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Dr. Sophia Berthuet

Condrobs e.V.

Usb Frauen Sophia Berthuet

Was heißt für Sie, gerade jetzt, „Wir helfen zusammen“?

„Zusammenhelfen“ heißt für mich heute, dass wir uns in den sozialen Berufen nicht zurückziehen, sondern weiterhin für Menschen da sind, die bei uns Unterstützung suchen.
Zusammenhelfen heißt, dass wir aufmerksamer als sonst auf unser Umfeld achten müssen. Wir müssen uns bewusst sein, dass soziale Kontrollmarker wie Freunde, Kolleg*innen oder Lehrer*innen gerade zu großen Teilen wegfallen. Sie fehlen zum Beispiel bei häuslicher Gewalt oder verstärktem Drogenkonsum. Dies findet jetzt mehr denn je hinter verschlossenen Türen statt, Hilfe rufen fällt den Betroffenen schwer. Zusammenhelfen heißt also, dass wir uns jetzt nicht in unsere vier Wände zurückziehen, sondern verstärkt füreinander da sein müssen!
Für mich selbst und sicher viele Frauen* heißt zusammenhelfen aber auch, dass ich mir als vollberufstätige Frau viele Aufgaben mit meinem Mann und sogar meiner Mutter per Videochat teilen kann. Gemeinsam beschulen wir unsere zwei Kinder und schauen drauf, dass sie weiter in der Schule am Ball bleiben.

Gibt es einen persönlichen Tipp von Ihrer Seite, was gerade jetzt dafür getan werden kann?

Wir müssen besonders genau hinsehen, aktiv in unserem Umfeld Hilfe anbieten wo dies möglich und nötig ist. Lieber einmal zu viel als zu wenig!
Beratungsangebote müssen offen gehalten und neue Wege gefunden werden, so dass Menschen Hilfe erhalten können. Nothilfenummern sollten verstärkt in Medien und im öffentlichen Raum zu sehen sein. In Frankreich wurden in den Supermärkten zum Beispiel Kontaktstellen eingerichtet, an die sich von Gewalt betroffene Frauen wenden können. Das wäre vielleicht auch eine Idee für uns?

Oder gibt es sogar etwas, was Sie persönlich gerade jetzt für den Zusammenhalt tun und was Sie anderen mitteilen möchten?“

Ich bedanke mich bei meinen Kolleg*innen in der sozialpädagogischen Beratung und Betreuung dafür, dass auch sie vor Ort bleiben und weiter für die Menschen da sind, die bei uns Unterstützung suchen. Sicher kennt jeder jemanden, dem man einfach mal persönlich  Danke sagen kann. Und sicher freuen sich auch die sozialen Träger und Organisationen über Unterstützung und  Zuspruch!

 

Foto: Dr. Sophia Berthuet

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