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Sozial-Fibel

Hospizversorgung

Im Mittelpunkt der Hospizarbeit steht der schwerstkranke und sterbende Mensch mit seinen Wünschen und Bedürfnissen sowie seine Angehörigen und Nahestehenden. Ziel der Hospizarbeit mit allen seinen Facetten ist, den betroffenen Menschen ein möglichst würdevolles und selbstbestimmtes Leben bis zum Ende zu ermöglichen und die Angehörigen zu unterstützen. Zum Hospiz als Institution gehören die ambulanten Hospizdienste sowie die stationären Hospize.

Hospizversorgung, ehrenamtliche, ambulante

Die meisten Menschen wünschen sich, im vertrauten Umfeld, beschützt und ohne Schmerzen oder anderes Leid ertragen zu müssen, sterben zu dürfen. Ambulante Hospizdienste begleiten deshalb schwerstkranke und sterbende Menschen sowie deren Angehörige in den letzten Monaten oder Wochen ihres Lebens - zu Hause, in Krankenhäusern oder in Alten- und Pflegeeinrichtungen. Ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleiter schenken schwerstkranken und sterbenden Menschen eine individuelle und liebevolle Zuwendung und stehen den An- und Zugehörigen mit Rat und Unterstützung zur Seite.

Damit ein ambulanter Hospizdienst seine Arbeit aufnehmen kann, bedarf es keiner ärztlichen Verordnung. Betroffene können sich direkt mit einem Hospizdienst ihrer Wahl in Verbindung setzen.

Inzwischen sind in ganz Bayern rund 140 Hospizvereine und Hospizdienste mit ca. 25.000 Mitgliedern entstanden. Viele tausend ehrenamtlich tätige Hospizbegleiterinnen und -begleiter mit einer speziellen Ausbildung und regelmäßiger Fortbildung sind in der ambulanten Hospizarbeit tätig. Darüber hinaus gibt es in Bayern 20 stationäre Hospize, sowie 1 Kinderhospiz in Bad Grönenbach (siehe stationäres Hospiz ).

§ 39a Abs. 2 Sozialgesetzbuch V; Rahmenvereinbarung nach § 39a Abs. 2 S.7 Sozialgesetzbuch V zu den Voraussetzungen der Förderung sowie zu Inhalt, Qualität und Umfang der ambulanten Hospizarbeit vom 03.09.2002, i.d.F. vom 14.03.2016

Zuständig: Gesetzliche Krankenkassen, Bayerische Stiftung Hospiz, Bayerisches Hospiz- und Palliativbündnis, Bayerischer Hospiz- und Palliativverband e. V., Hospizvereine, Verbände der freien Wohlfahrtspflege

Hospizversorgung, stationär

In einem stationären Hospiz werden schwerstkranke und sterbende Menschen mit einer unheilbaren, fortschreitenden und weit fortgeschrittenen Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung betreut, bei denen eine stationäre Behandlung im Krankenhaus nicht erforderlich ist und eine ambulante Betreuung ( Hospizarbeit, ehrenamtliche, ambulante ) im gewohnten Umfeld nicht ausreicht.

Stationäre Hospize sind kleine Einrichtungen mit familiärem Charakter mit in der Regel mindestens acht und höchsten 16 Hospizplätzen. Die Hospizgäste werden von speziell ausgebildeten Fachkräften pflegerisch, psychosozial und seelsorgerisch betreut. Je nach Absprache und Notwendigkeit kommen zur medizinischen Behandlung die Hausärztin oder der Hausarzt und/oder speziell ausgebildete Palliativärztinnen und -ärzte zur medizinischen Behandlung ins Hospiz.

Auch die Familienmitglieder und andere nahestehende Menschen haben (nach Absprache) jederzeit Zutritt im Hospiz. Sie dürfen dort auch (z. T. in eigens eingerichteten Gästezimmern) übernachten und erhalten individuelle Begleitung und Unterstützung.

Die Rahmenvereinbarung legt ausdrücklich fest, dass stationäre Hospize aufgrund ihres Versorgungsauftrages baulich, organisatorisch und wirtschaftlich selbstständige Einrichtungen mit separatem Personal und Konzept sind. Ein stationäres Hospiz kann daher nicht Bestandteil einer vollstationären Pflegeeinrichtung sein.

Die Behandlung, Betreuung und Pflege im stationären Hospiz ist für die Hospizgäste kostenfrei. Der Aufwand, der nicht durch die Bedarfssätze abgedeckt ist, wird vom stationären Hospiz z. B. aus Spenden oder Stiftungen finanziert.

Auf ein stationäres Hospiz ist das Bayerische Pflege- und Wohnqualitätsgesetz anwendbar; es unterliegt daher der zuständigen Aufsicht durch die Fachstellen für Pflege- und Behinderteneinrichtungen - Qualitätsentwicklung und Aufsicht (FQA) , damit die Wahrung der Interessen und Bedürfnisse der Hospizgäste gesichert sind.

§ 39a Abs. 1 Sozialgesetzbuch V; Rahmenvereinbarung nach § 39a Abs. 1 Satz 4 Sozialgesetzbuch V über Art und Umfang sowie Sicherung der Qualität der stationären Hospizversorgung vom 13.03.1998 in der Fassung der Vereinbarung vom 14.04.2010 sowie Rahmenvereinbarung nach § 39a Abs. 1 Satz 4 Sozialgesetzbuch V über Art und Umfang sowie Sicherung der Qualität der stationären Kinderhospizversorgung vom 31.03.2017.

Zuständig: Gesetzliche Kranken- und Pflegekassen, Bayerisches Hospiz- und Palliativbündnis, Verbände der freien Wohlfahrtspflege, stationäre Hospize

www.stmgp.bayern.de/gesundheitsversorgung/sterbebegleitung/hospiz

Hospizversorgung für Kinder und Jugendliche

Im Vordergrund der Kinder- und Jugendhospizarbeit steht die ambulante und stationäre Begleitung der ganzen Familie ab Diagnosestellung einer lebensverkürzenden Erkrankung. Im Mittelpunkt der hospizlichen Versorgung steht das schwerstkranke Kind, der schwerstkranke Jugendliche oder junge Erwachsene mit seinen individuellen Wünschen und Bedürfnissen und seine An- und Zugehörigen. Eine ganzheitliche Begleitung, Pflege und Versorgung der betroffenen Kinder und Jugendlichen und ihrer Zugehörigen, teilweise über viele Jahre, wird durch haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kinderhospizdienste bzw. der stationären Kinderhospize in Zusammenarbeit mit palliativmedizinischen erfahrenen (Haus-)Ärztinnen und Ärzten gewährleistet.

https://www.stmgp.bayern.de/gesundheitsversorgung/sterbebegleitung/hospiz/

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