Die Seite bündelt Infos zu Menschenhandel in Bayern: Formen der Ausbeutung, Warnsignale, Schutz und Unterstützung. Bürgerinnen, Bürger und Fachkräfte finden konkrete Ansprechstellen, Meldewege und Materialien zur Prävention.
Menschenhandel in Bayern


FAQs: Menschenhandel in Bayern
Menschenhandel ist auch in Bayern Realität, bleibt aber oft unsichtbar. Viele Betroffene melden sich aus Angst, Scham oder Abhängigkeiten nicht bei der Polizei, deshalb bilden Statistiken nur einen Teil der Lage ab. Fachberatungsstellen berichten vor allem von sexueller Ausbeutung, daneben spielt auch Arbeitsausbeutung eine Rolle, etwa in Gastronomie, Nagelstudios oder Privathaushalten, sowie in Einzelfällen Ausbeutung bei der Bettelei.
Einen praxisnahen Überblick über Formen von Menschenhandel und Ausbeutung bietet die Bavarian Anti-Trafficking HELPline.
Menschenhandel ist für Außenstehende oft schwer zu erkennen. Hinweise können sein:
- Eine Person wirkt verängstigt oder wird von anderen kontrolliert.
- Sie spricht kaum selbst, hat keinen eigenen Ausweis oder kein eigenes Geld.
- Außerdem muss sie lange arbeiten und erhält dafür nur wenig oder gar keinen Lohn.
Einen Überblick über mögliche Hinweise auf Ausbeutung und Zwang gibt die Bavarian Anti-Trafficking HELPline in der Rubrik "Informationen/Indikatoren".
Bürgerinnen und Bürger sollten bei Verdacht nicht selbst eingreifen, sondern Hilfe holen: Bei akuter Gefahr über den Notruf 110 die Polizei informieren. Wenn keine akute Gefahr besteht, können Sie sich an die Bavarian Anti-Trafficking HELPline wenden. Bei einem konkreten Verdacht bietet das Meldeformular der Bavarian Anti-Trafficking HELPline die Möglichkeit zu einer anonymen Meldung.
- Bavarian Anti-Trafficking HELPline: Indikatoren und Anhaltspunkte für MenschenhandelExterner Link öffnet in neuem Fenster
- Bavarian Anti-Trafficking HELPline: Infos für Angehörige und deren Umfeld Externer Link öffnet in neuem Fenster
- Verdacht auf Menschenhandel? Hier melden!Externer Link öffnet in neuem Fenster
Betroffene von Menschenhandel in Bayern können sich montags bis freitags von 9:00 Uhr bis 15:00 Uhr via Telefon oder Chat direkt an die bayernweite Anlaufstelle Bavarian Anti-Trafficking HELPline wenden. Eine Kontaktaufnahme via E-Mail oder eine Terminvereinbarung ist ebenfalls möglich.
Die HELPline berät und unterstützt Betroffene dabei, den Weg zu einem passenden Unterstützungsangebot in der Nähe zu finden. Das Angebot der HELPline gilt für alle Geschlechter und alle Ausbeutungsformen.
Zudem können sich Betroffene von Menschenhandel direkt an die spezialisierten Fachberatungsstellen JADWIGA und SOLWODI Bayern mit insgesamt sieben Standorten in Bayern wenden. Der Digitale Hilfe-Finder auf "Bayern gegen Gewalt" hilft bei der Suche nach einem geeigneten Angebot in der Nähe.
Alle Informationen, Hilfewege und Anlaufstellen finden sich auch auf "Bayern gegen Gewalt: Zwangsprostitution".
- Bavarian Anti-Trafficking HELPline – bayernweite Anlaufstelle für Betroffene von MenschenhandelExterner Link öffnet in neuem Fenster
- SOLWODI Bayern – Fachberatungsstellen für von Gewalt und Ausbeutung betroffene FrauenExterner Link öffnet in neuem Fenster
- JADWIGA – Fachberatungsstelle bei Menschenhandel in BayernExterner Link öffnet in neuem Fenster
- zur Hilfe-Suche (Digitaler Hilfe-Finder) auf „Bayern gegen Gewalt“Externer Link öffnet in neuem Fenster
- Bayern gegen Gewalt: ZwangsprostitutionExterner Link öffnet in neuem Fenster
In Bayern ziehen die relevanten Akteure beim Thema Menschenhandel bewusst an einem Strang. Grundlage ist eine gemeinsame Zusammenarbeitsvereinbarung von Polizei, Staatsanwaltschaften, Fachberatungsstellen und weiteren Behörden zum Schutz von Opferzeuginnen und Opferzeugen.
Durch eine gezielte Zusammenarbeit dieser Stellen soll eine verbesserte und schnelle Identifizierung Betroffener ermöglicht werden. So lässt sich erreichen, dass Betroffene den erforderlichen Schutz und die notwendige Unterstützung erhalten.
Das Team der Fachberatungsstelle JADWIGA setzt mit ihrer Kampagne „Gemeinsam gegen Loverboys“ in Bayern auf Prävention im Alltag:
Pädagoginnen und Pädagogen von JADWIGA besuchen Schulklassen und Jugendgruppen und stärken in Workshops Selbstschutz und Handlungssicherheit von Mädchen und Jungen sowie von Fachkräften. Sie informieren Jugendliche, Eltern sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren über Anwerbestrategien, Abhängigkeiten und Warnsignale von Ausbeutung.
Materialien und Termine finden Sie hier:
Was bedeutet Menschenhandel?
Welche Formen von Menschenhandel und Ausbeutung gibt es in Bayern?
Die weitaus häufigste Form des Menschenhandels ist die sexuelle Ausbeutung in der Prostitution, gefolgt von Arbeitsausbeutung. Die Ausbeutung von Betteltätigkeit und die Ausbeutung durch das Begehen strafbarer Handlungen kommen dagegen nur vereinzelt vor.
Wie lässt sich Menschenhandel in Bayern durch Zusammenarbeit und Opferschutz stoppen?
Ein wirksamer Opferschutz bei Menschenhandel gelingt nur, wenn die beteiligten Stellen vertrauensvoll zusammenarbeiten. Daher wurde in Bayern im Bereich Menschenhandel eine Zusammenarbeit der relevanten Akteure (Fachberatungsstellen, Strafverfolgungs- und Leistungsbehörden) vereinbart.
Ziel ist es, durch gezielte Zusammenarbeit dieser Stellen eine verbesserte und schnelle Identifizierung Betroffener zu ermöglichen. So lässt sich erreichen, dass Betroffene den erforderlichen Schutz und die notwendige Unterstützung erhalten.
Auch die Strafverfolgung profitiert: Polizei und Staatsanwaltschaft können Straftaten konsequenter ermitteln, zur Anklage bringen und vor Gericht verfolgen. Eine verlässliche Begleitung durch spezialisierte Fachberatungsstellen über die gesamte Verfahrensdauer stärkt Betroffene und kann die Bereitschaft fördern, Anzeige zu erstatten und auszusagen.
Unter Federführung des StMAS Bayern kommen Vertreterinnen und Vertreter aus Praxis und beteiligten Ministerien in der Regel einmal pro Jahr zur Kooperationsgruppe Opferschutz zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen auszutauschen.


