das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration fördert das Projekt "Gelingendes Miteinander - Flüchtlingsfamilien in der Kita willkommen heißen" des Deutschen Erwachsenen-Bildungswerks. Das Projekt ist modular aufgebaut. Ziel der Fortbildung ist es, bei den Teilnehmern, ausgehend von den vorhandenen pädagogischen Kompetenzen, den Grundstein für eine nachhaltige (Weiter-)Entwicklung interkultureller Kompetenz zu legen. Flyer/Kurstermine

 

  • Das StMAS fördert das Projekt „Teamtraining plus“ des Verbands katholischer Kindertageseinrichtungen Bayern e.V. Ziel ist die Durchführung von teaminternen Fortbildungen. Geplant sind 30 Teamtrainings, verteilt auf die Diözesen München und Freising, Passau und Augsburg. Das Projekt soll die Mitarbeiterinnen, die Flüchtlingskinder in die Kindertageseinrichtungen aufnehmen, für die besonderen Problemlagen sensibilisieren und fachlich qualifizieren.

Flyer/Anmeldedaten:

http://www.stmas.bayern.de/imperia/md/content/stmas/stmas_internet/kinderbetreuung/20160428_flyer_standortdaten_muenchen.pdf

http://www.stmas.bayern.de/imperia/md/content/stmas/stmas_internet/kinderbetreuung/20160523_flyer_kita_teamtraining_plus.pdf

http://www.stmas.bayern.de/imperia/md/content/stmas/stmas_internet/kinderbetreuung/20160616_flyer_dicv_ausgsburg.pdf

 

  1. Die Einrichtungen können sich zusätzlich bei der pädagogischen Arbeit mit Flüchtlingskindern von Pädagogischen Qualitätsbegleitern (PQB) begleiten und coachen lassen.

 

Mehr Infos über PQB:

  1. Die Broschüre „Kinder in Kindertageseinrichtungen – Informationen für Eltern im Rahmen des Asylverfahrens“ informiert über die Aufgaben der Kindertageseinrichtungen in Bayern. Sie soll Asylbewerber dazu motivieren, ihr Kind eine Kindertageseinrichtung besuchen zu lassen. Sie wurde in die gängigsten Sprachen (Englisch, Französisch, Darī, Somali, Arabisch) übersetzt und wird im Rahmen des Asylverfahrens über die Asylsozialberatung verteilt. Hier kostenloser Download. Diese Broschüre wurde an die Jobcenter in Bayern und  die Agenturen für Arbeit übersandt. Außerdem wurde sie  mit den vorhandenen Übersetzungen von anderen Bundesländern mit Einverständnis des StMAS ganz oder teilweise für Informationsflyer etc. genutzt und vom StMAS unentgeltlich zur Verfügung gestellt.

 

  1. Die Handreichung „Asylbewerberkinder und ihre Familien in Kindertageseinrichtungen“ enthält Leitlinien für den pädagogischen Umgang mit (traumatisierten) Asylbewerberkindern und Kindern aus Kriegsgebieten in Kindertageseinrichtungen. Außerdem informiert sie über die Zusammenarbeit mit externen Anlaufstellen und gibt Grundinformationen zum Status der Kinder (z. B. Anspruch auf Übernahme des Elternbeitrages im Rahmen der wirtschaftlichen Jugendhilfe).Mehr dazu hier.
     
  2. Das StMAS führt aktuell eine umfassende Informationskampagne für Flüchtlingsfamilien durch, in der auf die Vorteile einer Kindertageseinrichtung hingewiesen wird. In Kooperation mit Hessen und dem Didacta Institut wurde eine Reihe von 8 Kurzfilmen zu Kindertageseinrichtungen erstellt (mit einer Dauer von 3 bis 4 Minuten), um asylsuchenden Familien mit Bleibeperspektive einen positiven Blick auf Kindertageseinrichtungen zu vermitteln und damit eine möglichst große Akzeptanz herzustellen. Die Filme sind so konzipiert, dass Familien, die bislang keine Erfahrungen mit frühkindlicher außerfamilialer Betreuung gesammelt haben, mögliche Vorurteile abbauen und einen positiven Blick auf Kindertageseinrichtungen bekommen können. Dabei wurden die Perspektiven der Familien selbst einbezogen. Die acht Filme wurden im youtube-Format unter www.kita.bayern.de eingestellt und können auch mit dem Smartphone abgerufen werden.
     
  3. Das Staatsinstitut für Frühpädagogik (IFP) hat in Kooperation mit dem Bayerischen Sozialministerium eine Studie zum Thema „Flüchtlingskinder in Kindertageseinrichtungen“ durchgeführt. Hierzu wurden Online-Befragungen in den bayerischen Kindertageseinrichtungen sowie ergänzend vertiefende Expert/-innen-Interviews durchgeführt. Die zentralen Ergebnisse wurden in einem Projektbericht Flüchtlingskinder in Kindertageseinrichtungen - 11 zentrale Befunde veröffentlicht.
    Kindertagespflege kann gerade für Kinder mit Fluchthintergrund oftmals eine besonders geeignete Betreuungsform darstellen. Die Betreuung in einer kleinen, beständigen Gruppe durch eine Tagespflegeperson als feste Bezugsperson und die Flexibilität hinsichtlich der Betreuungswünsche der Eltern sowie die Berücksichtigung individueller Bedürfnisse der Kinder schaffen gute Bedingungen für die frühkindliche Entwicklung und Bildung. Die Broschüre „Bildung und Betreuung in der Kindertagespflege - Informationen für Eltern mit Fluchterfahrung“ informiert in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Arabisch und Farsi über Kindertagespflege in Bayern und liefert einen ersten Eindruck von den Besonderheiten dieser Betreuungsform. Die Broschüre kann im Broschüren-Bestellportal der Staatsregierung bestellt oder als Pdf-Datei heruntergeladen werden. Weitere wichtigen Informationen und hilfreiche Links finden Sie hier.

 

Besondere Projekte

  1. „Teamtraining plus“

Das Projekt zielt auf die Stärkung der interkulturellen Kompetenzen des pädagogischen Personals in Kindertageseinrichtungen und des kompetenten Umgangs mit Kindern aus Flüchtlingsfamilien. Die Durchführung des Projekts erfolgt in Form teaminterner Fortbildungen. Geplant sind 30 Teamtrainings, die sich auf die Diözesen München und Freising, Passau und Augsburg verteilen. Im Besonderen sollen auch die fachlichen Netzwerke vor Ort berücksichtigt werden. Das Angebot ist kostenlos.

Ansprechperson (und Anmeldung):

Caritas Institut für Bildung und Entwicklung

Monika Krämer, Referentin Fachbereich Kindheits- und Jugendpädagogik

Tel.: 089/55169-270

Monika.Kraemer@caritasmuenchen.de

Flyer

 

  1. „Gelingendes Miteinander – Flüchtlingsfamilien in der Kita willkommen heißen"

Die Fortbildung wird vom Deutschen Erwachsenen-Bildungswerk durchgeführt. Sie setzt bei den vorhandenen pädagogischen Kompetenzen an und fördert die nachhaltige (Weiter-)Entwicklung der interkulturellen Kompetenzen. Das Projekt ist modular aufgebaut. Die Teilnahme ist kostenlos.

Mehr Infos:

Deutsches Erwachsenen-Bildungswerk gemeinnützige GmbH
Pödeldorfer Straße 81
96052 Bamberg
TEL +49 (0) 951 | 91555-72
FAX +49 (0) 951 | 91555-46
Weiterführende Informationen
 

  1. Bundesprogramm „Kita-Einstieg: Brücken bauen in frühe Bildung“

Mit dem Bundesprogrammwerden gezielt Angebote gefördert, die den Einstieg von Kindern in das System frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung in Deutschland vorbereiten und ermöglichen. Die Angebote richten sich an Familien mit besonderen Zugangsschwierigkeiten wie beispielsweise Familien mit Fluchterfahrung. Um den Aufbau der Angebote systematisch zu unterstützen, umfasst das Förderprogramm mehrfache Unterstützungen: Zum einen durch eine Koordinierungs- und Vernetzungsstelle, die direkt beim örtlichen Träger der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe bzw. bei einem von ihm beauftragten freien Träger angesiedelt wird, zum anderen über Fachkraftstellen in den beteiligten Einrichtungen (u. a. Kindertageseinrichtungen oder Tagespflegestellen). Darüber hinaus werden zusätzliche Projektmittel gewährt.
Weiterführende Informationen

 

  1. Expertise des Deutschen Jugendinstituts
    Die Rechtsexpertise „Flüchtlingskinder und ihre Förderung in Tageseinrichtungen und Kindertagespflege“  wurde vom Deutschen Jugendinstitut (DIJ) in Auftrag gegeben. Sie klärt über die Förderung von Flüchtlingskindern in der Kindertagespflege auf. Das DIJ möchte die Diskussion um die Rechte und gelingende Integration geflüchteter Kinder fördern und eine Diskussion ihrer derzeitigen Zugangschancen in das System der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung anregen.
    Link zur Rechtsexpertise

Wie funktioniert die Sprachförderung in den Kindertageseinrichtungen?

Vorgaben des Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplans

Der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan und seine Handreichungen setzen auf eine in den Alltag integrierte Sprachbildung. Sie weckt das Interesse der Kinder an Sprache und Sprechen und stärkt spielerisch ihre Sprach- und Deutschkompetenz. In Kindertageseinrichtungen erhalten Kinder besonders viele sprachliche Anregungen und vielfältige Lernchancen.

 

Angebote und Modellversuche zur Sprachförderung

  1. Das Angebot „Vorkurs Deutsch“ bietet eine gezielte Sprachförderung für Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf. Für alle Kinder ab dem vorletzten Kindergartenjahr findet eine verbindliche Sprachstandsfeststellung statt. Die „Vorkurse Deutsch 240“ sind seit September 2013 für alle Kinder mit zusätzlichem Sprachförderbedarf geöffnet und zielen auf die Entwicklung von Literacy-Kompetenzen. Die Sprachförderung erfolgt in einer Kleingruppe. Die Erhebung des Sprachstandes wird bei Anmeldung der Asylbewerberkinder (spätestens aber  in der ersten Hälfte des vorletzten Kindergartenjahres) durch die pädagogischen Fachkräfte der Kitas durchgeführt. Der Beobachtungsbogen „Sprachverhalten und Interesse an Sprache bei Migrantenkindern in Kindertageseinrichtungen“ (SISMIK) wurde im IFP-Infodienst (10. Jahrgang, 2005, Heft 1/2) als Kopiervorlage für Kindertageseinrichtungen in Bayern veröffentlicht und jeder Kindertageseinrichtung in Bayern übersandt. Der Freistaat übernimmt im Rahmen der kindbezogenen Förderung des BayKiBiG bzw. über Lehrerstunden einen Teil der Kosten des  Vorkurses.

 

  1. Von 2015 bis 2018 läuft der landesweite Modellversuch „Pädagogische Qualitätsbegleitung in Kindertageseinrichtungen (PQB)“. Die Staatsregierung legt damit einen besonderen Schwerpunkt auf die Qualitätssicherung und -entwicklung in den Kindertageseinrichtungen. Im Zentrum des Modellversuchs steht die systematische Beratung und Begleitung der Kindertageseinrichtungen im Bereich der Interaktionsqualität. Die PQB sind auch auf die Flüchtlingsproblematik vorbereitet. Die örtlich verfügbaren Qualitätsbegleiter können Sie beim Jugendamt erfragen.

 

  1. Das Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist" (von 2016 bis 2019) hat unmittelbar an das erfolgreiche Bundesprogramm „Schwerpunkt-Kitas Sprache & Integration“ (von 2011 bis 2015) angeschlossen, an dem Bayern mit ca. 570 Kindertageseinrichtungen teilgenommen hat. Die Standortkarte zeigt, welche Kindertageseinrichtungen am Bundesprogramm beteiligt sind.

 

Das Bundesprogramm „Sprach-Kitas“ unterstützt Kindertageseinrichtungen mit einem hohen Anteil an Kindern mit besonderem Sprachförderbedarf mit zusätzlichen personellen Ressourcen. Neben den zusätzlichen Fachkräften für sprachliche Bildung in den Kindertageseinrichtungen werden zusätzliche Fachberatungen gefördert, die die beteiligten Kindertageseinrichtungen kontinuierlich bei der Programmumsetzung begleiten. Die inhaltlichen Schwerpunkte des Bundesprogramms liegen neben der systematischen alltagsintegrierten sprachlichen Bildung auf den Themen inklusive Pädagogik und Zusammenarbeit mit Familien. Der bayerische Stellenplafond beträgt insgesamt 593 halbe Stellen, davon 549 für zusätzliche Fachkräfte für sprachliche Bildung und 44 für zusätzliche Fachberatungen.
Bundesweit können für einen Zeitraum vom 01. 01.2017 bis 31.12.2020 weitere halbe Stellen für zusätzliche Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen und externe Fachberatungen gefördert werden (2. Förderwelle). Nach landesspezifischem Ermessen können auch Kindertageseinrichtungen berücksichtigt werden, die die Kinderzahl von 40 unterschreiten. Diese Öffnung für kleinere Einrichtungen ist mit auf die Initiative des Freistaates Bayern zurückzuführen

Mit welchen Angeboten können sich Kindertageseinrichtungen mit Blick auf die Zuwandererkinder vernetzen?

Vernetzungsangebote (Kooperationspartner, Projekte, Förderprogramme)

 

  1. Kindertageseinrichtungen, die sich vor Ort vernetzen wollen, um sich gegenseitig zu unterstützen und Fragen hinsichtlich der Betreuung von Zuwandererkindern auszutauschen, können sich an die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) wenden.

Informationen und Anfragen:
Servicebüro der DKJS in München
E-Mail servicebuero-muenchen@dkjs.de
Tel. (089) 12 19 321 – 13
https://www.dkjs.de/stiftung/dkjs-regional/bayern/
 

  1. Im Rahmen des Bundesprogramms „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist" (von 2016 bis 2019) schließen sich jeweils 10-15 Einrichtungen zu einem Verbund zusammen. Dieser wird von einer Fachberatung angeleitet. Die  Standortkarte zeigt, welche Kindertageseinrichtungen sich am Bundesprogramm beteiligen.

Anbieter und Ansprechpartner: service@sprach-kitas.de

 

  1. Im Rahmen einer Projektförderung hat das StMAS die Fortbildungsreihe „Flüchtlingskinder – Willkommen in der Kindertagesbetreuung!“ gestartet. Das Angebot richtet sich an das pädagogische Personal in Kindertageseinrichtungen und in der Kindertagespflege. Bereits seit 2015 werden im Rahmen dieser Fortbildung folgende Themen behandelt:
  • Interkulturelle Kompetenz
  • Trauma und Traumafolgen
  • Asyl- und Aufenthaltsrecht
  • Kinderschutz, Kooperationspartner in der Kinder- und Jugendhilfe im Sozialraum

 

Die Fortbildungsreihe eignet sich auch für eine Vernetzung der Kitas untereinander.

 

Informationen und Anfragen:

Irene Goltsche, Projektleitung, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin (approb.), Supervisorin DGSv, Fortbildungsreferentin

Geschäftsstelle Mietraching

Telefon: 08061 3896-1212

Mobil: 0171 7603690

irene.goltsche@dwro-consult.de

 

Anmeldung:

Christine Dengler, Verwaltungsleitung

Telefon: 08061 3896-1300

E-Mail: christine.dengler@dwro-consult.de

 

Flyer/Kurstermine

 

  1. Die Pädagogischen Qualitätsbegleiter (PQB) begleiten und coachen die Einrichtungen auch bei der pädagogischen Arbeit mit Kindern von Asylbewerbern und Flüchtlingen.

 

Weitere Infos:

Wo und wie kann man Ehrenamtliche sinnvoll bei der Kinderbetreuung von Zuwandererkindern einsetzen?

Ehrenamtliches Engagement ist notwendig, kann das Fachpersonal zwar nicht ersetzen, aber ergänzen. Im Fokus steht der Ausbau von Brückenangeboten. Ehrenamtliche können erste sprachliche Kompetenzen vermitteln, Asylbewerber bei Behördengängen begleiten, Ausflüge organisieren oder z. B. mit Eltern gemeinsam eine Kindertageseinrichtung besuchen, um sie mit dem Konzept „Kinderbetreuung“ vertraut zu machen.

 

  1. Unterstützung durch die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS)

Die DKJS ist ein wichtiger Kooperationspartner für die Koordination und Vernetzung von ehrenamtlichem Engagement vor Ort. Sie ist eine unabhängige, überkonfessionelle und neutrale Initiative.

 

Ansprechpartner

Deutsche Kinder- und Jugendstiftung

Regionalstellenleitung Bayern

Frau Grit Schneider

Ridlerstraße 55

80339 München

grit.schneider@dkjs.de

Tel: +49 (0)89 - 12 19 321 - 12

Fax: +49 (0)89 - 12 19 321 - 29

 

Die DKJS steht in Kontakt mit dem Bayerischen Landesjugendamt.

 

 „Willkommen bei Freunden – Bündnisse für junge Flüchtlinge“

Das von der der DKJS und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderte Programm unterstützt Kommunen deutschlandweit bei der Aufnahme und Betreuung junger Flüchtlinge. Ziel ist die Etablierung, Festigung und Förderung von lokalen Bündnissen. Sechs regionale Servicebüros in München, Köln, Frankfurt am Main, Magdeburg, Berlin und Hamburg konzentrieren sich auf die Erarbeitung von Lösungsansätzen, die mit den Bedürfnissen der jeweiligen Region übereinstimmen. Darüber hinaus helfen sie bei der Entwicklung von regionalen Unterstützungsangeboten.

 

Das Programm bietet:

  • Analyseworkshops
  • Die Analyseworkshops fördern das Verständnis für die Strukturen, Prozesse, Ressourcen und Zuständigkeiten vor Ort.
  • Sie machen transparent, welche Personen in den Ämtern und Behörden einer bestimmten Region für junge Flüchtlinge zuständig sind und wie die Kooperation zwischen diesen verbessert werden kann.
  • Sie helfen herauszufinden, welche wichtigen Personen, Initiativen oder Institutionen für ein geplantes Bündnis noch fehlen.
  • Sie klären, welche ehrenamtlichen Initiativen bereits aktiv sind und wo diese schon mit hauptamtlichen Akteuren zusammenarbeiten.Weitere Informationen

 

  • Prozessbegleitung
  • Prozessbegleiter und Coaches unterstützen beim Auf- und Ausbau von funktionierenden Netzwerken.
  • Die Expertinnen und Experten organisieren Treffen, bringen Entscheidungsträger zusammen, moderieren Diskussionen und erarbeiten zusammen mit den Kommunen verbindliche Absprachen. Weitere Informationen

 

  • Beratung und Fortbildung
  • Die regionalen Servicebüros organisieren bedarfsorientierte Beratungsgespräche.
  • Im Rahmen von Weiterbildungen können beispielsweise Fragen zu Fluchthintergründen, der Rechtslage oder dem Umgang mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen mit Fluchtgeschichte beantwortet werden.Weitere Informationen

 

  • Hospitation und Austausch
  • Die Servicebüros fördern den überregionalen Austausch.
  • Sie organisieren Hospitationsreisen in Kommunen mit erprobten Praxisansätzen.
  • Beispielhafte Modelle können so Anregungen für eigene Ideen liefern. Weitere Informationen

 

  • Bürgerdialoge
  • Die Servicebüros unterstützen Kommunen bei der Organisation und Durchführung von Bürgerdialogen, die dabei helfen, Bündnisse für junge Flüchtlinge ins Leben zu rufen.
  • Zusätzlich können interessierte Bürger ihre Wünsche, Anregungen und Sorgen vorbringen.Weitere Informationen

 

Beispiele für bundesweit gelungene Modelle

Projektkarte

Flyer

 

Ansprechpartner des Münchener Servicebüros

Tel: +49 (0)89 1219321-12

muenchen@willkommen-bei-freunden.de%20

 

  1. Unterstützung durch das Landesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement Bayern (LBE)

Auf der Homepage des LBE gibt es viele Materialen, Informationen und weiterführende Links zur Hilfe für junge Flüchtlinge:
Kontakt: info@lbe-bayern.de

 

  1. Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (BumF)

Aktuelles zum Verband und zur Situation junger Geflüchteter: hier

FAQ - Häufige Fragen

Wie kann man die Eltern der Zuwandererkinder verstärkt einbinden?

    Zielsetzung                                                                                                                                                                                                                                                          

Kinder mit Fluchthintergrund brauchen Zugang zu Bildung, Erziehung und Betreuung. Die Eltern sollten deshalb schon frühzeitig dazu motiviert werden, ihre Kinder in eine Kindertageseinrichtung zu schicken. Sie müssen von Anfang an über die Notwendigkeit der Kinderbetreuung aufgeklärt und über die Vorzüge der Bildungs- und Erziehungsinhalte informiert werden. Die Überzeugungsarbeit muss direkt vor Ort geleistet werden. Kindertageseinrichtungen sind der geeignete Ort, um auf die Eltern zuzugehen und eine Bildungs- und Erziehungspartnerschaft aufzubauen. Integrationsarbeit sollte daher in der pädagogischen Konzeption der Einrichtungen verankert werden. Barrieren, die etwa wegen Unkenntnis der deutsche Sprache und Kultur bestehen, müssen bei den Maßnahmen berücksichtigt werden. Eltern mit Fluchterfahrung sollen sich mit ihren Ressourcen und Fähigkeiten geschätzt und wahrgenommen fühlen.

 

Umsetzung

  1. In der Erstaufnahmeeinrichtung

Die etablierten Formen der außerfamiliären Kinderbetreuung in Einrichtungen und in der Tagespflege sind der Schlüssel, um Asylbewerberkinder an die deutsche Sprache und an unsere Werte heranzuführen. Angebote, die besonders frühzeitig, also noch vor dem Eintritt der Kinder in einer Betreuungseinrichtung ansetzen und damit besonders niedrigschwellig an das System der institutionellen Kindertagesbetreuung heranführen, sind besonders erfolgversprechend. Die Umsetzung kann auf vielfältige Weise erfolgen. Denkbar sind beispielsweise

  • Erstinformationen (z. B. durch mehrsprachige Kurzfilme, die über das Regelangebot der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung sowie dessen Bedeutung informieren (www.kita.bayern.de) oder mehrsprachige Informationsbroschüren).
  • Eltern-Cafés für Mütter mit Krippenkindern, die noch keine Spiel- und Betreuungsangebote wahrnehmen.
  • Family-Houses in Erstaufnahmeeinrichtungen, die Unterstützungsangebote für Kinder und Eltern bereithalten.
  • Drop-in-Zentren in bestehenden Kindertageseinrichtungen (Abholservice von Kindertageseinrichtungen, Beschäftigungsangebote für Kinder und  auch Unterstützungsangebote für die Eltern wie z. B. Grundsprachkurse zur ersten Orientierung, Vertraut machen mit dem Konzept der Kindertagesbetreuung etc.).
  • Mobile Kinderbetreuungsangebote (MoKi) in großen ausgestatteten Wohnmobilen, die die Einrichtungen zu festen Zeiten anfahren und die auch gezielte Angebote für die Eltern bereithalten.
  • Erzieher mit verschiedenen Muttersprachen und Sozialarbeiter als Koordinatoren.

Darüber hinaus hat das Personal den Auftrag, Vernetzungsarbeit zu leisten.

Ansprechpartner

  • Öffentliche Träger der Kinder-und Jugendhilfe
  • Deutsche Kinder-und Jugendstiftung                      

                                                                                                                                                                                        

  1. In der Betreuungseinrichtung                                                                                                                                                                                                

  • Möglichst niedrigschwellige Beteiligungsformen wie etwa offene Elterntreffs, Eltern-Kind-(Spiel-)Gruppen oder Eltern-Cafés. 
  • Angebote, in denen sich die Eltern mit Fluchterfahrung mit ihren Ressourcen und Fähigkeiten zeigen und wahrgenommen werden können.
  • Vernetzung und Kooperationen mit örtlichen Akteuren, vom ehrenamtlichen Helferkreis über die Träger der Eltern- und Familienbildung hin zum weiterführenden Hilfe- und Unterstützungssystem der Kinder- und Jugendhilfe werden dabei besonders bedeutsam.  
  •  Broschüre „Gemeinsam erfolgreich – Eltern als Bildungs- und Erziehungspartner“

Kosten
 

Anfallende Kosten (z. B. für Fortbildungen und Dolmetscher) lassen sich über das Sonderprogramm zur Integration der Asylbewerber– und Flüchtlingskinder in den Kindertageseinrichtung (s. Leitfrage 1) decken.  

 

Zusätzliche Informationen

audit berufundfamilie

Berufundfamilie Logo

Zertifikat zur Vereinbarkeit von Job und Familie

Mehr Informationen

Sozial-Fibel

Ein Lexikon über soziale Hilfen, Leistungen und Rechte.

Alle Stichworte von A bis Z