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Sozial-Fibel

Geriatrie

Geriatrie - Altersmedizin

Unter Geriatrie versteht man die Altersmedizin oder auch Altersheilkunde. Es ist der Zweig der Medizin, der sich mit der Diagnose und Therapie älterer kranker Menschen befasst. Eine besondere Herausforderung besteht darin, dass ältere Menschen häufig an mehreren Krankheiten gleichzeitig leiden und zudem sehr gebrechlich sein können. Die Geriatrie verfolgt dabei einen ganzheitlichen Ansatz und so steht nicht nur die Behandlung aktueller Beschwerden im Mittelpunkt. Der geriatrische Blick richtet sich auf die vielen unterschiedlichen Facetten des alternden Menschen - gesundheitlich, sozial, psychologisch sowie funktional. In der Altersmedizin arbeiten deshalb die verschiedenen Berufsgruppen aus dem ärztlichen, pflegerischen und therapeutischen Bereich eng zusammen. Ziel ist dabei die Förderung der Autonomie und die Verbesserung des funktionellen Status und der Lebensqualität.  Die Geriatrie setzt sich zum Ziel, den Patientinnen und Patienten möglichst lange ein eigenständiges Leben im häuslichen und familiären Umfeld zu ermöglichen. Heimeinweisungen und Pflegebedürftigkeit sollen vermieden werden. Um den Aufbau der dazu notwendigen Versorgungsstrukturen zu fördern, hat die Bayerische Staatsregierung gemeinsam mit den Mitgliedern des Krankenhausplanungsausschusses bereits im Jahr 1990 ein Geriatriekonzept beschlossen. Das Bayerische Geriatriekonzept hat zunächst seinen Schwerpunkt auf die Schaffung geriatrischer Rehabilitationseinrichtungen gelegt. 

Ergänzend hat der Krankenhausplanungsausschuss am 23. November 2009 das Fachprogramm Akutgeriatrie verabschiedet. Dieses stellt in den Krankenhäusern eine akutgeriatrische Versorgung auf höchstem Niveau sicher.

Neben der Versorgung im Krankenhaus und in den Rehabilitationseinrichtungen bilden die Hausärzte eine wichtige Säule, welche die geriatrische Versorgung im ambulanten Sektor sicherstellt.

Zuständig: Gesetzliche Krankenkassen

www.stmgp.bayern.de/gesundheitsversorgung/krankenhaeuser/altersmedizin/

Geriatrie - Akutgeriatrie

Unter Akutgeriatrie versteht man die Versorgung älterer Menschen im Krankenhaus. Die Behandlung umfasst dabei neben den körperlichen auch die geistigen, funktionalen und sozialen Aspekte. Der Grund für eine solche Behandlung kann ein Schlaganfall, eine Lungenentzündung oder ein Knochenbruch sein. Dabei wird ein besonderes Augenmerk darauf gelegt, dass die Patientinnen und Patienten oftmals noch zusätzlich an zahlreichen alterstypisch chronischen Erkrankungen leiden.

Um eine leistungsfähige und qualitätsvolle akutgeriatrische Versorgung in Bayern zu garantieren, hat der Bayerische Krankenhausplanungsausschuss am 23. November 2009 das Fachprogramm Akutgeriatrie verabschiedet. Damit verfügt der Freistaat Bayern als einziges Bundesland über ein solches Fachprogramm. In diesem sind strenge Qualitätskriterien im Bereich der Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität definiert.

Betrachtet man die Entwicklung seit Beginn des Fachprogramms im Jahr 2009, so fällt auf, dass sowohl die Anzahl der Akutgeriatrien als auch die Anzahl der Betten in Bayern von Jahr zu Jahr zunehmen. Inzwischen bilden über einhundert akutgeriatrische Abteilungen mit insgesamt ca. 2500 Betten ein tragfähiges Netz, um eine bedarfsgerechte wohnortnahe Versorgung geriatrischer Patientinnen und Patienten im Freistaat sicherzustellen.

§ 39 Sozialgesetzbuch V

Zuständig: Gesetzliche Krankenkassen

www.stmgp.bayern.de/gesundheitsversorgung/krankenhaueser/altersmedizin/

 

Geriatrie - geriatrische Rehabilitation

Eine geriatrische Rehabilitation kann sich an eine Akutbehandlung im Krankenhaus anschließen. Aber auch Hausärzte und niedergelassene Fachärzte können eine geriatrische Rehabilitationsmaßnahme verordnen. Das Hauptziel der geriatrischen Rehabilitation ist, die Selbstständigkeit zu erhalten oder wiederzugewinnen und somit eine drohende Pflegebedürftigkeit zu vermeiden oder zumindest abzumildern.

Bayernweit gibt es zusammen über 2.800 stationäre geriatrische Reha-Betten. Neben den stationären Rehabilitationen, bei welchen die Rehabilitanden für mehrere Wochen in der Einrichtung verbleiben, gibt es auch die Angebote einer ambulanten und darüber hinaus einer mobilen geriatrischen Rehabilitation (MoGeRe). Während bei der klassischen ambulanten geriatrischen Rehabilitation den Patientinnen und Patienten tagsüber das volle therapeutische Spektrum einer Rehabilitationsklinik zur Verfügung steht, sucht bei der MoGeRe ein interdisziplinäres Team die Patientinnen und Patienten in ihrer gewohnten häuslichen Umgebung auf und erbringt dort alle notwendigen Rehabilitationsleistungen.

Für den Bereich der Rehabilitation besteht aber anders als bei der Krankenhausplanung für die Bundesländer kein gesetzlicher Auftrag der Sicherstellung einer bedarfsgerechten Versorgung. Die Rehabilitationseinrichtungen schließen ohne die Möglichkeit einer Einflussnahme durch den Freistaat mit den Kostenträgen Versorgungsverträge ab.

Ganz nach dem Motto Rehabilitation vor Pflege konnte eine durch den Freistaat Bayern geförderte Studie der geriatrischen Rehabilitation in Bayern einen nachhaltigen Erfolg bescheinigen. Es zeigte sich, dass rund 87 Prozent der in Bayern befragten Patientinnen und Patienten, welche vor der medizinischen Behandlung in einem privaten Wohnumfeld gelebt haben, nach abgeschlossener geriatrischer Rehabilitation auch wieder in dieses zurückkehren konnten. D. h. bei der überwiegenden Mehrheit konnte eine Entlassung in eine vollstationäre Pflegeeinrichtung oder in Betreutes Wohnen vermieden werden. Dass es sich dabei auch um einen langfristigen Effekt handelt, wurde aus dem großen Anteil der ehemaligen Rehabilitanden (94 %), die auch noch nach einem halben Jahr zu Hause lebten, ersichtlich. Die detaillierten Ergebnisse der Studie können Sie hier nachlesen.

 

https://www.stmgp.bayern.de/wp-content/uploads/2016/02/studienbericht_gib_dat_nachfolgestudie.pdf

§ 40 Sozialgesetzbuch V

Gesetzliche Krankenkassen

www.stmgp.bayern.de/gesundheitsversorgung/krankenhaueser/altersmedizin/

Geriatrie – Mobile Geriatrische Rehabilitation

Die mobile geriatrische Rehabilitation (MoGeRe) ist eine im Jahr 2007 neu entstandene Versorgungsstruktur und eine Besonderheit in der geriatrischen Rehabilitation.

Hierbei sucht das sogenannte MoGeRe-Team Patientinnen und Patienten in ihrer häuslichen Umgebung auf, zum Beispiel in der Wohnung oder im Seniorenheim, und erbringt dort die Leistungen der medizinischen Rehabilitation.

MoGeRe-Teams setzen sich aus Medizinern, Pflegefachkräften sowie rehabilitativ geschulten Therapeuten und Fachkräften (zum Beispiel Sozialarbeiter/Sozialpädagogen/Ernährungsberater) zusammen.

Diese Form der Rehabilitation richtet sich an multimorbide Patientinnen und Patienten mit erheblichen funktionellen Beeinträchtigungen und mit einem komplexen Hilfebedarf. Das sind zum Beispiel Patientinnen und Patienten mit starken kognitiven Einschränkungen (wie etwa bei einer Demenz). Die vertraute Umgebung und die vertrauten Bezugspersonen spielen eine wichtige Rolle bei dieser Form der Rehabilitation. So wird sichergestellt, dass sicher  sich ein nachhaltiger Reha-Erfolg einstellt.

Die mobile geriatrische Rehabilitation muss ärztlich verordnet und von der Krankenkasse genehmigt sein.

Um den Aufbau der mobilen geriatrischen Rehabilitation in Bayern zu beschleunigen, fördert das Gesundheitsministerium die Anfangsphase der MoGeRe-Teams mit bis zu 25.000 Euro pro Team.

§ 40 Sozialgesetzbuch V

Zuständig: Gesetzliche Krankenkassen

www.stmgp.bayern.de/gesundheitsversorgung/krankenhaueser/altersmedizin/

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