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Klare Kante gegen „Original Play“

Familienministerin Kerstin Schreyer: „‚Original Play‘ hat in Kindertageseinrichtungen nichts zu suchen – wir behalten uns Konsequenzen vor“

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Beim so genannten „Original Play“ handelt es sich um eine Art Raufen, Ringen und Balgen im engen physischen Kontakt zwischen erwachsenen, fremden Personen und Kindern. Dieser intensive, körperbetonte Umgang zwischen Erwachsenen und Kindern kann zu Grenzüberschreitungen und sexuellem Missbrauch führen. “Original Play“ ist weder theoretisch noch empirisch fundiert und entbehrt somit jedweder wissenschaftlichen Grundlage. Laut Medienberichten der vergangenen Tage ist diese Methode aber in einigen deutschen Bundesländern angewendet worden.

Das Bayerische Familienministerium und das Staatsinstitut für Frühpädagogik (IFP) lehnen das so genannte „Original Play“ strikt ab. Bayerns Familienministerin Kerstin Schreyer stellt klar: „Das so genannte ‚Original Play‘ öffnet dem Missbrauch Tür und Tor. In Kitas hat das nichts verloren. Wir behalten uns vor, die Förderung für Einrichtungen einzustellen, die diese Methode anwenden oder dafür ihre Räume zur Verfügung stellen.“ Die Aufsichtsbehörden sind angewiesen, ein besonderes Augenmerk auf das „Original Play“ zu haben. Die Bezirksregierungen sind darüber bereits informiert.

Dem Familienministerium sind keine Fälle bekannt, in denen „Original Play“ in geförderten Kindertageseinrichtungen in Bayern angewendet worden ist. „Die Medienberichte über Fälle in anderen Bundesländern sind erschreckend“, so Schreyer. „Ich bin erleichtert, dass bisher keine ähnlichen Fälle aus bayerischen Kitas gemeldet wurden. Wir werden hier auch künftig ganz genau hinschauen. Gleichzeitig appelliere ich an alle Eltern, ebenfalls Augen und Ohren offenzuhalten, damit ‚Original Play‘ auch im privaten Umfeld außerhalb staatlich geförderter Kindertageseinrichtungen nicht Fuß fassen kann.“