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Zuwanderungspolitik

Junge Frauen mit Migrationshintergrund beim Ausfüllen von Fragebögen

Der Begriff "Zuwanderung"

Mit Wanderung bzw. Migration wird der nicht nur vorübergehende Wechsel des Wohnortes einer Person oder einer Personengruppe bezeichnet. Der Begriff Zuwanderung beschreibt diesen Vorgang im Falle der Grenzüberschreitung aus der Sicht des Aufnahmelandes.

Es gibt heute viele verschiedene, sehr vielschichtige Migrationsbewegungen, wie

  • die Arbeitsmigration
  • den Familiennachzug
  • den Aufenthalt zum Studium
  • im Heimatland verfolgte oder bedrohte Personen,
  • jüdische Zuwanderer oder
  • Spätaussiedler

Aufgaben der Zuwanderungspolitik

Aufgabe der Zuwanderungspolitik ist es, Kriterien für die Steuerung der Zuwanderung zu formulieren und die entsprechenden Konsequenzen daraus zu ziehen. Für Zuwanderung, die die Kriterien eines rechtmäßigen und auf Dauer angelegten Aufenthalts erfüllt, folgt die Forderung nach Integration, wobei hier fordern und fördern eine Einheit bilden. Zuwanderung, die nicht diesen Kriterien entspricht, mündet in Rückkehrpolitik. Die Integration dieser Personen ist dann kein Ziel, da der Aufenthalt nur vorübergehend ist und beendet werden soll.

In der jüngeren Vergangenheit ist Zuwanderung geprägt vor allem durch den Zuzug von

  • Arbeitskräften im Rahmen von Anwerbeabkommen mit etlichen Staaten
    wie z.B. Italien, Griechenland, Türkei im Zeitraum 1955 bis 1973
  • Asylbewerbern
    mit dem Höhepunkt 1992 als knapp 440.000 Asylanträge gestellt wurden und
  • Aussiedler und Spätaussiedler (ab 1993)
    in der Regel deutsche Volkszugehörige, aus Mittel- und Osteuropa.

Zuzüge und Fortzüge in Zahlen

Im Zeitraum von 1991 bis 2011 wurden fast 19,0 Millionen Zuzüge vom Ausland nach Deutschland registriert. Die Zuzugszahlen setzten sich im Zeitverlauf aus unterschiedlichen Zuwanderergruppen zusammen. Bis Mitte der 1990er Jahre spielte der Zuzug von (Spät-)Aussiedlern und bis 1995 von Asylsuchenden eine große Rolle, deren Zugang seitdem jedoch auf ein niedrigeres Niveau gesunken ist. Ebenfalls von Bedeutung war seit 1991/92 der Zugang von Kriegs- und Bürgerkriegsflüchtlingen aus dem ehemaligen Jugoslawien, die größtenteils wieder in ihre Heimat zurückgekehrt sind, sowie die gestiegene, aber zeitlich begrenzte Arbeitsmigration aus Nicht-EU-Staaten. Im gleichen Zeitraum waren 14,4 Millionen Fortzüge aus dem Bundesgebiet ins Ausland zu verzeichnen. Damit ergab sich im betrachteten Zeitraum ein Wanderungsüberschuss von etwa 4,6 Millionen. Während für das Migrationsgeschehen der 1990er Jahre in Deutschland die Öffnung des „Eisernen Vorhangs“, die eine erleichterte Ausreise aus den osteuropäischen Staaten ermöglichte sowie die Bürgerkriegssituation in Jugoslawien bestimmend waren, hat sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts das Migrationsgeschehen auf einem niedrigeren Niveau stabilisiert.

Zwischen 1997 und 2002 wurden jährlich jeweils rund 850.000 Zuzüge nach Deutschland registriert. Im Jahr 2003 sank diese Zahl unter 800.000. Seit 2006 ist ein kontinuierlicher Wiederanstieg zu verzeichnen. Im Jahr 2011 waren es etwa 958.000 Zuzüge, ein Anstieg um zwanzig Prozent im Vergleich zum Vorjahr, in dem etwas mehr als 798.000 Zuzüge registriert wurden. Die Zahl der Fortzüge blieb dagegen vergleichsweise konstant. Sie schwankte zwischen 1997 und 2011 zwischen 600.000 und 750.000. In den Jahren 2008 und 2009 waren mit jeweils über 730.000 jedoch mehr Fortzüge als in den Vorjahren (2007: 637.000 Fortzüge) festzustellen. Dieser Anstieg der Fortzüge kann jedoch zum Teil durch die in den Jahren 2008 und 2009 durchgeführten Bereinigungen des Melderegisters begründet sein. Diese wurden im Rahmen der bundesweiten Einführung der persönlichen Steuer-Identifikationsnummer vorgenommen, die zu zahlreichen Abmeldungen von Amts wegen geführt haben.

Im Jahr 2011 wurden 958.299 Zuzüge verzeichnet, darunter 841.695 Zuzüge von ausländischen Staatsangehörigen. Damit ist die Zahl der gesamten Zuzüge um 20,0 % gegenüber 2010 (798.282 Zuzüge) angestiegen, diejenige der ausländischen Staatsangehörigen um 23,1 %. Gleichzeitig ist die Zahl der Fortzüge im Jahr 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 1,2% gestiegen. Im Jahr 2011 wurden 678.969 Fortzüge registriert (2010: 670.605 Fortzüge), darunter 538.837 Fortzüge von Ausländern.

Nachdem in den Jahren 2008 und 2009 mit -55.743 bzw. -12.782 – nicht zuletzt aufgrund der Bereinigungen der Melderegister – jeweils ein negativer Gesamtwanderungssaldo (Deutsche und Ausländer) registriert wurde1, konnte im Jahr 2010 wieder ein deutlicher Wanderungsgewinn von +127.677 verzeichnet werden. Im Jahr 2011 wurde ein Wanderungsgewinn von +279.330 registriert. Der Wanderungssaldo 2011 setzt sich zusammen aus einem Wanderungsverlust deutscher Personen von -23.528 und einem Wanderungsüberschuss von +302.858 bei Ausländern. Im Vergleich zum Vorjahr (+153.925 Zuzüge) hat sich der positive Wanderungssaldo bei ausländischen Staatsangehörigen deutlich erhöht. Dagegen ist bei Deutschen bereits seit dem Jahr 2005 (auch unter Berücksichtigung der Spätaussiedler) ein Wanderungsverlust zu verzeichnen (2010: - 26.248).
Der Anteil ausländischer Staatsangehöriger am Zuwanderungsgeschehen betrug im Jahr 2011 87,8 %. Der Anteil Deutscher an der Zuwanderung lag dementsprechend bei 12,2 %. Insgesamt ist der Ausländeranteil an der Zuwanderung seit Mitte der 1990er Jahre deutlich angestiegen. Grund hierfür ist der anhaltende Rückgang der Zuwanderung von Spätaussiedlern und ihrer Familienangehörigen. Personen, die im Rahmen des (Spät-)Aussiedlerzuzugs in Deutschland Aufnahme finden, gehen zum Großteil als Deutsche in die Zuzugsstatistik ein. Des Weiteren handelt es sich bei der Zuwanderung von Deutschen um aus dem Ausland rückwandernde deutsche Staatsangehörige. Insgesamt wurden im Zeitraum von 1991 bis 2011 etwa 4,041 Millionen Zuzüge von Deutschen registriert, darunter – insbesondere in der ersten Hälfte der 1990er Jahre – viele (Spät-)Aussiedler. Im selben Zeitraum verließen jedoch auch etwa 2,728 Millionen deutsche Staatsangehörige das Bundesgebiet für längere Zeit oder für immer. Dabei wurden seit 1992 jährlich mehr als 100.000 Fortzüge von Deutschen verzeichnet. 2011 waren es 140.000 Fortzüge. Die Zahl der Fortzüge von Deutschen stieg in den letzten Jahren an und erreichte 2008 die höchste registrierte Zahl an Fortzügen seit Beginn der 1950er Jahre.2 In den drei Folgejahren war die Zahl der Fortzüge von Deutschen rückläufig. 2011 sank sie um 0,6 % im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt liegt der Anteil deutscher Staatsangehöriger an der Abwanderung seit dem Jahr 2004 bei über 20 %.

Quelle: Auszug aus dem Migrationsbericht 2011 des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF)

Zusätzliche Informationen

Zuwanderung in Deutschland

Angebot-bmi

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Attrak­tivi­tät Deutsch­lands für Hoch­quali­fi­zierte zu stei­gern und büro­kratische Hinder­nis­se für die Zu­wander­ung ab­zu­bau­en.

zuwanderung.de

Logo Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

Als Kompetenz­zen­trum für Mi­gra­tion und In­te­gra­tion ist das Bundes­amt zu­ständig für die Durch­führ­ung von Asyl­ver­fahr­en und den Flücht­lings­schutz.

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