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Beiträge in der Sozialversicherung

In der gesetzlichen Sozialversicherung als Arbeitnehmer Versicherte haben nach den Vorschriften der einzelnen Versicherungszweige aus ihrem Arbeitsentgelt, aus bestimmten Sozialleistungen, wie z.B. Krankengeld, sowie aus erhaltenen Sachbezügen Beiträge zu zahlen. Die Beitragshöhe bemisst sich nach einem bestimmten Prozentsatz der beitragspflichtigen Einnahmen. Es wird höchstens das Einkommen bis zur Beitragsbemessungsgrenze zu Grunde gelegt. Der Beitrag wird bei Bestehen von Versicherungspflicht in der Regel je zur Hälfte vom Arbeitnehmer und Arbeitgeber getragen (Ausnahme: siehe unter Gleitzone); die Beiträge vom Krankengeld hat je zur Hälfte der Versicherte und die Krankenkasse zu tragen; in der knappschaftlichen Rentenversicherung zahlt der Arbeitgeber 15,65 % und der Versicherte 9,45 % des Entgelts; in der Unfallversicherung trägt der Unternehmer die Beiträge allein. Selbständige, die der Versicherungspflicht unterliegen, tragen die Beiträge allein. In der landwirtschaftlichen Alterssicherung und der Krankenversicherung der Landwirte (Landwirte, soziale Sicherung für) hat der landwirtschaftliche Unternehmer die Beiträge für sich selbst und die bei ihm mitarbeitenden versicherungspflichtigen Familienangehörigen zu tragen.

Für Personen, die einen Pflegebedürftigen, der Leistungen aus der sozialen oder einer privaten Pflegeversicherung erhält, nicht erwerbsmäßig mindestens 14 Stunden wöchentlich in seiner häuslichen Umgebung pflegen, werden Beiträge zur Rentenversicherung von der jeweiligen Pflegekasse getragen (Pflegebedürftigkeit, Leistungen bei).

Bei einer freiwilligen Versicherung zahlen die Mitglieder die Beiträge in der Regel allein, bei Beschäftigten mit einem Einkommen über der jeweiligen Jahresarbeitsentgeltgrenze leistet der Arbeitgeber einen Zuschuss zur Krankenversicherung (Beitragszuschüsse für Beschäftigte). Für Versicherte, die in Einrichtungen der Jugendhilfe durch Beschäftigung für eine Erwerbstätigkeit befähigt werden sollen oder in Werkstätten für behinderte Menschen an einer Berufsförderung teilnehmen, trägt der Arbeitgeber den Beitrag allein.

Der Beitragssatz beträgt in der allgemeinen Rentenversicherung 18,9 %, in der Knappschaftsversicherung 25,1 % (15,65 % vom Arbeitgeber und 9,45 % vom Versicherten zu tragen) der Monatsbezüge und in der Arbeitslosenversicherung 2,8 % der Bemessungsgrundlage. In der Krankenversicherung gilt seit 01.01.2009 ein einheitlicher Beitragssatz. Dieser beträgt seit 01.01.2011 15,5 %. Davon tragen die Arbeitnehmer 0,9 Beitragssatzpunkte alleine, den Rest teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer je zur Hälfte. Dadurch beteiligen sich die Mitglieder in höherem Umfang an den gestiegenen Kosten für die gesetzliche Krankenversicherung. Die Arbeitgeber werden entlastet, da aufgrund des höheren zusätzlichen Beitragssatzes der allgemeine Beitragssatz niedriger ausfällt. Der Beitrag für Arbeitslosengeld II-Bezieher bemisst sich ab 2009 nach dem ermäßigten Beitragssatz.

Soweit der Finanzbedarf einer Krankenkasse durch die Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds nicht ausreichen, hat sie in ihrer Satzung die Erhebung eines Zusatzbeitrages zu bestimmen.

In der sozialen Pflegeversicherung beträgt der Beitragssatz ab 01.07.2008 1,95 % der Monatsbezüge bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Der Arbeitgeber trägt davon die Hälfte. Vom 01.01.2005 an wird der Beitragssatz in der Pflegeversicherung für kinderlose Mitglieder ab Vollendung des 23. Lebensjahres um 0,25 Beitragssatzpunkte erhöht. Er beträgt für Mitglieder ohne Kinder ab 01.07.2008 somit 2,2 %, für diejenigen Mitglieder mit Anspruch auf Beihilfe oder Heilfürsorge (z.B. Beamte, Soldaten) 1,22 %. Kinderlose Mitglieder, die vor dem 01.01.1940 geboren sind, werden von der Zuschlagspflicht ausgenommen. Des Weiteren sind Wehrdienstleistende sowie Bezieher von Arbeitslosengeld II von der Zuschlagspflicht ausgenommen. Der Beitragszuschlag ist von dem Mitglied allein zu tragen. Der Beitragszuschlag ist nicht zu zahlen, wenn die Elterneigenschaft des Mitglieds der beitragsabführenden Stelle (z.B. Arbeitgeber, Rentenversicherung), von Selbstzahlern gegenüber der Pflegekasse, nachgewiesen wird oder ihr bereits aus anderem Anlass bekannt ist. Bereits ein einzelnes Kind löst bei beiden beitragspflichtigen Elternteilen Zuschlagsfreiheit aus. Eltern, deren Kind nicht mehr lebt, gelten trotzdem nicht als kinderlos, eine Lebendgeburt ist ausreichend, um die Zuschlagspflicht dauerhaft auszuschließen. Berücksichtigt werden grundsätzlich auch Adoptiv-, Stief- und Pflegekinder. Wer nicht nachweist, dass er ein Kind hat, gilt bis zum Ablauf des Monats, in dem der Nachweis erbracht wird, als kinderlos und muss den Beitragszuschlag tragen. Erfolgt die Vorlage des Nachweises innerhalb von 3 Monaten nach der Geburt eines Kindes, gilt der Nachweis mit Beginn des Monats der Geburt als erbracht, ansonsten wirkt der Nachweis ab Beginn des Monats, der dem Monat folgt, in dem der Nachweis erfolgte.

Die Pflichtbeiträge der Arbeitnehmer werden für die Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung vom Arbeitgeber beim Entgelt einbehalten und an die zuständige Krankenkasse abgeführt.

§§ 20, 28d ff. Sozialgesetzbuch IV; §§ 220 ff. Sozialgesetzbuch V ; §§ 157 ff. Sozialgesetzbuch VI; § 55 Sozialgesetzbuch XI; §§ 341 ff. Sozialgesetzbuch III; §§ 70 ff. Gesetz über die Alterssicherung der Landwirte; §§ 37 ff. Zweites Gesetz über die Krankenversicherung der Landwirte

Zuständig: Gesetzliche Kranken- und Pflegekassen, Renten- und Unfallversicherungsträger, Agenturen für Arbeit

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