Erziehungs- und Jugendberatungsstellen stärken Familien in Bayern. Die Fachkräfte dort stehen jungen Menschen zur Seite: etwa bei psychischen Problemen, Konflikten mit Geschwistern oder Leistungsdruck in der Schule. Außerdem geben sie Eltern Erziehungstipps und beraten zum Umgang mit digitalen Medien.
Erziehungs- und Jugendberatung

Bestens beraten: kostenlos, vertraulich, vor Ort
Was tun, wenn sich das eigene Kind zurückzieht, am Küchentisch nur noch gestritten wird oder finanzielle Probleme die Familie belasten? Die Jugend- und Erziehungsberatungsstellen in Bayern helfen Kindern, Jugendlichen und Eltern in schwierigen Situationen.
Egal, ob es um Erziehungsfragen geht, es in der Schule schlecht läuft, eine Suchterkrankung die Familie überschattet oder zu viel Bildschirmzeit für Streit sorgt: die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wissen Rat.
Auch Familien mit Flucht- beziehungsweise Migrationshintergrund finden hier Unterstützung. Die Beratungsstellen vermitteln wichtige Werte für das Zusammenleben im eigenen Zuhause und in der bayerischen Gemeinschaft. So fördern die Fachkräfte dort auch die Integration.
Der Weg zur nächsten Beratungsstelle
Rund 180 Erziehungs- und Jugendberatungsstellen stehen im Freistaat bereit. Eltern finden Hilfe auf dem Portal „Da! Für Eltern“, Jugendliche auf „Da! Für Jugendliche“. Einfach Postleitzahl oder Wohnort eingeben und Unterstützung erhalten. Die Beratung ist kostenfrei.
Bei welchen Problemen helfen die Beratungsstellen?
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Erziehungs- und Jugendberatungsstellen sind für alle Kinder und Erziehungsberechtigten da. Wer Unterstützung sucht, bekommt sie auch. Unabhängig vom Problem.
Viele Heranwachsende sind zum Beispiel durch finanzielle Probleme, suchtkranke Eltern oder Prüfungsangst belastet. Auch Zweifel an der eigenen Geschlechtsidentität, Minderwertigkeitsgefühle oder Mobbing können eine schwere Bürde sein. Mögliche Folgen? Seelische Krisen, Ängste, Traurigkeit, gewalttätiges Verhalten, Essstörungen oder der Rückzug von Freunden und Familie. Die Fachkräfte in den Erziehungs- und Jugendberatungsstellen in Bayern fangen Kinder und Jugendliche auf. Bei ihnen können sie sich kostenlos und vertraulich aussprechen.
Halt finden in schwierigen Zeiten
Wer Kinder hat und mit seinem Latein am Ende ist, kann sich mit allen Fragen vertrauensvoll an die Erziehungs- und Jugendberatungsstellen wenden: Was tun, wenn das Baby ständig schreit? Wie reagieren, wenn das Kind Stress in der Schule hat? Wie lässt sich eine Scheidung gemeinsam gut bewältigen?
Auch in akuten Krisen- und Notlagen, wie bei Gewalterfahrungen, können Kinder, Jugendliche und Eltern Hilfe bei einer Beratungsstelle suchen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen bei allen notwendigen Schritten.
Grundsätze der Beratung
Hilfe greift genau dort, wo sie nötig ist. Beraterinnen und Berater nehmen jede Situation sorgfältig in den Blick, stärken Eltern in ihrer Verantwortung, begegnen Kindern und Jugendlichen auf Augenhöhe und beziehen sie aktiv in die Beratung ein.
Die Teams der Erziehungs- und Jugendberatungsstellen setzen sich aus Expertinnen und Experten verschiedener Fachbereiche zusammen. Beispielsweise arbeiten Fachkräfte aus den Bereichen Psychologie, Sozialpädagogik, Heilpädagogik und Logopädie zusammen. Auch Ärztinnen und Ärzte oder Anwältinnen und Anwälte stehen bei Bedarf mit Rat und Tat zur Seite. So können sich Eltern, Kinder und Jugendliche zu allen Anliegen kompetent beraten lassen.
Sowohl Träger der freien als auch der öffentlichen Jugendhilfe bieten die kostenfreie Erziehungs- und Jugendberatung an.
Förderung durch den Freistaat Bayern
Das Wohl von Eltern, Kindern und Jugendlichen ist besonders wichtig. In schwierigen Zeiten brauchen sie Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner, die ihnen kompetent mit Rat und Tat zur Seite stehen. Deshalb fördert der Freistaat seit über 50 Jahren die Erziehungs- und Jugendberatung durch das EB-Förderprogramm. Jährlich nutzen über 70.000 Familien dieses Angebot. Das Ziel: Alle Ratsuchenden sollen schnelle und einfache Hilfe vor Ort bekommen.
bke-Onlineberatung
Die meisten Kinder, Jugendlichen und Eltern informieren sich heute auch im Netz. Deshalb unterstützt das Bayerische Familienministerium die kostenfreie, bundesweite Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke). Das rein virtuelle Angebot senkt die Schwelle zur Hilfe: Wer den direkten Erstkontakt scheut, wenig Zeit hat, keine Beratungsstelle vor Ort erreicht oder sich in akuter Krise befindet, erhält schnell Unterstützung.
Das gemeinsame Länderprojekt besteht seit 2005. Fachkräfte aus den beteiligten Erziehungs- und Jugendberatungsstellen begleiten Ratsuchende online.
