In Bayern waren im September 330.844 Personen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit um rund 6.700 Personen bzw. 2,1 Prozent angestiegen.
Die Herbstprognose führender Wirtschaftsforschungsinstitute sieht eine spürbare Erholung der deutschen Wirtschaft voraus. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt soll im laufenden Jahr um 1,3, im kommenden Jahr um 1,1 und im Jahr 2028 um 0,4 Prozent zunehmen. Bayerns Arbeitsministerin Ulrike Scharf sieht darin einen Silberstreif am Horizont: „Es ist wichtig, dass die Konjunktur trotz zuletzt gestiegener Energiepreise infolge des Iran-Krieges wieder anzieht. Der eingeschlagene Reformweg muss konsequent weitergehen – und zwar schnell.“
Scharf hat dabei insbesondere die im Koalitionsvertrag verabredete Flexibilisierung der Arbeitszeit im Blick: „Wir brauchen endlich eine wöchentliche statt einer täglichen Höchstarbeitszeit – so wie es die Europäische Arbeitszeitrichtlinie ermöglicht. Diese Entscheidung ist überfällig. Beschäftigten muss es möglich sein, passend zu ihren individuellen Lebenslagen mit Spielraum flexibler zu arbeiten. Die Betriebe können so auf Auftragsschwankungen optimal reagieren. Der leichte Aufschwung muss unterstützt werden.“ Für die Arbeitsministerin steht dabei außer Frage: „Der Gesundheitsschutz der Beschäftigten ist für mich nicht verhandelbar. Es geht auch nicht darum, mehr zu arbeiten, sondern flexibler.“
Mit einer Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent behauptet Bayern im Bundesländervergleich seinen Spitzenplatz und liegt sehr weit unter dem Bundesdurchschnitt von 6,4 Prozent.