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Bild: Erzieherin und Kindergartenkinder kneten an einem Tisch

Was ist die Mini-Kita?

Die Mini-Kita ist eine regulär nach dem Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz (BayKiBiG) geförderte Kindertageseinrichtung mit einer Betriebserlaubnis nach § 45 Achtes Sozialgesetzbuch (SGB VIII). Der Unterschied zu einer klassischen Kindertageseinrichtung ist, dass in der Mini-Kita maximal zwölf Kinder (U3, Ü3 und/oder Schulkinder) gleichzeitig betreut werden. Außerdem kann im Rahmen des Modellprojekts statt einer Kinderpflegerin bzw. statt eines Kinderpflegers auch eine Kindertagespflegeperson mit Zusatzqualifikation als Ergänzungskraft eingesetzt und in den Anstellungsschlüssel eingerechnet werden.

Welche Vorteile bietet die Mini-Kita?

  • In der Mini-Kita werden maximal zwölf Kinder gleichzeitig betreut. Vor allem auch während der Corona-Pandemie wurde deutlich, dass kleine Betreuungseinheiten oft Vorteile gegenüber großen Betreuungseinheiten bieten und sich bei den Eltern zunehmender Beliebtheit erfreuen.
  • Insbesondere in Ballungsräumen sind geeignete Räumlichkeiten für kleine Betreuungseinheiten leichter zu finden und kostengünstiger.
  • Im Hinblick auf den Ausbau der Ganztagsbetreuung für Schulkinder – insbesondere den ab dem Jahr 2026 geplanten Anspruch auf eine Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder – kann die Mini-Kita als flexibles Instrument zusätzlich entstehende Bedarfe abfedern. In diesem Modell soll insbesondere geprüft werden, wie sich Mini-Kitas in Räumen der Schule bewähren.
  • Kindertagespflegepersonen können im Rahmen des Modellprojekts nach den notwendigen Zusatzqualifizierungen im Anstellungsschlüssel der Mini-Kitas als Ergänzungskräfte gewertet werden, was die angespannte Lage auf dem Fachkräfte-Arbeitsmarkt entspannt: Kindertagespflegepersonen wird die Möglichkeit einer Festanstellung verschafft und damit deren soziale Absicherung verbessert. Generell ist es das Ziel, Kindertagespflegepersonen eine berufliche Perspektive in der Kinderbetreuung zu geben und dadurch einen Beitrag zur Fachkräftegewinnung zu leisten. Mittelfristig ist für Kindertagespflegepersonen daher eine weitere Qualifizierung für den Einsatz als Ergänzungskraft und als Fachkraft (auch außerhalb von Mini-Kitas) geplant. 
  • Das Betreuungsangebot der Mini-Kita ist anspruchserfüllend für die Rechtsansprüche nach § 24 Abs. 3 SGB VIII.
  • Die Bildungs- und Erziehungsziele des Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplans (BayBEP) werden in der Mini-Kita verpflichtend umgesetzt. Hierdurch wird eine hohe Qualität garantiert. Außerdem können in der Mini-Kita pädagogische Qualitätsbegleiter/innen zum Einsatz kommen.
  • Die bundesrechtlichen Vorgaben des § 22 Abs. 1 SGB VIII im Bereich der Kindertagespflege (z.B. höchstpersönliche Zuordnung) werden in der Praxis oft als nachteilig empfunden. In der Mini-Kita entfällt diese höchstpersönliche Zuordnung. Außerdem können in der Mini-Kita bei Bedarf auch mehr als drei Betreuungspersonen eingesetzt werden.
  • Für Mini-Kitas besteht die Möglichkeit der Investitionskostenförderung nach dem BayFAG, da es sich um eine Kindertageseinrichtung handelt.
  • Die Mini-Kita wird seitens des Freistaates mit dem erhöhten Basiswert für Kindertageseinrichtungen (Art. 23 Abs. 1 BayKiBiG) und den Gewichtungsfaktoren nach Art. 21 Abs. 5 BayKiBiG gefördert. Für eine fiktive Beispielsrechnung der staatlichen Förderung können Sie die entsprechenden Daten in diese Excel-Tabelle  eingeben. (Die Excel-Tabelle dient zur Erstellung von internen Berechnungen als Kalkulationsgrundlage. Die Beantragung von Abschlagszahlungen sowie der Endabrechnung erfolgt ausschließlich über das onlinegestützte System KiBiG.web. Für die Richtigkeit der Berechnungsergebnisse der Tabelle übernimmt das StMAS keine Gewähr.)
  • Für Kinder, die in der Mini-Kita betreut werden, kann im Anschluss an das Krippengeld der Beitragszuschuss für Kindergartenkinder in Höhe von 100 Euro pro Monat nach Art. 23 Abs. 3 BayKiBiG gewährt werden.
  • Die Fachkraftquote ist zu beachten, das heißt, 50 Prozent der erforderlichen Arbeitsstunden müssen von pädagogischen Fachkräften erbracht werden.

Wie kann ich mich als Kindertagespflegeperson für eine Tätigkeit als Ergänzungskraft in der Mini-Kita qualifizieren?

Neben der Pflegeerlaubnis nach Art. 43 SGB VIII bedarf es vor Aufnahme der Tätigkeit einer zertifizierten Qualifizierung im Umfang von mindestens 40 Stunden (Modul Assistenzkraft). Anschließend ist eine tätigkeitsbegleitende Qualifizierung im Umfang von 100 Stunden (Modul Mini-Kita) zu absolvieren. Nähere Informationen hierzu finden Sie auf der Seite qualifizierungen-tagespflege-bayern.de.

Kann ich bereits jetzt mit einer Mini-Kita starten?

Wichtig: Eine Mini-Kita ist eine reguläre Kindertageseinrichtung. Die Modellhaftigkeit ergibt sich aus der Möglichkeit, zusätzlich qualifizierte Kindertagespflegepersonen als Ergänzungskräfte einzusetzen.

Die modellhafte Einführung der Mini-Kita wird bereits seit dem Kindergartenjahr 2020/2021 ermöglicht, um vor allem auch die Förderbedingungen zu prüfen. Folgende Mindestbedingungen müssen für die modellhafte Einführung der Mini-Kita im Einzelfall erfüllt sein:

  • Die Interessenten müssen eine Betriebserlaubnis nach § 45 SGB VIII vorweisen können. 
  • Kindertagespflegepersonen können als Ergänzungskraft im Anstellungsschlüssel berücksichtigt werden. Bedingung hierfür ist, dass
    • die Voraussetzungen für die Erteilung einer Pflegeerlaubnis vorliegen,
    • die Zusatzqualifikation in Höhe von 40 Stunden absolviert wurde oder eine Vereinbarung zur Zusatzqualifikation in Höhe von 40 Stunden vorliegt und
    • eine Vereinbarung zur Zusatzqualifikation in Höhe von 100 Stunden vorliegt und die Zusatzqualifikation in Höhe von 100 Stunden berufsbegleitend begonnen wird, nähere Informationen zur Zusatzqualifikation finden Sie hier: qualifizierung-tagespflege-bayern.de/
  • Um die Mini-Kita bestmöglich weiterzuentwickeln und aus den nun entstehenden Erfahrungen lernen zu können, bittet das Familienministerium die Träger der Mini-Kitas, den Maßnahmen zur wissenschaftlichen Begleitung durch das IFP zuzustimmen.
  • Die Träger der Mini-Kitas schließen einen (zunächst) befristeten Modellvertrag (siehe unten) mit dem Familienministerium, wenn Tagespflegepersonen als Ergänzungskräfte eingesetzt werden sollen und/oder Einverständnis für eine wissenschaftliche Begleitung besteht.

Benötige ich für den Betrieb einer Mini-Kita die Zustimmung der Gemeinde?

Wenn die Voraussetzungen für eine Betrieserlaubnis nach § 45 SGB VIII vorliegen und die Betriebserlaubnis durch das zuständige Jugendamt erteilt wird, kann die Mini-Kita ihren Betrieb aufnehmen. Eine „Zustimmung“ der Sitzgemeinde ist hierfür nicht erforderlich. Die Träger der Mini-Kita haben einen gesetzlichen Anspruch auf kindbezogene Förderung (Betriebskostenförderung) nach dem BayKiBiG, wenn auch die weiteren Fördervoraussetzungen vorliegen. Dieser gesetzliche Förderanspruch auf Betriebskostenförderung besteht unabhängig von einer Bedarfsanerkennung der Gemeinde. Einer Bedarfsanerkennung bedarf es jedoch ggf. im Hinblick auf eine gemeindliche Investitionskostenförderung.

Informationsmaterial und weiterführende Links

Vollzug der Bauordnung – Mini-Kitas 

(Link nur aus dem Behördennetz erreichbar)

AMS zur Erprobung der Mini-Kita 

(Link nur aus dem Behördennetz erreichbar)

qualifizierungen-tagespflege-bayern.de

Ziel der Förderung von Assistenzkräften

Übersicht – Unterschiede von Großtagespflege, Mini-Kita und Kindertageseinrichtung, September 2020 (PDF)

Informationen zum Arbeitsschutz in der Mini-Kita (PDF)

Modellvertrag Mini-Kita

Der Modellvertrag kann per E-Mail an Referat-V3@stmas.bayern.de oder an folgende Adresse postalisch übermittelt werden:

Bayerisches Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales
Referat V3 – Kindertagesbetreuung
Winzererstraße 9, 80797 München