Scharf: „Gemeinsam gegen den Hass: Ehrenamt schützt jüdisches Leben“

Sozialministerin besucht Antisemitismus-Workshop für Ehrenamtliche in Dorfen

Pressemitteilung vom 350.26 Thema:Radikalisierung: Prävention und Beratung

Die Bayerische Sozialministerin Ulrike Scharf hat heute einen Workshop gegen Antisemitismus in Dorfen (Landkreis Erding) besucht und sich mit Ehrenamtlichen und Jüdinnen und Juden ausgetauscht. An der Runde nahm auch Dr. Ludwig Spaenle, Beauftragter der Bayerischen Staatsregierung für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, für Erinnerungsarbeit und geschichtliches Erbe, teil.

In dem historischen Ort „Jakobmayer“ erklärte Ministerin Scharf: „Antisemitische Vorfälle und Angriffe nehmen wieder massiv zu, insbesondere seit dem Massaker der Hamas in Israel am 7. Oktober 2023. Wir dulden im Freistaat weder Hass, Hetze noch Gewalt gegen Jüdinnen und Juden. Jüdisches Leben in Bayern muss sicher sein.“ Weiter betonte Scharf: „Prävention kommt dabei eine ganz entscheidende Rolle zu. Zivilcourage ist wichtiger denn je. Ehrenamt und die Vereine, die uns im Kampf gegen Antisemitismus kraftvoll unterstützen, sind dabei besonders wichtig. Unsere Ehrenamtlichen setzen sich in zahlreichen Bereichen für unsere Gemeinschaft ein. Sie sind Vorbilder, auf die wir bauen können. So ist Bayern gemeinsam stark.“

Spaenle betonte: „Antisemitismus tritt leider in der gesamten Gesellschaft auf. Umso wichtiger ist es, dass Menschen aus allen Bereichen couragiert für jüdisches Leben eintreten. Ehrenamtliche, die sich mit Herzblut für die Gemeinschaft engagieren, sind für meine Aufgabe deshalb besonders wertvolle Verbündete. Der Workshop leistet einen wichtigen Beitrag, die Ehrenamtlichen weiter zu qualifizieren und den Dialog zu intensivieren.“

Der Workshop „Blickwechsel“ wird vom Landesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (LBE Bayern) angeboten. In Dorfen nahmen daran 15 Ehrenamtliche aus dem Landkreis Erding teil. Sie tauschten sich mit drei Jüdinnen und Juden aus. Das Bayerische Sozialministerium fördert das Projekt Blickwechsel seit 2021 im Rahmen der Antisemitismusprävention. In Kooperation mit RIAS Bayern und den jüdischen Gemeinden in Bayern bietet das Projekt Fortbildungen für Ehrenamtliche an. Seit 2025 liegt der Schwerpunkt auf dem ländlichen Raum. In dem Seminar geht es unter anderem um den jüdischen Alltag in Bayern, Erscheinungsformen von Antisemitismus und Handlungsempfehlungen für das Eintreten gegen Judenfeindlichkeit.

In Dorfen fand der Workshop an einem historischen Ort statt: Das heutige städtische Kulturzentrum „Jakobmayer“ in der Altstadt war einst Versammlungsstätte von Displaced Persons, jüdischen Holocaust-Überlebenden, die dort auf ihre Ausreise nach Israel oder in die USA warteten.

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