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Konzept "Bayern gegen Gewalt"

Konzept Bayern gegen Gewalt"

Hilfesystem für von häuslicher und/oder sexualisierter Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder

Die Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Hilfesystems für von häuslicher und/oder sexualisierter Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder aus dem Konzept „Bayern gegen Gewalt“ wurden bereits weitgehend umgesetzt:

  • Mit einer neuen Förderrichtlinie (Richtlinie zur Förderung zusätzlicher Frauenhausplätze sowie zur Anpassung von Frauenhausplätzen an besondere Bedarfe) wird ein zeitlich befristeter finanzieller Anreiz zur Schaffung neuer Frauenhausplätze und zur bedarfsgerechten Umgestaltung vorhandener Plätze geschaffen. Die Richtlinie ist am 1. September 2019 in Kraft getreten.
  • Mit der Richtlinie für die Förderung von Frauenhäusern, Fachberatungsstellen/Notrufen und angegliederten Interventionsstellen in Bayern vom 5. August 2019, die am 31. Dezember 2021 außer Kraft getreten ist, wurden die Personalschlüssel und die staatlichen Förderbeträge sowohl für die Frauenhäuser als auch für die Fachberatungsstellen/Notrufe zum 1. September 2019 erhöht. Darüber hinaus wurden neue Personalschlüssel eingeführt. Die Richtlinie wurde ersetzt durch die Richtlinie für die Förderung von Frauenhäusern, Fachberatungsstellen (Notrufe) und Interventionsstellen in Bayern vom 24. Februar 2022, mit der die maximalen Fördersummen für die Frauenhäuser, Fachberatungsstellen und Interventionsstellen aufgestockt wurden.
  • Zusätzlich werden Second-stage-Projekte nach oder anstatt dem Aufenthalt in einem Frauenhaus seit November 2019 erprobt. Hier geht es um Frauen und ihre Kinder, die den hohen Schutz und die intensive psychosoziale Beratung im Frauenhaus nicht (mehr) benötigen. Inhalt der Modellprojekte ist neben der Nachbetreuung der Frauen nach der Akutphase ein begleitendes Management für den Übergang in eine eigene Wohnung mit Wohnraumakquise und -vermittlung. Die Modellförderung für 15 Second-stage-Projekte läuft gegenwärtig bis zum 31. Dezember 2022. Bei nachhaltiger Bewährung ist eine Überführung in eine Regelförderung vorstellbar.
  • Gefördert wird auch die Einrichtung einer landesweiten Koordinierungsstelle gegen häusliche und sexualisierte Gewalt, angesiedelt beim Landesverband Bayern der Freien Wohlfahrtspflege. Sie hat am 1. Oktober 2019 ihren Betrieb aufgenommen. Damit soll insbesondere die interdisziplinäre Zusammenarbeit gefördert und eine Weiterentwicklung der Hilfsangebote an sich ändernde Bedarfe unterstützt werden. Die Koordinierungsstelle soll außerdem fachlichen Input geben und die Öffentlichkeit sensibilisieren.
  • Ferner wurde im Februar 2021 die Landeskoordinierungsstelle „Bayern gegen Gewalt“ im Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales eingerichtet. Sie kümmert sich im Sinne der Istanbul-Konvention insbesondere um Belange von Frauen, die von geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen sind, und von Personen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind. Bayern verfügt somit über eine Landeskoordinierungsstelle auf ministerieller Ebene, die sich um die Belange der von geschlechtsspezifischer Gewalt betroffenen Frauen und aller Menschen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, kümmert und über eine landesweite Koordinierungsstelle in zivilgesellschaftlicher Trägerschaft, die sich speziell im Rahmen des Hilfesystems für von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder um von häuslicher und sexualisierter Gewalt betroffene Frauen kümmert.
  • Außerdem wurden die Angebote für Opfer um Maßnahmen für Täter und Täterinnen ergänzt. Eine gute Täterarbeit kann eine Verhaltensänderung bewirken und weitere Gewalttaten verhindern. Hierfür werden in jedem Regierungsbezirk eine Fachstelle für Täterarbeit bei häuslicher Gewalt (bei Bedarf mit angegliederter Täterinnenarbeit) gefördert, in Oberbayern aufgrund der Bevölkerungsdichte zwei.

Hilfesystem für von häuslicher und/oder sexualisierter Gewalt betroffene Männer

Anhand des Konzepts „Bayern gegen Gewalt“ wurden die Beratungs-/Präventions- und Schutzangebote für von häuslicher und/oder sexualisierter Gewalt betroffene Männer in Bayern im Rahmen einer Modellprojektförderung auf- und ausgebaut. Zusätzlich wurden präventive Maßnahmen auf den Weg gebracht. Seither gibt es in Süd- und Nordbayern verschiedene Träger, die die Bereiche Prävention, Beratung und Schutz abdecken. Die Landesarbeitsgemeinschaft Jungen*- und Männer*arbeit Bayern sorgt für eine gemeinsame Supervision der Träger. Alle Projekte werden zusätzlich wissenschaftlich begleitet.

Die entsprechenden zielgruppenspezifischen Anlaufstellen, Ansprechpartner, Schutzwohnungen sowie die gemeinsam mit dem Bundesland Nordrhein-Westfalen betriebene Hotline für gewaltbetroffene Männer finden Sie im Online-Portal www.bayern-gegen-gewalt.de auf der Unterseite „Gewalt gegen Männer“.

Schutzwohnungen für von häuslicher und/oder sexualisierter Gewalt betroffene Männer und ihre Kinder

Es gibt Situationen in denen Beratung noch nicht oder nicht mehr die geeignete Hilfe darstellen. Da braucht es Schutz. Der SKM in Augsburg, bietet eine Schutzwohnung mit 4 Plätzen für den südbayerischen Bereich an. Die Caritas in Nürnberg, stellt mit der gleichen Platzzahl eine Schutzwohnung für Nordbayern zur Verfügung. Die Projekte werden durch eine Hotline für Männer, die von Gewalt betroffen sind, ergänzt. Diese Hotline entstand in Kooperation mit dem Ministerium in NRW und wird länderübergreifend betreut.

Nähere Informationen zu den Hilfe- und Unterstützungsangeboten für gewaltbetroffene Männer sowie Tipps zur Gewaltprävention und interessante Blogbeiträge von Fachkräften finden Sie im Online-Portal www.bayern-gegen-gewalt.de, v.a. auf der Unterseite „Gewalt gegen Männer“.

Genitalverstümmelung bei Frauen und Mädchen

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