Hauptinhalt

Fee Brembeck

Poetry Slammerin, Autorin, Kabarettistin und Sängerin

Fee Brembeck
Fee Brembeck (c) Sophie Wanninger

„Wir helfen zusammen“ – gerade jetzt. Was heißt das für Sie?

Es bedeutet nicht so sehr den persönlichen Kontakt wie bisher, sondern viel eher, sich auch weiterhin für diejenigen einzuschränken, deren Gesundheit von unserer Vernunft abhängt. Es bedeutet aber auch, sich im Sinne von Umsicht und Nachbarschaftshilfe gegenseitig aufzuheitern und zu unterstützen, gerade da, wo weiter unbezahlte Care-Arbeit geleistet wird und die Krise über den Kopf wächst. Nicht zuletzt aber bedeutet es auch, immer und immer wieder ein System in Frage zu stellen, das Frauen weiter benachteiligt und nun zu unfreiwilligen Märtyrerinnen für genau dieses System macht, und hier besonders an die Politik zu appellieren!

Haben Sie einen persönlichen Tipp, was wir jetzt dafür tun können?

Natürlich kann es hilfreich sein, im direkten Umfeld bei der Kinderbetreuung einzuspringen, Briefe an einsame alte Menschen zu schreiben, Krankenhäusern mit selbstgenähten Masken auszuhelfen, Kulturschaffende zu unterstützen, Obdachlose freiwillig zu versorgen und dahin zu spenden, wo unsere Solidarität scheinbar aussetzt. Gerade als freischaffende Kleinkünstlerin, die vom derzeitigen Auftrittsverbot betroffen ist, würde ich mir wünschen, dass Kunst und Kultur in dieser Krise noch stärker von uns allen in den Blick genommen werden. Vor allem aber ist mein Tipp, sich politisch zu engagieren und dafür einzusetzen, dass niemand durch diese Pandemie auf der Strecke bleibt.

Gibt es etwas, was Sie persönlich für den Zusammenhalt tun oder was Sie anderen mitteilen möchten?

Trotz aller Schwere und den Herausforderungen ist auch unser aller psychische Gesundheit nicht zu vernachlässigen. Viele meiner Kolleg*innen und auch ich bieten daher momentan kostenlose Livestreams, Ausschnitte aus Programmen, Online-Slams, -Lesungen oder -Konzerte gegen Spenden an und versenden persönlich gewidmete Bücher oder CDs. Indem wir weiterhin und vielleicht sogar stärker als zuvor Kunst konsumieren, Künstler*innen für ihre Arbeit bezahlen und den Entertainmentsektor zu schätzen wissen, helfen wir allen dabei, die Krise psychisch gut zu überstehen und dadurch Kulturschaffenden in ihrer Existenz.

 

Foto: Sophie Wanninger

Zurück zur Übersicht