Hauptinhalt

Umstrittene Kita-Erzieher-Broschüre „Ene, mene, muh – und raus bist du!“

Familienministerin Schreyer: „Keine Politisierung in unseren Kinderbetreuungseinrichtungen!“

777.18

Bayerns Familienministerin Kerstin Schreyer warnt vor einer Politisierung in Kinderbetreuungseinrichtungen. Sie kritisiert die umstrittene Broschüre „Ene, mene, muh – und raus bist du!“ der Amadeu Antonio Stiftung und den Umgang des Bundesfamilienministeriums damit: „Ich kann mir nicht erklären, warum eine Bundesfamilienministerin mit ihrem Grußwort den Inhalten dieser Broschüre ihren Segen gibt! Für Bayern kann ich ganz klar sagen: Eine Politisierung der Erziehung wird es in unseren Kinderbetreuungseinrichtungen nicht geben. Keine Form von Extremismus hat dort einen Platz! Unsere bayerischen Kitas sind Orte der Vielfalt und gelebter Demokratie. Dies spiegelt sich auch in unserem Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan wieder, der genau jene Kompetenzen stärkt, die Kinder vor falscher Einflussnahme und rechtsradikalem Gedankengut schützen.“

Die Broschüre „Ene, mene, muh – und raus bist du! Ungleichwertigkeit und frühkindliche Pädagogik“ soll eigentlich Kita-Erzieher für einen kritischen Umgang mit Diskriminierung im frühkindlichen Bildungsbereich sensibilisieren. Schreyer sieht in einzelnen dort enthaltenen Fallbeispielen zur Erkennung radikaler Haltungen und extremistischer Positionen nicht selten aber die Gefahr einer Pauschalierung, die der komplexen Thematik oftmals nicht gerecht wird. „Die Kitas dürfen nicht instrumentalisiert und Kinder und ihre Familien nicht pauschal vorverurteilt werden! Eltern unter Generalverdacht zu stellen, so dass sie Angst davor haben müssen, von den Erzieherinnen und Erziehern der Kita verdächtigt zu werden, das darf und wird es in Bayern nicht geben. Die Kitas sollen schließlich Orte des Vertrauens sein“, erläutert Schreyer. Sie hält vielmehr eine von Wertschätzung geprägte Partnerschaft zwischen Erzieherinnen und Eltern als unverzichtbar.

„Was die Fachkräfte in der Kinderbetreuung vor allem brauchen, sind kompetente Ansprechpartner vor Ort, die individuelle Beratung und Unterstützung leisten“, betont die Ministerin. So bietet beispielsweise die mobile Beratung der ‚Landeskoordinierungsstelle Bayern gegen Rechtsextremismus‘ Fachkräften, Eltern und Angehörigen persönliche Hilfe und Unterstützung – anonym, kostenlos und vor Ort. Gleiches Ziel verfolgt die Bayerische Informationsstelle gegen Extremismus (BIGE), die besorgten Bürgern und den Kommunen kompetente Beratung und nützliche Informationen bereitstellt.