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Bild: Erzieherin und Kindergartenkinder kneten an einem Tisch

Was ist die Mini-Kita?

Die Mini-Kita ist eine regulär nach dem Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz (BayKiBiG) geförderte Kindertageseinrichtung mit einer Betriebserlaubnis nach § 45 Achtes Sozialgesetzbuch (SGB VIII). Der Unterschied zu einer klassischen Kindertageseinrichtung ist, dass in der Mini-Kita maximal zwölf Kinder (U3, Ü3 und Schulkinder) gleichzeitig betreut werden. Außerdem kann im Rahmen des Modellprojekts statt einer Kinderpflegerin bzw. statt eines Kinderpflegers auch eine Kindertagespflegeperson mit Zusatzqualifikation als Ergänzungskraft eingesetzt und in den Anstellungsschlüssel eingerechnet werden.

Welche Vorteile bietet die Mini-Kita?

  • In der Mini-Kita werden maximal zwölf Kinder gleichzeitig betreut. Vor allem auch während der Corona-Pandemie wurde deutlich, dass kleine Betreuungseinheiten oft Vorteile gegenüber großen Betreuungseinheiten bieten und sich bei den Eltern zunehmender Beliebtheit erfreuen.
  • Insbesondere in Ballungsräumen sind geeignete Räumlichkeiten für kleine Betreuungseinheiten leichter zu finden und kostengünstiger.
  • Im Hinblick auf den Ausbau der Ganztagsbetreuung für Schulkinder – insbesondere den für das Jahr 2025 geplanten Anspruch auf eine Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder – kann die Mini-Kita als flexibles Instrument zusätzlich entstehende Bedarfe abfedern. In diesem Modell soll insbesondere geprüft werden, wie sich Mini-Kitas in Räumen der Schule bewähren.
  • Kindertagespflegepersonen können im Rahmen des Modellprojekts nach den notwendigen Zusatzqualifizierungen im Anstellungsschlüssel der Mini-Kitas als Ergänzungskräfte gewertet werden, was die angespannte Lage auf dem Fachkräfte-Arbeitsmarkt entspannt: Kindertagespflegepersonen wird die Möglichkeit einer Festanstellung verschafft und damit eine Perspektive in der Kindertagesbetreuung gegeben. Mittelfristig ist für Kindertagespflegepersonen eine weitere Qualifizierung für den Einsatz als Ergänzungskraft und als Fachkraft (auch außerhalb von Mini-Kitas) geplant. Ziel ist, Kindertagespflegepersonen eine berufliche Perspektive in der Kinderbetreuung zu geben und dadurch einen Beitrag zur Fachkräftegewinnung zu leisten.
  • Das Betreuungsangebot der Mini-Kita ist anspruchserfüllend für die Rechtsansprüche nach § 24 Abs. 3 SGB VIII.
  • Die Bildungs- und Erziehungsziele des Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplans (BayBEP) werden in der Mini-Kita verpflichtend umgesetzt. Hierdurch wird eine hohe Qualität garantiert. Außerdem können in der Mini-Kita pädagogische Qualitätsbegleiter/innen zum Einsatz kommen.
  • Die bundesrechtlichen Vorgaben des § 22 Abs. 1 SGB VIII im Bereich der Kindertagespflege (z.B. höchstpersönliche Zuordnung) werden in der Praxis oft als nachteilig empfunden. In der Mini-Kita entfällt diese höchstpersönliche Zuordnung. Außerdem können in der Mini-Kita bei Bedarf auch mehr als drei Betreuungspersonen eingesetzt werden.
  • Für Mini-Kitas besteht die Möglichkeit der Investitionskostenförderung nach dem BayFAG, da es sich um eine Kindertageseinrichtung handelt.
  • Die Mini-Kita wird seitens des Freistaates mit dem erhöhten Basiswert für Kindertageseinrichtungen (Art. 23 Abs. 1 BayKiBiG) und den Gewichtungsfaktoren nach Art. 21 Abs. 5 BayKiBiG gefördert.
  • Für Kinder, die in der Mini-Kita betreut werden, kann im Anschluss an das Krippengeld der Beitragszuschuss für Kindergartenkinder in Höhe von 100 Euro pro Monat nach Art. 23 Abs. 3 BayKiBiG gewährt werden.
  • Die Fachkraftquote ist zu beachten, das heißt, 50 Prozent der erforderlichen Arbeitsstunden müssen von pädagogischen Fachkräften erbracht werden.

Wie kann ich mich als Kindertagespflegeperson für eine Tätigkeit als Ergänzungskraft in der Mini-Kita qualifizieren?

Neben der Pflegeerlaubnis nach Art. 43 SGB VIII bedarf es vor Aufnahme der Tätigkeit einer zertifizierten Qualifizierung im Umfang von mindestens 40 Stunden (Modul Assistenzkraft). Nähere Informationen hierzu finden Sie auf der Seite qualifizierungen-tagespflege-bayern.de. Anschließend ist eine tätigkeitsbegleitende Qualifizierung im Umfang von 100 Stunden (Modul Mini-Kita) zu absolvieren. Informationen finden Sie hier, sobald das Modul bereitsteht.

Kann ich bereits jetzt mit einer Mini-Kita starten?

Aktuell sind im Hinblick auf die Mini-Kita noch einige Fragen offen. Hierzu gehört beispielsweise die Frage nach den baulichen und räumlichen Anforderungen im Rahmen des Betriebserlaubnisverfahrens. Dennoch wird die modellhafte Einführung der Mini-Kita bereits zum Kindergartenjahr 2020/2021 ermöglicht, um vor allem auch die Förderbedingungen zu prüfen. Folgende Mindestbedingungen müssen für die modellhafte Einführung der Mini-Kita im Einzelfall erfüllt sein:

  • Die Interessenten müssen eine Betriebserlaubnis nach § 45 SGB VIII vorweisen können.
  • Tagespflegepersonen können bereits jetzt als Ergänzungskraft im Anstellungsschlüssel berücksichtigt werden. Bedingung hierfür ist, dass
    • die Voraussetzungen für die Erteilung einer Pflegeerlaubnis vorliegen,
    • die Zusatzqualifikation in Höhe von 40 Stunden absolviert wurde oder eine Vereinbarung zur Zusatzqualifikation in Höhe von 40 Stunden vorliegt und
    • eine Vereinbarung zur Zusatzqualifikation in Höhe von 100 Stunden vorliegt und die Zusatzqualifikation in Höhe von 100 Stunden berufsbegleitend begonnen wird, sobald das Fortbildungsmodul vom Staatsinstitut für Frühpädagogik (IFP) erarbeitet wurde und eine Anmeldung hierzu möglich ist.
  • Um die Mini-Kita bestmöglich weiterzuentwickeln und aus den nun entstehenden Erfahrungen lernen zu können, bittet das Familienministerium die Träger der Mini-Kitas, den Maßnahmen zur wissenschaftlichen Begleitung durch das IFP zuzustimmen.
  • Außerdem schließen die Träger der Mini-Kitas einen (zunächst) befristeten Modellvertrag mit dem Familienministerium. Im Modellvertrag wird auch die Möglichkeit des Einsatzes von Personen mit Tagespflegequalifikation als Ergänzungskräfte aufgenommen.