Sie suchen Beratung, Archive, Erinnerungsorte oder Gleichgesinnte? Unser Infoportal bündelt Angebote für Vertriebene, Aussiedler und Spätaussiedler in Bayern: Leistungen, Begegnungsorte, Förderprogramme, Ahnenforschung – alles auf einen Klick. Jetzt informieren.
Vertriebene und Aussiedler in Bayern


FAQs für Vertriebene, Aussiedlerinnen und Aussiedler, Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler in Bayern
Besondere Entschädigungen allein wegen Ihres Vertriebenen- oder (Spät-)Aussiedlerstatus bekommen Sie heute in der Regel nicht mehr. Eigene Programme wie der Lastenausgleich oder die Vertriebenenzuwendung für in der DDR verbliebene Vertriebene hat der Bund abgeschlossen; die letzten Antragsfristen liefen Mitte der 1990er Jahre aus.
Ihr Status spielt aber weiterhin eine Rolle:
- Die Deutsche Rentenversicherung berücksichtigt Zeiten im Herkunftsland nach dem Fremdrentengesetz, wenn Sie als Vertriebene oder Spätaussiedler anerkannt sind.
- Das Ausgleichsamt (konzentriert für Bayern bei der Regierung von Mittelfranken) bearbeitet noch Rückfragen und Rückforderungen im Lastenausgleich.
Wenn Sie wissen möchten, welche Leistungen Sie persönlich erwarten können, sprechen Sie am besten direkt mit der Deutschen Rentenversicherung (Stichwort „Aussiedler und ihre Rente“) und – bei alten Lastenausgleichsbescheiden – mit dem Ausgleichsamt der Regierung von Mittelfranken.
Wenn Sie andere Menschen mit Vertriebenen- oder (Spät-)Aussiedlergeschichte treffen möchten, führen mehrere Wege zu passenden Gruppen:
- Der BdV Bayern bündelt Heimatkreise und Landsmannschaften in allen Bezirken und veröffentlicht die Kontaktdaten der Kreis‑ und Ortsverbände auf seiner Website.
- In Museen und Kulturzentren – etwa dem Haus des Deutschen Ostens, dem Sudetendeutschen Museum oder dem Kulturzentrum Ostpreußen – kommen bei Veranstaltungen häufig mehrere Generationen mit ähnlicher Geschichte ins Gespräch.
Wenn Sie einen ersten Schritt planen, rufen Sie die Geschäftsstelle des BdV Bayern oder im Haus des Deutschen Ostens an und schildern kurz, was Sie suchen: eine Gesprächsgruppe, Kulturangebote, Hilfen im Alter oder Jugendarbeit. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nennen Ihnen passende Kontakte und Termine in Ihrer Nähe.
- BdV Bayern – Landesverband, Überblick und KontakteExterner Link öffnet in neuem Fenster
- Kreis- und Ortsverbände des BdV BayernExterner Link öffnet in neuem Fenster
- Haus des Deutschen Ostens, Veranstaltungen und ProgrammExterner Link öffnet in neuem Fenster
- Sudetendeutsches Museum, Veranstaltungen und FührungenExterner Link öffnet in neuem Fenster
In Bayern beraten Sie verschiedene Stellen zu Fragen rund um Ankommen, Alltag und Perspektiven:
- Der Freistaat fördert eine flächendeckende Flüchtlings‑ und Integrationsberatung nach der Beratungs‑ und Integrationsrichtlinie. Träger der Wohlfahrtspflege und Landkreise beraten dort alle Menschen mit Migrationsgeschichte – ausdrücklich auch Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler.
- Die Regierung von Mittelfranken koordiniert die Förderung bayernweit; über die Informationen zur „Flüchtlings‑ und Integrationsberatung“ finden Sie Verweise auf die örtlichen Beratungsangebote.
- Der BdV Bayern betreibt zusätzlich eine Migrationsberatung (MBE) speziell für Zugewanderte, darunter Spätaussiedler und ihre Familien, mit Beratungsstellen unter anderem in München und Aichach.
Wenn Sie Unterstützung suchen – etwa bei Sprache, Arbeit, Wohnen, Rente oder Familienfragen –, nehmen Sie Kontakt zu einer dieser Beratungsstellen auf. Die Beratung ist kostenfrei und vertraulich.
- Flüchtlings- und Integrationsberatung bei der Regierung von MittelfrankenExterner Link öffnet in neuem Fenster
- Sachgebiet 15 – Integration und Förderung, AusgleichsamtExterner Link öffnet in neuem Fenster
- Migrationsberatung des BdV Bayern (MBE)Externer Link öffnet in neuem Fenster
- zur Bundesweiten Migrationsberatung für erwachsene ZugewanderteExterner Link öffnet in neuem Fenster
Wenn Sie nach Spuren Ihrer Familie oder Ihres Herkunftsortes suchen, liegen viele erste Zugänge in Bayern:
- Das Haus des Deutschen Ostens (HDO) in München betreibt die größte öffentliche Spezialbibliothek Bayerns zur Geschichte der Deutschen in Mittel‑, Ost‑ und Südosteuropa und kennt viele Archive im In‑ und Ausland.
- Das Lastenausgleichsarchiv des Bundesarchivs in Bayreuth verwahrt Millionen Akten aus dem Lastenausgleich – darin stehen oft detaillierte Angaben zu Herkunftsorten, Vermögen und Fluchtwegen.
Sie können sich an das HDO wenden, wenn Sie nicht wissen, wo Sie anfangen sollen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zeigen Ihnen, welche Bestände sie vor Ort haben und welche Archive (zum Beispiel staatliche und kirchliche Archive im Herkunftsland, Lastenausgleichsarchiv, regionale Museen oder Landsmannschaftsarchive) zu Ihrer Region passen.
Viele Einrichtungen in Bayern arbeiten mit Erinnerungen von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen:
- Das Haus des Deutschen Ostens dokumentiert seit Jahrzehnten Lebensgeschichten, Objekte und Fotos zu Flucht, Vertreibung, Aussiedlung und Neubeginn.
- Bildungseinrichtungen wie der Heiligenhof in Bad Kissingen, Museen und Landsmannschaften nutzen in ihrer Bildungsarbeit häufig Zeitzeugenberichte und sammeln sie zum Teil für ihre Archive.
Wenn Sie Ihre Geschichte teilen möchten, sprechen Sie direkt das HDO, einen Heimatkreis oder eine Einrichtung wie den Heiligenhof an. Beschreiben Sie kurz Ihre Biografie und fragen Sie, ob aktuell Projekte oder Sammlungen offen sind. Die Einrichtungen erklären Ihnen dann, ob sie Interviews führen, Texte annehmen oder Erinnerungsstücke dokumentieren können.
Ja. Auch wenn Sie selbst keinen Aufnahmebescheid als Spätaussiedlerin oder Spätaussiedler haben, prägt die Geschichte Ihrer Familie oft Sprache, Identität und Alltag. Viele Angebote in Bayern richten sich ausdrücklich an Kinder und Enkel von Heimatvertriebenen und (Spät-)Aussiedlern – etwa Kulturzentren, Museen, Jugendbildungsstätten und Migrations‑ bzw. Aussiedlerberatung.
Rechtlich gelten für Sie meistens die allgemeinen Regeln – etwa im Renten‑ oder Sozialrecht –, während besondere Regelungen wie das Fremdrentengesetz in erster Linie die anerkannte Generation Ihrer Eltern oder Großeltern betreffen.
Wenn Sie klären möchten, ob und wie Ihre familiäre Geschichte bei Anträgen eine Rolle spielt (zum Beispiel bei Staatsangehörigkeit oder Rentenbiografie), wenden Sie sich an eine Migrations‑/Aussiedlerberatung oder direkt an die Deutsche Rentenversicherung.
Was bewegt Sie?Ich suche in Bayern Unterstützung als Vertriebene oder Vertriebener, (Spät-)Aussiedlerin oder (Spät-)Aussiedler
Sie oder Ihre Familie haben Vertreibung oder (Spät-)Aussiedlung erlebt – oder Sie begleiten beruflich Menschen mit dieser Geschichte? In Bayern finden Sie verschiedene Anlaufstellen: für persönliche Beratung, politische Vertretung, Aufnahme und Unterbringung, für Kultur, Geschichte und Erinnerung. Hier erfahren Sie, wohin Sie sich mit welchem Anliegen wenden können und wo Sie vor Ort Menschen treffen, die Ihre Geschichte nachvollziehen können und Ihre Fragen ernst nehmen.


FAQs zu Behördenleistungen in Bayern: Rente und Nachweise
Ja. Wenn Ihr Vertriebenenausweis ursprünglich von einer bayerischen Behörde ausgestellt wurde, können Sie bei der Regierung von Mittelfranken eine Zweitschrift beantragen. Ein kurzer, formloser Antrag mit Begründung und Kopie Ihres Personalausweises (Vorder- und Rückseite) genügt. Mehr Infos auf bayernportal.de.
Für Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler hat das Ausgleichsamt zwischen 1. Januar 1993 und 31. Dezember 2004 die Spätaussiedlerbescheinigungen ausgestellt. Heute bündelt die Regierung von Mittelfranken diese Aufgabe für ganz Bayern.
Sie beantragen die Zweitschrift wie beim Vertriebenenausweis: formlos, mit kurzer Begründung und einer Kopie Ihres Personalausweises (Vorder‑ und Rückseite) per E‑Mail oder Post.
Als anerkannte Vertriebene oder als Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler klären Sie Ihr Rentenversicherungskonto bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV), damit Ihre Zeiten aus dem Herkunftsland im deutschen Rentensystem zählen.
Sie stellen den Antrag online oder in einer Beratungsstelle der DRV. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort prüfen Ihre Unterlagen (zum Beispiel Arbeitsbücher, Bescheinigungen, Spätaussiedlerbescheinigung) und tragen die anerkannten Zeiten in Ihr Rentenkonto ein.
Das Fremdrentengesetz (FRG) regelt, dass anerkannte Vertriebene, (Spät‑)Aussiedler und bestimmte weitere Gruppen ihre im Herkunftsland zurückgelegten Beschäftigungs‑ und Versicherungszeiten in der deutschen Rentenversicherung so angerechnet bekommen, als hätten sie in Deutschland gearbeitet.
Ob Sie Anspruch auf Fremdrente haben, prüft die Deutsche Rentenversicherung im Rahmen der Kontenklärung bzw. Ihres Rentenantrags. Lassen Sie sich dort beraten und bringen Sie möglichst viele Nachweise zu Ihren Zeiten im Herkunftsland mit.
Was bewegt Sie?Ich habe Fragen zum Lastenausgleich.
Wichtige Kontakte
Ausgleichsamt der Regierung von Mittelfranken
Zuständig für Lastenausgleich in Bayern (laufende Fälle, erste Ansprechstelle)
Lastenausgleichsarchiv Bayreuth
Akten- und Familiendokumente, Ostdokumentation, Suchdienstkarteien
Bundesausgleichsamt in Bad Homburg
Kriegsschadenrente, Rückforderungen, bundesweite Restaufgaben
Fragen zum Lastenausgleich?
Hier finden Sie Antworten und weiterführende Infos.
Was bewegt Sie?Museen, Kulturzentren und Bildungsstätten zur Vertriebenenkulturarbeit in Bayern.
Sie möchten verstehen, was Flucht und Vertreibung für Menschen bedeutet haben – vielleicht auch für Ihre eigene Familie? Oder Sie suchen einen Ort, an dem Sie Spuren Ihrer Herkunft, Ihrer Sprache und Traditionen wiederfinden? In Bayern finden Sie viele Museen, Kulturzentren und Bildungsstätten, in denen genau diese Erfahrungen Raum bekommen.
- Haus des Deutschen Ostens in MünchenExterner Link öffnet in neuem Fenster
- Sudetendeutsches Haus in MünchenExterner Link öffnet in neuem Fenster
- Sudetendeutsches Museum in MünchenExterner Link öffnet in neuem Fenster
- Egerland-Museum in MarktredwitzExterner Link öffnet in neuem Fenster
- Isergebirgs-Museum in Kaufbeuren-NeugablonzExterner Link öffnet in neuem Fenster
- Ostpreußisches Kulturzentrum in EllingenExterner Link öffnet in neuem Fenster
- Kulturzentrum der Deutschen aus Russland in NürnbergExterner Link öffnet in neuem Fenster
- Kulturzentrum der Deutschen aus Russland in Nürnberg Kulturzentrum für die Siebenbürger Sachsen in MünchenExterner Link öffnet in neuem Fenster
- Kulturzentrum für die Banater Schwaben in MünchenExterner Link öffnet in neuem Fenster
- Kulturzentrum für die Donauschwaben in HaarExterner Link öffnet in neuem Fenster
- Schlesisches Schaufenster in StraubingExterner Link öffnet in neuem Fenster
- Kunstforum Ostdeutsche Galerie in RegensburgExterner Link öffnet in neuem Fenster
- Haus der Heimat in NürnbergExterner Link öffnet in neuem Fenster
- Sudetendeutsches Musikinstitut in RegensburgExterner Link öffnet in neuem Fenster
- Der Heiligenhof in Bad KissingenExterner Link öffnet in neuem Fenster
- Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste in MünchenExterner Link öffnet in neuem Fenster
Deutsche Geschichte und Kultur im östlichen Europa entdecken
Bayern engagiert sich nicht nur im Freistaat – sondern auch dort, wo die Geschichte der Vertriebenen ihren Anfang nahm. In Zusammenarbeit mit Vertriebenenorganisationen, deutschen Minderheiten und Partnern vor Ort entstehen Begegnungen, die Erinnerungen wachhalten und Menschen verbinden.
Ein Beispiel ist das Haus Kopernikus in Allenstein: Seit 2000 gestalten dort Engagierte ein vielfältiges Programm – Ausstellungen, Seniorentreffen, Vorträge, Sprachkurse, Workshops, Chor- und Tanzproben. Das Haus steht allen offen, die sich für deutsche Geschichte, Kultur und Sprache im östlichen Europa interessieren.




