Ob Betroffene oder Fachkräfte – hier finden Sie Infos zur Zwangsheirat in Bayern: rechtliche Lage, typische Warnsignale, Schutzmöglichkeiten im In- und Ausland, anonyme Beratungsstellen und sichere Wege aus der Gewalt. Mehr Infos auf bayern-gegen-gewalt.de.
Zwangsheirat in Bayern
FAQs: Zwangsheirat in Bayern
Du entscheidest, ob und wen du heiratest. Das Grundgesetz schützt deine freie Partnerwahl. Deshalb ist Zwangsheirat in Deutschland strafbar (Paragraf 237 StGB). Wer dich mit Gewalt oder massiven Drohungen zu einer Ehe drängt, riskiert eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren. Allerdings gilt die Strafbarkeit nicht für rein religiöse oder kulturelle Eheschließungen. Du selbst machst dich wegen der Zwangsheirat nicht strafbar. Mehr Infos und Kontakte in Bayern findest du unter:
Bei einer arrangierten Ehe suchen die Eltern oder Verwandte die Eheleute füreinander aus. Teilweise übernehmen auch Ehevermittlerinnen oder Ehevermittler diese Aufgabe. Der wesentliche Unterschied zur Zwangsheirat: Die arrangierte Ehe schließen Frau und Mann freiwillig. Arrangierte Ehen sind in vielen Ländern und Kulturen verbreitet. In der Praxis wird dem betroffenen Sohn oder der Tochter bei der Entscheidung für oder gegen einen Heiratskandidaten oder eine -kandidatin allerdings nicht immer Mitsprache eingeräumt, bzw. eine Ablehnung wird von der Familie nicht akzeptiert. Die Grenzen zwischen arrangierter Ehe und Zwangsheirat sind daher oft fließend.
Eine ZwangsheiratExterner Link öffnet in neuem Fenster kommt ohne das freie und klar geäußerte Einverständnis einer Person zustande – beispielsweise durch Drohung, körperliche oder psychische Gewalt.
Bei einer akuten Gefahrensituation kannst du dich auch an die Polizei unter 110 wenden.
Wenn du fürchtest, in Bayern zwangsverheiratet zu werden, du unsicher bist oder Fragen dazu hast, kannst du dich an diese Stellen wenden:
- SOLWODI Bayern – Beratung und Schutz für Frauen in NotExterner Link öffnet in neuem Fenster
- JADWIGA – Beratung bei Zwangsheirat und AusbeutungExterner Link öffnet in neuem Fenster
- Scheherazade – Beratung und Unterstützung bei ZwangsheiratExterner Link öffnet in neuem Fenster
- zum Hilfe-Finder auf der Website "Bayern gegen Gewalt"Externer Link öffnet in neuem Fenster
Deine Sorge ist ernst. Wenn du befürchtest, im Ausland zwangsverheiratet zu werden, ist es wichtig, dass du mit jemandem außerhalb deiner Familie sprichst und dir Hilfe holst. Am besten nimmst du Kontakt mit einer Beratungsstelle in deiner Nähe auf. Wenn du möchtest, kannst du dich dort auch anonym beraten lassen.
Tipp: Vielleicht kannst du eine Vertrauenslehrerin oder einen Vertrauenslehrer, einen Schulsozialarbeiterin oder einen Schulsozialarbeiter ansprechen. Gemeinsam könntet ihr die nächsten Schritte besprechen und auch eine Beratungsstelle oder das Jugendamt einschalten. In einer akuten Gefahrensituation solltest du dich an die Polizei unter 110 wenden.
Beratungsangebote in Bayern:
- SOLWODI Bayern – Beratung und Schutz für Frauen in NotExterner Link öffnet in neuem Fenster
- JADWIGA – Beratung bei Zwangsheirat und AusbeutungExterner Link öffnet in neuem Fenster
- Scheherazade – Beratung und Unterstützung bei ZwangsheiratExterner Link öffnet in neuem Fenster
- zum Hilfe-Finder auf der Website "Bayern gegen Gewalt"Externer Link öffnet in neuem Fenster
Du erlebst Drohungen oder Gewalt im Zusammenhang mit Heirat? Deine Sicherheit steht jetzt an erster Stelle:
- In einer akuten Gefahrensituation solltest du die Polizei unter dem Notruf 110 kontaktieren.
- Auch die Schutzeinrichtung Scheherazade bietet Beratung, Hilfe und Zuflucht. Der Notruf 0800 41 51 616 ist 24/7 erreichbar.
- Auch das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen ist 24 Stunden am Tag kostenfrei erreichbar unter der Nummer 08000 116 016.
- Zudem kannst du dich an folgende Beratungsangebote wenden:
- SOLWODI Bayern – Beratung und Schutz für Frauen in Not (externer Link öffnet in neuem Fenster)
- JADWIGA – Beratung bei Zwangsheirat und Ausbeutung
- Hilfe-Finder auf der Website „Bayern gegen Gewalt“
- Scheherazade – Beratung und Unterstützung bei ZwangsheiratExterner Link öffnet in neuem Fenster
- Hilfetelefon Gewalt gegen FrauenExterner Link öffnet in neuem Fenster
- SOLWODI Bayern – Beratung und Schutz für Frauen in NotExterner Link öffnet in neuem Fenster
- JADWIGA – Hilfe und Beratung bei Zwangsheirat und AusbeutungExterner Link öffnet in neuem Fenster
- zum Hilfe-Finder auf der Website "Bayern gegen Gewalt"Externer Link öffnet in neuem Fenster
Viele Betroffene lieben ihre Familie und wünschen sich gleichzeitig, selbstbestimmt über ihr Leben entscheiden zu können. Diesen inneren Konflikt nehmen Beraterinnen und Berater ernst. Gemeinsam klärt ihr, welche Schritte möglich sind; ihr bekommt praktische Hinweise und konkrete Hilfen. Für deine Sicherheit kann es auch notwendig sein, mit Behörden, Polizei und Jugendamt zu kooperieren. Dies geschieht immer in Absprache mit dir.
Unterstützung erhältst du zum Beispiel bei:
- SOLWODI Bayern – Beratung und Schutz für Frauen in NotExterner Link öffnet in neuem Fenster
- JADWIGA – Hilfe und Beratung bei Zwangsheirat und AusbeutungExterner Link öffnet in neuem Fenster
- Scheherazade – Beratung und Unterstützung bei ZwangsheiratExterner Link öffnet in neuem Fenster
- zum Hilfe-Finder auf der Website "Bayern gegen Gewalt"Externer Link öffnet in neuem Fenster
Bei einer akuten Gefahrensituation bitte immer den Polizeinotruf 110 kontaktieren!
Typische Warnsignale bei der betroffenen Person sind zum Beispiel:
- Minderjährige Person spricht von geplanter Heirat
- Angst vor einem bevorstehenden Ereignis (zum Beispiel Ferienreise oder Familienfeier)
- Wirkt ängstlich und eingeschüchtert
- Rückzug aus dem sozialen Umfeld (zum Beispiel Schule, Ausbildung oder Freundeskreis)
- Person zieht sich in Schule/Ausbildung/Arbeit um, bevor sie nach Hause geht und/ oder schminkt sich ab
- Schul- oder Ausbildungsabbruch ohne nachvollziehbaren Grund
Anzeichen im Umfeld der betroffenen Person sind zum Beispiel:
- Person wird von der Familie stark kontrolliert oder überwacht (zum Beispiel Einschränkung der Bewegungsfreiheit, Überwachung von Handy oder sozialen Medien)
- Verbot von Beziehungen außerhalb der Familie oder Gemeinschaft
- Plötzliche Reise ins Ausland (oft mit dem Ziel einer Eheschließung)
- Kleidungsvorschriften und Schminkverbot
Einen Überblick über mögliche Hinweise auf Zwangsheirat gibt die Bavarian Anti-Trafficking HELPline in der Rubrik Informationen/Indikatoren.
Wenn Sie als Fachkraft konkrete Hilfe und Unterstützung benötigen, können Sie sich an die folgenden Stellen wenden:
- SOLWODI Bayern – Fachberatungsstellen für von Gewalt und Ausbeutung betroffene Frauen Externer Link öffnet in neuem Fenster
- JADWIGA – Fachberatungsstelle für Betroffene von Menschenhandel in Bayern Externer Link öffnet in neuem Fenster
- Bavarian Anti-Trafficking HELPline – bayernweite Anlaufstelle für Betroffene von Menschenhandel Externer Link öffnet in neuem Fenster
- Bavarian Anti-Trafficking HELPline: Indikatoren und Anhaltspunkte für ZwangsheiratExterner Link öffnet in neuem Fenster
- zum Hilfe-Finder auf der Website "Bayern gegen Gewalt"Externer Link öffnet in neuem Fenster

