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Im Wort Palliativversorgung ist der lateinische Begriff für "Mantel" enthalten, nämlich "pallium". Damit soll zum Ausdruck gebracht werden, dass der Mensch von der Palliativversorgung umschlossen und geschützt werden soll.

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Palliative Care ein Ansatz, der die Lebensqualität von Patienten und deren Familien verbessert, die mit den Problemen im Zusammenhang einer lebensbedrohenden Erkrankung konfrontiert sind. Dies beinhaltet die Prävention und Linderung von Leiden durch frühzeitiges Erkennen und umfassende Erfassung sowie durch die Behandlung von Schmerz und anderen Problemen auf körperlichen, psychosozialen und spirituellen Ebenen.

Bereits aus dieser Definition wird klar, dass es hierfür unterschiedlicher Akteure bedarf. So arbeiten in der Palliativversorgung Fachkräfte aus vielen Berufsgruppen eng zusammen. Ärzte, Pflegende und Physiotherapeuten lindern körperliche Beschwerden. Psychologen, Seelsorger und Sozialarbeiter leisten psychische, soziale und emotionale Unterstützung. Ergänzt wird die Palliativversorgung durch die Hospizarbeit.

www.stmgp.bayern.de/gesundheitsversorgung/sterbebegleitung/palliativversorgung

Palliativversorgung - Rahmenkonzept zur Hospiz- und Palliativversorgung

Schwerstkranken und Sterbenden ein Leben in Würde bis zuletzt zu ermöglichen, ist seit langem zentrales Anliegen der Bayerischen Staatsregierung. Wesentliche Angebote und Strukturen in der Hospiz- und Palliativversorgung sind in den letzten Jahren bereits aufgebaut worden.

Um die Versorgung Schwerstkranker und Sterbender weiter zu verbessern, haben das Bayerische Gesundheitsministerium und das damals zuständige Bayerische Sozialministerium zusammen mit dem Expertenkreis „Hospiz- und Palliativversorgung" (damals Expertenkreis Palliativmedizin und Hospizarbeit") ein Rahmenkonzept zur Hospiz- und Palliativversorgung in Bayern erarbeitet. Das Konzept wurde am 17.10.2011 der Öffentlichkeit vorgestellt.

Das bundesweit erste umfassende Konzept zur Versorgung Schwerstkranker und Sterbender stellt einen Meilenstein in der Hospiz- und Palliativversorgung dar. Es ist Kompass für den weiteren zielgerichteten Ausbau einer qualitativ hochwertigen Begleitung und Versorgung Schwerstkranker und Sterbender sowie ihrer Angehörigen in Bayern.

Das Rahmenkonzept bildet die Grundlage für ein eng verzahntes und aufeinander abgestimmtes umfassendes Versorgungsnetz in der Hospiz- und Palliativversorgung in Bayern. Es widmet sich neben der ambulanten und stationären Versorgung von Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen der Aus-, Fort- und Weiterbildung aller beteiligten Berufsgruppen sowie der Forschung und Lehre.

Palliativersorgung_Rahmenkonzept_kh_00008.htm

Palliativversorgung - Expertenkreis Hospiz- und Palliativversorgung

In Bayern bezieht das Staatsministerium für Gesundheit und Pflege beim Ausbau der erforderlichen palliativmedizinischen und hospizlichen Versorgungsstrukturen fachlichen Rat vom Expertenkreis Hospiz- und Palliativversorgung. Der Expertenkreis „Hospiz- und Palliativversorgung“ ist ein dauerhaftes Gremium, das unter dem Vorsitz von Herrn Staatminister Holetschek zweimal jährlich tagt. Mitglieder des Expertenkreises sind alle Akteure der Hospiz- und Palliativversorgung in Bayern auf Ebene der (Landes-)Verbände bzw. Organisationen und Vereinigungen. Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege möchte gemeinsam mit den Experten eine langfristig angelegte „Bayerische Zukunftsstrategie zur Hospiz- und Palliativversorgung“ erarbeiten. Die Zukunftsstrategie soll das im Jahr 2011 veröffentlichte Rahmenkonzept ersetzen und neue Konzepte für einen bedarfsgerechten und zukunftsfähigen Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung in Bayern enthalten. So sollen dauerhaft verlässliche Strukturen für die Hospiz- und Palliativversorgung für die Menschen in Bayern geschaffen werden.

www.stmgp.bayern.de/ministerium/behoerden-und-gremien/#Expertenkreis-Palliativmedizin-und-Hospizarbeit

Palliativversorgung von Kindern und Jugendlichen

Die Palliativversorgung von Kindern und Jugendlichen umfasst die aktive Betreuung der körperlichen, geistigen und spirituellen Bedürfnisse des Kindes vom Zeitpunkt der Diagnosestellung an und schließt die Unterstützung der Familie mit ein. Die Versorgenden müssen die körperlichen und psychosozialen Leiden des Kindes erkennen und lindern. Eine effektive Palliativversorgung benötigt einen multidisziplinären Ansatz, der die Familie einbezieht und regionale Unterstützungsangebote nutzbar macht (Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahr 1998).

Kinderpalliativmedizin ist damit mehr als Körpermedizin. Sie lindert belastende Krankheitsbeschwerden und hilft den Familien, zusammen mit der Kinderhospizarbeit, die extremen Belastungen, die sich aus der Erkrankung ergeben, zu bewältigen und mit der kaum erträglichen Situation zurechtzukommen. Betroffene Kinder weisen ein überwiegend anderes Krankheitsbild auf als erwachsene Patientinnen und Patienten. Zudem haben schwerstkranke und sterbende Kinder und ihre Familien besondere Wünsche und Bedürfnisse, die beachtet werden müssen. Oftmals geht dem Tod von Kindern eine lange Krankheitsphase voraus, in der das erkrankte Kind bereits intensiv versorgt werden muss. Die gesamte Familie hat bereits beim Auftreten der Erkrankung einen hohen Bedarf an Informationen und Betreuung.

Um die Versorgung schwerstkranker und sterbender Kinder und Jugendlicher einschließlich ihrer Familien zu verbessern, hat das Bayerische Gesundheitsministerium im September 2009 ein Konzept veröffentlicht. Das Konzept soll flächendeckend - sowohl in Ballungsgebieten als auch im ländlichen Raum - den Aufbau einer umfassenden Palliativversorgung für Kinder und Jugendliche voranbringen. Der Schwerpunkt liegt im Ausbau der häuslichen Versorgung durch speziell ausgebildete Kinderpalliativteams. Damit wird dem Wunsch vieler Kinder und ihrer Familien entsprochen, möglichst viel Zeit im vertrauten Umfeld verbringen zu können. Weitere Eckpunkte des Konzeptes sind die Errichtung einer Kinderpalliativstation am Klinikum der Universität München (eröffnete im Juni 2016) und die Zusammenarbeit mit kinderhospizlichen Einrichtungen.

§§ 37b, 39 Sozialgesetzbuch V

ZGesetzliche Krankenkassen

www.stmgp.bayern.de/gesundheitsversorgung/sterbebegleitung/palliativversorgung

www.patientenportal.bayern.de

Palliativversorgung, ambulante

Die ambulante Palliativversorgung wird als Allgemeine Ambulante Palliativversorgung (AAPV) im Rahmen der vertragsärztlichen Versorgung durch Haus- und Fachärzte und die häusliche Krankenpflege erbracht und versorgt den Großteil der schwerstkranken sterbenden Menschen im ambulanten Bereich. Über die AAPV hinausgehend kann die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV) erforderlich sein. Die SAPV richtet sich an schwerstkranke sterbende Menschen, die an komplexen Krankheitsverläufen mit ausgeprägter Symptomatik leiden und eine besonders aufwändige Versorgung benötigen. Die SAPV wird grundsätzlich von SAPV-Teams erbracht, die aus speziell qualifizierten Ärzten, Pflegefachkräften und ggf. weiteren Fachkräften (z. B. Sozialarbeitern/Sozialpädagogen) gebildet werden. Der Anspruch besteht sowohl im häuslichen oder familiären Bereich als auch in stationären Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe

§§ 37b, 132d Sozialgesetzbuch V  

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Palliativversorgung, stationäre

Die stationäre palliativmedizinische Versorgung ist Teil der Krankenhausbehandlung. Sie wird in Bayern überwiegend auf Palliativstationen oder durch palliativmedizinische Dienste erbracht.

Palliativstationen sind in ein Akutkrankenhaus integrierte Einheiten, die spezialisiert sind auf die Behandlung, Betreuung und Begleitung von Palliativpatienten. Charakteristisch für die Palliativstation ist das in einer festen Abteilungsstruktur tätige multiprofessionelle Team aus speziell qualifizierten Ärzten, Pflegekräften, Sozialarbeitern/Sozialpädagogen, Seelsorgern, Psychologen und weiteren Therapeuten, ergänzt durch ehrenamtlichen Hospizhelfer Ziel ist es, krankheits- und therapiebedingte Beschwerden zu lindern und wenn möglich, die Krankheits- und Betreuungssituation des Betroffenen so zu stabilisieren, dass er wieder in die ambulante Versorgung entlassen werden kann.

Palliativmedizinische Behandlung kann in Krankenhäusern auch durch einen multiprofessionellen palliativmedizinischen Dienst erbracht werden. Dieser besteht aus speziell qualifizierten Ärzten, Pflegekräften und Sozialarbeitern und kooperiert mit einem örtlichen Hospizverein. Seelsorge und weitere Therapeuten können im Bedarfsfall herangezogen werden. Der palliativmedizinische Dienst arbeitet ohne feste Abteilungsstruktur und versorgt Schwerstkranke übergreifend auf allen Stationen des Krankenhauses.

§ 39 Sozialgesetzbuch V

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