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Gewaltschutz

Sozialministerin Schreyer: „Gewalt hat viele Gesichter – deshalb planen wir auch Maßnahmen für gewaltbetroffene Männer“

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Gewalt findet nicht nur auf der Straße statt, sondern auch in den eigenen vier Wänden, wo der Schutz am größten sein sollte. Frauen sind hier am häufigsten betroffen: Über 80 Prozent der Opfer häuslicher Gewalt sind weiblich, die Täter meist Männer. Die Bayerische Staatsregierung stellt daher im aktuellen Doppelhaushalt etwa 16 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung, um Frauenhäuser, Notrufe und Fachberatungsstellen ergänzend zu den kommunalen Leistungen auszubauen und personell besser auszustatten.

Um ein umfassendes bayerisches Gewaltschutz- und Präventionskonzept zu realisieren, wird das Hilfeangebot nun erweitert. „Für mich ist es entscheidend, dass wir uns neben den Angeboten für Frauen, die Opfer von häuslicher oder sexualisierter Gewalt sind, auch jene Konstellationen anschauen, bei denen Männer Hilfe brauchen, weil sie in der Partnerschaft Gewalt ausgesetzt sind. Die häusliche Gewalt, die von Frauen ausgeht, mag oft eine andere sein als die von Männern. Ich denke hier zum Beispiel an seelische Gewalt. Letztlich geht es aber darum, dass die Gewalt ein Ende findet. Im Mittelpunkt steht für mich, dass jeder, der Hilfe braucht, einen Ansprechpartner für sein Anliegen hat“, so Bayerns Sozialministerin Kerstin Schreyer. Für Männer, die Opfer häuslicher oder sexualisierter Gewalt sind, stehen bisher nur sehr begrenzt Angebote zur Verfügung. Gemeinsam mit Nordrhein-Westfalen und weiteren interessierten Ländern wird Bayern daher eine Hilfehotline und ein digitales Informationsangebot aufbauen.

Darüber hinaus können nun interessierte Träger im Bereich der Prävention und Beratung sowie des Schutzes von gewaltbetroffenen Männern, Anträge für Modellprojekte beim Bayerischen Sozialministerium einreichen. Die Spanne reicht von Beratungsangeboten bis hin zu Schutzkonzepten. „Wir müssen anerkennen, dass Opfer nicht automatisch weiblich und Täter nicht immer männlich sind. Oft sind Täterinnen und Täter auch selbst Opfer“, so die Ministerin abschließend.

Nähere Informationen zu den Modellprojekten und der Antragstellung finden Sie unter Gewalt an Männern