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Arbeitsmarktpolitik

Bauarbeiter mit Sicherheitshelm am Steuer einer Baumaschine

Aktuelles 


Bayerns Arbeitsmarkt im Juli 2016

  • Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 3,3 % und liegt auf einem historischen Tief-stand: Das ist die niedrigste Arbeitslosenquote in einem Juli! Mit einer Arbeitslosenquote von 3,3 % liegt Bayern 0,1 %-Punkte unter dem Vorjahreswert (Juli 2015: 3,4 %).
  • Bayern nimmt damit den Spitzenplatz im bundesweiten Ländervergleich ein (vor Baden-Württemberg: 3,7 %). Die niedrigste Arbeitslosenquote unter den bayerischen Regierungsbezirken hat dabei die Oberpfalz mit 2,9% bei einer Bandbreite der bayerischen Regierungsbezirke von 1,2%-Punkten.
  • 236.390 Arbeitslose – verglichen mit dem Vormonat (Juni 2016) bedeutet dies einen leichten saisonal üblichen Anstieg von rund 2.500 Personen (+ 1,1 %), gegenüber dem Vorjahr (Juli 2015) ist es ein Rückgang von mehr als 7.300 Personen (- 3,0 %).
  • Durch die Schaffung von mehr als 1 Mio. neuen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen innerhalb der letzten zehn Jahre erreicht Bayern im Mai (letztverfügbarer Stand) mit rund 5,3 Mio. Personen bei der Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten einen neuen Rekordwert in einem Mai!
  • Die Zahl der Arbeitslosen wurde innerhalb der letzten zehn Jahre nahezu halbiert! Die Arbeitslosenquote ging fast um die Hälfte zurück.
  • Die Arbeitskräftenachfrage in Bayern zieht im Juli 2016 nach Rekordstand im Mai 2016 wieder an, liegt damit weiter auf sehr hohem Niveau (fast doppelt so hoch wie 2005 und über allen Juli-Werten seit dem Jahr 2005).

 

1607 Quotebayern
 

1607 Entwicklungsquote

HINWEIS: Im Zeitverlauf haben Änderungen im Sozialrecht wie in der Organisation der Sozialverwaltungen Einfluss auf die Höhe der Arbeitslosigkeit. Dies ist bei der Interpretation der Daten zu berücksichtigen. 

  • Aktuell können mehr als die Hälfte (49) der insgesamt 96 Landkreise und kreisfreien Städte eine Arbeitslosenquote von unter 3,0 % vorweisen. Der Landkreis Eichstätt liegt mit einer Quote von 1,3 % bundesweit an der Spitze.
  • Die Jugendarbeitslosenquote liegt bei 3,2 %. Derzeit sind 26.199 Menschen unter 25 Jahre arbeitslos, 1.124 mehr als im Vorjahresmonat (+ 4,5 %).
  • Unter den 236.390 Arbeitslosen finden sich 82.184 Ältere (über 50 Jahre), 60.826 Langzeitarbeitslose und 21.588 schwerbehinderte Menschen.
  • Flüchtlingseffekte bestätigen sich: Die Zahl der arbeitslosen Ausländer liegt bei 66.064 Personen. Dies ist im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um 7.368 Personen bzw. 12,6 %. Im Juli 2016 waren insgesamt 14.417 Geflüchtete arbeitslos gemeldet.
  • Die Quote der erwerbsfähigen Hartz IV-Bezieher im Verhältnis zur Einwohnerzahl unter 65 Jahren ist in Bayern mit 3,6 % die niedrigste im Vergleich der Bundesländer. Im Bund ist dieser Wert mehr als doppelt so hoch und beträgt 8,0 %.

 

1607 Vergleichvormonat

 

Bayerns Arbeitsmarkt im Juli zum Download

 

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Integration von Flüchtlingen durch Ausbildung und Arbeit


Die Bayerische Staatsregierung hat am 13.10.2015 mit der bayerischen Wirtschaft und der Arbeitsverwaltung die Vereinbarung „Integration durch Ausbildung und Arbeit“ unterzeichnet. Wirtschaft und Staatsregierung streben an, 20.000 Flüchtlingen bis Ende 2016 einen Praktikums-, Ausbildungs-, oder Arbeitsplatz anzubieten. Bis Ende 2019 wird ein Gesamtziel von 60.000 Arbeitsmarktintegrationen angestrebt.

Die Vereinbarung, an der das Bayerische Arbeitsministerium entscheidend mitgewirkt hat (vgl. Pressemitteilung vom 13.10.2015), sieht wichtige Maßnahmen zur besseren Integration von anerkannten Asylbewerbern und Geduldeten mit guter Bleibeperspektive in Ausbildung und Arbeit vor.
Teil der Vereinbarung sind gezielte Maßnahmen zur Integration in Ausbildung und Arbeit. Das Bayerische Arbeitsministerium wird sich daran mit rund 12 Mio. Euro beteiligen:

  • Mehrere Projekte zum Erlernen der Deutschen Sprache zur raschen Herstellung der Ausbildungsreife und sprachlichen Qualifizierung Erwachsener
  • Erweiterung der Ausbildungsinitiative „Fit for Work“ auf jugendliche Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive
  • Ausweitung der arbeitsweltbezogenen Jugendsozialarbeit
  • Ausbau der Beratungsstellen zur Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse
  • Ausbau von Ausbildungsakquisiteuren
  • Etablierung von Jobbegleitern
     

Zum 1. Januar 2016 wurden zwei Maßnahmen für die Integration von Flüchtlingen gestartet:

  • Ausbildungsakquisiteure: Mit dieser Maßnahme sollen Ausbildungs- und Beschäftigungschancen für Flüchtlinge geschaffen werden.
  • Jobbegleiter: Mit dieser Maßnahme soll der Verbleib der Flüchtlinge in Beschäftigungsverhältnissen unterstützt werden.

Für beide Maßnahmen investiert das StMAS allein in 2016 rd. 5 Mio. Euro. Beide Maßnahmen werden durch ein Coaching der Ausbildungsakquisiteure und Jobbegleiter unterstützt und durch eine Evaluation wissenschaftlich begleitet und bewertet.
Hier finden Sie nähere Informationen zu den Ausbildungsakquisiteuren und den Jobbegleitern.
 

Gesetzlicher Mindestlohn


Mit dem Gesetz zur Stärkung der Tarifautonomie (Tarifautonomiestärkungsgesetz) vom 11. August 2014 wurde zum 1. Januar 2015 ein flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro brutto je Zeitstunde für das ganze Bundesgebiet eingeführt (Artikel 1: Gesetz zur Regelung eines allgemeinen Mindestlohns – MiLOG).
Ausnahmen sind u. a. für Auszubildende, Ehrenamtliche Tätigkeiten, Orientierungspraktika, verpflichtende Praktika im Rahmen einer Schul-, Ausbildungs- oder Studienordnung, Jugendliche bis 18 Jahre ohne abgeschlossene Ausbildung, Langzeitarbeitslose für die ersten 6 Monate der Beschäftigung sowie befristet für Zeitungszusteller/Innen vorgesehen.

Abweichungen sind in einer Übergangszeit für maximal drei Jahre bis 31. Dezember 2017 durch bundesweite Tarifverträge repräsentativer Tarifpartner auf Branchenebene möglich, wenn sie als Mindestentgeltsätze nach den Regeln des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes (AEntG) erstreckt oder als Lohnuntergrenze nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) festgelegt wurden. Ab 1. Januar 2017 müssen abweichende Regelungen mindestens ein Entgelt von brutto 8,50 Euro pro Stunde vorsehen. Ab 1. Januar 2018 gilt das bundesweite gesetzliche Mindestlohnniveau dann uneingeschränkt.

Die Höhe des Mindestlohns wird regelmäßig (erstmals mit Wirkung zum 1. Januar 2017) von einer paritätisch besetzten und unabhängigen Kommission der Tarifpartner überprüft und gegebenenfalls angepasst. Die Mindestlohnkommission besteht aus einer/einem Vorsitzenden, sechs stimmberechtigten Mitgliedern und zwei beratenden Mitgliedern aus Kreisen der Wissenschaft (ohne Stimmrecht). Die stimmberechtigten Mitglieder der Kommission werden durch die Bundesregierung auf Vorschlag der Spitzenorganisationen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer berufen.

Weitere Informationen unter www.der-mindestlohn-gilt.de.

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Daten und Fakten

Der bayerische Arbeitsmarkt zeigte sich im Jahr 2015 in herausragender Form. Dies belegen zusammenfassend die folgenden Rekordwerte des letzten Jahres:

  • Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist mit 5,2 Mio. so hoch wie nie!
  • Die Zahl der Arbeitslosen lag im Jahresdurchschnitt 2015 bei rund 254.500. Auch wenn der Wert des Jahres 2012 damit nicht erreicht wurde (+7.700 Personen), lag die Arbeitslosenquote durch die gestiegene Zahl an Erwerbspersonen im Jahresdurchschnitt 2015 bei nur 3,6 Prozent (2014: 3,8 Prozent). Das ist der niedrigste Wert seit der Jahrtausendwende!
    Mit gutem Abstand zu Baden-Württemberg (3,8 Prozent) hat Bayern die niedrigste Quote aller Bundesländer und behält damit weiterhin die Spitzenposition (Arbeitslosenquote im Bund: 6 Prozent).
  • Die Arbeitsmarktsituation in den sieben Regierungsbezirken hat sich in den vergangenen Jahren weiter angeglichen: So beträgt die Spannweite der Arbeitslosenquoten im Jahr 2015 nur noch 1,2 Prozentpunkte.
  • Die Arbeitskräftenachfrage lag im gesamten Jahr 2015 auf Rekordniveau und war mehr als doppelt so groß wie noch im Jahr 2004!

Bayerns Arbeitsmarkt hervorragend aufgestellt und trotzt den Unsicherheiten im internationalen Umfeld!
Für das Jahr 2016 deuten alle Indizes auf einen moderaten Anstieg des Wirtschaftswachstums hin. Experten gehen aufgrund der Zuwanderung von einem leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zu 2015 aus (Arbeitsmarktzahlen).

Die wesentlichen Herausforderungen am bayerischen Arbeitsmarkt werden im Jahr 2016 sein:

  • Deckung von Fachkräftebedarfen unter primärer Ausschöpfung der vorhandenen Arbeitskräftepotentiale und
  • Integration von anerkannten Asylbewerbern ebenso wie Asylbewerbern und Geduldeten mit guter Bleibeperspektive in Ausbildung und den Arbeitsmarkt.
     

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Arbeitsmarkt 

Die Verbesserung der wirtschaftlichen und arbeitsmarktrelevanten Rahmenbedingungen ist eine zentrale gesellschaftspolitische Aufgabe. Bayern bringt sich hier aktiv auf Bundesebene ein und entwickelt beispielsweise im Bereich der Langzeitarbeitslosen, Jugendlichen und älteren Arbeitnehmer auch eigene Konzepte (vergleichen Sie hierzu bitte auch den Bereich Arbeitsmarktinitiativen).

Auf Landesebene arbeitet die Bayerische Staatsregierung eng mit der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit zusammen. Die Zusammenarbeit wurde Ende 2004 in einer Vereinbarung (PDF, 1,2 MB) geregelt und erfolgt seitdem im Wesentlichen über einen regelmäßigen Informationsaustausch und gemeinsame Initiativen.

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Instrumente 

Für eine nachhaltige Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ist darüber hinaus eine innovative und für den bayerischen Arbeitsmarkt maßgeschneiderte aktive Arbeitsmarktpolitik notwendig. Die wichtigsten Instrumente dafür sind der Arbeitsmarktfonds (AMF) und der Europäische Sozialfonds (ESF). Kontinuierliche Beobachtungen des bayerischen Arbeitsmarkts, u. a. durch Auswertungen aus dem IAB-Betriebspanel für Bayern geben wichtige Hinweise zum Einsatz der Fördermittel. Ziel der Arbeitsmarktpolitik der Bayerischen Staatsregierung ist stets die Integration bzw. der Verbleib der Arbeitnehmer am ersten Arbeitsmarkt. Zielgruppen sind sowohl Arbeitslosengeld I-Empfänger als auch Arbeitslosengeld II-Empfänger (Grundsicherung für Arbeitsuchende). Bereiche der aktiven Arbeitsmarktpolitik sind beispielsweise berufliche Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen, berufliche Eingliederung von Menschen mit Behinderung, Stärkung der Anpassungs- und Wettbewerbsfähigkeit von Erwerbstätigen und kleinen und mittleren Unternehmen sowie arbeitsweltbezogene Jugendsozialarbeit.

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Fazit 

Basis für eine positive Entwicklung am Arbeits- und Ausbildungsstellenmarkt ist ein effizientes Zusammenwirken von Wirtschaftspolitik, Fiskalpolitik, Bildungspolitik und Arbeitsmarktpolitik.

Entscheidend ist letztlich, dass Arbeits- und Ausbildungsplätze nicht durch die Politik, sondern durch die Unternehmen geschaffen werden. Ein wesentlicher Teil der Verantwortung für Beschäftigung trifft deshalb die Sozialpartner. Ihre Lohn- und Tarifpolitik entscheidet maßgeblich über die Arbeitsbedingungen und damit auch über die Verhältnisse am Arbeits- und Ausbildungsstellenmarkt und den Umfang von Arbeitslosigkeit. Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ist in einer sozialen Marktwirtschaft eine Gemeinschaftsaufgabe, zu der alle gesellschaftlichen Kräfte beitragen müssen.

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Zusätzliche Informationen

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Mehr Informationen

Ausländische Bildungsabschlüsse

Ausl Bildungsabschl _sse

Informationen rund um die Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse.

Weitere Informationen

Arbeitsgerichts
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arbg.bayern.de

Bundesarbeitsgericht

Bundesarbeitsgericht

bundesarbeitsgericht.de

Bundesagentur für Arbeit

Bundesargentur für Arbeit

arbeitsagentur.de

Sozial-Fibel

Ein Lexikon über soziale Hilfen, Leistungen und Rechte.

Alle Stichworte von A bis Z