Ideen mit Haltung, Unternehmergeist mit Wirkung: Wo andere Probleme sehen, schaffen Sozialunternehmerinnen und -unternehmer Lösungen. In ganz Bayern entstehen Betriebe, die etwas bewegen: für die Gemeinschaft, für ihre Region, für eine Wirtschaft, die mehr kann als Profit.
Soziales Unternehmertum (Social Entrepreneurship)

Sozial gründen, stark wirken – die Idee Sozialunternehmertum
Eine Software schützt Kinder vor digitaler Gewalt. Blinde und sehbehinderte Frauen erfühlen mit ihrem besonderen Tastsinn Brustkrebs im Frühstadium. Flüchtlinge, Migrantinnen und Migranten finden über eine Plattform feste Arbeit. Überall in Bayern beweisen Unternehmerinnen und Unternehmer, dass gute Ideen mehr bewegen als Geld.
Soziales Unternehmertum wirkt
Social Entrepreneurship heißt: Unternehmen packen soziale und ökologische Herausforderungen direkt an. Dabei geht es um mehr als Zahlen. Entscheidend ist die Wirkung: auf Bildung, Teilhabe, Gesundheit, Umwelt, Nachhaltigkeit, Zusammenhalt. Unternehmerischer Erfolg bedeutet für Sozialunternehmen auch: Gutes tun und besser machen.
Bayern zeigt, wie’s geht
Die Fuggerei in Augsburg steht seit 1521 für soziales Handeln mit Weitblick. Jakob Fugger hat es vorgemacht – heute sind viele auf seinen Spuren unterwegs. Sozialunternehmerinnen und -unternehmer in Bayern bringen frische Ideen auf die Straße, schaffen Perspektiven, stiften Sinn. Sie denken neu, handeln effizient und machen aus einer guten Idee echte Veränderung – im Alltag, im Miteinander, für eine faire Zukunft.
Was ist Soziales Unternehmertum?
Sozialunternehmerinnen und -unternehmer denken Wirtschaft anders. Sie kombinieren unternehmerische Methoden mit echtem gemeinschaftlichen Mehrwert. Der Gewinn ist kein Selbstzweck – sondern ein Mittel, um etwas zu bewegen. Denn was zählt, ist die Wirkung: auf Menschen, Umwelt und die Gemeinschaft.
Eine einheitliche Definition für Soziales Unternehmertum gibt es zwar nicht. Doch ob EU-Kommission, Bundeswirtschaftsministerium oder das Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland (SEND e. V.) – alle benennen drei zentrale Merkmale.
Was Soziales Unternehmertum auszeichnet
Sozialunternehmerinnen und -unternehmer möchten mehr als schwarze Zahlen schreiben. Sie packen drängende Handlungsbereiche an – wie Bildung, Umweltschutz, Pflege, Einsamkeit oder Inklusion. Ihre Projekte zeigen oft große Kreativität und echte Innovationskraft.
Wie klassische Firmen planen Sozialunternehmerinnen und -unternehmer mit klaren Strategien und kalkulierten Risiken. Der Unterschied: Im Mittelpunkt steht die Lösung sozialer Herausforderungen. Sie investieren ihre Gewinne größtenteils wieder – für Weiterentwicklung und größere Wirkung.
Die Unternehmen beziehen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Stakeholder und Betroffene aktiv mit ein. Sie gestalten mit, bringen Ideen ein und übernehmen Verantwortung. Transparenz gehört zum Selbstverständnis.
Soziales Unternehmertum gezielt stärken – das bayerische Konzept
Der Freistaat Bayern verfolgt ein klares Ziel: (angehende) Sozialunternehmerinnen und Sozialunternehmer früh und wirksam unterstützen. Dafür hat die Staatsregierung im Jahr 2022 ein eigenes Konzept entwickelt – abgestimmt mit allen Ministerien.
Im Mittelpunkt steht der Social-Startup-Hub Bayern (SSHB): eine zentrale Anlaufstelle für Gründerinnen und Gründer mit sozialer Mission. Der SSHB berät, vernetzt, macht sichtbar – und bringt Menschen zusammen, die mit ihren Ideen echten gesellschaftlichen Wandel vorantreiben.
Social-Startup-Hub Bayern (SSHB)
Wer mit einer guten Idee die Welt ein Stück besser machen will, findet mit dem Social-Startup-Hub Bayern (SSHB) genau die richtige Adresse. Der SSHB begleitet Menschen, die sozial gründen wollen – persönlich, kostenfrei und praxisnah. Das Bayerische Sozialministerium fördert den SSHB.
Schon in der Frühphase gibt es Unterstützung: beim Feilen am Geschäftsmodell, beim Planen der Finanzierung und beim Aufbau eines tragfähigen Netzwerks. Das Team der Social Entrepreneurship Akademie (SEA) betreibt den Hub und weiß genau, was Gründerinnen und Gründer brauchen.
Im Mittelpunkt steht die Wirkung: Der SSHB unterstützt dabei, aus einer Idee mit sozialem Mehrwert (social impact) ein funktionierendes Unternehmen zu machen. Seit dem Start 2022 haben sich bereits mehr als 400 Teams und Einzelpersonen (Stand: Juli 2025) beraten lassen. Daraus sind auch erfolgreiche Sozialunternehmen entstanden!
SSHB-Regionalzentren: Nähe, die wirkt
Gute Ideen entstehen überall – in der Großstadt genauso wie auf dem Land. Damit soziale Gründerinnen und Gründer in ganz Bayern Unterstützung finden, ist der Social-Startup-Hub Bayern (SSHB) auch regional vertreten.
Vor Ort begleiten erfahrene lokale Partnerinnen und Partner in Regionalzentren Menschen, die unternehmerisch denken und dabei gemeinschaftliche oder ökologische Herausforderungen anpacken wollen. Die Teams in den Regionalzentren beraten, informieren, vernetzen und bringen Ideen ins Rollen.
So entsteht ein echtes Gründungsökosystem – offen für alle, die mehr erreichen wollen als nur wirtschaftlichen Erfolg.
Soziales Unternehmertum wirkt über Grenzen hinaus
Starke Ideen wachsen überall – in Bayern genauso wie in Europa. Soziales Unternehmertum lebt vom Austausch, vom gemeinsamen Gestalten und vom Mut, neue Wege zu gehen.
Das Bayerische Sozialministerium stärkt gezielt die grenzüberschreitende Zusammenarbeit – etwa mit Rumänien. Dort haben Staatsministerin Ulrike Scharf und ihre rumänische Amtskollegin Simona Bucura-Oprescu im September 2024 eine Absichtserklärung zur bayerisch-rumänischen Zusammenarbeit unterzeichnet. Im Mittelpunkt stehen soziale Innovationen, neue Partnerschaften und Lösungen, die Menschen bewegen und Gemeinschaften stärken.
So entsteht ein länderübergreifendes Netzwerk für mehr soziale Wirkung – engagiert, international und zukunftsorientiert.

