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Pressemitteilung

Frauenministerin Müller: "Mit pro-aktivem Ansatz helfen wir Frauen in einer akuten Notsituation"

PM 315.14

Nahezu jede vierte Frau in Deutschland hat seit ihrem 15. Lebensjahr körperliche oder sexuelle Gewalt durch einen Partner erfahren. Diese erschreckend hohe Zahl belegt eine aktuelle Studie der Europäischen Grundrechteagentur. Zu einem großen Teil geschieht Gewalt im sozialen Nahraum. In einem Umfeld also, das eigentlich Geborgenheit und Sicherheit vermitteln sollte. "Hilfe können betroffene Frauen bei den Frauenhäusern und Notrufen in Bayern finden. Es nimmt jedoch nur etwa ein Drittel der betroffenen Frauen von sich aus Kontakt zum bestehenden Hilfe- und Unterstützungssystem auf. Oft sind die Opfer in einer Gewaltspirale gefangen, aus der sie sich nicht selbst befreien können. Deshalb werden wir künftig auch Hilfsangebote vorhalten, die gezielt auf die Frauen zugehen", so Bayerns Frauenministerin Emilia Müller anlässlich des Internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen am 25. November.

Der Freistaat Bayern fördert bereits 38 Frauenhäuser und 33 Notrufe. Ab dem nächsten Jahr werden diese - vorbehaltlich einer entsprechenden Beschlussfassung durch den Bayerischen Landtag - um Interventionsstellen mit einem pro-aktive Beratungsansatz, erweitert werden. Danach übermittelt die Polizei nach einem Einsatz wegen häuslicher Gewalt die Kontaktdaten mit Einverständnis der betroffenen Frauen an eine Interventionsstelle. Die Beraterinnen der Interventionsstelle können dann gezielt auf die Frauen zugehen. Hierfür werden im Haushaltsjahr 2015 voraussichtlich 550.000.- € brutto zur Verfügung stehen.

Informationen zu Frauenhäusern und Notrufen in Bayern, aber auch zu weiteren Beratungsangeboten finden Sie unter: http://www.gewaltschutz.bayern.de/