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Simone Eiche und Yvonne Feneberg

Geschäftsführerinnen des FrauenTherapieZentrum – FTZ gemeinnützige GmbH

Foto: FTZ Gemeinnützige GmbH, Simone Eiche und Yvonne Feneberg

Wir helfen zusammen – gerade jetzt. Was heißt das für Sie?

Weiterhin ansprechbar sein, Kontakte halten, Sicherheit und Zuversicht bieten auch in unsicheren Zeiten, Umsicht und Gelassenheit zeigen auch in sorgenvollen Momenten, äußerlich Abstand halten und gleichzeitig soziale und persönliche Nähe leben – das leisten wir in der psychosozialen Arbeit von Frauen für Frauen gerade unter völlig veränderten Bedingungen.

Die soziale Arbeit lebt vom persönlichen Kontakt. Die besondere Herausforderung für uns Fachkräfte – nach wie vor überwiegend Frauen – liegt nun darin, niemanden zu verlieren und den Menschen in sozialen und psychischen Notsituationen auf anderen Wegen weiterhin die Unterstützung und Stabilität zu geben, die sie jetzt brauchen. Ganz besonders betrifft das auch die Kinder unserer Klientinnen. Neben den durch Corona veränderten und fordernden Arbeitsbedingungen stemmen unsere Mitarbeiterinnen ihre jeweilige persönliche Lebenssituation, organisieren den Alltag und versuchen so weit wie möglich Normalität zu leben. Das heißt flexibel und kreativ zu handeln und den Humor nicht zu verlieren.

Haben Sie einen persönlichen Tipp, was wir jetzt dafür tun können?
Wir alle sind gerade nicht nur aufgefordert, mit den aktuellen Einschränkungen zu leben, sondern auch auf viele Fragen dazu, wie es weitergehen wird, noch keine Antworten zu haben und das aushalten zu müssen. Da hilft es, sich nicht zu sehr von Katastrophenszenarien leiten zu lassen, sich seriös zu informieren, aber nicht medial zu überfluten, und den eigenen Anspruch immer wieder loszulassen, frau könnte alles so gut wie sonst auch, und vielleicht noch besser, hinkriegen. Es ist sicherlich förderlich, sowohl im beruflichen als auch im privaten Zusammenhang, sich darüber mit anderen offen und ehrlich auszutauschen: Was gelingt dir, woran scheiterst du gerade, was macht dir Sorgen, worüber kannst du lachen? Das schafft wieder Zuversicht und Gelassenheit.

Gibt es etwas, was Sie persönlich für den Zusammenhalt tun oder was Sie anderen mitteilen möchten?

Der berühmte Satz der Frauenbewegung „Das Private ist politisch“ gilt immer noch und gerade jetzt. Was Frauen in diesen besonderen Zeiten leisten, vor allem im Bereich der privaten und beruflichen „Care-Arbeit“ darf nicht als selbstverständlich genommen werden – Frauen können das eben gut, tun es gerne und auch dann, wenn sie dafür nur wenig bekommen. Auch über Corona hinaus brauchen Frauen dafür konkret gelebte Solidarität von Männern, monetäre und gesellschaftliche Anerkennung.

Auf Frauen ist immer Verlass – aber verlasst euch nicht nur auf die Frauen! Deshalb appellieren wir: Wir ALLE helfen zusammen.

 

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