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Förderrichtlinie zur Durchführung von PCR-Pool-Tests in der Kindertagesbetreuung

Was wird gefördert?

Der Freistaat Bayern unterstützt die Landkreise und kreisfreien Städte bei der Einführung von PCR-Pool-Tests in der Kindertagesbetreuung. Landkreise und kreisfreie Städte entscheiden selbst, ob und wo sie PCR-Pool-Tests auch in der Kindertagesbetreuung einführen oder ob sie weiterhin auf Antigen-Schnelltests für den Test der Kinder setzen. Es besteht keine Pflicht, PCR-Pool-Testungen einzuführen. Eben so wenig besteht eine Pflicht der Eltern, ihre Kinder testen zu lassen. Im Bereich der Kindertagesbetreuung ist die Teilnahme von Kindern an den Testungen freiwillig, da auch in allen anderen Lebensbereichen Kinder unter 6 Jahren von Testpflichten ausgenommen sind. Ausnahmen gelten lediglich für Schulkinder, hier gelten die Regelungen aus dem Schulbereich.

Richtlinie für Zuwendungen des Freistaates Bayern zur Durchführung von PCR-Pool-Tests in der Kindertagesbetreuung

Über Kostenpauschalen werden die Ausgaben für die Durchführung von PCR-Pool-Tests in Kindertageseinrichtungen, Heilpädagogischen Tagesstätten (HPT), Schulvorbereitenden Einrichtungen (SVE) und in der Kindertagespflege gefördert. Die Landkreise und kreisfreien Städte treffen als Zuwendungsempfänger für den räumlichen Bereich ihrer Gebietskörperschaft die Entscheidung, ob sie dort PCR-Pool-Tests als alternative Testmethode anbieten. Sofern sich der Landkreis oder die kreisfreie Stadt für die Einführung von Pool-Testungen entscheidet, können in einem zweiten Schritt die Gemeinden und freien Träger entscheiden, ob sie mit einer Einrichtung an dem Angebot teilnehmen möchten. Auch bei bereits bestehenden Projekten können die seit dem 14. September 2021 durchgeführten PCR-Pool-Testungen gefördert werden, sofern die Fördervoraussetzungen erfüllt sind. Der Ministerrat hat am 12. Oktober 2021 beschlossen, das Förderprogramm bis 28. Februar 2022 zu verlängern. Die Richtlinie wird entsprechend angepasst.

Zuwendungsvoraussetzungen:

  • Mindestens eine Kinderbetreuungseinrichtung im Landkreis oder der kreisfreien Stadt führt zweimal wöchentlich einen PCR-Pool-Test durch.
  • Der Landkreis oder die kreisfreie Stadt organisiert die Durchführung in eigener Verantwortung und stellt sicher, dass das Testergebnis der Pool-Testung vor Betriebsbeginn am Folgetag vorliegt.
  • Eine Einrichtung, eine Testmethode: Wenn in einer Kinderbetreuungseinrichtung PCR-Pool-Tests durchgeführt werden sollen, dürfen für diesen Monat keine Berechtigungsscheine zum Bezug von kostenlosen Testkits ausgegeben werden. Das gilt ab November 2021.
  • Die Teilnahme an den Tests ist freiwillig. An den Tests können nicht eingeschulte Kinder, Beschäftigte und in den Ferien auch Schulkinder teilnehmen. Durch die Teilnahme können Beschäftigte aber nicht ihrer Testnachweispflicht nachkommen.

 

Antragsformular

Antrag auf Zuwendungen des Freistaats Bayern zur Durchführung von PCR-Pool-Tests in der Kindertagesbetreuung

Antragsformular (PDF)

Informationsmaterial

Einleitung

Im Zuge der Einführung von PCR-Pool-Tests in der Kindertagesbetreuung im Freistaat Bayern ist es unser Ziel, ein Unterstützungsangebot in Form von finanziellen Mitteln und gesammeltem Vorwissen für die Landkreise und kreisfreien Städte bereitzustellen.

Unter dem Prinzip der freiwilligen Teilnahme können die Arbeitsschritte der Landkreise und kreisfreien Städte entlang von sieben Themenfeldern gegliedert werden (s.u.). Dabei sollen die Landkreise und kreisfreien Städte bei der Organisation der PCR-Pool-Tests möglichst viel Flexibilität erhalten.

Beginnend mit Phase I sollen in diesem übergreifenden Abschnitt die durch den Freistaat zentral bereitzustellenden Erfahrungswerte (z.B. Leitfäden, Checklisten, Berechnungsgrundlagen und Muster) kurz beschrieben werden.

Grafik_Uebersicht_Phase1

1. Phase I

1.1 Testleitplanken

Grafik_Testleitplanken

1.1.1 Kurzbeschreibung

Um den lokalen Gegebenheiten und der Freiwilligkeit bei der kommunalen Umsetzung gerecht zu werden, sind inhaltliche Grundsatzentscheidungen zu treffen, welche einen reibungslosen Testablauf in einem klaren Konzept ermöglichen. Diese Grundsatzentscheidungen bilden die Grundlage für weitere Arbeitsschritte. Beispielsweise bedingt die Entscheidung, standardmäßig eine parallele Rückstellprobe zur Poolprobe zu nehmen, einen erweiterten Beschaffungsaufwand und einen erweiterten Anspruch an die Laboranalytik. Dabei können alle Grundsatzentscheidungen frei von den Landkreisen und kreisfreien Städten gestaltet werden.

Wichtige Entscheidungen beinhalten unter anderem:

  • Wahl des Testverfahrens: Welches Testverfahren soll angewendet werden? (Gurgeltest, Spucktest, Lollitest)
  • Durchführung einer Rückstellprobe: Soll eine Rückstellprobe durchgeführt werden? (Ja/Nein)
  • Ort der Probenentnahme: Wo soll die (jeweilige) Probenentnahme durchgeführt werden? (In der Einrichtung, Zuhause)
  • Teilnahme der Beschäftigten: Soll den Beschäftigten die Teilnahme an den PCR-Pool-Tests angeboten werden? (Ja/Nein)
  • Testrhythmus: In welchem Rhythmus sollen Tests durchgeführt werden? (2x pro Woche für alle, Aufteilung in A/B-Logik und Testung jeweils 2x pro Gruppe pro Woche – d.h. insgesamt 4x pro Woche)
    Hinweis: Die Richtlinie setzt ein zweimaliges Testen pro Woche voraus, jedoch können verschiedene Gruppen oder Einrichtungen hierfür unterschiedliche Wochentage in einer A/B-Logik nutzen. Die Entscheidung zum Testrhythmus sollte daher im besten Falle unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Abfrage der Testpersonen und -institutionen (siehe 1.2) getroffen werden.
  • Befundübermittlung: Wann, wie und an wen soll die Befundübermittlung stattfinden? (Am selben Abend oder Folgetag, per Email oder Online-Portal, an die Einrichtung und/oder an die Eltern)


1.1.2 Unterstützungsangebot

Entscheidungshilfe zu Testleitplanken (PDF)
(Bitte beachten Sie, dass dieser Downloadlink nur im bayerischen Behördennetz funktioniert.)

 

1.2 Testpersonen und -institutionen

Test

1.2.1 Kurzbeschreibung

Um einen Überblick über die Anzahl der Kinderbetreuungseinrichtungen und die Anzahl der betreuten Kinder zu gewinnen, ist eine Abfrage gewisser Eckdaten empfehlenswert.

Die Ermittlung der Testpersonen und -einrichtungen kann außerdem die Auswahl der Labore, die logistische Planung und die Berechnung des Gesamtbedarfs an Tests vereinfachen. Zur einheitlichen Erfassung der Eckdaten bietet sich ein standardisiertes Formular (z.B. Excel-basiert oder Online-Umfrage; siehe „Standardisiertes Formular zur Erfassung von Testpersonen und -einrichtungen“) an. Primär sollten je Einrichtung zumindest folgende Eckdaten erfasst werden:

  • Generelles Interesse an Teilnahme (Ja/Nein) – zur besseren Planbarkeit wird hier eine verbindliche Entscheidung je Einrichtung empfohlen
  • Allgemeine Informationen (Name der Einrichtung, Träger, etwaige Einrichtungsnummer, Anschrift, Ansprechperson)
  • Informationen zum Bedarf (Anzahl der Kinder, Anzahl und Größe der Gruppen, Zeitkorridor der Bringzeiten)
  • Geschätzte Bereitschaft der Eltern, ihre Kinder an PCR-Pool-Tests teilnehmen zu lassen (z.B. sehr hoch, hoch, mittel, niedrig, sehr niedrig)

Hierbei empfiehlt es sich, die Abfrage und anschließende Konsolidierung (z.B. mittels einer standardisierten Tabelle, siehe Unterstützungsangebot) der Daten sinnvoll zwischen Landkreisen bzw. kreisfreien Städten, Trägern und Einrichtungen zu koordinieren. Die technische Verknüpfung der einzelnen standardisierten Formulare zur Konsolidierung wird im „Leitfaden zur Organisation der Datenabfrage und -konsolidierung“ beschrieben.


1.2.2 Unterstützungsangebot

(Bitte beachten Sie, dass diese Downloadlinks nur im bayerischen Behördennetz funktionieren.)


1.3 Laborkapazitäten

Laborkapazitäten

1.3.1 Kurzbeschreibung

Reibungslose Abläufe bei der Testauswertung und Befundübermittlung sind für die Umsetzung von PCR-Pool-Tests essenziell. Um die lokal vorhandenen Kapazitäten zur PCR-Testauswertung zu ermitteln, empfiehlt es sich, zunächst passende Labore in der Nähe der teilnehmenden Kinderbetreuungseinrichtungen zu ermitteln.

Als Grundlage für die Auswahl der Labore kann beispielsweise auf akkreditierte Labore der Verbände ALM oder DAkks verwiesen werden. Bei der Auswahl von Laboren ist zu empfehlen, die vorhandenen Kapazitäten und Kompetenzen entlang folgender Aspekte zu erfragen:

  • Nachweis der labormedizinischen Kompetenz durch entsprechende Zertifizierung und Akkreditierung und bzw. oder Vorerfahrung
  • Freie PCR-Pool-Test-Kapazitäten pro Tag inkl. Angabe des frühestmöglichen Befundübermittlungszeitpunkts
  • Freie PCR-Individualtest-Kapazitäten pro Tag inkl. Angabe des frühestmöglichen Befundübermittlungszeitpunkts (z.B. für Rückstellproben)
  • Umfang potenzieller Logistikunterstützung (z.B. Auslieferung der Testmaterialien an die Kinderbetreuungseinrichtungen und Bedarfsabfragen)
  • Möglichkeit der digitalen Ergebnisübermittlung
  • Möglichkeit der Testmaterialbeschaffung
  • Erste Kostenabschätzung pro PCR-Pool-Test
  • Kommunikatives Betreuungsangebot für Kinderbetreuungseinrichtungen (z.B. eigene Hotline)
  • Abrechnung von PCR-Pool- und Individualtests (z.B. Individualtest nach positivem PCR-Pool-Test über OEGD / KVB nach Testverordnung)


1.3.2 Unterstützungsangebot

(Bitte beachten Sie, dass diese Downloadlinks nur im bayerischen Behördennetz funktionieren.)

Vergaberechtliche Eckpunkte zur Ausschreibung von Laborkapazitäten (PDF)

Delegation und Weiterleitung der Zuwendung (PDF)

(Bitte beachten Sie, dass diese Downloadlinks nur im bayerischen Behördennetz funktionieren.)

Weitere Informationen folgen.

Weitere Informationen folgen.