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Mütter für Gefahren der Radikalisierung sensibilisieren

Sozialministerin Schreyer: „26.600 Euro für Präventionsprojekt MotherSchools in Schweinfurt“

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In Schweinfurt sind laut Einschätzungen der Polizei mindestens 60 religiös begründete Radikalisierungen bekannt. „Wir lassen nicht zu, dass sich weitere Menschen radikalisieren. Deshalb unterstützen wir auch in diesem Jahr wieder das erfolgreiche Präventionsprojekt der MotherSchools in Schweinfurt mit 26.600 Euro. Damit bietet der Verein Interkult e.V. künftig zwei weitere MotherSchools an“, so Bayerns Sozialministerin Kerstin Schreyer.

In den MotherSchools lernen Mütter, wie sie eine Radikalisierung ihrer Kinder frühzeitig erkennen und dieser gegensteuern können. „Die MotherSchools sind auch in Schweinfurt ein Erfolgsprojekt. In der Pilotphase im Jahr 2017 ist es gelungen, Mütter stark gegen die Beeinflussungen und Anwerbeversuche von Salafisten zu machen“, so die Ministerin. Schreyer erklärte weiter: „Radikale Ideologien stellen in erster Linie unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung in Frage. Sie können aber auch Familien vor große Herausforderungen stellen. Wir wollen Mütter deshalb sensibilisieren und sie im Umgang mit ihren heranwachsenden Jugendlichen stärken. Dazu gehört auch, ihnen Wissen über die psychosoziale Entwicklung von jungen Menschen zu vermitteln. Zudem wollen wir ihre Kommunikations- und Konfliktfähigkeit schulen. All das vereinen die MotherSchools in sich. Sie sind damit für mich eines der wichtigsten Präventionsprojekte.“

Mit Sorya Lippert, der Vorsitzenden des Vereins Interkult e.V., hat das MotherSchools-Projekt in Schweinfurt eine engagierte Fürsprecherin. Deren politische Zugkraft ist für den Ausbau der MotherSchools von unschätzbarem Wert.

Das Projekt basiert auf dem weltweit erfolgreichen Konzept der MotherSchools von ‚Frauen ohne Grenzen‘, einer Nichtregierungsorganisation (NGO) aus Wien. Das Bayerische Sozialministerium hat 2017 als erstes deutsches Bundesland die MotherSchools an vier bayerischen Standorten erprobt und mit insgesamt rund 350.000 Euro gefördert. In diesem Jahr kommen mit Unterstützung des Bundes weitere Standorte in Bayern dazu.