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Romy Stangl

Aktivistin bei TERRE DE FEMMES e.V. und Vorstandsfrau von One Billion Rising München e.V.

Usb Frauen Romy Stangl

„Wir helfen zusammen“ – gerade jetzt. Was heißt das für Sie?

Täglich erleben Frauen und Kinder Gewalt in diesem Land. Derzeit, da alle angehalten sind zuhause zu bleiben, sind sie noch gefährdeter und die Fälle häuslicher Gewalt steigen deutschlandweit, europaweit, weltweit. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir als Freund*innen aufmerksam sind, dass wir nachfragen anstatt wegzusehen und dass wir Hilfe anbieten oder die Betroffenen direkt an professionelle Hilfsangebote wie Beratungsstellen, die Polizei oder an Frauen- und Kinderschutzeinrichtungen weitervermitteln.

Haben Sie einen persönlichen Tipp, was wir jetzt dafür tun können?

  1. Hinschauen: Augen auf, Ohren auf! Nicht ignorieren! Jetzt ist mehr denn je die Nachbarschaft gefragt.
  2. Kontaktieren: Nehmen Sie Kontakt zu Betroffenen auf  und bieten Sie an zuzuhören, Hilfe zu vermitteln, ein Telefon zu benutzen.
  3. Deeskalieren: Nur, wenn die eigene Sicherheit nicht gefährdet ist: Unterbrechen Sie Konfliktsituationen mit einem harmlosen Anliegen. Wenn die Nachbarn schreien, gehen Sie klingeln und borgen sich Mehl.
  4. Informieren: Drucken Sie Zettel mit der Rufnummer des bundesweiten Hilfetelefons 08000 116 016 aus und hängen Sie sie im Hausflur auf oder werfen Sie sie in alle (!) Briefkästen des Hauses. 
  5. Alarmieren: Wenn es richtig knallt hinter der Wand, dann zögern Sie nicht und rufen Sie die Polizei unter 110. Der Anruf kann ein Leben retten!
        

Gibt es etwas, was Sie persönlich für den Zusammenhalt tun oder was Sie anderen mitteilen möchten?

Ich habe in Zusammenarbeit mit TERRES DES FEMMES - Menschenrechte für die Frau e. V.  und One Billion Rising München e. V. eine Hilfekarte für den Geldbeutel entwickelt, welche kompakt alle wichtigen Angebote und Hilfe-Hotlines für Betroffene zusammenfasst. Diese kommuniziere ich über die sozialen Medien und verteile sie in Briefkästen. Ausserdem entwickle ich gerade im Zuge der aktuellen Krisensituation gemeinsam mit einer Apartementhauskette und einer Müttergruppe, welche Frauen und Kinder mit Sachspenden unterstützt, ein Schutzkonzept mit umfassenden Betreuungs- und Sicherheitsmaßnahmen für Betroffene von häuslicher Gewalt. Dies darf als Pilotprojekt große Kreise ziehen.

Weitere informative Seiten sind: www.frauenrechte.de und www.unwomen.de/un-women-nationales-komitee-deutschland-ev

 

Foto: Manfred Johan

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