Ob Schulklasse, Jugendgruppe oder Familie – wer in Bayern unterwegs ist, findet in Jugendherbergen und Schullandheimen mehr als nur einen Schlafplatz. Hier treffen Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen und Erfahrungen aufeinander – offen für Neues und gemeinsames Erleben.
Überörtliche Bildungs- und Beherbergungsstätten für Jugendliche in Bayern

Jugendherbergen – Orte für Begegnung und Gemeinschaft
Frühstück im Burghof, Abendstimmung am Fluss, Spielen im Innenhof – Bayerns Jugendherbergen bieten weit mehr als einen Schlafplatz. Historische Gemäuer inmitten verwinkelter Altstädte, Häuser auf Donauinseln, Quartiere am Fuß der Zugspitze oder in idyllischen Dörfern laden zum Entdecken ein. Wer hier übernachtet, erlebt Bayern ganz nah – und oft überraschend neu.
Familien, Schulklassen, Jugend- und Sportgruppen können auch mit kleinem Budget auf Tour gehen. Jugendherbergen machen Reisen bezahlbar – und bringen Menschen zusammen. Am langen Tisch beim Essen, im Mehrbettzimmer mit Stockbetten, im Gruppenraum beim Spielen: Begegnung findet hier ganz nebenbei statt.
Genau darin liegt die Stärke. Jugendherbergen schaffen Gemeinschaft. Und viele Häuser geben dieser Gemeinschaft Richtung: mit Bildungsprogrammen für Schulklassen, Gruppen und junge Menschen. Dahinter steht ein klarer pädagogischer Auftrag: gemeinsam erleben. Voneinander lernen. Horizonte erweitern.
Eine Klassenfahrt bringt damit mehr als einen Tapetenwechsel – oder ein Skikurs mehr als Sport. In Jugendherbergen treffen sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus verschiedenen Regionen, aus unterschiedlichen Lebenswelten, in jedem Alter. Diese Vielfalt macht Jugendherbergen zu Lernorten fürs Leben.
Zukunft sichern: Förderung für Jugendherbergen
Damit Jugendherbergen auch in Zukunft Orte für Gemeinschaft, Bildung und Begegnung bleiben, unterstützt der Freistaat Bayern ihre Renovierung, Sanierung und Modernisierung – unter bestimmten Voraussetzungen auch mit Investitionskostenzuschüssen.
Den Zuschuss kann der Dachverband beantragen, in dem die Träger der bayerischen Jugendherbergen organisiert sind – sofern er ein landesweites Netz mit hochwertigen Bildungs- und Erziehungsangeboten betreibt. Voraussetzung für eine Förderung ist, dass der Dachverband und die einzelnen Träger als Träger der freien Jugendhilfe nach Paragraf 75 Achtes Buch Sozialgesetzbuch (SGB VIII) anerkannt sind. Eine Ausnahme gilt, wenn sie bereits als Träger der öffentlichen Jugendhilfe anerkannt sind – nach Paragraf 69 Absatz 1 SGB VIII in Verbindung mit Artikel 15 des Bayerischen Ausführungsgesetzes zur Sozialgesetzgebung (AGSG).
Lernen, entdecken, gestalten – Jugendbildungsstätten in Bayern
Ein Wochenende im Space Camp, ein Klima-Workshop in den Bergen oder ein Theaterprojekt mitten im Wald – Bayerns Jugendbildungsstätten machen Lernen lebendig. In jedem Regierungsbezirk gibt es solche Orte, an denen junge Menschen ihren Interessen nachgehen, sich ausprobieren und ihren Horizont erweitern können.
Ob politische Bildung, Medienprojekte, Naturerlebnisse oder kultureller Austausch – das Angebot ist breit. Wer sich engagieren will, findet hier Ideen und Werkzeuge. Auch Fachkräfte der Jugendarbeit und Ehrenamtliche nehmen Impulse mit – für die Praxis, für junge Menschen, für die Gemeinschaft.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendbildungsstätten arbeiten außerschulisch. Sie schaffen Räume, in denen sich junge Leute mit aktuellen Fragen beschäftigen, Haltung entwickeln und Gemeinschaft erleben.
Wer eine vom Bayerischen Jugendring (BJR) anerkannte Jugendbildungsstätte betreibt, kann auf finanzielle Unterstützung durch den Freistaat zählen.
Wissen weitergeben – das Institut für Jugendarbeit in Gauting
Wer in der Jugendarbeit arbeitet, braucht Praxisnähe, Haltung und gute Werkzeuge. Das Institut für Jugendarbeit in Gauting bietet Fachkräften genau das – als Fortbildungseinrichtung des Bayerischen Jugendrings, mit berufsbegleitenden Fort- und Weiterbildungen.
Ob politische oder kulturelle Bildung, Medienpädagogik, Feldkompetenz oder Selbst- und Sozialmanagement: Hier erweitern Fachkräfte ihr Wissen und ihre Methoden – für die Arbeit mit jungen Menschen, für mehr Wirkung im Alltag.
Schullandheime
Wenn Schulklassen gemeinsam unterwegs sind, entsteht etwas Besonderes: neue Eindrücke, gemeinsame Erlebnisse und ein frischer Blick aufeinander. In Bayerns Schullandheimen schaffen engagierte Teams den Rahmen dafür – mit durchdachter Ausstattung, passenden Lernmaterialien und viel Erfahrung im Umgang mit Gruppen.
Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte begleiten die Klassen bei Projekten, Planspielen oder Theaterproben, beim Experimentieren im Gelände oder bei Diskussionen am Lagerfeuer. Viele Programme sind am Lehrplan orientiert – fächerübergreifend, alltagsnah und lebendig.
Was im Klassenzimmer beginnt, vertieft sich hier: gemeinsam, praktisch und über den Alltag hinaus.
Starke Unterstützung für starke Schullandheime
Schullandheime geben Raum für Gemeinschaft, Naturerfahrung und Lernen außerhalb des Klassenzimmers. Damit diese besonderen Orte in gutem Zustand bleiben, unterstützt der Freistaat Bayern ihre Sanierung und Modernisierung – mit Investitionskostenzuschüssen und klaren Qualitätsstandards.
Träger können entsprechende Zuschüsse beim Bayerischen Sozialministerium beantragen, sofern das Schullandheim die pädagogischen Anforderungen des Kultusministeriums erfüllt.
So bleibt das landesweite Netz an Schullandheimen stark – für Kinder, für Schulen, für gemeinsames Lernen, das im Kopf bleibt.
Alle Details zur Förderung:
Max Mannheimer Haus
Im Max Mannheimer Haus kommen junge Menschen aus aller Welt zusammen. Sie setzen sich mit dem Nationalsozialismus auseinander, mit der Geschichte des Konzentrationslagers Dachau – und mit den Fragen, die sich daraus bis heute stellen. Studientage für Schulklassen, Jugendgruppen und Studierende bieten Raum für Gespräche, Austausch und gemeinsames Nachdenken.
Junge Menschen können hier nicht nur lernen, sondern auch übernachten – günstig, gemeinschaftlich und in direkter Nähe zur KZ-Gedenkstätte Dachau. So wird Zeitgeschichte erlebbar – als Erinnerung, als Verantwortung, als Auftrag für die Gegenwart.
Das Haus trägt den Namen von Max Mannheimer – Überlebender von Auschwitz und Dachau, Künstler, Zeitzeuge. Sein Name steht für Erinnerung, für Würde, für eine klare Haltung gegen das Vergessen.
Hinter dem Haus stehen Menschen, die Verantwortung übernehmen – aus dem Freistaat, der Stadt und dem Landkreis Dachau. Sie haben 1991 gemeinsam die Stiftung gegründet und begleiten den Betrieb seit der Eröffnung im Jahr 1998 – damals noch als Jugendgästehaus, heute als internationales Studienzentrum.
