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Eltern- und Familienbildung

Der Bedarf an Information, Rat und Unterstützung in Fragen der Erziehung ihrer Kinder hat bei den Eltern wesentlich zugenommen. Eltern brauchen deswegen Hilfe bei ihrer Erziehungsaufgabe. Eltern- und Familienbildung hat das Ziel, Familien bei der Erfüllung ihrer Aufgabe zu unterstützen. Gemäß den Forderungen des § 16 Sozialgesetzbuch VIII dient die Eltern- und Familienbildung der grundsätzlichen Stärkung der Erziehungskraft der Familie. Dabei sollen die Angebote sich an alle Eltern richten, niedrigschwellig sein und präventiv wirken. Wichtig ist insbesondere die Vernetzung der Angebote vor Ort, um ein übersichtliches und aufeinander bezogenes Eltern- und Familienangebot zu gestalten.

§ 16 Sozialgesetzbuch VIII

Eltern- und Familienbildung am Wochenende

Eltern leisten mit der Erziehung ihrer Kinder einen unverzichtbaren, nicht zu ersetzenden Beitrag für die positive Entwicklung ihrer Kinder und für die Zukunft unserer Gesellschaft. Ziel der Eltern- und Familienbildung ist es, dazu beizutragen, dass Eltern, Elternteile, Pflegeeltern und allein erziehende Mütter und Väter oder werdende Mütter und Väter in ihrer Erziehungskompetenz gestärkt werden und so ihre Erziehungsverantwortung besser wahrnehmen können.

Die Angebote der Eltern- und Familienbildung am Wochenende richten sich grundsätzlich an alle Eltern und bieten präventive Begleitung in verschiedenen Phasen der Partnerschaft, Ehe und Familie. Sie sollen zur Verbesserung der Beziehungen und der Kommunikation zwischen Paaren sowie Eltern und ihren Kindern beitragen. Angebote der Eltern- und Familienbildung am Wochenende werden als Tageskurse am Wochenende (Samstag oder Sonntag) oder als Wochenendseminare (Freitag, Samstag, Sonntag) durchgeführt.

Die Förderung der Teilnahme an Wochenendseminaren ist einkommensabhängig, das jährliche Nettoeinkommen der Familie darf für einen alleinstehenden Elternteil (mit einem Kind) 15.600 €, für beide Eltern (mit einem Kind) 17.400 €, für jedes weitere Kind 4.800 € nicht übersteigen.

Eine Einkommensprüfung entfällt, wenn die Familie bzw. der Haushaltsvorstand Hilfe zum Lebensunterhalt im Rahmen der Sozialhilfe (Lebensunterhalt, Hilfe zum) oder Arbeitslosengeld II nach dem Sozialgesetzbuch II (Grundsicherung für Arbeitsuchende) bezieht.

Die staatliche Zuwendung beträgt je Veranstaltungstag 23,50 € für jedes berücksichtigungsfähige Kind und 26,50 € je berücksichtigungsfähigem Erwachsenen.

Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege in Bayern für Beratung und Durchführung der Angebote; Zentrum Bayern Familie und Soziales für die Antragsbearbeitung und Auszahlung der staatlichen Zuwendung

Für Tageskurse am Wochenende werden sozialverträgliche Kostenbeiträge erhoben.

Zuständig: Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege in Bayern für Beratung und Durchführung der Angebote

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Familienbildungsprojekte

Eltern im Netz“ ist eine vom Zentrum Bayern Familie und Soziales - Bayerisches Landesjugendamt eingerichtete internetbasierte Informationsquelle für Familien in unterschiedlichen Lebensformen und Situationen – bei Partnerkonflikten, finanziellen Krisen, physischen und psychischen Belastungen oder besonderen Erziehungssituationen (www.elternimnetz.de).

Die Erstellung neuer "Elternbriefe" erfolgt durch das Zentrum Bayern Familie und Soziales - Bayerisches Landesjugendamt. Mit Elternbriefen sollen (werdende) Eltern über die Entwicklung ihres/r Kindes/r informiert und in ihrer Erziehungskompetenz gestärkt werden. Durch Elternbriefe als Print-Version erhalten Eltern zeitnah und übersichtlich zum jeweiligen Entwicklungsstand des/r Kindes/r moderne, attraktive und übersichtlich gestaltete Informationen.

Freiheit in Grenzen“ ist ein Konzept zur Stärkung der elterlichen Erziehungskompetenz. Durch die Broschüre "Freiheit in Grenzen" erhalten Eltern mit Kindern im Vorschulalter nicht nur wichtige Hinweise über den richtigen Erziehungsstil und grundlegende Fragen der Erziehung, sondern auch eine DVD, mit der sie anhand typischer Problemsituationen im Erziehungsalltag ihr Erziehungsverhalten hinterfragen, korrigieren und einüben können. Die Broschüre kann über das Bayerische Verwaltungsportal bezogen werden.

Ein Kick mehr Partnerschaft“ sind DVDs zur Verbesserung der Paarkommunikation. Junge Paare und Paare in mehrjährigen Beziehungen werden auf unterschiedliche Kommunikationsstile und deren kurz- und längerfristige Folgen für die Partnerschaft aufmerksam gemacht. Die kostenpflichtigen DVDs sind erhältlich über die Homepage des Instituts für Forschung und Ausbildung in Kommunikationstherapie e.V. (www.institutkom.de).

INTAKT“ ist eine Internetplattform für Eltern von Kindern mit Behinderung. Eltern erhalten kostenlos Antwort auf Fragen, die mit einem Kind mit Behinderung auftauchen und damit Unterstützung für ihren Alltag. Weitere Informationen: Familienbund der Katholiken in der Diözese Würzburg e.V. www.intakt.info.

"Primi Passi - Erste Schritte" Beim Tod eines Kindes bietet der Selbsthilfeverein Verwaiste Eltern München e.V. seit 2004 betroffenen Eltern und Geschwistern durch seine ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen eine Akutbegleitung an.
Weitere Informationen: Verwaiste Eltern München e.V. www.verwaiste-eltern-muenchen.de

"MAJA - Hebammen helfen Eltern" ist ein Programm für alle Hebammen, die sich in ihren familienpädagogischen und kommunikativen Fähigkeiten und Wissen weiterbilden lassen wollen. Ziel der Weiterbildung ist es, das Handlungsrepertoire der Hebammen um familienpädagogische und präventive Aspekte zu erweitern und zu vertiefen. Eltern sollen unmittelbar nach der Geburt ihres Kindes unterstützt und so frühzeitig wie möglich auf ihre Erziehungsaufgabe vorbereitet werden.
Weitere Informationen: Bayerische Hebammen Landesverband e.V. www.bhlv.de.

Elternkurs "Kess erziehen...von Anfang an!" für Eltern von Säuglingen und Kleinkindern (zwischen 0 und 3 Jahren) Ziel ist die Stärkung der Erziehungskraft der Eltern. Der Kurs stärkt und ermutigt Eltern in einer respektvollen Haltung dem Kind gegenüber und gibt praktische Anregungen für eine ganzheitliche Erziehung. Der Kurs regt die Vernetzung der Eltern untereinander an, so dass längerfristige Unterstützungssysteme aufgebaut werden können. Weitere Informationen: Familienbund der Katholiken in der Diözese Würzburg e.V. www.familienbund-wuerzburg.de.

Projekt "Hofer Schulbegleitung - wir machen Familien stark" Träger des Projekts ist der Hofer Verein "Integra Hof e.V.". Ziel ist es, die schulische Laufbahn, insbesondere von Kindern mit Migrationshintergrund, nachhaltig zu verbessern. Dabei soll eine enge Bildungs- und Erziehungspartnerschaft zwischen Eltern und Schule über einen so genannten Schulbegleitungsvertrag hergestellt werden. Das Projekt unterstützt und fördert Eltern beim Eintritt ihrer Kinder in die Schule und hilft ihnen, ihre Kinder verantwortungsvoll auf einem erfolgreichen Weg zu begleiten. Weitere Informationen: www.integra-hof.de.

Im Rahmen des Modellprojekts "Familien-Tafel" sollen unterstützende Angebote für Familien und allein erziehende Eltern, die das Angebot der Tafel nutzen, vernetzt, erprobt und evaluiert werden. Ziel des Projektes ist es, Netzwerke zu schaffen, die den betroffenen Eltern und ihren Kindern helfen, praktische Lebenshilfe im Alltag geben und für eine nachhaltige Verbesserung ihrer Lebenssituation geeignet sind.
Weitere Informationen: Deutscher Familienverband - Landesverband Bayern e.V. www.dfv-bayern.de.

Mit dem Modellprojekt "Netzwerk Familienpaten in Bayern" sollen bayernweit Familien über einen begrenzten Zeitraum Unterstützung durch freiwillig engagierte Familienpaten in Anspruch nehmen können und in ihrer Erziehungs- und Alltagskompetenz gestärkt werden, um letztendlich zu verhindern, dass Belastungssituationen zu Krisen eskalieren. Familienpaten verstehen sich deshalb als primärpräventives, niedrigschwelliges und unterstützendes Angebot, das Müttern, Vätern und anderen Erziehungsberechtigten helfen soll, ihre Erziehungsverantwortung besser wahrnehmen zu können. Weitere Informationen: www.familienpaten-bayern.de oder www.familienbildung.bayern.de.

Hilfe für Eltern mit einem Schreibaby Dass Babys in den ersten Monaten schreien, ist völlig normal. Doch manche Babys schreien stundenlang ohne erklärbare Ursachen und lassen sich nur schwer oder gar nicht beruhigen. Fühlen sich Eltern in solchen Situationen überfordert, erschöpft und hilflos, sollten sie sich professionelle Hilfe suchen. Speziell fortgebildete Fachkräfte bieten in Bayern wohnortnahe und kompetente Unterstützung in Einrichtungen der Jugendhilfe. Nähere Informationen zu den Beratungseinrichtungen erhalten Sie entweder auf der Internetseite des Familienministeriums (www.familienbildung.bayern.de) oder bei Ihrem örtlichen Jugendamt.

Familienstützpunkte sind Anlauf- und Kontaktstellen, die konkrete Angebote der Eltern- und Familienbildung in einer Kommune vorhalten und mit anderen Einrichtungen gut vernetzt sind. Sie bieten für die unterschiedlichen Bedürfnisse der Familien je nach Alter des Kindes und Familiensituation geeignete, passgenaue Hilfen an. Familienstützpunkte sollen an bestehende Einrichtungen vor Ort, z. B. Mütterzentren, Erziehungsberatungsstellen, Familienbildungsstellen, aber auch an Kindertagesstätten angegliedert werden. Das Konzept wird in einem zweijährigen Modellversuch, beginnend ab April 2010, erprobt. Modellstandorte sind Stadt und Landkreis Bamberg, Stadt Nürnberg, Stadt Augsburg, Stadt und Landkreis Regensburg, Landkreis Traunstein, Stadt und Landkreis Würzburg, Stadt Aschaffenburg und Stadt Kaufbeuren. Weitere Informationen: www.familienbildung.bayern.de

Das Modellprojekt "Ehe- und Familienberatung für gehörlose und schwer hörgeschädigte Menschen" ist ein niedrigschwelliges Beratungskonzept, das Gehörlose, Hörgeschädigte und Ertaubte durch professionelle Beratung bei Ehe- und Partnerschaftsproblemen, Familienkrisen oder in schwierigen Lebenssituationen unterstützt. Die beratenden Fachkräfte verfügen über hohe Kompetenzen in Paar- und Familienberatung, Gebärdensprache und über Erfahrungen in der Arbeit mit gehörlosen, hochgradig schwerhörigen und ertaubten Menschen. Das Beratungskonzept wird seit Februar 2010 an zwei bereits bestehenden Ehe- und Familienberatungsstellen an den Standorten München und Nürnberg sowie Würzburg (als Außenstelle Nürnberg) angeboten. Weitere Informationen: www.familienbildung.bayern.de.

Im Rahmen eines Modellversuches wird seit Juni 2010 die Wirkung einer zeitlichen Ausweitung der Hebammenhilfe über den Regelzeitraum (von acht Wochen auf sechs Monate) wissenschaftlich evaluiert. Die zeitliche Verlängerung der Wochenbettbetreuung durch Hebammen nach der Geburt dient der Förderung der Gesundheit von Mutter und Kind, der gedeihlichen Entwicklung der Säuglinge sowie dem Schutz vor Überforderung der Eltern. Der Modellversuch erfolgt in Kooperation mit Rheinland-Pfalz sowie den AOK`s beider Länder. Weitere Informationen: Ausweitung der Hebammenbetreuung (www.ausweitung-der-hebammenbetreuung) oder www.familienbildung.bayern.de   

Das Projekt Netzwerk „Junge Eltern / Familien – Ernährung und Bewegung“ hat sich zum Ziel gesetzt, Familien mit Säuglingen und Kindern bis zu drei Jahren alltagstaugliche Methoden für eine ausgewogene, bedarfsgerechte Ernährung und Bewegung an die Hand zu geben. Als Bestandteil des Ernährungskonzeptes des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten leistet das Projekt einen Beitrag dazu, das gesamtgesellschaftliche Umdenken in Richtung eines gesunden Lebensstils zu fördern. Um den Prozess in Gang zu bringen, ist es wesentlich die Alltagskompetenzen jedes Einzelnen zu stärken, vor allem aber die der Eltern, die unmittelbare Vorbilder für ihre Kinder sind. Nach einer Pilotphase im Jahr 2010 an sieben Standorten wird das Projekt ab 2011 bayernweit ausgedehnt. Weitere Informationen: Landesanstalt für Landwirtschaft, Institut für Ernährung und Markt, Menzinger Str. 54, 80638 München, Tel.: 089/17800-333. Weitere Informationen unter http://www.lfl.bayern.de.

Zuständig: Jugendämter, Zentrum Bayern Familie und Soziales – Bayerisches Landesjugendamt, Familienbildungsstätten, Bildungswerke sowie Eltern-, Familien- und Mütterzentren, Familienferienstätten, Kindertagesstätten, Beratungsstellen etc., Landesanstalt für Landwirtschaft, Institut für Ernährung und Markt

http://www.elternimnetz.de/

http://www.institutkom.de/

http://www.intakt.info/

http://www.verwaiste-eltern-muenchen.de/

http://www.bhlv.de/

http://www.integra-hof.de/

http://www.lfl.bayern.de/iem/ernaehrung/35823/index.php

http://www.dfv-bayern.de/

http://www.familienpaten-bayern.de/

http://www.familienbildung-bayern.de/

www.ausweitung-der-hebammenbetreuung.de

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Zusätzliche Informationen

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Weitere Informationen zum Bayerischen Zukunftsministerium

Broschüre herunterladen (PDF, 5,22 MB)

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