Kita-Fachkräfte lassen Vertrauen entstehen, stärken Wurzeln und begleiten Kinder in ihrer Entwicklung. Sie geben Sicherheit, fördern Neugier und gestalten Lernorte mit Herz. Ein Beruf, der Beziehungen schafft und Spuren hinterlässt, die ein Leben lang tragen.
Wege in die Kita – Ausbildung

Ausbildung zur Erzieherin oder zum Erzieher
Im Morgenkreis gemeinsam den Tag begrüßen, mit Grundschulkindern Ausflüge planen und bei den Hausaufgaben helfen oder in der stationären Jugendhilfe das Abendessen mit den Jugendlichen zubereiten: Die Ausbildung zur Erzieherin oder zum Erzieher ist eine sogenannte Breitbandausbildung. Wer diese Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hat, kann in verschiedenen sozialen Berufsfeldern arbeiten: in der Kita, in Einrichtungen der Jugend- oder Eingliederungshilfe, in der Erwachsenenbildung oder bei Beratungsstellen. Wer während der Ausbildung noch die Prüfung für Fachabitur oder Abitur ablegt, kann danach auch studieren.
Eine Aufstiegsfortbildung
Bei der Erzieherausbildung handelt es sich um eine sogenannte Aufstiegsfortbildung, die einem Meister- beziehungsweise Bachelorabschluss gleichgestellt ist. Die Erzieherausbildung ist daher der Niveaustufe 6 des Deutschen Qualifikationsrahmens für lebenslanges Lernen (DQR) zugeordnet. Und das ist auch gut so – damit kommt zum Ausdruck, wie wichtig die frühkindliche Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern ist.
Es gibt 81 Fachakademien für Sozialpädagogik in Bayern.
Ausbildungsvarianten
Mit dem mittleren Schulabschluss beginnt die Ausbildung an einer Fachakademie für Sozialpädagogik mit dem Sozialpädagogischen Einführungsjahr (SEJ). Theorie und Praxis wechseln sich ab: Einen Teil der Woche verbringen die Schülerinnen und Schüler an der Fachakademie, den anderen in der Praxis, zum Beispiel in einer Kindertageseinrichtung.
Im Anschluss startet die dreijährige Erzieherausbildung – ebenfalls an der Fachakademie. Mit Abitur oder Fachhochschulreife ist ein direkter Einstieg in diesen Ausbildungsteil möglich, das SEJ entfällt.
SEJ und dann? Weitere Chancen!
Wer nach dem SEJ feststellt, dass die Erzieherausbildung doch nicht passt, hat trotzdem gute Perspektiven:
- Einstieg in die 11. Klasse der Berufsfachschule für Kinderpflege – mit dem Ziel: Staatlich geprüfte Kinderpflegerin bzw. Kinderpfleger
- direkter Berufseinstieg als pädagogische Ergänzungskraft in einer Kita
Das SEJ eröffnet also nicht nur einen Weg, sondern gleich mehrere – alle mit dem Ziel, Kinder ein Stück auf ihrem Weg zu begleiten.
Gegliederte Ausbildung
Die gegliederte Variante besteht aus zwei überwiegend schulischen Jahren und einem einjährigen Berufspraktikum im Anschluss. In den beiden Studienjahren erwerben die angehenden Erzieherinnen und Erzieher alle wichtigen Kenntnisse und Fähigkeiten für die pädagogische Praxis. Auf dem Stundenplan stehen Fächer wie Pädagogik und Psychologie, Bewegungserziehung, Literatur- und Medienpädagogik sowie Heilpädagogik. Parallel zum Unterricht sammeln die Studierenden praktische Erfahrungen – zum Beispiel in einer Grundschule oder in der Ferienbetreuung. Wer die Ausbildung in Teilzeit macht, plant dafür statt drei in der Regel vier bis sechs Jahre ein.
Wie sieht’s mit der Bezahlung aus?
Für die gegliederte Ausbildung lässt sich Aufstiegs-BAföG (AFBG) beantragen – eine staatliche Unterstützung für berufliche Weiterbildung. Sie umfasst Zuschüsse und zinsgünstige Darlehen für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren sowie für den Lebensunterhalt. Studentinnen und Studenten können dabei monatlich bis zu 900 Euro erhalten – als reinen Zuschuss, den sie nicht zurückzahlen müssen.
Das Berufspraktikum
Im dritten und letzten Jahr der gegliederten Ausbildung steht das Berufspraktikum an. Die angehenden Erzieherinnen und Erzieher arbeiten zum Beispiel in einer Kindertageseinrichtung mit und bringen dort ihr Wissen aus der Ausbildung aktiv ein. Sie erleben den Kita-Alltag aus pädagogischer Perspektive, sammeln praktische Erfahrung und tauschen sich regelmäßig mit ihren Lehrkräften und den anderen Studierenden aus. Für das Berufspraktikum erhalten sie eine Bezahlung, die in der Regel nach Tarif erfolgt.
Praxisintegrierte Ausbildung
Diese Variante basiert auf dem Modellversuch Erzieherausbildung mit optimierten Praxisphasen (OptiPrax). Nach dem Modellversuch wurde OptiPrax zum Schuljahr 2021/2022 als praxisintegrierte Ausbildung verstetigt. In dieser Ausbildungsform wechseln sich Theorie- und Praxisphasen ab. Das Berufspraktikum ist in die dreijährige Ausbildung bereits integriert. Im Unterschied zur gegliederten Variante bekommen Auszubildende vom ersten Tag an eine Vergütung. Das Gehalt steigt von Jahr zu Jahr. Die Höhe des Gehalts orientiert sich an der Ausbildungsvergütung der Auszubildenden im öffentlichen Dienst (TVAöD-BT-Pflege).
Ausbildung zur Kinderpflegerin oder zum Kinderpfleger
Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger übernehmen wichtige Aufgaben im Kita-Team. Als pädagogische Ergänzungskräfte unterstützen sie im Kita-Alltag und bringen sich aktiv ein. Zu ihren Aufgaben gehören zum Beispiel:
- mit den Kindern malen, basteln oder musizieren
- Kleinkinder wickeln
- beim Ausflug begleiten
- bei der Eingewöhnung von neuen Kindern unterstützen
Die Ausbildung zur Staatlich geprüften Kinderpflegerin oder zum Staatlich geprüften Kinderpfleger ist eine sogenannte Erstausbildung an einer Berufsfachschule für Kinderpflege.
Die Berufsfachschule für Kinderpflege
Die Ausbildung zur Staatlich geprüften Kinderpflegerin oder zum Staatlich geprüften Kinderpfleger dauert in der Regel zwei Jahre – in Teilzeit drei Jahre.
Praxis und Theorie greifen eng ineinander: Der Unterricht an der Berufsfachschule vermittelt pädagogische, psychologische und alltagspraktische Grundlagen. Parallel dazu sammeln die Auszubildenden an Praxistagen in Kindertageseinrichtungen erste Erfahrungen im Umgang mit Kindern.
Während der Ausbildung können die Schülerinnen und Schüler den mittleren Schulabschluss erwerben. Dieser ist notwendig, um anschließend eine Erzieherausbildung an einer Fachakademie für Sozialpädagogik zu beginnen.
Seit September 2025 bieten viele Berufsfachschulen in Bayern zusätzlich den Schulversuch KiPrax an – eine Kinderpflegeausbildung mit integriertem und vergütetem Praxisanteil.
Wie sieht’s mit der Bezahlung aus?
Im Rahmen von KiPrax gibt es eine Vergütung für den Praxisanteil. Für die schulische Ausbildung können die Auszubildenden BAföG beantragen.
Inhalte der Kinderpflegeausbildung
Die Ausbildung zur Kinderpflegerin oder zum Kinderpfleger vermittelt Fachwissen und praktisches Können – für eine verantwortungsvolle Arbeit mit Kindern.
- Pädagogik und Psychologie
- Ökologie und Gesundheit
- Praxis- und Methodenlehre
- Medienerziehung
- Werkerziehung und Gestaltung
- Religionspädagogik
Job in der Kita – sinnstiftend und kreativ
Die Familienpolitik steht vor einer großen Herausforderung – bundesweit und in Bayern: Während der Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen weiterwächst, fehlen pädagogische Fach- und Ergänzungskräfte. Damit Kitas qualitativ gute Arbeit leisten können, braucht es ausreichend Erzieherinnen und Erzieher sowie Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger.
Diese Berufe sind kreativ, zukunftsorientiert und lassen viel Raum für eigenes pädagogisches Handeln.
Vor allem aber: Diese Berufe sind sinnstiftend. Fachkräfte begleiten Kinder beim Großwerden, erleben ihre Entwicklung hautnah mit und sehen, wie jede Persönlichkeit wächst – mit eigenen Interessen und ganz individuellem Tempo.
Wer in diesem Beruf arbeitet, erlebt täglich, wie wichtig diese Aufgabe ist – für Kinder, Familien und das Miteinander. Fachkräfte in der Kita sind Herzwerkerinnen und Herzwerker. Sie arbeiten mit Herz – für Menschen.
Weitere Informationen
Alle relevanten Informationen rund um die Ausbildungsmöglichkeiten für Menschen, die in Kindertageseinrichtungen arbeiten wollen, sind beim Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus zu finden:
