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Rentenabschlag

Ab 1997 wurden die Altersgrenzen für vorzeitige, d.h. bereits vor dem Erreichen der Regelaltersgrenze (bis 2011 65 Jahre, ab 2012 schrittweise Anhebung auf 67 Jahre) zustehende Altersrenten aus der Rentenversicherung stufenweise vom 60. bzw. 63. auf das 63. bzw. 65. Lebensjahr angehoben. Eine Altersrente kann unter bestimmten Voraussetzungen bislang dennoch weiterhin bereits frühestens ab Vollendung des 60. Lebensjahres und damit vor Erreichen der jeweiligen Altersgrenze in Anspruch genommen werden. Allerdings mindert sie sich dann um versicherungsmathematische Rentenabschläge, die parallel zur Anhebung der Altersgrenzen schrittweise angestiegen sind. Diese sollen die längere Rentenbezugsdauer bei Bezug einer vorzeitigen Altersrente ausgleichen.

Von der Anhebung der Altersgrenzen und den damit verbundenen Rentenabschlägen betroffen sind bei der Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeit und bei der Altersrente für langjährig Versicherte die Versicherten der Geburtsjahrgänge 1937 und jünger, bei der Altersrente für schwerbehinderte Menschen die Geburtsjahrgänge ab 1941 und bei der Altersrente für Frauen die ab 1940 Geborenen. Erwerbsminderungsrenten, Erziehungsrenten, Witwen(r)renten und Waisenrenten, die ab 01.01.2001 beginnen, werden ebenfalls um Abschläge gemindert, falls der Versicherte vor seinem vollendeten 63. Lebensjahr Erwerbsminderungs- oder Erziehungsrente in Anspruch genommen hat bzw. verstorben ist.

Der Abschlag beträgt für jeden Monat, in dem die Altersrente vor Erreichen der jeweiligen regulären Altersgrenze gezahlt wird, 0,3 %, bei der Altersrente für schwerbehinderte Menschen und bei der Altersrente für langjährig Versicherte jedoch höchstens 10,8 % und bei der Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeit sowie bei der Altersrente für Frauen höchstens 18,0 %. Bei der Erziehungsrente, der Erwerbsminderungsrente, der Witwen(r)rente und der Waisenrente ergibt sich bei Beginn dieser Renten ab 01.01.2001 eine Rentenminderung um 0,3 % für jeden Monat, in dem die Rente vor Vollendung des 63. Lebensjahres des Versicherten – bei Hinterbliebenenrenten des vollendeten 63. Lebensjahres des Verstorbenen – beansprucht wird, höchstens aber um 10,8 %.

Um das Vertrauen der bei In-Kraft-Treten der entsprechenden Gesetzesänderungen bereits rentennahen Jahrgänge zu schützen, stiegen die Rentenabschläge in einer Übergangszeit von 1997 bis 2004 schrittweise an und fielen so je nach dem Geburtsdatum des Versicherten bzw. dem Rentenbeginn und der Rentenart unterschiedlich hoch aus. Deshalb wurden in der Übergangszeit in vielen Fällen noch nicht die vollen Rentenabschläge abgezogen. Die zu Grunde liegenden Vertrauensschutzregelungen sind inzwischen jedoch weitgehend ausgelaufen.

Wird eine Altersrente vor Erreichen der jeweiligen Altersgrenze in Anspruch genommen, so bleibt der Rentenabschlag für die gesamte Dauer des Rentenbezugs – auch über das Erreichen der Regelaltersgrenze hinaus und selbst für eine eventuell anschließende Witwen(r)rente oder Waisenrente – bestehen. Bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze kann eine solche Rentenminderung ganz oder teilweise durch die Zahlung entsprechender Beiträge ausgeglichen werden. Wegen der individuellen Altersgrenzen, der Höhe des Rentenabschlags und einer eventuellen Beitragszahlung sollte man sich in jedem Fall individuell vom zuständigen Rentenversicherungsträger beraten lassen.

In der Zeit vom 01.01.2006 bis 31.12.2008 wurde die Altersgrenze für die frühestmögliche Inanspruchnahme einer Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit (mit Abschlag) für Versicherte der Geburtsjahrgänge 1946 bis 1948 stufenweise vom 60. auf das 63. Lebensjahr angehoben. Angehörige der Geburtsjahrgänge 1949 bis 1951 können diese Altersrente nur noch frühestens ab dem 63. Lebensjahr in Anspruch nehmen. Ein Bezug dieser Rente bereits ab dem vollendeten 60. Lebensjahr ist nun nicht mehr möglich, auch nicht unter Inkaufnahme von Rentenabschlägen. Bei Bezug der Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit vor dem vollendeten 65. Lebensjahr wird die Rente weiterhin um 0,3 % pro Monat des vorzeitigen Rentenbezugs gemindert.

Für Versicherte, die ab dem 01.01.1952 geboren sind, wird die Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeit schließlich abgeschafft.

Im Rahmen einer Vertrauensschutzregelung können Versicherte, die vor dem 01.01.1952 geboren sind und bis zum 31.12.2003 einen Altersteilzeitvertrag abgeschlossen haben oder am 01.01.2004 arbeitslos waren oder ihr Arbeitsverhältnis aufgrund einer Kündigung oder Vereinbarung beenden, die vor dem 01.01.2004 erfolgt ist, Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit weiterhin - allerdings mit Abschlägen - ab dem 60. Lebensjahr erhalten.

Ab dem 01.01.2012 wird die Altersgrenze für die Regelaltersrente stufenweise von 65 auf 67 Jahre angehoben. Entsprechend steigen auch die Altersgrenzen für die Altersrente für schwerbehinderte Menschen (bisher 60 Jahre mit Abschlag bzw. 63 Jahre ohne Abschlag) sowie für die Altersrente für langjährig Versicherte (bisher 63 Jahre mit Abschlag bzw. 65 Jahre ohne Abschlag) jeweils um zwei Jahre. Betroffene sind bei der Regelaltersrente die Geburtsjahrgänge ab 1947, bei der Altersrente für schwerbehinderte Menschen die Geburtsjahrgänge ab 1952 und bei der Altersrente für langjährig Versicherte die Geburtsjahrgänge ab 1949.

Nach Abschluss der langfristig und schrittweise vorgesehenen Anhebung der Altersgrenzen in einer Übergangszeit von 2012 bis 2028 für die Geburtsjahrgänge 1947 bis 1963 werden Angehörige der Geburtsjahrgänge ab 1964 schließlich Regelaltersrente erst mit 67 Jahren, Altersrente für schwerbehinderte Menschen frühestens mit 62 Jahren mit einem Abschlag bis zu 10,8 % bzw. mit 65 Jahren ohne Abschlag und Altersrente für langjährig Versicherte frühestens mit 63 Jahren mit einem Abschlag bis zu 14,4 % bzw. mit 67 Jahren ohne Abschlag in Anspruch nehmen können. Die Höhe der Rentenabschläge im jeweiligen Einzelfall wird - wie bisher - davon abhängen, ab wann welche Altersrente bezogen wird und ob Vertrauensschutzregelungen Anwendung finden.

Eine solche Vertrauensschutzregelung gilt für Versicherte, die vor dem 01.01.1955 geboren sind und die vor dem 01.01.2007 mit ihrem Arbeitgeber Altersteilzeitarbeit vereinbart haben oder die Anpassungsgeld für entlassene Arbeitnehmer des Bergbaus bezogen haben. Für diese erfolgt keine Anhebung der Altersgrenze; sie können also weiterhin mit 65 Jahren Regelaltersrente ohne Abschlag erhalten. Weitere Vertrauensschutzregelungen sind darüber hinaus für die Altersrente für schwerbehinderte Menschen sowie die Altersrente für langjährig Versicherte vorgesehen.

Weiterhin bereits ab dem vollendeten 65. Lebensjahr besteht dann Anspruch auf eine abschlagsfreie Altersrente, wenn mindestens 45 Jahre mit Pflichtbeitragszeiten einschließlich Zeiten der Erziehung eines Kindes bis zu dessen 10. Lebensjahr (Kindererziehungszeiten, Berücksichtigungszeiten) zurückgelegt wurden (siehe unter Altersrenten).

Im Zusammenhang mit der Anhebung der Altersgrenzen steigt in einer Übergangszeit von 2012 bis 2028 auch das Referenzalter für die Berechnung von Abschlägen bei Erwerbsminderungsrenten, Erziehungsrenten, Witwen(r)renten Waisenrenten schrittweise vom 63. auf das 65. Lebensjahr. Bei diesen Renten fallen dann künftig Abschläge bis zu - wie bisher - maximal 10,8 % an, wenn der Versicherte vor seinem vollendeten 65. (bisher 63.) Lebensjahr Erwerbsminderungs-, oder Erziehungsrente in Anspruch genommen hat bzw. verstorben ist.

§§ 36, 37, 77, 187a, 236, 236a, 237, 237a, 264c Sozialgesetzbuch VI

Gesetzliche Rentenversicherungsträger

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/

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